Ausgabe 
13.3.1888 Zweites Blatt
 
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Ausschank -Lokale: I

Herrn

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Flaschenbier Niederlagen

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(Gewichtsproc)

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Münchner Bürgerbrau

(vormals Zenger-Dräu, gegründet 1654).

WiffenschaftLicbe Untersuchung

unseres

Versandt - Bieres:

Von der Direktion des Bürgerlichen Brauhauses München erhielten wir den Auftrag, das Exportbier genannter Brauerei auf seine Zusammensetzung und Reinheit zu untersuchen und die zu dieser Untersuchung nöthize Bierprobe persönlich zu entnehmen.

Zu dem Ende begaben wir uns in die Lagerräume des Bürgerlichen Brauhauses und bezeichneten selbst das Lagerfaß, aus dem zur Analyse erforderlichen Proben abgesüllt wurden.

Die Bestimmung der einzelnen Bestandtheile, worunter

ilüiicliner Bürgerbräii

Mrgerlichrs Brauhaus München

Kohlensäure mit 0,218

bekundete, daß einestheils das Bier einen sehr hohen Gehalt an Extractivstoffen besitzt, und daß anderntheils das Verhältniß des Alkohols zum Extractgehalte (1 : 1,72) alS ein sehr günstiges zu bezeichnen ist. Letztere Thatsache, nämlich, daß einem hohen Extractgehalte, d. i. den die Nahrungsftoffe des Bieres repräsentirenden Bestand- theilen, ein mäßig hoher Alkoholgehalt gegenübersteht, ist wegen der großen Bedeutung des Bier«S auch alS Nahrungsmittel insbesondere heroorzuheben.

Die Extractivstoffe waren von normaler Beschaffenheit, durch die qualitative Untersuchung konnten keinerlei ungehörige Beimischungen nachgewiesen werden. ConservirungSmiltel. wie Salicylsäure rc. waren nicht vorhanden; und eine eingehende Prüfung auf Bitterstoffe ergab, daß nur Bestandtheile des Hopsens zur Verwendung gelangten

Auch die auf Haltbarkeit während eines Zeitraumes von 3 Wochen angestellten Versuche hatten ein günstiges Resultat; die in dieser Zeit häufigem Temperaturwecksel ausgesetzten Proben blieben vollkommen klar und zeigten, unter normalen Verhältnissen genossen, erfrischenden Geschmack und schätzenswerthe Vollmundigkeit.

Die Ergebnisse der Analyse resumiren wir dahin, daß das Exportbier des Bürgerlichen Brauhauses München als vollkommen rein, als nur aus Malz, Hopfen und Master hergestellt bezeichnet werden muß, neben natürlichem Aroma einen angenehmen, erfrischenden Geschmack besitzt und mit einem mäßig hohen Gehalte von Alkohol einen sehr hohen Gehalt an Nahrungsstoffen verbindet.

München, den 25. September 1886.

gez. Dr. Kennepobl Sf Scheuten, Professor Dr. Wittstein's chemisches Laboratorium.

Danka chreiben

Sr. Excellenz

des Generalseldmarschall

Gral en v, Moltke

an den

Direktor des Bürgerlichen Brauhauser München

Herrn Georg Pröbft.

Greisau, den 1. Sept. 1887.

Geehrter H rr!

Ihre Sendung und die begleitenden Zeilen haben mich lebhaft erfreut.

Ich glaube daraus entnehmen zu dürfen, daß Sie den Sedantag am Tage von Sedan nicht am 2. son­dern am 1. September feiern, wo Ihre braven Landsleute in den schweren Kämpfen um Bazeilles so wesentlich zum Gewinn der Schlacht beitrugen. Und so haben denn auch alle meine Hausgenoffen und ich uns heute an Ihrem trefflichen Getränk erlabt, stimmt- lich der Meinung, daß dies Bier an Kraft, Würze und Wohlgeschmack nicht übertroffen werden kann.

Würdig des Inhalts ist auch die Hülle. Ich habe hier ein Gewölbe zu einer kühlen Trinkstube in altdeutschem Geschmack ausbaueu laffen und da; kunstvolle Faß wird eine Zierde der-ß selben bilden

Recht aufrichtig danke ich Ihnen für den patriotischen Sinn und das Wohlwollen für mich, welche Ihr Schreiben aus­spricht.

Sehr ergebenst

Gri. M o 11 e,

2094 Feldmarschall.

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