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Mage zu Nr. 35 öesWchmer Steiger".

Literarische-.

,r, - Heinrich Heirre'S sLmmtliche Werke mit Biographie von Jul. Neuper uebst Einleitungen uno bem Portrait des Dichters. Vollständig in 30 Lieferungen S ©e|animtprei§ 7 < 50 3n 4 eleganten Ganzleinenbänden 10^. Ver- hurarnar^H11 e in,^a(Ie. a- d. S. Diese Ausgabe, welche sich besonders durch gute Ausstattung unt) geringen Preis auszeichnet, liegt nun vollständig vor. Sowohl die Lieferungen (ä 25 A), als auch die Bände (ä 2 JL 50 H) sind einzeln käuflich und durch lebe Buchhanblung zu beziehen. Elegante Einbanddecken für die Lieferungsausgabe werben für 50 H pro Band geliefert.

Nicht Jeder hat das Glück, Bildergallerien und Museen, jene Sammelstätten der Kunst, die doch immerhin das Vorrecht größerer Städte bleiben, besuchen zu fonnen, uno nicht zu jeder Zeit sind ihre durch alle Länder zerstreuten Meisterwerke ^w. uge geboten. Noch bleibt für zahlreiche Kreise Anregung und Befriedigung des Schönheitssinnes ein nur ungern entbehrter Genuß.

Immer aufs Neue von Künstlern und Kunstfreunden angeregt, von solchen Blattern derLeipziger, Jllustrirten Zeitung", welche sich durch künstlerische Auffassung und Durchführung hervorheben, eine besondere, mit möglichster Sorgfalt ausgestattete Sammlung zu veranstalten, hat die Verlagshandlung von I. I. Weber in Leipzig vor nunmehr zehn Jahren unter dem TitelMeisterwerke der Holzschneidekunst ouS dem Gebiete der Architektur, Skulptur und Malerei* ein periodisches Unternehmen in's Leben gerufen, das sich von Beginn an in reichem Matze des Bei­falls eines kunstsinnigen Publikums zu erfreuen gehabt hat. Für die Stunden des häuslichen Lebens, für so manchen Augenblick zurückgezogener Mutze ist ein Werk wie das hier gebotene sicherlich willkommen, welches in einer Fülle des mannigfaltigsten Stoffes und in technisch vollendeter Wiedergabe jene Originale wenigstens im Abbilds daneben aber so manche selbstständige Leistung unserer besten Meister vorführt em' Museum gleichsam im Kleinen", einepermanente Kunstausstellung" am traulichen Familientisch.

Die erste Lieferung des im Erscheinen begriffenen zehnten Bandes derMeister­werke der Holzschneidekunst^ ist soeben zur Ausgabe gelangt und durch alle Buch- unb Kunsthandlungen zu beziehen.

Keulschkarrd.

Darmstadt, 8. Februar. Die Zweite Kammer der Stände wirb am 21. d. Mt-. zufammentreten.

Berlin, 7. Februar. Wir entnehmen derKöln. Ztg." das Nach­stehende : Die letzten Zusammenhänge oer jüngsten aufsehenerregenden Ereignisse werden klar, wenn man die Veröffentlichung der Bündnlß»Urkunde in der neuen Beleuchtung betrachtet, welche aus der gewaltigen Rede des Fürsten Bismarck auf dieselbe fällt. Diese Rede und jene Veröffentlichung sind Glieder einer Kelle, Theile einer wohldurchdachten Feldzugplanes zur Sicherung des Friedens. Ruß­land, welches durch die Entwickelung der orientalischen Verhältnisse offenkundig verstimmt ist, steht vor der verhängnißvollen Entscheidung, ob er seine Miß erfolge durch eine Politik der Bedrohung und Beunruhigung, ja, durch einen großen Krieg wett machen will, oder ob es den ehrlichen Versuch machen will, aus dem kostenlosen Wege der Verständigung zum Ziele zu gelangen. Es kam also alles daraus an, den maßgebenden russischen Persönlichkeiten das Bewußt^ sein von der furchtbaren Verantwortlichkeit ihrer Wahl beizubringen und ihnen gegenüber den kriegslustigen Elementen die Hände zu stärken. Für den Fall des Krieges nun starrt den Russen aus dem inhaltsvollen Blatt Papier, welches am vorigen Freitag zu derselben Stunde in Berlin, Wim und Pesth aus dem Geheimniß Der Staatsarchive an die Oeffcntlichkeit trat, ein Wald von Bajo. netten entgegen. Den tiefen Eindruck dieser Veröffentlichung kann der mann­hafte einmülhige Entschluß des deutschen Reichstags nur noch verstärken. Auf der andern Seite zeigt die große Versöhnungs-Rede des Fürsten Bismarck dem Czorm den russischen Himmel über Bulgarien offen. Der deutsche Reichskanzler ist bereit, zu einer Verständigung mitzuwirken, falls Rußland sich damit zufrieden giebt, daß Deutschland als Unpartheiffcher zwischen Oesterreich und Rußland mittenmne steht. Den Inhalt der Rede bildete also dis Darlegung der Eoen- tualpolitik, welche Deutschland vorläufig in Erwartung eines friedlichen russischen Lösungsversuchs verfolgt. Die Annahme liegt nahe, daß Deutschland von dem Augenblick an eine andere Politik verfolgen würde, da cs endgültig die Hoffnung auf eine Verständigung aufgeben müßte. Manche verdeckte Spitzen in der Bis- warck ichen R-de schemen darauf hinzudeuten, so die Darlegung, wie Rußland 1879 durch den Versuch, Deutschland durch Kriegsdrohungen gegen Orsterreich vorzuschieben, lediglich den Abschluß des deutsch-österreichischen Bündnisses, also eme wesentliche Verschlimmerung seiner Lage erzielt hat; so auch die über* raschele Erwähnung der Möglichkeit eines polnischen Ausstandes. Wenn in Rußland die ruhige, nüchterne Abwägung der politischen Interessen ebenso mächtig wäre wie die leidenschaftliche Unvernunft und täppische Gefühlspolitik, so könnte die Wahr nicht schwer werden. Rußland kann die eherne Friedeusmauer, welche die St^atskimst dec Fürsten Bismarck in Mitteleuropa ausgesührt hat, nicht durchbrechen. Bisher sind wir nun allerdings stets am besten gefahren, wenn wir aunahmen, daß gewisse Leute in Rußland unter allen denkbaren Möglich­keiten mit großer Sicherheit die unvernünftigste herausgreifen würden Was zwffchpu Deutschland und Rußland liegt, ist em HKMtz von Haß und Wutb den man anscheinend durch keine staatümän'ffjche Kunst, durch keine noch so meisterhafte Rede, durch keinerlei noch so scharfsinnige Gründe beseitigen kann m.on schlägt auf ihn los oder man geht ihm aus dem Wege. Dennoch wc-a-'n wir zu hoffen, daß diese Annahme uns diesmal täuschen werde. Denn vom Westen, von der Seine her, erglänzt den Russen kein trügerischer Hoffnungs­strahl welcher sie zu einer That des Wahnsinns und des Selbstmordes ermutW- gen könnte. Die Möglichkeit ist also noch immer vorhanden, daß Rußland seine Rüstungen nur dazu benutzen wird, einer künftigen diplomatischen 3lcb.on einen kräftigen Nachdruck zu verleihen.

- All-Mtungen, ohne Unterschied der Parieistellung, heben den üb--' wältigenden Eindruck der gestrigen R-de bei Reichskanzlers und die rückhalllose Emmuihigkeit hervor, mit weicher der Reichstag der Vorlage zustimwts Die Nordd. AUg. Ztg" sagt:D:e Kundgebung drückt nicht nur die Uebetein« stimnmig der ganzen deutschen Volkes mit der Politik des Retchikanzlers aus sdnoeri, bezeugt auch die Einigkeit und dis Kraft, mit welcher das deulsche Volk die Ausgabe, ein Hort des Friedens zu sein, nach jeder Richtung zu ersüll n deren ist." DieNati°nal.Z-.tung" glaubt, daß der Ausspruch de« R ich«! ranzlers gegen jeben Angriffskrieg de: dauernde Leitstern der deuischen Reichs, poluik sein und blerbsn werde. Der Reichskanzler habe, indem er das deutsche Volk mit dm, Gedanken vertraut mache, sich an die Leistung schwerer Militär, h^rera.° oBinBU?9t unimt Zustände zu gewöhnen, die Nation auch non der GemüthSverfaffung besrm, die das wirthschaftlicke Leben lähmte. Di: Voss. Ztg. sagt, man könne dem Feinde nicht freundlicher eine goldene Brücke bauen, als dies Fürst Bismarck gestern gethan. DosDeutsche Taaebl" W t-ich das Volk in Waffen sei dem Reichskanzler zu DankstSpfÄ! ®n rote der Reichskanzler gestern habe noch kein Deutscher den Wer b w G istes anerkannt, welcher in der Volksmacht lebe. y '

Arankreich.

Paris , 7. Februar. Die Rebe Bismarck's, ber man in Paris mit aroßer Spannung entgegensah, hat ungeheures Aufsehen gemacht; ber allgemeine Eindruck n Oberst) war, baß bie Rebe ein friedliches Gepräge zeige, und so ließ denn huVs Z°ulevarb-Bvrse eine festeSchlußstimmung erkennen. In den Blättern wird D0£ omchredenen Gesichtspunkten besprochen. DasJournal "des De- bemerkt, die Rebe lasse über manche Punkte noch Ungewißheit, doch nicht in bem \ n ^L'aer Einbruck auf bie öffentliche Meinung in Europa daburck ve? ketten^in^Rußl °rl ^erbJ; b?ru. beitragen, gewisse berechtigte Empfindlich-

ffThrtPn ? h6 ^b' bte durch dte Veröffentlichung bes Bünbnißoertrages verletzt »" Dadutch, baß Fürst Bismarck dem ehrlichen, graben Wesen des ^t!'ke"nung zollte, und indem er von Neuem hervorhob, daß die Weae de. .butschen Politik keineswegs Rußlands Vorgehen im Orient durchkreuzen würden wird er Rußland vielleicht dazu bewegen, den in ber Veröffentlichung des Bündniß' ^t-nCn ^"^druck ber Feinbseligkeit gegen Rußlanb zu vergessen. In dtesem ^mne möge man vor Allem bie Rede auffassen. Sie ist darnach angetban von Aufrechterhaltung des Friedens am Herzen liegt, mit einem Gefühle ber Genugthuung ausgenommen zu werden.Siecle" äußert sich folgendermaßen <&V0Pai 2 bfm Punkte angelangt, wo feine Völker einsehen werden, daß die eines Krieges weniger schwer zu ertragen sind als das langsam erdrückende Joch eines bewaffneten Friedens. Frankreich, dessen Geduld so manche Probe siegreich r*616 * "Ohl, daß es stark genug ist, UM ohne Sorge einem etwaigen ! ' Kampfe, zu welchem es gezwungen werden könnte, entgegenzusehen Bewahren wir I

uns diese kaltblütige Haltung; fahren wir fort, untere Wehrkraft zu üben und vor- jubereiten.Petit Journal" sagt, durch Bismarck's Rede gehe ein herrischer Ton mAni? ^^marck ausführte, daß aller Groll gegen Deutschland alle Eifer­süchteleien, Spionengeschichten in Frankreich und Rußland nicht da u ang-than wären

n el?xen ÄJie3 hineinzuziehen; für den Fall aber, daß Jemand Demsch?and den crmäye'. brobe er mit allen Schrecken des furor teutonicus. Bismarck ist bekannt- "b ein PoUtrker tm Helm, immer bereit, den Säbel zu ziehen. So lange im Aus- 5 be kba/ IrchM und das Uebergewicht Deutschlands allgemein anerkannt bleibt fann das System Bismarck's aufrechterhalten werden; der deutsche Friede aber ist nicht weniger unsicher und das unbehagliche Gefühl bei allen Völkern Europas wird dadurch nicht gehoben. Bismarck hat wieder einmal die Welt in Erstaunen gesetzt «ber nicht beruhigt." DerRadical" bemerkt in seiner Besprechung- Bisher ver- bunbeten sich bie Staaten gegen einen übermächtigen Feinb; Verbindungen mit dem Starken aber wie wir jetzt erlebten, sind ein Unding. Das siegreiche Preußen i7t fe?bftUrt?anLa4nnaf4 Verbündeten zur Vertheidigung umzusehen. Der Henker spielt sich Ui., s 5 SPtcr rUf ^und ruft Oesterreich und Italien zu Hilfe. Wenn Eurova gesunden Menschenverstand besäße, so würde es sich gegen den Tyrannen von dem es unterdrückt und vernichtet wirb, verbünden und erheben " DieLanterne" sagt: Wir nO^E.n ^us bem Jichalt der Rede bie Lehre ziehen, baß es für uns nöthig ist, gerüstet und reden Augenblick vorbereitet zu sein. Rußlanb wirb sich dieses gleichfalls merken Um geachtet dazustehen, gibt es nur ein Mittel, nämlich eine starke Streitmacht ru unterhatten. Bleiben wir friedfertig; lassen wir uns nicht hinreißen aber hüten mir uns auch vor Schwachheit. Mit einem Worte: Seien wir vorbereitet" <ßQh-" ße- merft: ."Der friedfertige Charakter der Rede Bismarck's wundert uns gar ntät Mit ward will nicht den Krieg, aber er ist darauf bedacht, das Erworbene zu sichern.

Der militärische Commentar ;um Diindnißvertrage der Iriedens^ machte.

in ^in^-n^^Z.b^sientlichung des deutsch - österreichischen Bündnißvertrages ist auch in rein militärischer Hinsicht ber Erhaltung des Friedens ein großer Dienst erwiesen worden. Seither wurde sowohl in Rußland als in Frankreichs der Unterstelluna ^sitssintlich Vorschub geleistet daß ein Krieg gegen eine der Vertragsmächte nicht oas sofortige Eintreten der gefammten alliirten HeereSmacht bedinge, sondern letztens Ä erfolgen wurde, wenn eine ungünstige Wendung in ber Kriegslage eingetreten sei

Oheime Hoffnung, welche mit dieser Auffassung verbunden war und welche dahin moglid) sein wurde, eine der Allianzmächte militärisch so zu schwächen der anderen Macht zu spät tarne - diese Hoffnung ist nun gründlich beseitigt und durfte zur Ernüchterung einerseits, sowie zur richtigen Schätzung des hpihpnU£?fGewichtes der vereinigten gleichzeitigen militärischen Machtentfattung ber betben Kaiserstaaten fuhren. Rußland ist schlechterdings nicht in der Lage einen ir?ei,lb sicher Aussicht auf Erfolg zu unternehmen, wenn es sich von'.Tarife hinten Heeren ferner beiden westlichen Nachbarn als Feinden gegenüber ÜEh' ^Ä-5"I^^?rston seitens Frankreichs kann hieran nichts ändern, da Frank- ^uckstcht auf Italien nicht so viel Streitkräfte gegen Deutschland entwickeln kann als ersorderttch sind, um das militärische Gleichgewicht auf dem ruffifeben ftrieg§= fi?nQPnP.Ul?9n^Cn verbündeten Kaisermächte zu verschieben. Außerdem ver- fugen die Centralmachte über den ungeheuren Vortheil ber inneren strategischen Linien. ?i*p0^nICn s ba nai bem Wortlaute bes Bündnißvertrags eine vollständig einheit- ^nFt?eLTnbHn0-ber Streitkräfte gesichert ist auf dem entscheidenden

dünkte jederzeit enie erdrückende militärische Uebermacht entwickeln, welcher »elbft ein °°rbund°t-S Fr-Nkr-Ich-Rußl-Nd getrennt durch Raum und Zett', in leiner Weis" gewachsen ist. Durch diese in die Augen springenden militäristhen Cons--guen;en der .eroffcniliuiten Vereinbarung wirb aber erst Oer richtige Gesichtspunkt gewonnen für etne auSreidjenbe Beurteilung ber politischen Tragweite bieses Meisterstücks Bis- marck scher Staatskunst. Die ganze Politik ber Centralmächte erscheint burch bie bestimmt gehaltenen Verhaltungsmaßregeln für den Kriegsfall in fo richtige unb klar vorge^chriebene Bahnen gelenkt daß jeher Zweifel ausgeschlossen bleibt über Ziel unb Richtung ber biplomatischen Aktion der Friedensmächte. Wer es jetzt noch unternimmt fer unb Friedensstörer zu spielen, kann mit mathematischer Sicherheit die ?{n^° K fetne§ berechnen, er kann so zu sagen schon im Voraus hus Facit seiner Niederlagen ziehen. Wir glauben aber nicht, daß irgend eine uns - e ndttche Macht nunmehr so thoricht und verblendet sein wird, die Kriegsfurie zu ent- e sein Schließlich fuhrt man doch nicht Krieg in der sicheren Voraussicht, geschlagen zu werden, und sowohl der russische wie der französische Generalstab befinden sich in rT* btc Chancen eines allgemeinen Krieges nicht allein abschätzen, sondern ziem- sT&Ä fa9!T Tonnen, wenn sie einigermaßen ihrer Aufgabe gewachsen sind. Weder Rußland noch Frankreich stehen irgend welche politische ober militärische Fak­toren zur Serie, welche ihnen im Kriegsfälle ein Uebergewicht über bie Centralmächte De: leihen konnten. Dagegen verfügen letztere numerisch, materiell und strategisch über |o viele unb enlscheibenbe Vortheile, daß nach menschlichem Ermessen jeder Angriff auf fie dem Gegner sichere Niederlage in Aussicht stellt. Dieses Gefühl unbedingter mili- tariicher Ueberlegenhert muß aber andererseits das politische Kraftbewußtsein ber Friedensmachle unb nicht minder bie Zuversicht der betreffenben Völker selbst so stärken daß sie dem getauschten Chauvinismus allenfallfiger Gegner schon Manches zu Gute hatten dürfen, vor Allem aber müssen sie sich nunmehr selbst fernsten von neroofer Stimmung, die sich in letzter Zeit vielfach, namentlich gegenüber Rußland machte. Dem Starken geziemt gesammelte Ruhe, nicht aber proDocirenbe rvereiztbeit.