Beilage zu JTr 84 bes „Achmer Anzeiger".
Lokale-.
Gießen, 10. April. (Aus dem Voranschlag des städtischen Wasserwerks.) Das im Etatsjahr 1888/89 voraussichtlich an Private zu verkaufende Wasserquantum beträgt 40 588 Cbm., für welches ein Erlös von 12176.40 JL vorgesehen ist. Der Wasser- r erbrauch für öffentliche Zwecke berechnet sich auf 78 065 Cbm., der Kostenbetrag hierfür (den Cuvikmeter Wasser zum Selbstkostenpreise von 13,45 H berechnet) auf 10499.74 JL\ der Gesammtwerth des in der Stadt verbrauchten Wassers demnach auf 22676.14 JC. Die 28 öffentlichen Brunnen erfordern ein jährliches Wasserauantum von 33 215 Cbm. r der 3y4 Cbm. pro Tag und Brunnen. Zur Stratzenbesprengung sind 14 000 Cbm. r öthig, 3iirn Rinnsteinsvulung 8750 Cbm., zum Bespülen der Pissoirs 21 600 Cbm., Mm Feuerlöschen 500 Cbm. — Die Einnahme aus der Wassermessermiethe ist ver- amschlagt auf 2502 14 000 JL Kapitalaufnahme sind für die Neuherstellungen,
welche noch zur Fertigstellung der Wasscrleitungsanlage gehören, nöthig. Die Zinsen drs Anlagekapitals, welches 359 000 JL beträgt und mit IpCt. amortisirt werden soll, onninC?,< 14 360 Jt Einnahmen und Ausgaben gleichen sich aus mit
Gieße«, 10. April. sNatural-Verpflegsstation Gießen.) Während des ver- fiiossenen Monats März wurde die hiesige Station von 232 mittellosen Durchreisenden i» Anspruch genommen und sind hierdurch 178,68 JL Verpflegungskosten erwachsen.
— Deutsch-nationale Kunstgewerbeausstellung zu München 1888. (Verkchrs- e: leichterungen.) Laut höchster Entschließung des k. b. Staatsministeriums des k. Hauses und des Aeußern vom 13. Februar Nr. 483 II haben Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, vermöge Allerhöchsten Signates vom 3~ Februar allergnädigst zu genehmigen geruht, daß anläßlich der vom 15. Mai bis 15. October 1888 in München stattfindenden Deutsch-nationalen Kunstgewerbeausstellung für die Benützung der k. b. Staatseisenbahnen die nachbezetchneten Begünstigungen gewährt werden:
1. Die Ausstellungsgegenstände, welche nicht zum Verkaufe gelangen, werden innerhalb eines Zeitraumes oon^drei Monaten nach Schluß der Ausstellung frachtfrei zurückbefördert.
2. Den Besuchern der Ausstellung wird eine Verlängerung der Giltigkeitsdauer brr Hin- und Rückfahrtsbtllete auf 8 Tage ohne Einrechnung der Sonn- und Feier - tc'fle zugestanden. Eine Vereinbarung mit den benachbarten Bahnvctwaltungen wegen Einführung von Hin- und Rückfahrtsbtlleten mit vierzehntägiger Giltigkeit bleibt vor- bi halten.
3. Für die Aussteller und das Personal derselben wird die Giltigkeitsdauer der v»m 1. April bis 1. November d. I. abgegebenen Hin- und Rückfahrtsbillete auf dreißig Tage verlängert.
4. Den Mitgliedern des Preisgerichtes wird eine Ausdehnung der Gtltigkeits- buuer der Netourbillete für die Zeit vom 15. Mai bis 25. Juni d. I. zugestanden.
5. In Fällen, in welchen bedeutendere industrielle oder gewerbliche Etablissements Arbeiter in größerer Zahl zum Besuche der Ausstellung abgehen lassen, wird den Arbeitern bei gemeinsamem Besuche der Ausstellung und unter der Voraussetzung, daß biK Anzahl der Teilnehmer mindestens dreißig beträgt und die Hin- und Rückfahrt gemeinsam erfolgt, eine Ermäßigung von 5OpCt. des normalen Fahrpreises zugestanden.
;en Verlängerung der Giltigkeitsdauer der Hin- und Rückfahrtsteller und deren Personal, sowie für die Besucher der Ausstellung
und wegen frachtfreier Rückbeförderung der Ausstellungsgüter auf den auswärtigen Bahnen das Erforderliche veranlaßt und wird über Act und Umfang der Begünstigungen Seitens der verschiedenen Eisenbahnverwaltungen seinerzeit ausführliche Mttheilung ergehen.
yJDemo wuroe roq bHIcte für die Aus!
sich die Wassermassen durch den gerissenen Damm in das Land ergießen und mit elementarer Gewalt die ihnen tm Wege stehenden Hindernisse fortreißen. — Plausch- warren, 3. April. Unser Damm ist an zwei Stellen durchbrochen. Das Hochwasser hat hier eine Hohe erreicht wie im Jahre 1829. Unsere Wohnhäuser und Stallungen stehen tief im Wasser. Viele Menschen haben ihre Wohnungen verlassen, um sich mit ihrer Habe auf den Damm zu retten. Andere haben sich auf die Böden geflüchtet. Die am Damm wohnenden Leute zogen ihr Vieh auf denselben, doch fanden sie auch hier wenig Schutz, weil die Fluthen die abgerissenen Enden des Dammes fortwährend werter untermalen. Am Abend des ersten Ostertages setzte sich hier das Eis im ?,r.omeJe t und die nachfolgenden Fluthen und Schollen brachen sich über unsere Felder Bahn, alles niederreißend, was im Wege stand. So sind hier Wohnhäuser, Oa r?n0S und Scheunen, sowie sehr viele Bäume und Zäune ein Opfer des ent- feffelten Elements geworden. Heute beginnt das Wasser allmählich zu fallen. Viele Jahre wird man gebrauchen, um Grund und Boden wieder ertragsfähig zu machen
c„a der Memel, 4. April, wird berichtet: Das Hochwasser hat im Delta des Memekstromes großen Schaden angerichtet, der ganze Umfang desselben 'ist noch nicht zu ermessen. Die der „Tils. Ztg." vorligen!)en Nachrichten lauten folgendermaßen- Dammdurchbruch der Gtlge. Seit dem ersten Feiertage waren auf dem recktstitiaen 1$ bie Ortschaften Lyßeiten und Budehlischken, auf der linken Seite Jedwilleiten und Reatischken in Folge des Hochwassers in großer Kefobr an Schanzenkrug der Rußstrom verstopft und die Gtlge frei war, konnte die von der Memel treibende Eismasse sich nur in die Gilge ergießen und da das Haff noch fest lag, war in diesem Falle eine Katastrophe unausbleiblich. Letztere trat am dritten Feiertage Morgens 3V- Uhr, bei Budwethen ein. Der Damm riß und erwetterte 2 die Spa tung brs Abends auf 250 Meter. Die an der Turchbruchstelle nä^ftßeleaencS ftnrLnhpnTff uwhnenden Besitzer hatten den ersten Anprall der mit Getöse hinunter- Ermassen auszrchalten. In einer Stunde waren die fünf Wirthschafts- a r"^^/?0^ochen, theils weggespült. Die beiden Wohnhäuser, fast
Atzend, hrelten sich vorläufig. Auf dem Boden waren die ?nhbCfnmp/tCrhCfra*/ HÄ n0£nJr 400 Scheffel Roggen. Verluste an Menschenleben ma'Hannt\n H ^Eklagen. Das durchbrechende Wasser erstreckt sich über Kaukehmen, die Chaussee, welche von Sköpen nach Kaukehmen führt, wurde 8 Uhr Abends uberfluthet. Hierzu kam noch, daß ein Durchlaß daselbst ausgespült wurde und ist der Verkehr mit Kaukehmen vollständig abgeschnttten. Durch die ungeheuren Wassermassen, welche sich von der Gtlge durch die Durchbruchsstelle walzen, fiel das Wasser tm Strome mit rapider Schnelligkeit und war das linke Ufer w/e bie übrigen bedrohten Ortschaften gerettet. Von dem am dritten Feiertage requt- rirten Mllttar des Tilsiter Infanterie-Bataillons konnten 100 Mann, ohne in Thätig- fdt geinten 3u sein, von Skopen wieder nach Hause fahren. Dagegen sind die nach Neatlschken kommandlrten 100 Mann noch dort. Welche Dimensionen die Ueber= iADhTPmÄ?rm^en A xft DorI5?fi9 "och nicht abzusehen, da noch fortwährend., sich ote Wassermassen durch den gerissenen Damm in oas Land erai^on uns mit
in Liebig's Fleischextract sind zwar
Blattern schon vielfach besprochen und anerkannt worden, so daß es fast überflüssig erscheinen konnte, desselben hier wieder zu gedenken; indessen findet man nad) längerem aufmerksamen Gebrauch doch immer wieder neue Vorzüge, die auch für das größere Publikum von Interesse sein dürften. — Besonders gilt dies jetzt, beider großen Zahl von Magenleidenden, welche fette Speisen, fette Suppen nicht vertragen können und deshalb vom Arzte auf magere Kost verwiesen werden. Hier ist ein kleiner Zusatz von Fletschextract, welches frei von Fett ist, nicht blos sehr wohlschmeckend, mdem es den faden Geschmack der Wassersuppen verbessert, sondern es wirkt auch wohtthuend kräftigend besonders auf die Nerven, indem es in seiner Rückwirkung auf die Functionen aller Organe des Körpers auch eine erhöhte Thätigkeit der Athmungs- organe bewirkt, namentlich eine bessere Wärmeentwickelung und dadurch eine kräftigere Arbeit des Magens veranlaßt und die Verdauung im Allgemeinen fördert. (Union.)
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