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Beilage zu Jlr. 261 desAchmer Anzeiger.

Vermischtes.

., 3m Etatsjahre 1886/87 betrugen im Grotzherzogthum Hessen die Einnahmen an Administrativstempel für Gewerbebetriebe aus dem Gewerbebetrieb von Angehörigen anderer deutscher Bundesstaaten und von Reichsausländern nach Art. 29 und 30 des Gewerbsteuergesetzes 16 783.60 X, aus Wanderlagern 1510, aus öffent­lichen Darstellungen 9266.80, aus Tanz- und Musikhalten 78 445.50, aus Paßkarten 8611,40, aus Gewerbspatenten 27 562.40, insgesammt 187 839.79 X Die Steuer für sogenannte Wanderlager beträgt für je eine Woche oder den Thetl einer Woche in den Städten Darmstadt mit Bessungen und Mainz mit Castel 40 X, in den Städten Offenbach, Gießen, Worms und Bingen 30 X, in allen übrigen Städten und Dörfern des Großherzogthums 20 X, wovon je ein Drittheil der Gemeindekasse des Betriebs­ortes zufließen soll. Gelangen ausschließlich gebrauchte Gegenstände (Trödelwaaren) zum Verkauf, so beträgt die Abgabe die Hälfte der angegebenen Sätze.

Nach S 1 und 2 der Verordnung vom 27. August 1874, betr. die Jagd­waffe n s f e, darf, von Ausnahmen (Militärpersonen rc.) abgesehen, im Großherzog- thum Hessen Niemand außerhalb der Wohnorte mit einem zur Jagd tauglichen Feuer­gewehr erscheinen, ohne einen vorschriftsmäßig ausgestellten Jagdwaffenpaß bei sich zu Wen. Solche Jagdwaffenpässe werden nach § 3 der im Staats-, Gemeinde- oder Vrioatdienst stehenden Forstbeamten unter gewissen Voraussetzungen unentgeltlich aus- gestellt. Alle anderen Jagdwaffenpässe sind zahlbar und beträgt die Abgabe für einen

T .öutrgen Jagdwaffenpaß 12 X Im Gebiete des Großherzogthums wurden im Etatsjahre 1886/87 an Gebühren für Jagdwaffen vereinnahmt 45 660 X Auf die Oberhessen entfallen hiervon 11484 und von diesen auf die Kreise Gießen 3084, Alsfeld 1452, Büdingen 1824, Friedberg 2988, Lauterbach 1032, Schotten 1104 X

* * Eine für Jäger beachtenswerthe Entscheidung fällte am 26. October die Strafkammer zu Eoblenz. Am 14. Juni d. I. hatte sich ein Kaufmann mit noch zwei anderen Nimroden in die Layer Jagd, welche von dem Kaufmanne gepachtet ist, begeben. Man hatte es auf einen Rehbock abgesehen und jeder der Herren wählte einen verschiedenen Standort, der Kaufmann stellte sich in der Nähe des Eoblenzer Jagdbezirks auf, trat aber bald auf letzteren über und setzte sich etwa 4 Meter von der Grenze, den Blick nach dem Layer Gebiet gerichtet, nieder. Ein Forftbeamter bemerkte dies und brachte ihn wegen Ausübung der Jagd auf fremdem Gebiete zur Anzeige. Das Schöffengericht sprach den Angeklagten frei. Die Strafkammer dagegen ihn zu 14 Tagen Gefängniß. Das Gericht schenkte feiner Aussage, er habe nicht die Absicht gehabt, auf fremdem Gebiet zu jagen, keinen Glauben.

t Landwirthschaftlichest.

Der Werth der Torffire« für die Gärtnerei «nd de« Weinbau.

Von Fritz Möhrlin.

Der bei der Fabrikation der Torfstreu abfallende Torfmull besitzt ganz dieselben aufsaugenden Eigenschaften wie die Streue, dagegen ist er für Stallung weniger geeignet, weil er viel Staub erzeugt. Seine Anwendung zur Aufsaugung und Con- seroirung der menschlichen Auswurfstoffe und Geruchlosmachung der Abtritte wird bei uns leider noch kaum gewürdigt, während wir in demselben ein äußerst billiges Material besitzen, welches es ermöglicht, die so werthvollen menschlichen Auswurfstoffe für die Landwirthschaft erhalten und in passender Form anwenden zu können.

Dadurch, daß wir täglich einige Hände voll dieses Mulls in unsere Abtritte werfen, verwandeln sich die Fäkalien in eine pulverförmige ganz geruchlose Masse, welche mit der Schaufel leicht herauSgestochen werden kann.

Der auf diese Weise gewonnene Dünger hat nicht nur den großen Vorzug, daß er die sämmtlichen Bestandthelle der Auswurfstoffe enthält und daß dieselben der Zer­setzung nicht ausgesetzt sind, wie in flüssiger Form, sondern daß er den Boden auch lockert und mit Humus bereichert, was wir von der flüssigen Gülle nicht sagen können, welche den Boden schwer und klotzig macht.

. Die Vorzüglichkeit des auf diese Weise behandelten Fäkaldüngers ist in «ord- veutschland längst anerkannt und besitzen die öffentlichen Gebäude in Braunschweig und Hannover, sowie die meisten dortigen Privatwohnungen, Torfclosets, auch weiß der dortselbst so sehr entwickelte Gemüsebau bedeutenden Nutzen aus demselben zu ziehen.

Um nun ein näherliegendes Beispiel über die guten Dienste anzuführen, welche der mit Torfmull behandelte Abtritt berzLandwirthschaft und insbesondere der Gärtnerei leistet, gebe ich in Nachfolgendem einen Auszug aus einem Berichte, welchen Dr. L. Fürst I in Kitzingen in der Zeitschrift ,des. landwirthschaftlichen Vereins in Bayern ver- I öffentlicht.

(ieaebena)e2Iuf'e<.ina,tmiwt-ei?e Sed)t, theils zu solchen Anregung

SS kx ctnem Wembergstucke, wo elbst alte, ungefähr hundertiäbriae Stöcke firfi betanbw, die wegen ihres geringen Erträgnisses zum Ausstock n b/rettzbeftimSt waren, wurde ein Versuch mit Loirinenlorsdüngung gemachtund der Ersola mar .h!

,<ba, d°b diese allen Stocke di- jungen -ragsähig-n Mck-wett üb»- Ern7. »L^rachten der Qualität nach eine volle Ernte, «ähr-nd die übriae 8 halbe angenommen wurde. Ebenso war der 8uckeraebalt der ffwahnten Stöcke 75° nach Oechsle, während Muskateller sonst auch in Änstiaen 6ur4 bk TOa?f7sft5 err-,i.*?L 3nT Frühjahr 1886 wurden die reichlichen Fruchtansätze d-°eaen n^W n/s'°^ weshalb dieser Jahrgang nicht genannt werden kanm "kUe sich im Lause des Sommers und im Herbste bei diesen alten Stöcken ° r^lich-s und kräftiges neues Tragholz, daß es vielsach die Psähle über?°gle die

ÄÄTHiÄteä"3'" SÄS Sorte mkh^rLaaMM1111* eln U"°"jeig dafür sein, ältere Obstbäume von guter ^tragsfähiger zu machen. Die beste Zeit zur Düngung derselben ist im

Än 6 ' meifen di- Tfagknospen "ür Las nächste Iah?

c Wirkung des Latrinentorfes in Gemüsegärten war eine bäckst überrnfrhpnhi» an anderem Dünger, frischtaufge?kachtÄÄ

^Eung. Auf ein ausgemagertes Grundstück, das seit drei Jahren nicht «ÄÄÄÄ1-* * «ÄH!

m-is? ? einen.'Aucke von ungefähr 170 Quadratmeter über 2 Eentner gestochen worden' Spitz/weich"und °7n mildem G-fchmack°' WtU 615

wurdm,und im Juli kamen noch mehr Triebe'nachgefchoben', als zur E?haltun"d« Ricsenspargcls^z" bttuhm. ' ba> ®^cinlni6 btS Braunschweiger

hl,5t ?Äbcn®"te wurden auch noch Zwiebeln in ziemlicher Menge gebaut, die durchgängig über faustgroß wurden.(Württernb. Wochenbl. f. Landw )

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