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er betreffs des Antrags des Finanzministers Vorbehalte mache. Der Erwählte nahm

Die Budgetcommission beauftragte ihren Generalberichterstatter Roche, über'r forderte, wird nächster Tage ihr gerichtliches Nachspiel finden. Der fahrlässigen bas außerordentliche Kriegsbudget der Kammer zu berichten mit der Maßgabe, daß .. Tödtung beschuldigt, sind durch Beschluß der Anklagekammer vier Personen vor die ftairnfta des ^tnanimtnilters Vorbebalte mache. Der ßrmnhrfp nnhm fötrnffnmmer Nt-rmiesen und imnr hpr ffShHfrfi» (Snfpnmoiftpr unk Un»«-

Strafkammer verwiesen und zwar der städtische Hafenmeister und einer seiner Gehülfen welche beide Angestellte die Badeanstalt zu Beginn des Sommers zu untersuchen batten und über deren Einrichtung keinen Anstand erhoben haben, die Besitzerin der Bade­anstalt, sowie ein Bautechniker, der schon seit Jahren mit der Instandhaltung der Badeanstalt beauftragt ist. Neben einer langen Reihe Zeugen sind zu der Gerichts­verhandlung mehrere Sachverständige geladen.

Ein frecher Ueberfall erregt hier ziemlich peinliches Aufsehen. Das Töchterchen des Rechtsanwalts Dr. Feod. Mayer, welches sich der Zierde eines prächtigen Haar­wuchses erfreut, wurde am gestrigen Abend in einer belebten Straße von zwei Frauen­zimmern überfallen, welche dem Kinde den prächtigen Zopf abzuschneiden versuchten. Das kräftige Kind wehrte sich aus Leibeskräften und schrie um Hilfe, so daß die beiden Uebelthäterinnen den Zopf nur zur Hälfte abschneiden konnten. Obwohl ähnliche Fälle hier schon mehr vorgekommen, ist es der Polizeibehörde noch nicht gelungen, den Uebel- thätertnnen^auf die Spur zu kommen.

UniverfitätS-Ehronik.

München, 3. December. Eine Abordnung der städtischen Collegien mit den beiden Bürgermeistern an der Spitze überbrachte heute dem Geheimrath v. P e t t e n k o f e r anläßlich seines 70. Geburtstages eine von einer kunstreich ausgeführten Widmungs­urkunde begleitete Ehrengabe von 10,000 JL, welche als Stiftung für wissenschaftliche und menschenfreundliche Zwecke tm^Namen und Geiste des Jubilars für alle weiten dienen soll.

München, 3. December. Zum 70. Geburtstage Pettenkofer's stiftete die Stadt Leipzig 5000 JL für Hygieneprämten. Glückwünsche sandten ferner die Uni­versitäten Leyden, Moskau, Petersburg, Kiew, Klausenburg, Prag, Göttingen, New- Haven, das Reichsgesundheitsamt, der schweizerische Aerzteverein, die bayerischen Eor- poralionen des Aerztestandes rc. Der Prinzregent übersandte ein prächtiges Bouquet

, Jena, 3. December. Professor Meyer folgt einem Rufe nach Heidelberg an Schulze s Stelle.

Seit heute Nachmittag lagert auf dem Rhein ein derart dichter undurch­dringlicher Nebel, daß jegliche Schifffahrt eingestellt ist. Die Trajectboote können^nur mit der allergrößten Vorsicht fahren. Selbst in den Straßen ist der Nebel so dicht, daß man nicht weniae Schritt weit sehen kann.

,r sSchnetdige Antwort.) Serenissimus (empfängt den Obermeister der ^riseur-Jnnung in Audienz):Ah, ganz recht dankbare Erinnerung an trübe Tage sind's ja wohl gewesen, der Uns in der gefährlichen Nervenkrankheit die Haare so geschickt vom Kopfe schor?" Obermeister:Zu Befehl, Euer Durch­laucht, es war der schönste Abschnitt meines Lebens!"

Lokales.

Gießen, 4. December. Fürst Bismarck hat auf die Verleihung der theologi­schen T ocwrwürde hin an den Decan der theologischen Facultät zu Gießen nachfolgendes Schreiben gerichtet:

Friedrichsruh, den 22. November 1888.

Die mir Seitens der Universität Gießen erwiesene hohe Ehre hat mich herzlich erfreut und bitte ich Euerer Hochwohlgeboren den Ausdruck meines Zankes für diesen Beweis wohlwollender Anerkennung dem Herrn Rector, dem Senat und insbesondere auch den Herren Mitgliedern der theologischen Facultät über­mitteln zu wollen.

Eingedenk des Geistes, in welchem die Universität Gießen von dem Land­grafen Ludwig gegründet wurde, ist sie stets eine Vertreterin der Duldsamkeit auf theologischem Gebiete gewesen, und meinem Eintreten für duldsames und praktisches Chrtstmthum verdanke ich die Auszeichnung, die mir zu Thell geworden ist.

Wer sich der eigenen Unzulänglichkeit bewußt ist, wird in dem Maße, in welchem Alter und Erfahrung seine Kenntniß der Menschen und der Dinge erweitern, duldsam für die Meinung Anderer.

(unterz.) v. Bismarck.

Gieße«, 4. December. sNeues Theaters Wir sind in der angenehmen Lage, aus das morgen Mittwoch den 5. d. stattfindende Benefiz des Herrn Ema nue, Taußig verweisen, welches entschieden zu einem interessanten Theaterabend sich gestalten wird. Nicht nur die Wahl des Stückes, die blaue Grotte, Schwank in von Emil Pohl, das bei allen seinen Aufführungen sich des lebhaften Beifalls von Publikum und Kritik erfreute und die Gelegenheit die geradezu künstlerisch aus- gefuhrte, von Herrn Petri gemalte Grottendecoratton des 2. Aktes zu sehen, sondern N" Taußig mit zu den meistbeschäftigten und verwend- bursten Mitgliedern desNeuen Theaters" zählt, lassen ein volles Haus erwarten.

b«aU^TTr;°F, tC"F.;0C t ni£r nic! eEuemal zur Aufführung, da die Kosten der- ve^hLltnißmaßig bedeutende sind und die entsprechendeblaue Grotte" von "?n-r Ruder-Ge ellschaft" nur für diesen Abend Herrn Taußig zur Verfügung gestellt wurde. Die Hauptrollen befinden sich in den bewährten Händen

den Auftrag an.

Paris, 3. December. Bei der gestrigen Anti-Boulangisten-Conferenz in Nevers wurden mehrere Reden gehalten und eine Resolution angenommen, welche gegen cäsa- ristische Umtriebe protesttrt und Boulanger für einen Verräther des Vaterlandes und Plagiator Bonaparte's erklärt. Die Boulangisten in Nevers protestirten gegen die Haltung Lcs Präfekten, welcher den Empfang Boulanger's hinderte; das sei die Hand­lungsweise einer bethörten Regierung, die nur dem Namen nach eine republikanische fei. Wem, die Stunde gekommen sei, werde man wissen, in legaler Weise seinen Un­willen über derartige Gewaltthätigkeiten kundzugeben. Das letzte Wort werde ben Boulangisten gehören. Das Bankst.^zu Ehren Boulanger's in Nevers, an welchem 500 Personen theilnahmen, begann um 5 Uhr. Boulanger führte in feiner Rede aus, die gegenwärtige Lage fei eine ähnliche wie am 2. December 1851; aber kein Mensch sei so thöricht, ein autoritäres Regime wie damals wiederherftellen zu wollen. Man dürfe nicht auf 1851, sondern müsse auf 1789 zurückgretfen. Es lägen dieselben Be­dürfnisse im Innern vor, dieselbe Nothwendrgkeit, die nationale Vertheidigung zu organiftren. Hierzu sei die Revision der Verfassung das Mittel, um die Republik herzustellen, deren Verfassung alsnicht nach ministeriellem Belieben, sondern rin von der Nation ausgearbeiteter und von ihr angenommener Gesellschaftsvertrag roäre\ Ein solcher würde in Wahrheit die nationale Republik darstellen. In einigen Monaten würden 8 Millionen ihre Stimmen für eine solche Republik abgeben.

Brüssel, 3. December. Der Gemeinderath genehmigte einstimmig eine Ver­fügung, woourch alle öffentlichen, vom Bürgermeister nicht genehmigten Auszüge verboten werden. Die Verfügung ist durch die gestrigen socialistischen Kundgebungen motivtrt.

Sansibar, 3. December. Die Blokade-Geschwader gingen heute nach dem un­ruhigen Therle der Küste ab.

Washington, 3. December. Präsident Eleoeland ließ dem heute wieder zu­sammengetretenen Congresse eine Botschaft zugehen, worin er auf der Revision des Zolltarifs besteht, die nothwendig sei, um die ungerechtfertigte und gefährliche Anhäufung von Geldern in der Schatzkammer herabzumindern. Das Verhällntß der Vereinigten Staaten zu den fremden Mächten sei ein friedliches; über die schwebenden Fragen seien freundschaftliche Verhandlungen im Gange. Die Botschaft tadelt scharf das Verhalten Lord Sackoille's, empfiehlt im Uebrigen eine Revision der Naturalisationsgesetze und die Suspendirung der Silberausprägung; der Fischereioertrag mit England biete eine praktische Unterlage zu einer für beide Theile ehrenvollen Regelung der Differenzen.

Betreffs der Naturalisationsfrage sagt die Botschaft Cleoelands, er empfehle eine Revision derselben zur Verhinderung von Mißbräuchen Seitens der Einwanderer, welche das amerikanische Bürgerrecht nachsuchen, dann in ihre alte Heimath zurückkehren und sich dadurch den Pflichten und Verantwortlichkeiten in beiden Ländern entziehen, während sie den Schutz Amerikas beanspruchen, was ernste internationale Verwicke­lungen herbeiführe.

Die Einnahmen des im Juni abgelaufenen Finanzjahres weisen eine Zu­nahme von 7/a Millionen, die Ausgaben eine Abnahme von 8*/4 Millionen auf. Die Gefammteinnahmen für das Jahr 1888 werden auf 377 Millionen, die Ausgaben auf 273 Millionen geschätzt. Trotz des Ankaufs von Bonds beträgt der Ueberschuß im Staatsschätze 52Vt Millionen Dollars.

Mexico, 3. December. General Porfirio Diaz trat heute für eine neue Amts­periode die Präsidentschaft der Republik an.

Literarische-.

a Lexikon der feine« Sitte. Prakisches Hand- und Nachschlagebuch für alle Fälle des gesellschaftlichen Verkehrs. Von Kurt Adelfels. Broschin 3.60 JL Eleg. geb. 4.50 JL Verlag von Levy & Müller in Stuttgart.

Wer wäre nicht schon in die Lage gekommen, in irgend einer gesellschaftlichen tfrage sei es gelegentlich eines Besuches, sei es aus Anlaß eines Balles, einer @in= labung, einer Hochzeit u. s. w. sich Raths erholen zu müssen! Hunderte von Fällen epfliren, in denen selbst der in den gesellschaftlichen Formen Bestbewanderte eines Ehrers bedarf. In allen solchen Fällen wirdDas Lexikon der feinen Sitte" vor- treffliche Dienste leisten. Dasselbe ist gewissermaßen als der Ariadnefaden in dem oer- ichlungenen Labyrinthe des gesellschaftlichen Lebens zu bezeichnen, welchen sich ein Jeder zu eigen machen sollte, denn so wenig der Jurist alle Gesetze im Kopfe haben kann, so wenig kann selbst der Gebildete, der langst in der Gesellschaft heimisch ist, in allen Tauen und Formen des gesellschaftlichen Verkehrs Bescheid wissen, während doch in der Welt, wie sie nun einmal ist, oft nichts schwerer verziehen wird und das Fortkommen mehr erschwert, als ein vielleicht nur geringfügiger Verstoß gegen guten Ton und feine edtte. Das prächtig ausgestattete Buch wollen wir als ein für's Leben nützliches und gewiß auch bei Jung und Alt willkommenes Festgeschenk angelegentlich empfehlen.

Handel und Verkehr.

1 0^ 1hDecember. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd 1,051,10, Hühnereier, 1 St. 78 2 St.--ßmteneier 0 i Va-Ä..

der 00-00 H, Käse pr. St. 5-8 Käsematte pr. St 3 ^ Erbsen vr Pit^ß * Lins-n pr. Siter 29 Tauben pr. Sar JL 0,40-0,bb/Hühner pr? St ^0 80-100 Seiten pr. St. 0^01 20^ Enten pr. St. JL. 1,402,00, Ochsenfleisch pr Pfd

7 b- December. (Viehmarkt). Angetrieben waren 305 Ochsen.

4 Bullen, 422 Kühe, Stiere und Rinder, 248 Kälber 775 Hämmd fing

Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht? Ochsen 1 Qual 6k' 2. Qual. JL 56-59, Bullen 1. Qual. JL 41-42 2 Qual ^ 38 40 bt^66'

JC 14,75-fremb» ÄÄm M 00,00. Hafer hiesiger

Köln-Gießener Eisenbahn), 3. December. Auf den beutiaen hiesigen Markt wurden gebracht 702 Stück Rinduieh und 329 Schweine Tüe nächsten Mrsmartt? 2L ®CCCmber (Weihnach.dmark.) und am 28 ° December (L

, ^ie Beleuchtung der Treppen in den Häusern roirb trott nors atfommtoer Unfälle und wiederholter Ermahnungen Immer noch nicht gehörig beachtet an dieser Stelle nochmals daraus aufmerksam, daß nur der Hausbesitzer Pachter - sofern über diesen Punkt keine besonderen Verabredungen besteben- L ungenügender Beleuchtung ein Unfall auf der Treppe porkommt

an oie beschädigte Person gesetzlich verpflichtet ist. In Köln längst ein Hausbesitzer an einen Dienstmann, der auf solche Weise verun- ÄT SSJ&* E-Summe pon'ca.

Vermischtes.

Wedel^b-t°d^ De-emb-r. sPostpersonalnachrichten.) Der Postassistent worden bCm d°s'am.e in Heppenheim «Bergstraße) etatsmäßtg angestelli «ntlassem^ Pai'tverwalier Schnabel in Homberg (Oberhessen) ist aus dem Postdienste <H-flen^°^°" if* bK Ob-r - Postdirectionssecretär a. D. Fuhr in Grünberg Hin,uzichüug^o/KUch7mb7nd

1. April 1889 die hiesige höhere tiebranftnit 4 L h ? 9 Abschluß, daß zum einerhöheren Bürgerfchule" besaß zur wlr'kl^Ä Übergangszeit den Charakter stattliches^Gebäude ist mit dem heutioen"^^^^! a l s ch u l e ergänzt wird. - Ein Das Kaiserliche Postamt ^at mit0übergeben worden. Lokalitäten, die in Anbetracht des gesteigerten Verkehrs^"bgehabten

Schiff,Nachrichten.

S. [?.m »ffÄ'WÄrt

WeM gelegen fl°pf6aut unB W3nen Haarwuchses etwas

Betters Haarwasser (München).

ÄÄÄW ",««.achtet s7°°-n-st^Mt°rit-tm«rwf°hl-n,

WSchenttichr Aeberficht der Todesfälle in der Stadt Meße«.

481 Woche. Vom 25. November bis 1. December 1888. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 19,15°/«,. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im ° C oom

Gehirnentzündung 2 1 1* Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Lungenerweiterung 1 1 zn 1 ~

Bright'scher Nierenkrankheit 1 1 _

Eingeklemmtem Bruch 1 /n 1 /i\ __ ~

Selbstmord durch Erhängen 1 1

Scharlach j ~

w as, 'Summa: 7 (2) T(2j 1------------s------

in der betreffenden ftrnnthT1? 0cfc>,tm Siffem geben an, wie viel- der Todesfälle betreffenden Krankheit aus von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.