— Der 16 Jahre alte Jnstallateurlehrling Christian Schuch aus Treis a./Lda. ist gestern Nachmittag beim Baden in der Lahn im sog. Consirmandensprung ertrunken. Derselbe wurde von Mitbadenden vor der tiefen Stelle, da er kein guter Schwimmer war, gewarnt. Die Leiche wurde alsbald geländet.
BermisAreS.
Annerod, 1L Juni. Das gestern hier abgehaltene Bezirksfest der Kriegerkameradschaft „Hafsia", verbunden mit der Fahnenweihe des Kriegerveretns Annerod, verlief, trotzdem der bewölkte Himmel dasselbe zu verderben drohte, überaus gut. Nach dem Festzuge, in welchem viele Vereine der Nachbarschaft mit ihren Fahnen marschirten, entwickelte sich auf der „Platte" bei Concert, Tanz und Gesangsvorträgen ein sehr fröhliches, ungezwungenes Treiben, welches den Festtag mit zu den schönsten machte, die unsere Gemeinde erlebt.
△ Mainz, 10. Juni. Im Laufe dieses Sommers kommen in Mainz eine Reihe von Verbandstagen zusammen. Zur Zeit tagen die Papierfabrikanten hier, von deren Zusammensein indeß bis jetzt nur das bekannt worden ist, dah dieselben die Kupferberg'sche Sektkellerei einer eingehenden Besichtigung unterzogen und dah sie in einem ihnen zu Ehren am Freitag in der „Neuen Anlage" gegebenen Gartenfest von einem fürchterlichen Gewitterregen überrascht wurden, der die Theilnehmer des Festes bis auf die Knochen durchnäßte. Als zweite Versammlung tagen hier den nächsten Samstag mit einer großen Tagesordnung die deutschen Müllerei-Interessenten, denen sich in den Tagen vom 11. bis 13. Juli die 6. Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Seifenfabrikanten anschließt.
— In Folge geringen Steigens der Fruchtpreise haben sich die hiesigen Backer beeilt, eine Erhöhung der Brodvreise um 5, beziehungsweise 3 $ eintreten zu lassen. — Die Kreissparkasse Mainz hat den Zinsfuß für Conto-Corrent-Darlehen allgemein auf 41/2 pEt. festgesetzt.
— Zur weiteren Sicherheit der Besucher des diesigen Stadttheaters gegen Feuersgefahr ist von unserem Stadtbauamt eben ein neues Projekt ausgearbeilet worden. Nach demselben soll vor dem Hauptetngange zum Theater eine Art einstöckigen Vestibüle angelegt werden, welches oben von einer Terrasse gedeckt würde und von dem Theaterbalkon aus zugänglich wäre. Der Vorbau soll mitten die Kasse aufnehmen, seitliche Eingänge erhalten und dos Foyer„ so eingerichtet werden, daß Sperrsitz und Por.'erre von hier aus dtrect zugänglich würden.
Frankfurt, 9. Juni. Der diesjährigen Regatta, deren erster Tag hinter uns liegr, hatte man mit ungemein regem Interesse entgegengesehen, da nicht nur eine ungewöhnlich starke Betheiligung gemeldet war, sondern auch beim Rennen um den Meisterschaftstitel in dem Hamburger Skuller Doering ein Mitbewerber auftritt, der unferm siegreichen Achilles Wild seine Arbeit nicht gerade leicht macken wird. Einen Beweis dafür lieferte bereits das heutige Fahren um den Preis von der Gerbermühle. pi,
Das Wetter war heute dem Feste anfänglich nicht günstig. Es regnete um 21/2 Ubr ziemlich anhaltend und der Himmel sah auch gar nicht darnach aus, wie wenn der Rest des Tages noch sonnighelles Wetter bringen werde. Der Besuch war in Folge dessen nicht sehr stark. Als sich jedoch gegen 4 Uhr die Wolken theilten und die Sonne wieder die Oberhand gewann, erwachte in den Frankfurtern mit erneuter Kraft das Interesse für den Rudersport und schaarcnweise zogen sie hinaus zur Gerbermühle, um wenigstens noch den „Ackill", wie man den Meisterruderer von Deutschland hier kurz nennt, gegen Emil Doering vom Hamburger Ruderklub „Faoorite- Hammonia" starten zu sehen. Der chronologische Verlauf der verschiedenen Rennen war Folgender.
I Juni or-Vierer (Vorrennen). Da 7 Boote gemeldet waren, wurde das Rennen in drei Abtheilungen zerlegt. In der ersten sollten Hanau, Ludwigshafen und Mainz fahren. Am Start erschien indeß nur der Mainzer Ruderverein und ging in 6 Minuten 43 Sekunden allein über die Bahn. In der zweiten Abtheilung kämpften 2 Boote der Frankfurter Rudergesellschaft „Sachsenhausen" um den L-ieg. Das Boot mit dem Schlag: „Georg Mannberger" war erstes. Zeiten 7 Minuten 37 Secunden gegen 7 Minuten 58 Secunden des zweiten Bootes. Die dritte Abtheilung ergab den Sieg der Hanauer Rudergescllschast „Hassia" über den Mannheimer Ruderverein „Amicitia." Zeiten: 7 Minuten 40 Secunden gegen 8 Minuten 12 Secunden. Die Vorrennen erregen kein besonderes Interesse und es wäre meines Erachtens besser solche wegfallen zu lassen. Da es sich dabei um keinen Preis handelt, sind die Ruderer nicht besonders eifrig und das Publikum wird nur um seine Zeit und seine Geduld gebracht. Man denke nur: 3 Rennen, bei welchen ein Boot allein über die Bahn gebt, zwei Boote desselben Vereins starten und der^ieger 32 Sekunden Vorsprung hat. Daß das nicht interessant ist, müssen sich die Sportleute doch gewrß selbst f*g ((Aastrennen), Preis von Freunden des Rudersports. Von 5 ge
meldeten Booten erscheinen nur 3 am Start. Der Mannheimer Ruderclub führte vom Start aus, Mainzer Ruderverein war zweiter, Wetzlarer Ruderklub dritter. Die Mitte der Bahn war indeß noch nickt erreicht, da hatte Mainz Mannheim schon
eingeholt, setzte sick an die Spitze und blieb auch mit einem Vorsprung von mehreren Längen Sieger. Wetzlar blieb vom Anfang bis zum Schluß letzter. Zeiten: 7 Minuten 21 Secunden, 7 Dt.nuten 30 Secunden und 7 Minuten 49 Secunden.
111. Zw eier ohne Steuermann. Maininsel-Preis, gegeben von dem Frankfurter Ruderverein. Der Preis muß dreimal gewonnen werden, ehe er Eigenthum des siegenden Vereins wird. Die Frankfurter Rudergesellfchaft „Germania" hatte keinen Gegner gefunden und ging in 9 Minuten 4 Secunden allein über die Bahn.
IV. Juntor-Skiff. Preis des Vorstandes. Dieses Rennen sollte, trotz aller Anstrengungen, unentschieden bleiben. Es traten am Start an: Earl Krailing von der Gießener Rudergesellschaft, Hch. Gerber von der Heilbronner Rudergesellschaft „Schwaben", E. Martell vom Wetzlarer Ruderclub und Hch. Hof vom Offenbacher Ruderverein. Nach kurzer Fahrt erfolgte durch die Schuld des Heilbronners eine Eollision. Das Rennen mußte von Neuern aufgenommen werden, nachdem Heilbronn distancirt worden war. Aber auch das zweite Rennen ergab feinen zweifellosen Erfolg, obschon Gießen mit ca. 5 Längen als Sieger das Ziel passirle. Wetzlar erhob wegen abermaliger Eollision Protest und das Schiedsgericht entschied dahin, daß dem Protest Folge zu geben und morgen das Rennen nochmals zu fahren sei. Krailing-Gießen fuhr sehr schön, scheint bei weitem der Ueberlegene zu fein und dürfte wohl auch heute Sieger bleiben. (Siche die betr. Nachricht unter „Lokales").
V. Skiff. Preis von der Gerbermühle (Wanderpreis der Frankfurter Ruder - gesellschaft „Germania"). Der Preis gebt auf ein Jahr in den Besitz des Siegers über; außerdem erhält derselbe eine goldene Medaille. Vertheidiger von 1887 Herr A. Wild von der Frankfurter Rudergesellschaft „Germania". Dieses Rennen nahm, wie schon Eingangs bemerkt, das Hauptinteresse in Anspruch und zwar deshalb, weil man es allgemein als eine Probe auf das Resultat für das morgige Meisterschaftsrudern ansieht. Es concurrirten Wild, Doering und Stadtmüller vom Offenbacher Ruderverein. Letzterer ist schon im vorigen Jahre beim Meisterschaftsfahreu von Wild geschlagen worden, die Frankfurter befürchteten also durch ihn keine Niederlage für ihren „Achill", dagegen rühmt man Doering eine glänzende Technik nach, die Wild gefährlich werden könne. Der Frankfurter Skuller ist indeß an Ausdauer und Körperkraft dem Hamburger Gegner überlegen und diese Factoren gaben heute den Ausschlag und geben ihn vermuthlich auch morgen. Obgleich Doering vom Start aus führte, setzte sich Wilv bald an die Spitze und ging als Sieger durch's Ziel. Der Kampf zwischen Doering und Wild war ein sehr harter und leichten Spiels hat der derzeitige Meister von Deutschland den Preis von der Gerbermühle nicht errungen. Zeiten: 7 Min. 32 Sec., Doering 7 Min. 39Vr See., Stadtmüller 7 Minuten 57 Sec. Wild wurde stürmisch und mit endlosem Hurrah begrüßt.
VI. Vierer ohne Steuermann. Preis vom Main. (Herausforderungspreis der Frankfurter Rudergesellfchaft „Germania"). Der Preis muß drei Jabre hintereinander gewonnen werden, ehe er Eigenthum des siegenden Vereins wird. Sieger von 1887 Frankfurter Ruderverein. ES starten „Germania" und der vorigjährige Sieger. Der Frankfurter Ruderverein geht mit 41/2 Langen Vorsprung als Erster durch's Ziel. Zeiten: 7 Min. 14 Sec. gegen 7 Min. 23 Sec., welche „Germania" gebrauchte.
Die Bahnlänge für sämmtliche Rennen betrug 2000 Meter gerader Cours stromabwärts.
handel und Verkehr.
Grünberg, 9. Juni. «Frachtpreise.,- Weizen X 19.00, Korn X 14 50, Herste X 14.00, Hafer X 14.50, Erbsen X 15.00, Linsen X 00.00, Lein X 000.0, Samen X 00.00, Kartoffeln X 4.50, Wicken 00.00.
Frankfurt, 9. Juni. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter X 6.00—7.00, das Gescheid 00--H, Eier das Hundert X 0.00—0.00, daS
St. 5—6 Ä Butter im Großen X 000.—000 00, im Detail das Pfund X 0.90 bis 1.00, Weißkraut per Stück 00—00 H, Rothkraut per Stück CO—00 H, Kohlrabi per Stück 0-0 H, Ochsenfleisck per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 35-60 Kalbfleisch 35—50 H, Schweinefleisch 00—00 H, Hammelfleisch 50-60 H, 1 Hahn X 0.00—0.00, 1 Huhn X 00—00, 1 Ente X 0.00—0.00, Gans Pfund 00—00 1 Taube 00—00 H, Welsche X 00—00. Kirschen per Pfd. 30—40
Wärmegrade der Lahn und der Lust,
nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr.
Luft 171/2, Wasser 16 Gr.
Gießen, den 11. Juni 1888. Rübsamen.
Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 11. Juni 1888.
Oesterr. Creditactten
143.90
Disconto-Com-Antheile
194.50
Oesterr. Staatsbabn-Actten
91.10
Lombarden
34 50
1880 4% Russen Oblig.
79-50
4°/o Ungar. Goldrente
79 40
4°/0 unif. Egppter Oblig.
80.90
5% Gemischte Russen
93 50
Tendenz: matt.
Allgemeiner Anzeiger.
I Bekanntmachung.
Eintrag
in das Genossenschastsregister Großh. Amtsgerichts Gießen am T Juni 1888.
Betr.: die Actienbrauerei Gießen.
Die dem August Noll in Gießen ertheilte Procura ist erloschen.
Neidhart, 4857 Gerichtsschreiber.
Buuverding
Donnerstag, de« 14. d. M», um 11 Ubr. sollen dahier die zur Vergrößerung des Försterbatlses in Wismar erfordert, zu 832,24 X veranschl- Erd- und Maurerarbeiten vergeben werden.
Krofdorf, den 9. Juni 1688
4858 Das Bürgermeisteramt.
Versteigerung aus den Abbruch.
DienStag, d. 19. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, soll das alte Wirtschaftsgebäude aus dem Heffenbrückerhammer an Ort und Stelle unter den vorher bekannt zu gebenden Bedingungen öffentlich meistbietend auf den Abbruch : versteigert werden.
Laubach, am 9. Juni 1888.
4859 Gräfliche Nentkammer,
Heugras - Versteigerung bei der Stadt Gießen.
Montag den 18., und Dienstag, den 19. Juni, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Heugras von den städtischen Wiesen versteigert werden und zwar:
Montag, den 18. Juni von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, Wieseckthal und im Heegstrauch;
DienStag, den 19. Juni von den Ochsenwiesen, den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen und Altentisch, Nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, Nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck.
Die Zusammenkunft ist Montag, den 18. Juni am Neustädterthor und Dienstag, den 19. Juni in den Ochsenwiesen.
Die Großh. Bürgermeisterei, n der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 12. Juni 1888.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
________A. Bramm. 4873
4862 Ein eisgrauer Schäferhund ist mir zugelaufen.
Hch. Lindenstruth, Schäfer m Wfeseck.
Die Holzversteigerungen vom 6. und 8. Juni 1888 sind genehmigt.
Empfang der Abfuhrscheine vom 15. Juni ab auf Freiherrl. Rentei Rabenau.
Keffelbach, den 9. Juni 1888. Trost,
4864] Freiherrl. Revierverwalter.
2500 angesammelte Stoffreste
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4887 Dasjenige, das den Wagen aus der Lindengasse 6 entwendet hat und ihn nicht binnen drei Tagen zurückerstattet, wird gerichtlich belangt werden.
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Frau Hüttenberger, Kreuz 2.


