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Message zu Jlr. 153 desAchmer Anzeiger".

Berlin. Die Beziehungen zwischen Nüssen und Franzosen müssen gegenwärtig, da die Deutschfeindlichkeit in der russischen Presse in Folge des Thronwechsels in Deutschland in den Hintergrund gedrängt wird und die Erkenntniß immer mehr Platz greift, daß man mit Deutschland vortrefflich in Friede und Freundschaft auskommen kann, naturgemäß in einer anderen Beleuchtung erscheinen. DieNowosti" veröffent­lichen die Arbeit eines ihrer Mitarbeiter, in welcher derselbe auf Grund eigener in Paris gesammelter Eindrücke die wichtigen Fragen erörtert, was die Franzosen eigent­lich von den Russen wollen, aus welchem Grunde sie Rußland bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit den Hof machen? Derselbe kommt zu folgenden Resultaten: Hinter der ganzen Russenschwärmeret der Franzosen steckt nichts als schnöder Egoismus, sie wollen mit russischem Blut Elsaß-Lothringen zurückerwerben, erstaunlich gleichgiltig sind ihnen an sich die Interessen Rußlands. Diese Erkenntniß mag denjenigen Politikern, die in sentimentalem Gefühlsdusel nationale Anti- und Sympathien zu ihrer Richtschnur nehmen, recht störend sein, aber auf die Dauer werden sie sich ihr nicht verschließen können und werden einsehen lernen, welche nackte Selbstsucht hinter den tönenden Phrasen eines Paul Deroulede oder Monsieur Millevoye sich birgt.

lieber die bevorstehende Begegnung zwischen Wilhelm II. und Alexander III. ist einstweilen über Ort und Zeitpunkt der Entrevue etwas Bestimmtes nicht zu ent­nehmen. Doch spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß nicht in Kiel und auch nicht in Kopenhagen die Zusammenkunft erfolgen, sondern daß Kaiser Wilhelm II. als Gast des Czars nach Petersburg reisen werde, wo er etwa Mitte Juli eintreffen dürfte. Eine Kieler Nachricht leitet aus der beschleunigten Indienststellung der kaiserlichen NachtHohenzollern", zu deren Commandant Prinz Heinrich ernannt wurde, und die für den besonderen Dienst der kaiserlichen Familie bestimmt ist, die Vermuthung ab, Kaiser Wilhelm werde sich auf dem Seewege nach Petersburg begeben. Dieselbe Nach­richt bringt auch der Londoner Standard, der als Datum der Abreise den 14. Juli angibt und weiter berichtet, in Petersburg würde der Kaiser mehrere Tage bleiben, während deren prächtige Feste veranstaltet werden würden.

Kiel, 30. Juni. Prinz Heinrich von Preußen hat heute seine hohe Gemahlin in unsere Reichskriegshafenstadt, in ihre zukünftige Residenz, eingeführt. Der Seemann hat, seinem Berufe gemäß, seine junge Gattin aus dem Binnenlande an den Strand des Meeres gebracht. Hoffen wir, daß der Tochter des hessischen Fürstenhauses es hier recht von Herzen gefallen möge, sodaß ihr eine zweite Heimath hier erstehe, so lieb und schön wie immer nur denkbar. Was die Bürger der Stadt Kiel dazu haben beitragen können, um den ersten Eindruck, welchen die Prinzessin hier gewinnen mußte, zu einem wohlthuenden und angenehmen zu gestalten, war geschehen. Die Häuser hatten ihren Festschmuck angelegt, Ehrenpforten waren erbaut und an den größeren öffentlichen Plätzen, an welchen die prinzlichen Herrschaften vorbeifahren mußten, waren besonders hervorragende Fahnen- und Laubausschmückungen angebracht. Die Verkaufsläden der Stadt waren insgesammt prachtvoll verziert. Das Kieler Publikum, groß und klein, war schon früh zum Empfang auf den Beinen. Die Männer und Knaben hatten zumeist in dem Spalier, welches sich vom Bahnhof durch die fortlaufenden Straßen zog, Aufstellung genommen; die schönere Hälfte unserer Einwohnerschaft hatte gesucht, an den Fenstern der Feststraßen Unterkommen zu finden, um von dort dem jungen Paare herzlichen Willkomm darzubringen. Die Bahnzüge hatten heute viele Fremde hergeführt, die ebenfalls kamen, die lieben Einziehenden zu begrüßen. Ueberall erschollen jubelnde Hurrahrufe, vornehmlich beim Erscheinen des Paares auf der Rampe vor dem Bahnhof und überall gewahrte man freudestrahlende Gesichter, auf denen sich die Herzlichkeit der Begrüßung wiederspiegelte. Nachdem die Ankommenden in einer An­sprache vom Polizeimeister Lorenzen in Vertretung des Bürgermeisters am Bahnhofe begrüßt worden, worauf der Prinz in wenigen Worten dankte, begab sich Prinz Heinrich die Treppe hinunter und nahm die Parade des Seebataillons vor dem Bahnhof ab.

Univerfitüt» - Ehronik.

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Sodann hol e der Prinz seine hohe Gemahlin, welcher inzwischen von einem klein.» niedlichen Mädchen ein prachtvoller Blumenstrauß überreicht worden war ^us d.^ Bahnhossgcbaude, worauf derselben die sämmtlichen anwesenden Stabes'»,6 m ßefteHt wurden. Die Prinzessin reichte schließlich dem Stationschef der b Ä rn" übernommen hatte, die Hand, welche dieser küßte Prin,Leinrickb.°N! ""ng besonders herzlich den alten General der Infanterie von Tresckow bei commantnrenber mit zum Empfang anwesend war. Die Fahrt durch die

Stadt nach Bellevue gestaltete sich zu einem wahren Triumßhugeni*t «nbmÄhS Hoch tonte fortwährend den Ankömmlingen entgegen Die SUaüe n^ dem Schloß, dem künftigen Wohnsitze des Prinzenpaares war mit Trtnnpn!LVOr bestr-ut, etwas weiter hinaus im Schloßgarten hatten die Schulkind» Blumen aul d^ Pfad gegeben. In dem vorläufigen Ausenthaltsort Bellevue empfing ^ne Ebrenm^ der Matrosen das hohe Paar. Die Schiffe der kaiserlichen Marine infiSÄ?

5? ch ^schmückt und salutirten. Es sind gegenwärtig anwesend- £tt

Mchtschiff), Gneisenau, Moltke, Stein, Prinz Adalbert OLchulaeschwader^^d-^ Baiern, Kaiser (zum Panzergeschwader gehörend), ferner Friedrich der

Ott-r, §°b-n,oltern Lu,se, schwalbe, Blücher, Ulan * (to ®r°^\ 3rcnc'

Lübeck, 1. Julr. Auf Veranlassung der Lübecker Handelskammer iftinr Weiterung und wirksamen Pflege des Lübecker Grobindustriewesens cfli? aus H * gliedern bestehende Permanenz - Commission eingesetzt worden wiI 28r"J! Interessen der Arbeiter angelegen sein läßt und auch in d^ei-r die

Itch- Thätigkeit ausgenommen hat. In der lebten ©Luna ift eineÄÄrM* bestehende Sondercommission eingesetzt worden, welche sich mit der Frage SäfHam wie aus Grund des in Lübeck fühlbar geworbenen Mangels Ä ub Ä grbelterroo6nungen für das Wohnungsbedürfniß der Arbeiter gesorg werde? äÜ». In der Sitzung war zugleich ein diese Angelegenheit begründendes und beleuch,^«- Memorandum vorgelegt worden, dessen Darlegungen davon auäainaen hn& s 3 Interessen der Industriellen selbst der Commission kein Gebiet 0fn0nM,» r- den d-r Interesse der Arbeiter. Die Arb-iterw7hnungsbestrebunaen »ÄÄ aI5 solche, welche gegenüber einem vorhandenen großen Wohnunasmanael

wort-, s° solle bei den Bemühungen der Commission

gefaßt werden, den Arbeitern den Selbsterwerb dec 2Bobnunaen n, LI 5 Vorlage fordert nach Berücksichtigung der Verhältnisse Lübecks rur Arbeiter-Bau-Genossenschaft auf. Die Spefial Commissionsoll bk No?sckw^0 e.*ncr das Ersahrungsmaterial anberer Städte sichten und prüfen und don^, "rufin, richt und mit Vorschlägen an das Plenumb sTwmS Wtt Se"

Mittwoch, den 4. d. M, zu Gießen sollen gegen gleich baare Zah­lung durch den Unterzeichneten öffentlich versteigert werden:

a) Nachmittags 2 Uhr tKirchenplatz Nr. 15 III. Stock):

l Kleiderschrank, 1 Commode. Unmittelbar nach dieser Versteigerung in der früher Bramm'schen Hofraithe (Neustadt 55):

1 Nähmaschine, 1 Commode, 1 Kleider­schrank, verschiedene Wirthstische, ein Sopha, einige Sessel, 1 Secretär und sonstige Mobilien, 2 silberne Taschen­uhren, 1 goldener Ring, 1 Parthie Wollewaaren und verschiedene Herren- kleidungsftücke.

Beide Versteigerungen voraussichtlich bestimmt.

Gießen, den 2. Juli 1888.

Engel,

5451_______________Gr. Gerichtsvollzieher.

Mittwoch, den 4. Juli, Nachmittags Vr2 Uhr, werden in der Flett'schen Hoiraithe da­hier gegen Baarzahlung: Sopha, Kom­moden, Kleiderschränke, Glasschränke, ein Regulator, zwei Nähmaschinen, ein Stoß­karren, eine Kuh, zwei Pferde u. a. m. ver­steigert.

Geißler,

5448_________________Gerichtsvollzieher.

Montag den 9. und Diens­tag den 10. Juli, Nachmittags 2 Uhr, wird das vollständige Mobiliar des Hrn. Lehrer Haas, Bahnhofstraße 33, im Hause des Herrn Sattler Friebel wegzugs­halber versteigert. Es kommen zum Aus­gebot :

1 amerik. Schaukelftuhl, 1 amerik. Uhr, 1 Berticow, 1 Garnitur: Sopha, Stühle, ovaler Tisch und Spiegel, Teppiche, Kommoden, zweithüriger Kleiderschrank, Photographierahmen, 2 Petroleumheerdchen, Haus- und Küchengeräthe; ferner: zwei fast noch neue Betten, Weißzeug, Bettüberzüge, Bettstellen mit Matratzen, Küchen- j schrank.

Alles gut erhalten.

5365 Im Auftrag:

LoutS Rothenberger, Taxator. I

Aktgemeiner Anzeiger.

5411

5373

Unter hohem Protektorate

von uns baar ohne jeden Abzug auszahlbar.

Geißler, Großherzogl. Gerichtsvollzieher.

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toefert die ZDTogexi±La.nd.lung von Otte Sck&af, Seltersweg 39.

Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs von Hessen. Hauptgewinne in Kolb:

Wilhelm Attig,

9 Selter-weg v.

Arbeiter gesucht.

Bei dem Materialzug der im Bau begriffenen Nebenbahn Stockheim- Gedern finden fleißige Arbeiter gegen hohen Tagelohn mehrwöchige Beschäf­tigung.

Meldungen nimmt der Großh. Bau­meister Simon in Hirzenhain entgegen.

Nidda, 25. Juni 1888.

Großh. Baubehörde für Nebenbahnen.

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zu denkbar billigsten Preisen.

Mittwoch -en 1. Juli I. I.,

von Vormittags 9 Nhr und von Nachmittags 2 Nhr an,

werden im Saale des Hotel Einhorn gegen Baarzahlung versteigert:

I. 2 große Stücke schwarzes und 1 Stück blaues Tuch, für Kappen- macher geeignet, 1 großes Quantum Watte, 1 säst neue Näh- maschine, 1 Ausziehtisch, 2 Stühle;

D. 3L2Strohhüte,450 Filzhüte,6Cylinderhüte,914 Mützen aller Sorten, eine Anzahl Pelzmützen, Muffe, verschiedene andere Pchsachen, eine Anzahl Felle, 1 eiserne» Erkergestell für Hüte rc., 4 Reale, 108 Pappschachteln u. a. m.

Die Versteigerung findet bestimmt statt und wird mit den Gegenständen unter I. der Anfang gemacht.

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