2. Skiff. Offen für alle Ruderer, die vor dem 1. Januar 1888 einen Heraus- forderun'as- oder Wanderpreis im Skiff noch nicht gewonnen Haden. Damenpiels. Am Start erscheinen von 6 gemeldeten Booten 3, nämlich Frankfurter Rudergesellschast Germania" (Ad. Meixner), Heilbronner Rudergesellschast „Schwaden" (Heinrich Gerber) und Offenbacher Ruderoerein (Hch. Stadlmüller). Vom Start aus führte Heilbronn, Offenbach fam aber duld auf, setzte sich an die Spitze und ging auch als Sieger durch s ^iel. Zweiter war Gerber. Zeiten: 8 Minuten 1 Secunde, 8 Minuten 14 Secunden und' Meixner 8 Minuten 50 Secunden. K r all in g- Gießen hatte auch zu diesem Rennen aeineldet, war aber vernünftig genug, seine Kraft für das von gestern ausstehende Rennen aufzusparen. c w .
3. Vierer. Staatspreis. Es kämpften um den Prels der Mannheimer Ruderclub die „Germania" und der hiesige Ruderoerein. Letzterer führte gleich vom Start aus'und behielt auch die Führung, trotz aller Anstrengungen der Gegner. Zweiter: Germania", die diesmal ihren alten Ruf nicht bewährt hat. Dritter: ^annhetmer Ruderclub. Zetten: 7 Minuten 14 Secunden, 7 Minuten 25 Secunden und 7 Minuten 35 Secunden. Der Kampf zwischen Ruderoerein und „Germania" war sehr hart.
4. Junior-Vierer. Preis des Frankfurter Regatta-Vereins. Es starttn vte Sieger aus dem gestrigen Vorrennen, nämlich: Mainzer Ruderoerein, Hanauer^Ruoer- gesellschast „Hassia" und die Frankfurter Rudergesellschaft „Sachsenhausen. Wahrend man nach dem gestrigen Vorrennen allgemein an einen Sieg der Mainzer zu glauben schien, übernahm sofort vom Start aus „Hassia" die Führung und hielt sich auch bto zum Schluß an der Spitze. „Hassia" passirte als Sieger nach 7 Minuten 35 Secunden das Ziel. Zweiter: Mainzer Ruderverein, 7 Minuten 41 Secunden. Dritter. „Sachsenhausen", 7 Minuten 42 Secunden. Mainz und „Sachsenhausen kämpften hart um MelstEaftsrudern für Deutschland, Meisterschaftspreis (Wander
preis), gestiftet von dem Deutschen Ruderverband. Vertheidrger Herr A. Wild. Dieses Rennen ist diesmal durch Doering's Anwesenheit interessanter als n irgend einem Jahre zuvor. Die vielen Lausende, welche zur Gerbermuhle gezogen, sehen dem Aus- gang mit einer unglaublichen Spannung entgegen. Am Start erscheinen Wild, ^oer ng und Hch. Stadtmüller vom Offenbacher Ruderverein, sodaß die drei Sculler, welche sich gestern beim Preis von der Gerbermühle gegenüber traten, heute abermals in Concurrenz ^ten.^ ^cn ganj unerwarteten Verlauf, .^m Leidwesen aller
Sportleute. Doering und Wild colltdirten zunächst in der ersten Half der Bahn, sodann durch ein Floß nochmals dicht vor der Tribüne. Von einem wirklichen Kampf und Sieg konnte nach der Eollision beim Floß nicht mehr gesprochen werden. Beide Sculler wären mit Wucht gegen das Floß gefahren, wenn s^ n^t m Folge energischer Zurufe im letzten Moment gestopt hatten. Doering mußte Wild vorfahren lassen und konnte im ersten Moment überhaupt seine Ruder nicht mehr benutzen. Wdd ging.als Erster durch's Ziel, ohne indeß von der tausendkopstgen Menge mit dem üblichen Hipp Hipp Hurrah begrüßt zu werden. Doering folgt dicht hinter ihm. Da Doering keinen Protest erhob, blieb Wild Sieger, aber selbst der beste Freund unseres Scullers wirb diesem Sieg keine Bedeutung beilegen können. Das war eigentlich k^nSteg und Wild hätte richtiger den Kampf noch einmal freiwillig aufnebmen sollen. Diese Ansicht äußerte auch das Publikum in seiner Mehrzahl. Ware die Bahn frei gewesen, so war es sehr fraglich, wer jetzt „Meister von Deutschland" hieß.
' 6. Junior-Skiff (gestern ausgefallen infolge wiederholter Eollision). Preis des Vorstandes. Die Eoncurrenten sind bekannt. Marcell. (Wetzlar), welcher gestern Protest erhoben hatte, wurde bald nach Abgang der Bootedlstanclrt und bas Rennen begann von Neuem und zwar jetzt nur noch zwischen Krarling und.Hof- Wer Zieger wurde, konnte nicht zweifelhaft sein. Der Gretzener Hüne übernahm sofort die Führung und gewann nach Belieben. Zeiten: 8 Minuten 4 Secunden^ und 8 Minuten 46 Secunden. Der Zeitunterschied läßt auf den Vorsprung Krailings schließen, 15 ®°Ä9Urbe,^«nb”“e^®ermania", »eftifte. ron bcr Srantfurter Ruder- aesellschaft „Germania". Es traten in Eoncurrenz: „Germania und Ruderoerein von hier, sowie der Mainzer Ruderoerein. Dieses Rennen war cm wahrhaft S^nzendes, ?a es ist vielleicht noch nie ein gleich interessantes hier gefahren worden. Frankfurter Ruderoerein führte bis zur Mitte der Bahn, dann kam Mainz auf, ging eine Zeitlang Bord an Bord mit Frankfurt, schoß dann vor und ^ltelnerNasenlänge mie^ncm beim Pferderennen sagen wurde, als Sieger durchs Ziel, das »jteio -"£e!er roeiter gelegen, so wäre Frankfurt, das zum Schluß nochmals seine ganze Kraft ern- setzte,^d?ch noch Erster geworden. „Germania" war letzter. DieS^^wurdenmtt tausendstimmigen begeisterten Hurrahs empfangen. Zeilen. 6 Mtn. 33 k ©ec., 6 Min. 34 Sec. und 6 Min. 44 Sec. t r
= Frankfurt, 11. Juni. Am Samstag erschoß sich in der Glauburgstraße hierlclbst der Privatier Wilhelm Keppel burch einen P^olenlchuff Der Selbstmorber rnnr ein Mann von etwa 45 Jahren und lebte in guten Verhältnissen. Die That ist
Anschein nach in einem Anfall von Schwermuth darüber vollfuhrt worden, daß üm sekn eLes MSMSHri'"es Kinb, ein Töch.erchen, starb unb seine Frau en eine Kaltwasserheilanstalt gebracht werben mußte.
— Kommenden Freitag 1 Uhr findet de- seeerliche Eröffnung der Rosen-. 8IUB"iÄn‘ÄXta*ÄÄBT in der letzten Zeit so ersolg- reicß zu plündern versucht bat, soll in Homburg dingfest gemacht worden sein. Dem V rnehm?n nach hat der Spitzbube früher in dem Geschalt gearbeitet, welches die Waagen anffrtigt, er kennt dadurch die Einrichtung derselben ganz genau.
— (Allgemeine Rentenanstalt Stuttgart.) Der soeben eingetioffene Rechen- chaftsberichi pro 1887 verzeichnet die ganz außerordentlich günstige Weiterentwickelung ihrer Hauptgeschäftszweige. In der Lebensversicherung war der Netto-Zugang nahezu doppelt so groß und die Einlagen zur Rentenversicherung haben in ihrem Gesammt- betrage alle bisherigen Geschäftsjahre weit hinter sich gelassen, sodaß am 31. De- cember 1887 13,088 Personen mit einer jährlich zahlbaren Rente von X 1,018,400.17 eingekauft waren. — Trotz des gesunkenen Zinsfußes ist die Anstalt in der Lage, in der Lebensbranche eine Dividende von 28 pEt., in der Rentenbranche eine solche von 10 pEt. zu bewilligen und wiederum einen ansehnlichen Reingewinn aufs Neue vorzutragen.
Zu der Kriegsoersicherungsfrage Hal die Anstalt nach reiflicher Erwägung insofern Stellung genommen, als sie in der demnächstigen Generalversammlung vorschlägt, den Heerespflichtigen einen mäßigen Zuschlag zu ertheilen und den übrigen Mitgliedern feine Erhöhung der Prämien oder Schmälerung der Dividende zuzumuthen.
Handel und Berke hr.
— (Retourbillete.) Der Streit unter den Juristen über die Uebertragbarkeit der Eisenbahnretourbillete an dritte Personen wird durch den Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches gegenstandslos gemacht. Was Billete ihrer rechtlichen Natur nach sind, kann natürlich nicht desinirt werden, wohl aber wird im § 702 desselben bestimmt: „Erhellt im Falle der Ausgabe von Billeten, Karten, Marken und ähnlichen Urkunden der Wille des Ausstellers, dem jeweiligen Inhaber zu einer Leistung verpflichtet zu sein, so sinden die Vorschriften des § 685 Absatz 1 und der §S 687—689 — die angezogenen Paragraphen regeln im Einzelnen Rechte und Pflichten bei einer Schuldverschreibung auf den Inhaber — entsprechende Anwendung." — Diese Bestimmung ergibt klar, daß Retourbillete keine Jnhaberpapiere sind, beim dadurch, daß die Retourbillete für „unübertragbar" erklärt werden, gibt die Eisenbahnverwaltung deutlich ihren Willen kund, nicht jedem Inhaber, sondern nur einem Eontrahenten sich ver
pflichten zu wollen.
Gießen, 12. Juni. Auf dem heuttgen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.75—0 90, Hühnereier pr. St. 5 X 2 Stück 9 H, Enteneier 5— H, Gänfeeier St. 0—00 H, Kale vr. St. 5—8 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 17 Linsen per Liter 30 X Tauben per Paar X 0.60-0.70, Hühner per Stück Jt 120 bis 1.40, Hahnen per Stück X 1.70—2.00, Enten per Stück X 2.00—2.40, Ochsen- fleisch per Pfund 56—54 Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleisch 50—60 Hammüfleisch 54—64 H, Kalbfleisch 40—46 4, Kartoffeln per 100 Kilo X 4 00—6 00, Zwiebeln per Gentners 9-00-14 00, Milch per Liter 12-18 X Weißkraut Stück 00—00 4, Kirschen per Pfund X 0,50—0,65.
Frankfurt, 11. Juni. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angc- trieben waren 382 Ochsen, ca. 23 Bullen, ca. 472 Kühe und Rinder ca 000 Kälber Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 56-58, 2. Qual. ^50-52 Kühe und Rinder 1. Qual. X 50—52, 2. Qual. X 40—46 per 100 Pfund Schlachtgewicht Kälber 1 Qual. 00—00 X 2. Qual. 00—00 H per 1 Mund Schlachtgewicht.
Frankfurt, 11. Juni. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 18,75—19,00, fremder X 18,50-20,50, Roggen eff. hies. X 14,75—15,00, fremder X 00,00—00,00 Gerste effectio hiesige und Wetterauer X 15,00—16,50, fremde X 00,00—60,00, Hafer eff. hies. X 14,50—14,75, fremder X 00,00—00,00.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 9. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller Eapitän H. Ehristoffers, vom Norddeutschen Lloyd In Bremen, welcher am 30. Mai von Bremen und am 31. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen.'
Wöchentliche Aeöerficht der TodesMe in der Stadt Gießen. 23. Woche. Vom 3. Juni bis 9. Juni 1888.
Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 27,3 %q-
Kinder
Es starben an:
Zusammen:
Erwachsene: im
1. Lebensjahr:
vom
2.—15. Jahr r.
Perniclöfer Anämie
1
1 —
—
Lungenblutschlag Lungenschwindsucht
1 (1)
1 (1)
—
3 (3)
3 (3) —
—
Krebs
1 (1)
1 (1) —
—
Organischer Herzkrankheit
1 (1)
1 (1)
—
Gehirntuberkulose
1
— —
1
Krämpfen
1
— —
1
Entzündung der Bronchien
1
— —
1
Summa: 10
7 —
3
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Wärmegrade der Lahn und der Luft,
nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr.
Luft 18i/2, Wasser 16 Gr.
Gießen, den 12. Juni 1888.Rübsamen.
Allgemeiner
Prima
4927 I mehrere Tausend
lrt I DlRcyZtegei, verkauft
s 4910 Senner, Gartenstraße 19.
Wüte Kartoffeln |
„erkauft Kar» Plank, Walkengaffe 16.
Nuffensteine |
werden abgegeben- S* Katzenstein.
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Bellersheim. ftebrdder Bockei.
Anzeiger.
Lnthelsechpiet zu Ziehen.
Lehle AuMhrungrn: -
Mittwoch den 13. Juni, Abends 7 Uhr.
Donnerstag den 14. Juni, Nachm. 43|4 Uhr.
Eintrittskarten zu 2 Mk., 1 Mk., 30 Pfg. u. 30 Pfg.
E. K. G. V.
Die Proben für das am 4. Juli zu Alsfeld stattfindende hessische Kirchengesangfest beginnen:
Freitag den 13. Juni, Ab-ndS 8 Uhr, im Gymnasium.
Bei der Kurze der noch zur Verfügung stehenden Zeit wird pünktlicher
Besuch aller Mitglieder dringend erbeten. _________________4935
Empfehlung.
Einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum theile ergebenst mit, daß ich Wallthorstrasie 33, vis-ä-vis dem Cafe Leib ein
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492i Hochachtungsvoll Frau Schmidt.
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