Ausgabe 
15.3.1888 Zweites Blatt
 
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Die Revisionskosten übrigens eine einmalige Ausgabe beliefen sich auf 11330 Bemerkt fei bei dieser GelegenhcU, daß die Section XI die erste gewesen, welche eine Planmäßige Revision bei Betriebe durchgesührt hat, wofür sie Anerkennung verdient und auch vielfach gefunden hat. Sitzungen fanden im vorigen Jahre 4 statt. Gelegentlich der Erstattung des Geschäftsberichts streifte der Vorsitzende auch das Ver- HLltuiß der Sectionen zum Genossenschaftsvorstand und bedauerte, daß durch den Borsitzenden des letzteren der Verkehr zu einem recht unangenehmen geworden sei. Es mache sich seitens dieses Herrn eine Strömung nach Eentralisaiwn geltend, die in ein wahrhaft bureaukratisches Regiment auszuarten scheine. Die Behandlung der Secttons- vorstände durch den Vorsitzenden der Genossenschaft sei noch schlimme». als die des Rekruten durch den Unteroffizier. Dieses unangenehme Verkehrsoerhältniß sei lediglich der Grund zu dem Antrag Bayerns auf Bildung einer eigenen Berufsgenossenschaft. Falle aber erst Bayern ab, so würden Sachsen, Westfalen und die Rheinlande bald folgen. Die Berufungen an die Schiedsgerichte sind von einen Fall im Jahre 1886 <tuf acht in 1887 gestiegen. Dieselben würden sich fortgesetzt mehren, wenn nicht eine Aenderung in den gesetzlichen Bestimmungen herbeigeführt werde, denn die Kosten des Verfahrens hätten die Sectionen allemal zu zahlen und weniger als das, was ihnen zugebilligt worden, könnten die Reclamanlen gesetzlich nicht erhalten, höchstens mehr. Mit Bedauern wies der Vorsitzende darauf hin, daß so wenig Genossen sich bis jetzt selbst versichert (nur 8), noch ihre nicht versichcrungspflichtigen Angestellten (Buchhalter, Reisende ic.) angemeldel haben. Der Rechenschaftsbericht für 1887 wirb nach dem Befunde der Vorprüfung genehmigt und Decharge eri^Ut; die Gesammtausgaben beziffern sich aus 20 277.55 JL In den Ausschuß zur Vorprüfung der Jahresrechnung für 1888 werden die Herren Diederich, Wolschendorf und Schudt per Acclamation gewählt. Für Verwaltungskosten der Section auf das Jahr 1889 werden 9000 JL vorgesehen. In den Vorstand werden die gemäß S 14 des Statuts ausschetdenden Herren Heinrich Gregory (Höchst a. M.) und C. I. zclostermann mittelst Stimmzettel wiedergewählt, als Ersatzmänner werden die Herren I. F. Kees (Gelnhausen) wieder- nnd an Stelle des veistorbenen Herrn Joh. Theod. Knapp (Weyer) Herr Engelmann (Weilburg) neugewählt. Als Delegine werden die früheren Herren per Acclamation wiedergewählt, mit der Abänderung, daß an die Stelle des schon erwähnten verstorbenen Herrn Knapp Herr Ahr tritt. Aus dem Referat über die Unfallslatlstik fei heroor- gehoben, daß 116 Unfälle angemeldet wurden, von denen 7 foiort angewiesen sind Es verbleiben mithin noch 109 Unfälle. Von diesen hatten 5 den Tod, 26 eine mehr und 78 eine weniger als 13wöchentliche Erwerbsunfähigkeit zur Folge. Von den Getöbteten waren 2 ohne entschädigungsberechtigte Hinterbliebene. An den Unfällen waren 24 Wasser- und 7 Dampfmühlen beteiligt. An Unsallentichädigrmgen wurden ins- gesammt 7907.25 gezahlt oder 1.80 JL pro Kopf der Versicherungspflichligen. Bei Besprechung des Antrages auf Verminderung der Delegirtenzahl stellte sich eine entschiedene Ablehnung heraus. Die Versammlung beschloß, ihre Delegirten dahin zu inftruiren, gegen einen solchen Antrag zu stimmen. Der Antrag Bayerns auf Bildung einer eigenen Berufsgenossenschaft hängt, wie schon erwähnt, mildem Ver­halten des Vorsitzenden der Genossenschatl zusammen. Derselbe sand keinen Anklang weil mit einer Spaltung die ganze Genossenschaft, wie sie z. Z. besteht, in Frage gestellt würde. Man gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch Bayern bei der Sache bleiben werde, wenn auf die Beseitigung des jetzigen Vorsitzenden und die Verlegung des Schwerpunktes der Genossenschastsarbeiten in die Sectionen bingearbeilet werde Eine dahin zielende Resolution wurde einstimmig genehmigt. Endlich wurde eine Resolution gefaßt, welche eine völlige Klarstellung darüber anstrebt, wie es mit den Arbeitern gehalten werden soll, die in einem mit Landwirthschasl verbundenen Betrieb arbeiten und nun im Landwirthschaftsbetrieb verunglücken. Die Genossenschaft ent­schädigt zwar die verletzten Arbeiter, aber eigentlich gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Man wünscht diese Frage mit dem Gesetz in Einklang zu bringen." Die Sitzung schließt nach 6 Uhr.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

Im März werden die Rasenflächen in Gärten am besten bereits in einen Zustand versetzt, daß sie dem Auge im Sommer den erfreulichen Anblick bieten den ste gewähren sollen. Wenn im Herbst nicht mit Compost gedüngt wurde, was als das beste Mittel anzusehen ist, so empfiehlt es sich, jetzt eine Düngung dadurch vorzu­nehmen, daß man die Rasenfläche mit einer ganz dünnen, wässerigen Lösung von Abtrittsdünger, der man pro Eimer einen Löffel Pottasche ober eine Hanbooll Holz­asche zugesetzt hat, mittelst ber Gießkanne begießt. Sodann sind alle kahlen Stellen und solche, auf denen das Moos bas Gras verdrängt hat, tief umzuhacken wie oben beschrieben zu bringen unb dann gleich dicht mit Grassamen zu besäen. 'Steht bas i Gras auf größeren Stellen zu wenig dicht, so empfiehlt sich ein ziemlich dichtes Ueber- l wen der betreffenden Stellen, der Same muß mittelst scharfer eiserner Harke in die 5

Literarisches.

ßnn ~ P* Rosegger s Ausgewählte Werke. Pracht - Ausgabe. Mit 600 Illustrationen von A. Greil unb A. Schmidhammer. In 75 Lieferungen. Lextkon- Octav. 50 H. (A. Hartleben's Verlag in Wien.)

Von dieser bemerkenswerthen Publikation, welche durch ihren Inhalt, schöne Ausstattung und wohlfeilen Preis die weiteste Verbreitung verdient, liegt uns die erste Lieferung vor.

einen zwcit-n Autor geben, dessen lebensvolle und kernige Schriften so gebieterisch nach sichtbarem Ausdrucke in Bildern drängen. Rosegger's anmuthsoolle Natur- und Landschaftsbilder erwecken unwillkürlich den Wunsch, die herrlichen Scenerien seiner Schilderungen von verständnißvoller Künstlerhand dargestellt zu sehen und in diesen Rahmen die herzgewinnenden Gestalten des Dichters hinein- juoenfen. Rosegger hat das G ück gehabt, für seine Schriften Künstler zu finden, deren des,Erzählers eins zu sein scheint - Alois Greil, ein alt- berod5rter Meister, der rote selten einer Herz und Gemüth der Aelpler verstanden und Esvermocht, lhr Lebm und Weben in tausend Zügen glücklich und meisterhaft fest- Ä Se|el» ,fldUin Lungerer tüchtiger Künstler A. Schmidhammer zu, der leibst em Sohn der steierischen Berge unb mti seinem Volke innig vertraut ist. Beide fUIV a hfni?InrcJien' Roiegger's Schriften würdig zu illustrirm und dieses ist ihnen auch thatsächlich gelungen.

Grasnarbe eingehackt werden. Wer die Rasenflächen seines Gartens j ht so behandelt dem werden sie im Sommer die gewünschte Augenweide bieten.

. sAusroden von Gebüsch j Sträucher, Gebüsche, sowie Schilf auf den Acckern unö ^Resen. «ö^non ausroden will, behandelt man am besten im Frühjahr, zur 3eit i Tr.e.ibM^ben beginnt. ~ Man haut solche pflanzlichen Hindernisse, die man

. befeitigen will, möglichst dicht über dem Wurzelstocke ab. Bei Gebüschen wird daS o«-» genügen, UT ^Ic 8U vernichten, weil die Wurzel dann im eigenen Safte kCl t c*nt9en Sträuchern indeß hilft das allein nicht und es

* 'ätschen Schnittflächen der Wurzelstümpfe mit gepulvertem, ungelöschtem Kalk bestreut werden, um ein neues Austreiben zu verhindern. Es kann sogar vor- 5mnt£riÄni kOunftigen Wachsthumsbedingungen und Bodenverhältnissen Wurzelslocke doch noch Seitentriebe heroorbringcn. Hilft auch erneuertes Wurzelstocks^übrig^n 6 Cbt freiItd) aId cin8*0 sicheres Mittel nur die Ausrodung des Erbs-N^ Es kommt häufig vor, baß von Acckern, die mit f CrsCHk. M°n nad), wenigen Jahren anstatt der guten, ursprünglichen ^b Cn ^erntet werden, selbst bann geschieht das ost, wenn ein # ^urJ§gWrt wurbe^unb von einer Erbsenmüdigkeit deshalb nicht die Jteoe fein kann. Ehe tn diesen fallen daran gegangen wird, anderes Saatgut anzu- n<r>. Clnc Prüfung ^cr.$r,a0c.ram Bratze, ob damit auch wirklich etwas erreicht wird. Denn wenn es auch richt.g ist, daß die Erbsenarien sehr wenig beständig sind ?uf kinem Felde, ja auf einer Pflanze unb selbst in einer Hülse ver- schiedene Varietäten antrifft, so kann doch sehr oft der Boden an der Verschlechterung der geernteten Fruchte Schuld sein und in solchem Fall würde mit einem Wechsel des werden. Das Hartkochen der Erbsen, das sie zum menschlichen toCnvLUP c * zu'" Marktverkauf unbrauchbar macht, ist oft die Folge eines Mangels von Phosphorsaure tm Boden oder auch eines Ueberschusses an Salpetersäure und Ur /^tere Stoffe in humusreichem, mit Stallmist viel gedüngten Boden

sehr reich »enreten find, fo folgt daraus, daß Erbsen, wie bekannt, nicht auf stark gedüngtem Boden gebaut werden sollen, sonst entartet auch das beste Saatgut bald.

CnnCt .Anbau von Erbten ein durchlassender, mergelhaltiger

Lehmbodem Ungeeignet sind in jebem Fall schwere Lehm- und Thonböden, sowie auch *°cU bteie die Entwicklung der Pflanze zu sehr auf Kosten deS Fruchtansatzes begttnfttgm. Man baue daher die Erbsen erst in zweiter ober dritter Düngung mit Stallmist, gute Vorfrüchte für Erbsen n ^aktOld? ®-a fie?u bcn Stickstoffbildnern geboren unb ben Boben

"Äem Buftanb, bur« humose unb stickstoffhaltige Bettandtheile bereichert, hrnter- S aud? kine gute Vorfrucht für Roggen, namentlich auf

leichtem Boden grebt es für Roggenwinterung keine bessere Vorfrucht.

Cn r k ^01' ^ühe anzubauen, da ihnen Nachtfröste nicht

Wnnnpn U besonders günstigen Gegendeii sogar im Gemenge mit

moggen als a,uitcrung. Auch kommt noch als Vortheil hinzu, daß man bei srühen Saa en .an Saatgut spart, für Breitsaat giebt Krafft bei früher Saat 2, bei später Ls/w" fllr den Hectar als Saatmenge an. Die Bestellung ist daher zweckmäßig Ende Marz oorzunehmen. Da die Erbse ohne Schaden ziemlich tief in den Boden zu liegen rommen kann, fo kann die Saat bei trockenem Boden untergcpflüat und nur tu feuchtem Boden untergeegt werden.

Holzvcrsteigerung

in der Oberförsterei Krofdorf.

Freitag, 23. März er., Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Kahlert in Krof­dorf, Schutzbezirk Waldbaus, District Eichmäldchen 28 unb Bäuerftaebt 30. Buchen: 32 rm Scheit, 45 rm Knüppel, 2üU rw Reiser. Diftr- Äßmannsheiligen- walb 33 a Buchen: 47 rm Scheit, 15 rm Knüpvel 163 rm Reiser. Weichholz <8rlen-^ 11 Stämme mit 4 fm r. I., 31 rm Scheit, 32 rm Knüppel, 192 rrn Reiser.

Diftr. Bäuerftaebt 47 u. 48. Eichen t 1 Stamm IV. El unb 1 rm Knüppel. Buchen r 114 rm Scheit, 202 rm Knüppel, 10 rm Stockholz. 770 rm Reiser Weich' Holz: 1 rm Scheit, 1 rm Knüppel.

Diftr. Lichtenberg 57 Eichen: 6 rm Klafter Nutzholz, 1,25 m l, 7 rm Scheit, 25 rm Reiser.

Krofdorf, den 13. März 1888. 2150] Der Kgl. Oberförster Müller.

Holzverkauf.

Am Montag, den 19. d. M., 8 Ufir Vormittags, im Lokale der Wirthin W e i ß- brob zu Salzböden aus dem dasigen Geineindewalbe. Districte ^nftück, Jbscheid, Grenßen, Hardt und Totalität.-

a) Eichen: Stämme 2.-4. Kl-20,77 km, Scheit 6, Knüpp l 11, davon 4 zwei Mtr. lang, Reiser 167 rm. b) Buchen: Nutzholz 1 <Felgenholz), Scheit 114, Knüp­pel 80, Stöcke 33, Reiser 1126. c) Kie« fern: Knüppel 9 (davon 6 mit sechs Mtr. Länge), Reiser 36.

Krofdorf, den 12. März 1888.

Der Bürgermeister: 1

2'47 Colnot. I

2097 Guten Kuhmist verkauft

Carl Tteinderger, Löwengasse.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Anmeldungen zum Bezüge von Zinsen aus der Schottischen Stiftung Haven ms zum 24. dieses Monats bei Herrn Armenkasserechner Lauder zu erfolgen.

Gießen, am 10. März 1888.

Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.

_________________ A. Bramm.__

Dosraithc-Dersteigerung ;u Wieseck.

Die nunmehr der Gemeinde W ieseck gehörige Lenj'sche Hofraithe am Gießener Weg in schönster Lage des Ortes und mit großem Garten worin feit der Erbauung des Hauses eine srequente Wirth- sehast betrieben worden ist, und welche fich auch sonst zu jedem anderen Geschäfte eignet, soll

am 16. May I. I.. Nachmittags 2 Uhr.

IM Rathhause zu Wieseck zur öffentlichen Versteige- rung gelangen.

Wieseck, am 9. März 1888.

Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck.

2019 Sommerlad

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Joseph Vögele, Mannheim (gegründet 1842) liefert als Speciali tat: Weichen, Herzstücke, Drehscheiben, Schiebebühnen, Barrieren für normale und schmale Spur. Tragbare Geleise Eiserne Transportwagen für jeden Zweck. 1065

Projecte und Anlagen von Fabrikgeleisen.

2146

Der Bürgermeister: (So In o i.

Holzverkuuf.

Montag, den 19. März 1888, Mittags v/g Uhr, im Locale des W.rthes Kreiling in Odenhausen aus dem hangen Gemeindewalde, Districte Sack- bendel, Hoher Wald, Stoßkopf, neuer Schlag und zwar:

^ichtenstangen 13. Kl. 5,40 km. b) Nadelholz: 74 Stämme a/4 Kl. = 14,93 km, Knüppel 12, Sföcke 10, Reiser : Scheit 95, Knüppel 91, Stocke 42, Reiser 996 rm

Ärofborf, den 12. März 1888.

2148__Das Bürgermeisteramt.

Holzverkauf.

Mittwoch, den 21. d. M., Vor­mittags 9 Uhr, im Gemeindehause hier, aus den Gemeindew. Krofdorf-Gleiberg, Districte Dreiköppel-Schinnhecken, Platte und Totalität:

Eichen: Stämme 75 Stck./* Kl. 29,30 fm, Scheit und Knüppel 29 5, Stöcke 18, Reiser 588 rm. Buchen: Scheit und Knüppel 279, Knüppel 3, Stöcke 88,5. Reiser 808 rm. Nadelholz: Knüppel 1, Reiser 178.

Krofdorf, den 12 März 1888

Dm slafl, brn 20 fllär),

Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Karl Wenlel'scheu Hause. Frankfurterstraße 40, Theater- Utensilien, zerlegbares Podium, Dielen Böcke. Lchaltriemeuu Latten, Couliffen, Borhang u s. ri)., ivwie Jllurnrnationsgläfer und fonftige Decorationsgegenftände versteigert. 2139 In Auftrag:

Hoffmann, Ortsgerichtsmann.

2025 Zwei Ziegen zu verkaufen.

Eduard Lind, Klein-Linden.