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Darmstadt, 3. Februar. DieNeuen Heff. Volksbl/ schreiben: Wie früher schon erwähnt, hat da» Amtsblatt de» Großh. Ministerium» de» Innern und der Justiz, Abthetlung sür Schulwesen, vom 6. Zar.uar d. I». ein Lus- schretben enthalten, durch welche» die Beschaffenheit der in den Schulen ge­brauchten Schreibmaterialien, in Uebereinsttmmung mit der Mtnistertal Abthetlung sür öffentliche Gesundheitspflege den Anforderungen, welche die Rücksicht aus die Schonung und Erhaltung der Sehkraft zu stellen gebietet, entsprechend geregelt werden soll. Diese» Ausschreiben, welches unter Anderem auch schwarze Linien in den Heften sür empsehlenswerther al» blaue bezeichnet, ist dann in der Darmst. 3'ß*" vom 24. Januar zur Kenntntß de» Publikum- gebracht «ordex. Folg- vteser Bekanntmachung war, daß schon wenige Tage nachher in den Papier- und Schreibmaterial-Handlungen Hefte mit schwarzen Linien verlangt, die seither ausschließlich im Gebrauch gewesenen Hefte mit blauen Linien von den Käufern aber al» nicht zulässig zurückgewiesen wurden.

Ueberzeugt, daß e» nicht in der Intention der Großh. Ministerium» lag, durch sein Au»schreibe» die bei den Papierhändlern vorhandenen Vorräthe von Heften mit blauen Linien werthlo» zu machen und dadurch die Jntereffen der Genannten aus da- Empfindlichste zu schädigen, find wir vielmehr der Anstcht, daß gerade in der von dem Ministerium gewählte« Form einer bloßenEmpfeh­lung" anstatt einer Verordnung entsprechend den bet Reich-- und Staat»- ßeftßtn Üblichen Einführungs-Terminen eine billige Rücksichtnahme auf die betr. Geschäftsleute liegen sollte. Diese Anstcht ist freilich von Seiten de- Publikum» und auch der Lehrer schon verkannt und mißverstanden worden und wird, wenn fich die Behörde nicht in Bälde zu einer Erklärung entschließt, zum offenbaren Nachtheile der Papierhändler auch noch vielfach verkannt und miß­verstanden werden. Wie wir erfahren, beabsichtigen deshalb die hiestgen Papier­händler in dieser Angelegenheit bet Großh. Ministerium vorstellig zu werden, da fie von Heften bezw. Papier mit blauen Linien noch bedeutende Vorräthe auf Lager haben und daher ohne behördliche Aufklärung jene» Mißverständniffe- in hohem Maße geschädigt würden.

Darmstadt, 4. Februar. Am 23. Januar d. I». wurde der Schaffner bei den Oberhesfischen Eisenbahnen Heinrich Kolb zum Zugführer und der Bremser Anton Stock zum Schaffner bet diesen Bahnen ernannt.

UniverfitätS«Ghronik.

<x au D\uedie Stelle als Prosektor am anatvmischcu

Institut der Universität Halle vom 1. Januar d. I. übertragen oorbcn.

t 77 Ein reicher Bürger auS Chicaao, John. G. Furber, welcher mehrere Jahre die Hochschulen von Berlin und Heidelberg besuchte, soll nach der Rückkehr in seine Heimathstadt einen Betrag von 5 Millionen JL zur Errichtung einer Universität geschenkt haben, welche nach deutschem Muster eingerichtet und geleitet werden soll.

e ?°r"?stadt, 2. Februar. sPostpersonalnachrichten.j Angestellt sind die fccrdärt tfQntCn $erit n Darmstadt und Weißgerber in Mainz als Post-

Versetzt sind: der Postkassirer Uersfeld von Mainz nach Bückeburgbehufs uebernahme der Vorstehcrstelle bet dem Postamte daselbst, der Ober-Poftdireetions- iecretär Beltz von Oldenburg nach Mainz behufs Uebernahme der Postkassirerstelle oaselvst, der Postsecretär Nette von Gießen nach Hamburg, der Postassistent Maier von Gießen nach Konstanz und der Postassistent Sehrt von Konstanz nach Gießen.

Gestorben ist der Postsecretär Neuschäfer in Mainz.

Aus Oberhessen. (Berufsgenossenschaften.^ Nach einer vom Reichsoersiche­rungsamt aufgestellten Nachweisung über die Rechnungsergebniffe der Berussgenossen- schaften sind im Jahre 1886 62 Berufsgenossenschaften mit 366 Sektionen, 762 Mit- 6"edern der Genossenschaftsvorstände, 2356 Mitgliedern der Sektionsoorstände, 6501 "uensmännern, 39 angestellten besoldeten Beauftragten, 404 Schiedsgerichten und 2445 Arbettervertretern in Aktion gewesen, um die Unfallversicherung für 269,174 Arebe und 3,473,435 versicherte Personen, deren für die Umlage anrechnungsfähige

be 'Summe »on 2 228 338,965 M betrugen , durchführen. Dazu kommen

Ausfuhrungsbehörden der Reichs- und Staatsbehörden mit 48 Schiedsgerichten und 432 Arbeiteroertretern welche ihre Thätigkeit der Versicherung von 251,878 im Staats­dienst angestellten Arbeitern widmen. Von den Berufsgenossenschaften allein sind im Laufe des Jahres 1886 gezahlt worden: an Entschädigungsbeträgen 1,712,000 JV. (rund) n^I^ticnbcn Verwaltungskosten 2,324,000 JL, an Kosten der Unfallversicherungen rc.' 277,000 Mrt dem Reservefonds in Höhe von 5,102,000 JL und den Kosten aus der Uebernahme von mit Privatgesellschaften abgeschlossenen Versicherungsverträgen betrug die effektive Ausgabe der 62 Berufsgenossenschaften 10,305,000 Ji.. Für 9723 Unfälle wurden Entschädigungen gezahlt, 5,935 Angehörige von Gcivdteten wurden versorgt.

A Mainz, 5. Februar. In Folge der vielmaligen Stockung des Schiffs­verkehrs durch den Eisgang ist der Güterverkehr auf den beiderseitigen rheinischen Bahnen dermalen ein ganz enormer. Die Hessische Ludwigsbahn hat auf ihren rheinischen Linien mehrere Extrazüge fahrplanmäßig eingestellt und außerdem fahren fast täglich »eitere Extrazüge, desgleichen haben die Verwaltungen der Staatsbahnen auf den rheinischen Strecken Extragüterzüge eingelegt, die größtenrheils Nachts beför­dert werden.

. Der Freilegung und Restaurati»» des Kurfürstlichen Schlaffes hier standen bis letzt zwei an den monumentalen Bau angehängte, dem hessischen StaatsfiskuS gehirende Magazingebäude hindernd im Wege, über deren Beseitigung -wischen der Stadt und der Regierung schon längere Zeit Unterhandlungen gepflogen wurden. Diese Unterhandlungen haben jetzt zu dem Ziele geführt, daß der Stadt die beregten Maga- zingebäudc unter der Bedingung des Abbruchs zur Verfügung gestellt worden sind.

Telegraphischer «chiff»bericht

derRed Star Line" Antwerpen.

Der PostdampferBelgenland" derRed Star Line", welcher am 21. Januar von Antwerpen abging, ist am 2. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen.

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