Mage za JTr. 187 bes „Zicheaer Anzeiger".
Aus Spanien.
Als Beweis, in welchem Andenken Kaiser Friedrich im Auslande steht, bringen rvir nachstehende, uns von geschätzter Seite zugehenden Mittheilungen zur Kenntniß ^unserer Leser: .
,Sonntag den 8. Juli, um 12 Uhr Mittags fand in der Cabralesstraße 18 m Gijon ein feierlicher Trauergottesdienst zum Gedächtniß des edlen und geliebten Kaisers Friedrich III. von Deutschland statt. Das Lokal war mit Pracht und Geschmack, der Feierlichkeit entsprechend, geschmückt. Unter einem feinen schwarzen Thronhimmel mit goldenen Tressen war in schönem Rahmen das Bild des verstorbenen Kaisers mit der Unterschrift: „Dem edlen Friedrich dem III. — Die Deutschen in Asturias". — Zu Serben Seiten an der Wand hingen prächtige Kränze von künstlichen Blumen, welche man won Madrid hatte kommen lassen. Der eine Kranz war von weißen Rosen, Akacien und Spheu, der andere von Veilchen und Lorbeeren. Die Wände waren mit schwarzem Sammet und schönen Bildern behängt. In den Oeffnungen der Fenster waren durchsichtige Jücher Mit bildlichen Reden eingehängt. Alles machte einen erhebenden Eindruck und das Lokal I'onnte kaum die auserwählten Zuhörer fassen. Man zählte unter ihnen mehrere Consule und Beamte, die Deutschen von Gijon, Arnao, Oviedo und La Manjoya, sowie die hier ansässigen Engländer; ein Beamter des Rathhauses in Vertrelung des Bürgermeisters und viele schöne und reich gekleidete Damen. Die evangelischen Christen, Spanier, in ganz Asturias, waren auch zugegen. Der Gottesdienst bestand aus der Lektüre eines Psalms und des 15. Abschnittes der ersten Epistel Pauli an die Korinther, aus dem Gesang von mehreren Liedern und aus verschiedenen Gebeten. Der Redner, Prediger Juan Emeterio yuente, »ür welchen hier große Sympathie ist, hielt mit bezaubernder Beredsamkeit die Trauerrede. Sr machte zuerst eine kurze Beschreibung des Lebens des verstorbenen Kaisers, pries seine Tugenden, machte einige schöne Betrachtungen über die Nichtigkeit des Lebens und bann auch über seine hohe Bedeutung unb enbete mit einer berebten Anrufung an ben Geist Friedrichs III. Wir haben bie Absicht, in ber solgenben Nummer unseres Blattes blese i.chöne Rebe zu veröffentlichen, welche großes Interesse für bie Leser haben wirb. Der «ebner hat in seiner Rebe keinen Angriff auf bie verschiebenen Confessionen unb Meinungen Der Anwesenben gemacht, er hat bem Beispiel unserer römischen Priester nicht gefolgt. Mit feinem inbrünstigen Gebet unb mit bem Segen bes Allmächtigen enbete dieser feierliche Trauergottesbienst, welcher gewiß allen Theilnehmern in guter Erinnerung bleiben wirb.
So weit bie Blätter von Asturias. Die hiesigen Deutschen unb mit uns bas ganze deutsche Volk müssen sich freuen, weil nicht nur in Mabrib, sondern auch in ber kleinen, «bergläubischen, fanatischen Stabt von Gijon (20000 Seelen), Mittelpunkt ber carliftischen Partei, ein feierlicher Trauergottesbienst zum Gedächtniß unseres edlen und geliebten Kaisers zur Ausführung gebracht worden ist. Diese Feierlichkeit ist ein Triumph für das Evangelium gewesen.
Wir wissen, daß Herr Prediger Juan Emeterio Fuente große Schwierigkeiten gehabt tzat, daß er große Hindernisse auf dem Wege hatte, daß mehrere Deutsche sich kalt und gleichgültig fühlten, als er ihnen seine Gedanken vorlegte, daß viele ihm abriethen und Niemand glaubte, daß die Sache in dieser kleinen Stadt zur Ausführung kommen würde.
Aber Herr Prediger Fuente mit einem Eifer, mit einer Thätigkeit, mit einer Standhaftigkeit und Selbstverleugnung, welche als Muster bezeichnet werden kann, obwohl eer allein war und obschon er seine Frau und sein jüngstes Kind krank hatte, arbeitete
so fleißig, daß er alle Hindernisse und Schwierigkeiten überwand und das Fest großartig feierlich und des edlen Fürsten würdig sich gestaltete. Die Begeisterung, mit der Herr Prediger Fuente in seiner Rede sprach, zeigte uns die Liebe, welche er zu unfetnt Kaiserhause und unserem Volke hat. Mehrere Deutsche kamen am Ende der Feier auf den Gedanken, ein Telegramm an den jetzigen Kaiser zu senden, ließen aber denselben wieder fallen, da es schon ein wenig spät war. Ich habe im Namen der Deutschen Herrn Fuente für die schöne Ueberraschung bestens gedankt und hoffe, daß die Sympathie, die er besitzt, zum Besten unserer Nation und des Evangeliums gereichen wird.
verwischtes.
— Frankfurt, 10. August. Es dringt jetzt die Kunde hierher, dah bei dem in Amerika verhafteten Postdefraudanten Haag noch 12000 JL von den unterschlagenen Geldern gefunden worden seien. Mitte d. Mts. wird er unter Eskorte von Amerika nach Homburg v. d. H. gebracht werden.
— Der in letzter Zeit vielgenannte englische Arzt Sir Morell Mackenzie weilte vor einigen Tagen in unserer Stadt. Absteigequartier hatte er im Hotel „Zum Schwan" auf dem Stetnweg genommen. Heute traf der Exmtnister Leon Say in demselben Hotel ein.
— Seit gestern ist hier das Wetter prachtvoll. Wie sehr alle Welt sich während der langen Regenzeit nach Sonnenschein und frischer Luft gesehnt hat, kann man jetzt auf einem Rundgang durch die Promenaden oder durch einen Besuch des Palmenoder Zoologischen Gartens ergründen. Wahrend noch zu Anfang der Woche diese Plätze schier verödet waren, herrscht dort jetzt ein buntes, vielbewegtes Leben und Treiben. Die Sommerhüte und -Toiletten sind wieder aus dem Schrank heroorgeholt worden und in der ganzen Frische und Anmuth, die der Sommer bet der Totlettenentfaltung gestattet, zeigt sich unsere Damenwelt. Helle Toiletten sind vorherrschend. Der jungen Welt kann man ordentlich die Freude in den Augen lesen, dah sie endlich wieder ohne Regenschirm und Mantel gehen und die hübschen Hellen Kleider tragen kann. Hoffentlich macht der Rest des Sommers zum Theil wieder gut, was der Anfang verdorben hat. Es wäre dies schon der Geschäftsleute wegen zu wünschen.
Frankfurter Stadttheater.
Die Vorstellungen von der „Reise um die Erde in achtzig Tagen" im Frankfurter Opernhause erfreuen sich fortwährend des größten Zuspruchs sowohl des einheimischen wie des fremden Publikums und findet die fesselnde und interessante Handlung des Schauspiels selbst, sowie die wahrhaft großartige und in Frankfurt noch nie gesehene Decoration und maschinelle Ausstattung rückhaltlose Anerkennung. Um vielfachen Anfragen von auswärts entgegenzukommen, sei hier besonders bemerkt, daß auswärtige Besucher volle Gelegenheit haben, nach der Vorstellung von „Die Reise um die Erde in achtzig Tagen" die Bahn zu benutzen und gehen die Züge in der Richtung nach Gießen 1050 und ID0.
Die Vorstellung beginnt um 6*/- Uhr und endet jetzt durch rascheres Abspielen schon präcts um 10 Uhr.
Allgemeiner Anzeiger.
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