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$eifage zu JTr. 264 desfließener Anzeiger".

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Vermischtes.

[3ur Geschichte des Zeitungswesens.^ Kürzlich erschien in Paris eine französische Ausgabe eines alten, in arabischer Sprache von einem marokkanischen Botschafter an König Philipp verfaßten Retsetagebuchs aus Spanten. Der gelehrte Scheik weilte 1690 und 1691 in Madrid und beobachtete in seiner Weise scharf. Eine wahrhaft classische Stelle feines Buches über Druckerei und Zeitungswesen ist folgende: Man wendet in Madrid noch ein anderes Mittel als Briefe an, um Nachrichten zu verbreiten. ^Das ist so: Wenn eine Nachricht aus sehr entfernten Ländern kommt, so gibt es dafür ein Haus, worin sich eine Schriftmühle befindet, geleitet von einem einzigen Manne, welcher dafür dem Könige bei Beginn jedes Jahres eine bestimmte Abgabe zahlt. Jedesmal, wenn er eine Weuigfeit erfährt oder wenn eine solche ihm zu Ohren kommt, ober wenn er sie entdeckt, vereinigt er von allen Nachrichten Alles, was er kann, und indem er sie in die Mühle schüttet, druckt er davon tausend Blätter, die er billig verkauft. Ein Mann, der ein großes Packet in der Hand hat, ruft: »Wer will die Neuigkeiten aus dem und dem Lande kaufen?" Die, welche sie lesen wollen, kaufen dann ein Blatt. Sie nennen ein solchesZeitung". Man liest darin viele Neuigkeiten, aber diese sind meist übertrieben und lügenhaft, um die Neugier der Leute aufzuregen."

Aus Monte Carlo kommt die erfreuliche Nachricht, daß die Einkünfte der Spielhölle von Jahr zu Jahr geringer werden. Die Besucher seien klug geworden und setzten jetzt 5 Flanken, statt, wie es früher häufig geschah, ebenso vieler Louisdors und Banknoten, auch hielten sich viele dem Spielsaale ganz fern, indem sie die Natur­schönheiten genössen, ohne dem Fürsten die Steuer, mit der derselbe die menschliche Leidenschaft belegen zu können vermeinet, zu entrichten. Immerhin hat auch dieses Spieljahr wieder 25 Selbstmorde aufzuweisen; noch vor wenigen Tagen hat eine junge Russin, nachdem sie ihr ganzes Vermögen verloren, sich in's Meer gestürzt. Demnächst wird Seine Durchlaucht Fürst Carl Monte Carlo mit seinem Besuche beehren und es wäre vielleicht am Platze, demselben eine Liste derjenigen Leute zu überreichen, die sich seit dem Bestehen der Spielbank in Monte Carlo das Leben genommen haben. Der Erbprinz von Monaco beschäftigt sich neuerdings mit der Vivtsection von Seethierev; mit welchem Erfolge für die Wissenschaft, wird nicht berichtet.

sJn den Backofen geschoben.^ Aus Bukarest wird die folgende, schier unglaublich klingende Unthat berichtet: Im Dorfe Balsch im Romanatzier Be­zirke lebt seit Jahren der Bäcker Hristea Bogdanesen, der durch Fleiß sich einige taufend Francs erspart hatte. Seit einem Jahre aber ist er in Folge einer Erkältung, die seine beiden Füße gelähmt hat, bettlägerig geworden. Seine Frau Maria Florea sann auf ein Mittel, um ihn los zu werden. Sie trat in intime Beziehungen zum Gesellen Michael Angel und versprach ihm, ihn zu hetrathen und ihn zum Herrn über die Bäckerei zu machen, falls er ihr behilflich sein wollte, den Hristea bet Sette zu schaffen. Der Geselle war damit einoerstmrden und sie wählten die darauffolgende Nacht. Abends um 10 Uhr, als das Feuer im Ofen stark brannte, trat die Maria auf den schlafenden Bäcker zu, verband ihm seinen Mund und rief den Gesellen Michael, um ihr zu helfen. Sie trugen den Bäcker Hristea an den Ofen und schoben ihn schnell in's Feuer. Durch die starke Hitze und den Schmerz war der Hristea, der zunächst nur mit dem Oberkörper im Feuer steckte, natürlich bewußtlos geworden. Nun gossen Maria und der Geselle ihm Petroleum auf den Leib und steckten ihn ganz in den Ofen. Um Mitternacht war der ganze Körper verbrannt. Maria und der Geselle nahmen dann die Asche, zer­stückelten die Reste größerer Knochen, die das Feuer nicht ganz vernichtet hatte, und warfen sie in den Atutz-Fluß. Den Nachbarn sagten sie, daß der Hristea nach Bul­garien gegangen wäre, um dort Erholung zu suchen. Aber das Dorf zweifelte daran und bewog den Primär lGemetudeältesten), in Begleitung des Arztes eine Haus­suchung in der Wohnung oes Hristea zu machen. Man fand nichts Verdächtiges, weder Blutflecke, noch blutige Werkzeuge rc. Schon wollten sie gehen, als sich der Bezirks­arzt Dr. Sarcan dem Ofen näherte und die Asche ansah. Die gefundenen Kalkspuren bestärkten seinen Verdacht und er ließ die ganze Asche herausnehmen. Da fand er folgende Knochenreste: Ein Stück auS dem inneren Schädel, ein Rest des Schulter- gürtels, Fragmente zweier Halsgürtel, einen Mahlzahn, ein Stück des Beckengürtels

Schenkelknochens. Die Maria Florea war geständig, nur behauptet

Daltc , H^stka, als er schon erwürgt war, in den Ofen sieckte. Aber die bläu- ttchm Knochenstucke sprachen dagegen; die Blaufärbung ist die Folge eines durch große Warme verursachten Blutextravcttates.

Literarisches.

n "7i P» R* Rosegger s AuSgewLhlte Werke. Pracht - Ausgabe. Mit 600 Illustrationen von A. Greil und A. Schmid Hammer. In 75 Lieferungen, ci.: n : ÜD* 50 H. (21. Hart lebe n's Verlag in Wien.) 30 Lieferungen erschienen. °

Die uns heute vorliegenden Lieferungen 22 bis 30 der illustrirten Prachtausgabe D0Ir4 a? srgaer's Werken beginnen den zweiten Band der Sammlung mit dem ernsten historischen NomanDer Goldsucher", woran sich die Anfangshefte von Rosegger's unfterbttchem MeisterwerkeDie Schriften des Waldschulmersters" schließen. Die zahl- Ä ^^ustrationen, welche den Text begleiten und an denen die beiden mitwirkenden Künstler abwechselnd betbeiligt sind, verrathen, daß sich dieselben mehr und mehr der Hohe ihrer Ausgabe nähern. Das Kleid macht zwar nicht den Mann, wie es im Spnchworte heißt, allein ebenso richtig ist es wobl, daß ein hübsches Kleid uns einen suten. iteuren Bekannten nicht entfremdet, und am wenigsten wird dies der Fall sein, wenn dieser Freund das uns liebgewordene Werk eines Dichters ist, das durch veruaaonißoolle KünstlerHand in anmuthsvoller Weise mit trefflich ausgeführten Bildern belebt und geschmückt erscheint. Da Rosegger's Schritten gewiß den meisten unter den geehrten Lesern dieser Zeitschrift bekannt sind haben wir dock wiederholt Gelegenheit gehabt, Rosegaer's Werke eingehend zu würdigen brauchen wir hier nicht über den Werth und die Bedeutung derselben zu sprechen und beschränken uns daher gegenwärtig darauf, der Freude Ausdruck zu geben, daß dem großen Berehrer- krette des gefeierten Dichters endlich dessen Werke in einer allen Anforderungen ent­sprechenden iUustrirlcn Prachtausgabe oorliegen. Schon das bloße Durchblättern dieser Prachtausgabe gewahrt einen hohen Genuß und wir sind überzeugt, es wird fein Freund und Verehrer Rosegger's versäumen, sich in den Besitz derselben zu setzen, um so weniger, als der Preis des Prachtwerkes ein verhältnißmäßig sehr geringer ist. Wir wünschen aufrichtig, es möge dem Dichter gelingen, durch diese neue Ausgabe feiner Werke die Zahl seiner Anhänger, Freunde und Verehrer recht ansehnlich zu steigern.

Die eben erschienenen Nummern 43 und 44 der ^Gartenlaube" bringen neben den Romanfortsetzungen mehrere interessante belehrende und unterhaltende Artikel. Naturfreunden wird insbesondere der treffliche, aus dem Nachlasse A. E. Brehnr'Ä stammende BeitragDie tnnerasrikanifche Steppe und ihre Plagen" willkommen sein, in welchem der berühmte Verfasser ein so farbenfrifches Bild der afrikanischen Steppe vorführt, wie nur ein solcher Meister des Wortes aus eigener Anschauung es geben kann. DieSchmugglerbilder von der preußisch-russischen Grenze" in Bild und Wort von Robert Aßmus, sind durchaus lebenswahr und fesselnd.Wie hebt man sein Geld auf?" ist eine heitere Plauderei von Oskar Justinus,Der Lehrer als Wächter der Gesundheit. III." von Dr. med. Taube ein gehaltvoller Beitrag aus kundiger Feder, gleich beachtenswerth für Schule und Haus. Der RomanDie Alpenfee" fesselt das Interesse der Leser fortdauernd im höchsten Grade und die fein­sinnige NovelleDeutsche Art, treu gewahrt!" von Stefanie Keyser findet rückhaltlosen Beifall. Der Jllustrattonsschmuck der Nummern ist, wie immer, reichhaltig nnd gediegen.

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