Ausgabe 
12.2.1888 Zweites Blatt
 
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Allgemeiner

etwaigen Hervortreten mit neuen Vorschlägen geben zu wollen, eher würden wir, falls unser Gedanke Anklang fände, eine solche Anregung für Sache derjenigen Lokalbehürden halten, welche auf dre Beschaffung von Dienstwohnungen reflectiren, ohne dabet doch den Interessen unserer Stadt schaden zu wollen. Und in solchem Falle haben wir dann auch zu unserem Stadtvorftand das Zutrauen, daß er es wenn die Frage

thn herangebracht würde an dem nöthtgen Entgegenkommen nicht wird fehlen lassen.

Vermischtes.

Marburg, 9. Februar. Am Dienstag Nachmittag 51/« Uhr ereignete sich im Neubau des physiologischen Instituts Hierselbst ein bedauernswerther Unglücksfall. Der in demselben beschäftigte 41jährige Taglöhner Heinrich Kraft aus Leidenhofen stürzte tn einer Höhe von 2,40 Meter vom ersten Stockwerk herab und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er denselben gestern in der chirurgischen Klinik, wohin man thn gebracht hatte, erlag. (£>. Q)

Mainz, 10. Februar. Mil Rücksicht auf das heftige Auftreten der Masern- erkranlungev hat die hiesige Bürgermeisterei im Auftrage der Kreis-Schul-Commission den Lehrern und Schulvorständen folgende Zustellung gemacht: Nach einer Mttthetlung des Kreisgesundheilsamls erachtet es die Ministerial-AbtheUung für öffentliche Gesund­heitspflege für höchst wünschenswerth, daß alle diejenigen Schulklassen, Kleinktnder- Bewahranstalten, Kindergärten rc. rc., also alle diejenigen Schulen, welche von Kindern des den Masern am meisten ausgesetzten Alters besucht werden, sofort geschlossen werden, sobald die ersten Erkrankungen an denselben sich bemerkbar machen. Die Schulvorstände und Lehrer werden demnach beauftragt, Erkrankungen sofort zur Anzeige zu bringen und entsprechend dem Wunsche der Mmistertal-Abtheilung für Gesundheitspflege zu handeln.

Die Unterklasse der Vorschule des hiesigen Realgymnasiums ist heute wegen zahlreichen Erkrankungen unter den Zöglingen geschlossen worden.

Aus Arbeiterkreisen ist im verflossenen Jahre ein Gesuch um Einführnng gewerblicher Schiedsgerichte hier an die Stadtoerordneten-Versammlung gerichtet worden, nachdem eine Petition von der Mehrheit des Collegiums ablehnend beschicken wurde.' Neuerdings ist das Gesuch nun wiederholt an die Stadtverordneten - Versammlung gelangt und wird dieses Mal einen besseren Erfolg haben, indem die juristische Com­mission sich jetzt für die gewerbliche Schiedsgerichte ausgesprochen hat.

Ein von der hiesigen Strafkammer jüngst zu einer mehrjährigen Zuchthaus­strafe verurtheilter Verbrecher, ein gewisser Wenzel aus Zittau, der hier als Student dort als Jurist allerlei Betrügereien verübt hat, sollte vorgestern nach Naumburg zu einer weiteren Aburteilung verbracht werden. Bet dem Transporte gelang es dem Verbrecher, zu entspringen, ohne daß man desselben bis jetzt wieder habhaft werden konnte.

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Gingesandt.

Gießen, 11. Februar.

So dankbar alle Freunde der künftigen Entwicklung Gießens die von uns früher mitgetheilte Absicht unseres Stadtvorstandes, das Gelände des alten Hof- gerichtSgedäudes zur Verbindung des Ltndenplatzes mit dem Brand für Markt­zwecke, eoent. für spätere Errichtung einer Markthalle, zu erwerben, begrüßt haben, so enttäuscht sind dieselben durch den Stand, in welchen diese Angelegenheit neuerdings getreten ist.

Obgleich Seitens der Stadt die ihr gestellte Forderung von 30 000 JL bedingungslos angenommen worden ist, enthält doch der Entwurf des Staatsbudgets eine Vorsehung von 17 000 JL für Einrichtung des Hofgerichts zu Dienstwohnungen rc. (man spricht von Oberförsterei, Kreisbauamt, Dlstrictsetnnehmerei rc.).

Wenn man bedenkt, daß der von der Stadt erstrebte öffentliche Zweck eben nur an dieser Stelle durch den Erwerb des Hofgerichts, die andererseits gewünschte Schaffung von Dienstwohnungen aber bei Verwendung des Kaufpreises für das Hof- gertcht und der obigen Vorsehung für die bauliche Einrichtung desselben an jeder anderen Stelle mindestens ebenso gut und zweckmäßig erreicht werden kann, so sollte man allerdings meinen, die Interessen derjenigen Beamten, welche Dienfträume W erhallen wünschen und diejenigen des Stadtvorstandes, welcher der Entwicklung des Marktes Rechnung tragen will, müßten sich vereinigen lassen, statt daß ein für beide Theile bedauerlicher Conssict derselben erzeugt würde.

n Dmn mit den obigen 47 000 at läßt sich sicherlich ein praktisch -ingetheiltes Dienstgebaude in passender, freier Lage neu erbauen oder ein vorhandenes, entsprechendes Privatgebäude erwerben, statt daß das alte, nur in feinem Seitenbau massive, sonst aber ui anscheinend schlechtem Bauzustand befindliche Hofgericht dazu künstlich ein-, «obgleich die Stadt mit Grund gerade auf diesen Platz reflectirt. Schließlich wurde sich ja wenn ein eigentlicher Verkauf des Letzteren nicht beliebt werden wollte vielleicht auch die Stadt dazu verstehen können, ein entsprechendes neues Gebäude in passender Lage dem Staat in Tausch gegen das Hofgericht zur Ver­fügung zu stellen. 0

Dem Benehmen nach soll die Stadt sogar auf ihr entgegenkommendes Gebot noch ohne jede Antwort sein. Unter diesen Umständen sehen wir davon ab, mit 'ßox- stehendem unserem Stadtvorstand eine Anregung in der angedeuteten Richtung zum

UM hp <1tu* Special-Arzt für Geschlechts- u. Krauen-

Vffe W©ria<?O< Krankh, Frankfurt a/M., Stiftstr.22 I.

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Landwirthschaftliche Nachrichten.

/ (Nachdruck verboten.)

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T*m on0C?4.ranJ:t P' ^^selbe wird dann auf die Wunde aufgelegt und an- %c.tn ?cr Tränkung mit Eisenchlorürlösung braungelb wmnr,».nL mrr,äP° lCfk ,er5ilL^ u"t> [oate i:1 keinem Haushalt ichlen. Ihrer Billigkeit wegen ist sie auch bei den Wunden der Hausthiere zu empfehlen.

. tr < ber Mistbeetfenster.j In der jetzigen Zeit, in der eine Repa-

ratur der Fruhbeeffenster vorgenommen zu werden pflegt, sei daran erinnert, daß der Vernttung der Scheiben besondere Beachtung gewidmet werde. Wenn der Kitt nicht mehr festsitzt oder stellenweise ganz fehlt, dringt leicht Feuchtigkeit ein und jeder Gärtner la» welche Schäden durch Tropfenfall in den Kästen verursacht werden. Der lose und bruchig geworbene Kitt ist sorgfältig zu entfernen. Dann sind aber, und das wird vielfach unterlassen, die Rahmen vor dem Neuoerkitten erst mit Firniß zu bestreichem Es tst dies nothwendig, damit das Holz Fett aussauge. Geschieht das nicht, so wird unter Der Einwirkung der Sonne von dem Holze dem neu aufgetragenen Kitt das F tt endogen, so daß der Kitt trocken und brüchig wird und wieder in Kurzem abfällt. Nach Dem Streichen läßt man die Fenster ein bis zwei Tage trocknen und verkittet Dann neu.

. ~ Die Knötchenschwindsucht der Hühner ist eine der Tuberkulose der Menschen

und anderer Thiere entsprechende Infektionskrankheit, die als absolut unheilbar an­gesehen werden muß. Sowie sich daher Anzeichen der Knötchenschwindsuchi bei den Hühnern zeigen, sind diese am besten zu tobten. Jedenfalls muß für eine strenge Ab­sonderung der erkrankten und verdächtigen Hühner gesorgt werden, weil die Krankheit C?Lan' eenb itff* Tüe Entleerungen der kranken Hühner geben, wenn sie, wie es ja k bcn?"t dem Futter in Berührung kommen, Anlaß zur Ansteckung

C'h i der Krankheit. ~ Als Anzeichen derselben sind folgende zu nennen:

, enranfen blutarme Hühner, auf die daher auch ein besonderes Augenmerk ju richten ist. toonft macht sich die Knötchenschwindsucht durch Abmagerung bei nor- maler Freßlust und durch eine große auffällige Schwäche der Beine bemerkbar, die so sehr zunimmt daß die Hühner sich nicht mehr laufcnb, sondern rutschend fortbewegen. Das Fleisch der kranken Hühner ist sehr schlecht und es ist daher besser, es nicht zum ei.1) rrU Din.rocr ben' zumal doch eine Gefahr bei dem Genüsse desselben nicht aus­geschlossen ist.

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