Vellage zu Jlr. 180 Öes „Achmer Anzeiger".
Sechster Verbandstag der Vereine Creditreform.
X X Leipzig, 29. Juli.
Bevor wir in die Berichterstattung über den Verbandstag etnlreten, bringen wir das Begrüßungsschreiben des Herrn Oberbürgermeister Dr. Georgi hier zum Abdruck. Dasselbe hat folgenden Wortlaut:
An den Verband der Vereine Creditreform (zu Händen des Herrn Aug. Beier).
Die Abhaltung Ihres VI. Verbandstages tn unserer Stadt gibt uns Veranlassung, in Vertretung der Stadtgemeinde Sie herzlich willkommen zu heißen. — Die wette Verbreitung Ihrer Vereine und die hohe Mttgltederzahl derselben beweist, daß Ihre Bestrebungen, die Creditverhältnisse zu heben und in rechte Bahnen zu bringen, nicht nur in den Kreisen der Betheiligten Anerkennung gefunden haben, sondern auch seitens aller Derer, welchen eine Gesundung unserer wirthschastlichen Verhältnisse von Werth sein muß, insonderheit also auch seitens der berufenen Vertreter der allgemeinen Interessen Beachtung und Würdigung verdienen. — Wir geben daher dem Wunsche Ausdruck, daß Ihre Verhandlungen in unserer Stadt gedeihlichen Fortgang nehmen und von den besten Erfolgen begleitet sein mögen.
Hochachtungsvoll
der Rath der Stadt Leipzig.
Dr. Georgi.
Nach Erledigung der formellen Angelegenheiten erfolgte die Verlesung des vom Vororte erstatteten Rechenschaftsberichtes. Derselbe bietet im Allgemeinen ein erfreuliches Bild von den Fortschritten, welche der Verband gemacht hat. Bis jetzt bestehen 233 Plätze, wo von den Mitgliedern direct schriftliche und mündliche Auskünfte geschäftlicher Art erholt werden können. Allein nicht blos in Deutschland werden die Ziele, welche die Vereine Creditreform verfolgen, in immer weiteren Kreisen gewürdigt, auch in der Schweiz haben dieselben bei zahlreichen Geschäftsleuten Anerkennung gefunden und es hat sich dort im Anschluß an die deutschen Vereine Creditreform eine „Schweizer Vereinigung gegen schädliches Credttgeben" gebildet. Der Antrag, daß diese Schweizer Vereine in den Verband ausgenommen werden, wird in den wetteren Verhandlungen durch die Anträge seine Erledigung finden.
Es erfolgte sodann die Berichterstattung der Reoisionscommission, welche die Rechnungen geprüft und keine Einwendungen dagegen zu erheben gehabt bat. Im Rechnungsjahre betrugen die Gesammteinnahmen 11925.17 at, die Ausgaben 11251.71»*, so daß die Kasse einen Bestand von 673.46 JL aufweist. Die Bilanz über das Verbandsvermögen, welche mit dem 15. Juli abgeschlossen worden ist, gestaltet sich so, daß die gesammten Actioen 13 995.98 JL, die Passiven 10 852.64 JL betragen. — Ferner ist zu erwähnen, daß über 10000 Legitimationskarten (Ertrag 5205.80 ausgegeben wurden, die Verbandsbeiträge belaufen sich auf 8114.20 Jt
Eine überaus eingehende Debatte entspann sich über die Anträge, namentlich über die ersten drei derselben, die allerdings eine außerordentliche Wichtigkeit für den Verband haben. Der erste Antrag betraf das Vorortsbureau und den Vorort. Das Vorortsbureau hat einen solchen Umfang angenommen, daß dessen Einrichtung unabhängig von der Geschäftsführung eines Vereins nothwendig erscheint, und die Verlegung des Domicils für den Vorort nach einem größeren, mehr im Centrum des Verbandes gelegenen Platze entspricht einem vielseitigen Wunsche. Das Ersorderniß der Stabilität des Vorortsbureaus ergibt sich aus den zunehmenden Schwierigkeiten, welche der von Jahr zu Jabr wachsende Umfang des Bureaus und der ihm obliegenden Erledigungen mit sich bringt. Unter namentlicher Abstimmung nahm der Verbandstag folgenden Antrag an:
Das Vorortsbureau soll von der Geschäftsführung eines Localvereins getrennt werden und der Vorort selbst für die Zukunft dauernd nach Leipzig verlegt werden.
lieber den Antrag, durch welchen dem Verband der Vereine Creditreform Corporationsrechte verliehen werden sollen, entspann sich eine überaus lebhafte Debatte (Herr Rechtsanwalt Dr. Zehme empfahl dem Verbände nach Lage der Sache, daß derselbe die Rechte einer juristischen Person erwerbe: der Verband solle also eine Genossenschast mit beschränkter Haftpflicht werden. Die Bedenken, welche gegenüber einer derartigen Umwandlung geltend gemacht worden wären, könnten gegenüber den praktischen Vortheilen, die sich aus derselben ergeben werden, nicht als stichhaltig gelten. Practisch bleibt die Sache ganz so, wie sie bisher gewesen, durch die Erwerbung der Rechte einer juristischen Person soll nur eine strafte Centralleitung geschaffen werden. An diese Ausführungen des Redners schloß sich eine rege und lebhafte Debatte an), deren Ergebntß war, daß man eine Commission von 10 Mann wählte, welche sich mit der Angelegenheit nochmals eingehend befassen und dem nächsten Verbandstag weitere bezügliche Vorschläge erbringen soll.
Der von Würzburg gestellte Antrag 9 ging dahin: es solle die Geschäftsführung des Vorortes von derjenigen des Vorortsvereins getrennt, die Stelle eines Verbands- gesckäftssührers geschaffen und für letzteren ein Gehalt normirt werden. Als geeignete Person für diesen Posten wurde der bisherige Vorortsgeschäftsführer, Herr Kuntz, genannt. Nach nur kurzer Rede und Gegenrede wurde Herr Kuntz einstimmig als Geschäftsführer des Verbandes gewählt und ihm ein jährlicher persönlicher Anfangsgehalt von 4500 »* zugebilligt. Der Verbandsgeschäftsführer steht wie bisher unter der Controle des Vorstandes des Vorortsvereines und ist für seine Thätigkeit außerdem dem Verbandstage verantwortlich.
Der Antrag Zweibrückens, den Preis für Legitimationskarten auf 1 »* zu erhöhen, wurde nach längerer Debatte abgelehnt.
Am 30. Juli Vormittags wurden die gestern abgebrochenen Verhandlungen fortgesetzt und zwar mit der Weiterberathung der auf der Tagesordnung noch stehenden Anträge.
Eine Anzahl weiterer Anträge — es sind deren, wie bereits bemerkt, nicht weniger denn 52 — wurden theils abgelehnt, theils zurückgezogen, theils dem Vororte und theils einer Commission überwiesen. Die Anträge betrafen zumeist interne Angelegenheiten, Aenderungen der Statuten :c. und es entspann sich über jeden derselben eine eingehende Besprechung. Es muß hier ausdrücklich festgestellt werden, daß außer den Vorständen jeder der Deputirten, da wo feine Erfahrungen und Ansichten von Interesse waren, sich an dem Meinungs- und Gedankenaustausche betheiligte und daß somit die Berathung der Anträge eine überaus sorgfältige war.
Am Schluffe der Berathungen angelangt, erfolgte die Wahl des Ortes des nächstjährigen Verbandstages und es wurde als solcher Hannover gewählt.
Dem bisherigen Vorort Spei er wurde hierauf der officielle Dank des Verbandes gezollt, woraus der Verband von dem Vorsitzenden Herrn Demeter-Kempten geschlossen wurde.
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