die Grundsteuer zu 14 $ jährlich 1,14 beträgt. Der Grund und Boden, worauf > diese 8,2 Grundsteuerkapttal ruhen, hat aber nur einen Werth von 600 je
2. Jeder Kapitalist hat das Recht, seine Schulden an seinen Kapitalien abzuziehen. Er besteuert nur seine wirkliche Rente. Ganz anders beim Grundbesitz. Mag ein Bauer ganz verschuldet sein, die Schulden resp. Zinsen derselben gehen an dem Grundsteuerkapital nicht ab. Welch' eine Ungleichheit! Welcher Kapitalist würde sich so etwas bieten lassen?!
3. Wie verhalten sich eigentlich Grundsteuer und Kapitalrentensteuer zu einander? Beispiele lehren. Vor uns liegt ein Steuerzettel mit 500 Jü Grundsteuer- und 225 JL Kapttalrentensteuerkapttal. Welche Werthe stehen hinter diesen Zahlen ? Der zu 500 Grundsteuer angesetzte Grundbesitz hat nach ortsüblicher Weise einen Werth von höchstens 30 000 v4L Hinter den 225 «X Kapttalrentenfteuer steht ein 3V2procentiger in deutschen Papieren angelegter Werth von 80 000 JL Der Bauer bezahlt mithin nach dem neuen Steueraus^chlag von seinen in Grundbesitz angelegten 30000 JL eine jährliche Grundsteuer von 70 JL, der Kapitalist dagegen von seinen 80 000 JL jährlich nur 38.25 JL Dabei nun liefert das Kapital seine Rente fast ohne Mühe und Arbeit; der Bauer aber muß seine Rente erst im Schweiße seines Angesichtes dem Boden abringen. Ja es dürfte sich fragen, ob der Grundbesitz überhaupt eine Rente liefert. Die so viel gerühmte landwirthschaftliche Enquete für das Großherzogthum Hessen bat wenigstens den Beweis geliefert, daß der Grundbesitz vielfach gar keine Rente abwirst (wie ja aus dem s. Z. von Herrn Schlenke diesem Blatte betgegebenen Auszug ersichtlich war).
4. Wie stehen die Dinge beim An- und Verkauf und bei der Uebergabe an die Kinder? Der Vater vertheilt die obengenannten 80 000 JL unter seine Kinder und läßt dem Staate das bloße Zusehen; bei der Verthetlung des Grundbesitzes aber muß er zwischen 200 und 300 JC. für Stempel an die Staatskasse bezahlen. Kauft man für 3000 JL Papiere, so bekommt der Staat an Stempelsteuer — 20 für einen Grundbesitz von 3000 <X, der jüngst verkauft wurde, wurden dieser Tage 42 stempel erhoben.
Wer hat also am meisten zu bezahlen? Der Bauer > mit seinen 14 H oder der Kapitalist mit seinen 17 H? Wir überlassen die Beantwortung ruhig jedem ver- » Künftigen Menschen und meinen nur, die hohe zweite Kammer hätte einen gerechten I Beschluß gefaßt.
Handel und Berk ehr.
r. ,, ~ Aus Anlaß der in diesem Sommer in München stattfindenden drei Aus- Ubuungen gibt dre Hessische Ludwiqsbahn von ihren Hauvtbahnhöfen Bingen, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Franksurt-Ostb., Hanau und Limburg in der Zeit vom 15. Mai bis Ende September nach München Rückretsekarten zweiter und dritter Elasse mit vlerzehntägiger (statt fünf- bis sechstägiger) Gültigkeit zu den Preisen der gewöhnlichen Rucksahrtkarten aus.
dc£ntmbAur9' 2* Mai. Rother Weizen pro Malter JL 16 45, weißer Weizen 10-95- Gerste JL 9-90, Hafer JL 7.30, Erbsen 00.00, Kartoffeln JL 0.00.
«« ^raü!Iurt' 21 Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Matter Jt 6.00—7.00, das Gescheid 00--Eier das Hundert JC. 0.00—0.00, das
„A^utter im Großen JL 00.00—00 00, im Detail das Pfund JL 1.00
bis L10, Weißkraut per Stück 00—00 4, Rothkraut per Stück 10—50 Kohlrabi A^Diück 0-0 Ochsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 35-60
35—50 Schweinefleisch 60—70 H, Hammelfleisch 50—60 1 Hahn
0.00—0.00, 1 Huhn JL 000—0.00, 1 Ente Jü 0.00—0.00, Gans Pfund UO—004, 1 Taube 00-00 4, Welsche 0 00—0.00.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesetlschsst.
Freitag Abend 6$° Uhr, Samstag Vormittag 809 Uhr, Samstag Nachmittag 330 Uhr, Samstag Abend 895 Uhr-
Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde.
Heute Donnerstag Abend 8 Uhr: Missionsftunde in der Kirche, die deutfch- eoangelifche Mission in Ostafrika; Pfarrer Schlosser.
Es wird geläutet werden.
Cisenbahn-Directions-Besirk i Hannover (Königliches Eisen dahn-Ketriebs-Amt (M -W.-H).
Bekanntmachung.
Samstag, drn 5. Mai 1888, werden die Gräsereien an den Bahnböschungen zwischen Lollar und Gießen auf eine Reihe von Jahren öffentlich meistbietend verpachtet.
Zusammenkunft 8Vz Uhr Vormittags am südlichen Ende des Bahnhofs Lollar.
Gießen, den 2. Mai 1888.
3777 Königliche Bahnmeisterei 14.
Dienstag, den 8. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden auf vormundschaftlichen Antrag im I Kohler mann'schen Hause, Sand« ■ gaffe 64, die zum Nachlasse der M a rt in ' Kohlermann's Wittwe gehörigen Mobilien, als: ein Sopha, Stühle, ■ zwei Betten, Kommode, Konsol, t Waschtisch, Weißzeug, Küchen- und ' Hausgeräthe versteigert.
In Auftrag: 3784 ?
F. Hoffmann, Ortsgerichtsmann.
Montag, den 7. Mai,
Nachmittags 2 Uhr, werden im Bramm'schen Saale, Neustadt 55, zu einer Hinterlassenschaftssache \ gehörige Möbilien, als: zwei Küchen- schränke mit GlaSaussatz, ein großer Spiegel, Tische, ein Nähtischchen, Stühle, eine Blumenbank, ein Blumenkorb, Bettstellen, Bilder, eine , Kommode, eine Nähmaschine, ein s Comptoirvult mit zwei Schränkchen, einige Christofflesachen, eine ; säst neue Standuhr, zwei Lenz- - kirchener altdeutsche Itegu- j lateure, eine kleine schöne Wand- ; nhr, sowie sonstiges HauS- und Küchen- i geräthe rc. versteigert. 3788 \
In Auftrag: {
F. Hoffmann, Ortsgerichtsmann. ?
Freitag, den 4. d. M., \
Mittags 2 Uhr, werden in meinem Bureau versteigert:
1 Secretair, j
1 Schreibtisch,
2 Verticow, j
1 Sopha, 1 Nähtischchen, 1 Kommode, ? 1 Taschenuhr mit Kelte u. Medaillon.
Gießen, den 3. Mai 1888. ' [
Bühner,
3792 Gerichtsvollzieher.
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