ZZeitage zu Rr 86 be§ „fließener Anzeiger".
Darmstadt, 11. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen [ beule den Geheimen Medictnalrath Dr. Milbrand von Gießen. M
9 — Durcb Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz
vom 5. l. Mts. wurde der Hilfsgerichtsschreiber Dosch zu Gießen zum Hüssgerichts- schreiber bet den Untersuchungsrichtern an dem Großh. Landgericht der Provinz myein- hessen bestellt.
Lokale-.
Gießen, 12. April. (Musikalisches.) Für musikalische Nachrichten hat eine so aroße Anzahl Leser Interesse, daß wir es uns nicht versagen können, eine diesbezug- licke Notiz hier zu bringen. Bei Durchsicht des Berichts über die dreszahrrgen Haupt- vrüsungen am Leipziger Konservatorium der Musik nahm unsere Aufmerksamkeit^ ganz besonders der Umstand in Anspruch, daß sich auch eine Gießener junge Dame, Fraulein Sophie Groß, unter den Abiturienten befand. Nach dem Referat des „Musikal. Wochenblattes" und des „Leipziger Anzeigers" errang Fraulein Groß, welche den Elavierpart in dem Schumann'schen Quintett übernommen hatte, einen großen Msorg, sie verfügt über eine bedeutende Technik, einen kräftigen nuancenreichen Anschlag und zeigte als Ensemblespielerin musikalischen Sinn und feines Derständniß für die Ueiainmt- wirkung. Wie wir hören, gedenkt Frl. Groß, welche im letzten Jahre speciell unter Professor Reinecke studirte und das vorzüglichste Zeugmß von demselben erhielt, als Lehrerin in Gießen thätig zu sein. Wünschen wir der zungen Dame einen recht großen Erfolg. ,
Gießen, 12. April. Wir sind in der Lage, mittheilen zu können, daß unter der artistischen Führung des Königlichen Regisseurs und Hofschauspielers Herrn Gusta» Thies mit einem Personal von ersten Kräften des Easseler Hoftheaters, bestehend aus den Dame» Fr!. Baumgart, Frl. Harke Fr! Schroeigjofer und den Herren Gartner, Hecht, Jarttz, Oppmar und Thtes für die hiesige Stadl einige Vor. st-llungen geplant sind, di- gleich ,u Anfang ber Safider 5“*=" oUcn. ® r
künstleri che Ruf der Darsteller, die fammtlich zu den beliebtesten Mitgliedern der Casfeler Hosbühne zählen, bürgt für die Gediegenheit und Bedeutung der Vor- führungen. ___________________ —
Vermischtes.
W ieseck, 12. April. In einer am gestrigen Abend stattgefundenen Bürger- Versammlung wurde Herr Daniel Textor mit großer Majorität als Candidat für die bevorstehende Beigeordnetenwahl ausgestellt. n .
Darmstadt, 10. April. Indem voriger Woche lerder allzu frühe erfolgten Hinscheiden des ob seiner hervorragenden wissenschaftlichen Bedeutung, wie seiner trefflichen Charaktereigenschaften mit Recht allenthalben hochgeachteten und verehrten Herrn Geheimeraths Otto Becker ist unserem Ministerium des Innern und der Justiz eine ausgezeichnete Arbeitskraft verloren gegangen, was sich gerade dermalen, wo es sich mn die wichtigsten Vorarbeiten zu den Einführungsgesetzen des neuen CtoUgesetzbuchs bandelt, doppelt fühlbar machen dürfte. Es wird schwer sein, einen gleichwerthhgen Ersatz für die klaffende Lücke zu finden. Die in Mainz erscheinende „Zeit bezeichnet heute Herrn Geh. Oberconsistorialrath Buchner als in Aussicht genommenen Nachfolger, was ganz unbedingt als eine glückliche Wahl betrachtet werden durfte, falls sich die Nachricht bestätigen sollte. Herr Buchner ist bekanntlich vor ^wa zwei Jahren in seine jetzige Beamtenstellung aus dem Anwaltstande ubergetreten, nachdem er über 25 Jahre diesem Stande zur Zierde gereicht hatte und auch seit der neuen Justiz- organisatton im Jahre 1879 Vorstand der Anwaltskammer gewesen war.
8 - Die Königliche Eisenbahn-Direction Hannover mach bekannt. Freiwillige
Gaben von Kohlen und Coaks, welche zur Unterstützung der^nothleidenden Bevölkerung in den von den Ueberschwemmungen betroffenen Gbieten bestimmt^sind, werden bis zum Abläufe dieses Monats gegen die Hälfte der tarifmäßigen Fracht befördert, wenn die Sendungen an Staats- oder Eommunalbehorden, Kreisvereine oder andere Wohl- ihätigkeitsvereine gerichtet sind. Der directe Versandt von den Gruben ist^gestattet^
— Die alljährliche Schonzeit der Fische beginnt mit dem 10. April; dieselbe dauert bis 9. Juni, Abends 6 Uhr. Bisher durften in dieser Zeit in nicht geschlossenen Gewässern Fische überhaupt nicht gefangen werden. Nach dem neuen Fischereigesetz kann jedoch während dieser Schonzeit in jeder Woche von Montag Morgens 6 Uhr bis Donnerstag Morgens 6 Uhr die Fischerei ausgeübt werden. Wichtig ist ferner die neue Bestimmung, daß der Fischfang das ganze Jahr hindurch von Sonntag früh bis Montag früh 6 Uhr verboten ist. Damit ist die Naubfischerei durch die vielen unberechtigten Angler, welche ausschließlich an den Sonntagen ihr Unwesen trieben, wesentlich eingeschränkt.
— sJnnungswesen.) Ein für das Jnnungswesen bemerkenswerthes Erkenntniß wurde von der Strafkammer zu Münster in Westfalen gefällt. Ein Metzgermeister war angeklagt und geständig, einen Lehrling angenommen zu haben, obwohl er der gemäß S 100 c der Reichsgewerbe-Ordnung mit dem sog. Lehrlingsprivilegium ausgestatteten Metzgerinnung nicht angehört. Der Gerichtshof sprach den Mann frei, well im Gesetz eine Strafandrohung für das verbotswidrige Halten von Lehrlingen nicht enthalten sei.
— („Betet Kinder, der Vater geht stehlen!") Das ist die Pointe einer Anekdote, wonach das Weib eines Einbrechers ihre Kinder in dem Momente, da der Gatte seinem Geschäfte nachgeht, ermahnt, den Erzeuger bei seiner Arbeit durch Gebet zu unterstützen. Ein Aehnliches wird der „W. A. Z." eben aus Meran gemeldet. DaS dort erscheinende tiefschwarze Blatt „Der Burggräfler" hatte den deutschen Kaiser in der häßlichsten Weise beschimpft; die Bürgerschaft in Meran wurde durch solches Vorgehen so indignirt, daß „Der Burggräfler" förmlich proscribirt wurde. Nun war der Verfasser jenes Schmähartikels ein Herr Eooperator Schätzer, und da verlautet, daß in der dortigen Mädchenschule des Englischen Fräulein-Instituts die Kinder angehalten wurde», für den bedrängten frommen Artikelschreiber, der gegenwärtig unter einer fürchterlichen Verfolgung zu leiden hat, inbrünstig zu beten." — Ob's wohl helfen wird?
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— Als eine ausgezeichnete Zwiebel empfehlen wir die sogenannte wälsche oder Winterzwiebel, auch Schlottenlauch genannt. In der Schweiz und in einzelnen anderen Gegenden wird diese kleine, im Geschmack milde Zwiebel viel angebaut, sie verdient, in weiteren Gebieten bekannt zu werden, denn sie ist für viele Fälle, in denen unsere gewöhnliche Zwiebel nicht ausreicht, an deren Stelle zu sehen. So z. B. bleiben die Schlotten im Winter grün, der Frost schadet ihnen durchaus nichts und man kann daher mitten im Winter vom freien Lande grüne Zwiebelpfeifen zur Suppe u. s. w. haben. Die Aussaat in's frei Land hat im April zu erfolgen, man sehe darauf, daß man Samen der sog. weißen, nicht der rothen Sorte erhält. Von Mitte Juni bis Mitte Juli verstopft man dann die Zwiebelpflanzen auf ein gut gedüngtes Beet und läßt sie sich ruhig entwickeln. Verbraucht werden sie gewöhnlich März bis Mai, wenn es noch keine junge, frische Zwiebeln gibt.
— Die kleine rothe Milbenspinne (Acarus telarius), jenes kleine, noch nicht stecknadelknopfgroße Thierchen pflegt sich gewöhnlich mit dem Beginn des Frühjahrs in den Mistbeeten und Gewächshäusern sehr zahlreich einzustellen. An der Unterseite der Blätter sitzend, nährt es sich vorn Saft der Pflanzen und ist im Stande, empfindlichen Schaden anzurichten. Wir machen darauf aufmerksam, daß unter allen empfohlenen Mitteln das beste eine gründliche Ausräucherung der Beete und Gewächshäuser mit Tabak ist. Zu dem Zweck nimmt man alte Eigarrenstummel, Pfeifenausguß und Aehnliches, weicht die Tabakreste einen Tag ein und stellt die Brühe dann sammt dem darin enthaltenen Tabak auf einem kleinen Dreifuß über einer brennenden Spiritus- I flamme in die Beete. Gute fünf Minuten genügen meist, den Kasten so mit dem Tabaksdampf anzufüllen, daß die Milbenspinnen gelobtet werden. Ein längeres Rauchern empfehlen wir nicht, besser ist dann schon eine öftere Wiederholung.
Corfetten
für Damen und Mädchen (Confir- rnandinnen) in allen Weiten, besten Fayons und Stoffen, empfiehlt zu billigsten Preisen 2396
A. Fangmann.
3027 Zehn Körbe Buxbaum zu verkaufen. Eichgärten 31.
Eine Hofr^ithe, bestehend ans einem größeren und zwei kleineren Wohnhäusern,- mit großem Garten auf dem SelterSweg hier ist erbvertheilungshalber unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen
Näheres durch I- Blitz.
Schwarze Spitzen
in Wolle und Seide
zum Garniren von Mänteln und Umhängen in großer Auswahl zu enorm billigen Preisen empfiehlt
Robert Haas,
2947 Seltersweg 18.
Ein Haus
mit Laden in bester Geschäftslage (Sei- tersweg) ist unter günstigen Bedingungen preiswerth zu verkaufen. Näheres durch 2913__I Blitz.
Gothaer Cervelatwurst, das Beste was darin geboten wird, empfiehlt 2861
Emil Elschbach*
Zimmerspähne
zu haben bei 2900
Georg Schubecker, vis-k-vlsb. Realschule.
Aklgemeiner Anzeiger.
-= Für Confirmanden. =-
Knaben-Anzüge j Schwarze rein wollene Cachemires von 12 M. an. j öon 1125 ttn'
Knaben-Hemden ! Mädchen-Hemden
2458 von 1.80 JL an. V non 1 an.
Kragen, Manschette», Taschentücher, Untcrröcke.
Mndenplatz. Julius Klipstein. Kndenplatz.
Wilhelm Klee, Marktstrasse.
2961
Lacke, Farben und Materialwaaren zu allen Zwecken in besten Qualitäten liefert die ZDrc>€rei^h.aLXid.l-a-3Xgr von Otte Schaaf, Seltersweg 39.
für sämrvtliche Schulen sowie alle
SdniHMiclw schuiartikei
29C8
Empfehlung.
Das seit vielen Jahren betriebene Bau» & Zimmergeschäst habe ich meinem langjährigen ersten Arbeiter Herrn Schubecker abgetreten. .
Ich banke für bas mir geschenkte Vertrauen bestens unb bitte dasselbe auch auf meinen Nachfolger Übertragen zu wollen. Achtungovoll
I. Alker.
Bezugnehmend auf Vorstehendes halte ich mich einem verehrlichen Publikum bei allen in das Bau- & ZimmergeschLft einschlagenden Arbeiten bestens empfohlen unb ist es mein eifrigstes Bestreben, alle an mich gestellten Anforderungen aufs Prompteste und Billigste auszuführen. Achtungsvoll
G-eorg Schubecker,
Neuenweg 58.
Corfetten, Schürzen aller Art, weiß leinene Taschentücher, sowie Leinen-Battisttücher empfehlen billigst 1924
Gescliw. Heerz9 Neuenweg 7.
Das Sticken der Taschentücher wird rasch und billigst besorgt-
Brennholz.
Buchen- und Tannenholz, in guter trockener Waare, per Meter und per Centner, billigst bei 96 Andrea» Kuler.
Schulbücher neu und antiquarisch zu billigen Preisen vorräthig in der
J. Ricker’schen
2793 Buchhandlung.


