1888.
Nr. 125 Freitag den 1. Juni
Gießener
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Dureaur Schul st raße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Amtlicher Hheil.
Das Großherzoqlichc Stcuer-Commiffariat Gießen au die Großherjvglichen Bürgermeistereie« des Bezirks.
Von Großherzoglichem Ministerium der Finanzen ist die Frist zur Vorbtingung von Reclamationen im lausenden Jahre dir zu End. Jun.
Wir ersuchen Sie um alsdaldige ortsüdliche Bekanntmachung.
Gießen, am 31. Mai 1888.Süfsert. _
Bekanntmachung.
Lonntaa den 3. °luni l. I. soll zu Gießen im Gasthause „Zum Einhorn" daselbst
i) um 10 Uhr Vormittags eine G.n«ralversamwlung de» Gießener Verein« für Züchtung und Deredluug der
2) E l^?"M'n/g?°!n?G?n«aIversa»mlung de» landwirthschaftlichen »ezirkSvereiu» Gießen
W» $0*nb,n.. e» d-. »>--,>«»«.
b) die statutenmäßige Ergänzungswahl des Vorstandes, bezw. Ausschusses, die Vereinsrechnuna für 1887 und Aufstellung des Voranschlags für 1888. .
Die Herren Bürgermeister werden freundlichst ersucht, diese» auf geeignete Weise bekannt machen zu lasten und zur Kenntmß der Mtgluder b
Vereine zu bringen. .
D"mst°dt, den 1°88. ^ be8 landwirthschaftlichen Bezirkrvereins und des Viehzuchtverein» Gießen.
Nover, Regierungrrath.__ ■
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Telegraphische Depeschen.
Gesellschaft zu
Arbctt^sminister soll mit°!er Ostbahngef-llschaft S-ritf-brik°Mm und WW ^'L^«ÄlL'de?Brknn-r"w7r nurdmL
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Politische Ueberskcht.
Gießen, 31. Mai.
HST eigms für den TonpSn h-rg-stellUr Bierkrug mit Widmung wurde H Demselben übeE. ber Jür bie
Wolff'S telegr. Correspondenz - Bureau.
Berlin. 28 Mat. Seine Majestät der Kaiser hatte eine recht gute Nacht. Um 9 Uhr traf der Kronprinz ein, erkundigte sich nach dem Befinden des KaiseA begleitete das vierte Garderegiment bts Westend und ritt dann nach Berlin zuruck Du-Kaiserin und die Prinzessinnen-Töchter machten Morgens einen Spazierritt. Die Kaiserin und die PrinAsin Victoria fuhren später nach Berlin zum Besuche des Heimathhauses der Töchter^hohner ^^cüern)eUte DOn io bis 12»/. Uhr im Park, hörte Vorträge und empfing den kommandirenden General des 5. Armee Corps Meerscbeid von Hüllesiem Die Kaiserin begab sich vom Heimathshause nach dem Letteverein (Koniggräyerstrabe) und verweilte dort eine halbe Stunde, dann nach dem Pestalozzi- und Frobelhause ur der Stetnmehstraße, von wo sie um 1 Uhr nach Charlottenburg zur^ckkehrte.
— Der Kronprinz empfing gestern den Reichskanzler. Morgen siedelt die kronvrinüiche Familie in das Marmorpalais zu Potsdam über.
Berlin, 30. Mai. Heute Nachmittag 5'/-Uhr fuhr das Kaiserpaar im osten n Wagen nach Berlin, im zweiten Wagen saßen ein Mgeladfutant und Mackenzie, svüter folgten die drei Prinzessinnen-Töchter nach. Der Kaiser verweilte kurze Zeit in feinem hiesigen Palais und kehrte darauf nach Eharlottenburg zuruck. Er hatte einen recht"befrietugenden Tag und begibt sich um 9 Uhr zu Bett - Die proiectrrte kurze Urlaubsreise Mackenzie's unterbleibt auf Wunsch des Kaisers.
Berlin, 30. Mai. Wie die „Neue Preußische Zeitung" vern mmt, habe der Kaiser an dem Vermählungstage des Prinzen Heinrich den Generaladjutanten General- likutenant ^in-r von den Cfficieren der-weite-
Garb- Jnfanteri- Brigab- im Löwenbräu an der W-idamm -Bruck- mranstatt-t-n «•»;«= ‘“InÄE"»””1"!ÄÄtt <ÜS
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Di- io erfreulich und b-ständi« fortschreitend- Besserung tm Befinden «»«<» «rirdrich« gestattete dem Monarchen am Dienstag - zum erst-n Mal- wied-r seit wnaer Zeit - di- Abnahme einer Trupp-n-Parade. Kronprinz Wilhelm führte in der elften Dormittagsstunde des genannten Tages die non ihm commanbirte G - Jnsanterie-Brigab- seinem kaiserlichen Vater im Charlottenburger Schlotzpaike vor, der Ka s-r saß während des militärischen Schauspieles in einer offenen Kal-,che. Die Druvoen defilirten zwei Mal vor dem allerhöchsten Kriegsherrn vorüber und gab derselbe wiederholt seine autzerordentliche Zufriedenheit mit der Haltung der Truppen -u erkennen. — An diesem Freitag Vormittag erfolgt ine U eb erst cd - l u n g K a i, er Friedrichs nach feinem vorläufigen Sommersitz Friedrichskron bei Potsdam uni) b gis Potsdam vermittels der Dampsjacht „Alexandra". Die Satienn begleitet Ten erlauchten Gemahl während der Waf,erfahrt, dagegen werden sich di- Prinzessinnen- Säckler ru Pferd von Eharlottenburg nach Potsdam begeben.
Das Gesetz, betr. die Verlängerung der Legislaturperioden in Preußen, ist vom Kaiser bereits vor einigen Tagen unterzeichnet worden. m .
Die nunmehr erlassenen Ansführungsbestimmungen zu der Patzvor- _ ...T r?icksländischen Regierung setzen diese Maßregel erst in das richtige pbpt*t ^Sie lassen erkennen, daß nicht nur die über die französische Grenze k^m^den Ausländer sondern auch diejenigen französischen Staatsangehörigen, welche /nb/renS-itm h-r zu mehr als 24|tünbigen Aufenthalt in bas R-ichslanb gekommen sind ^b-n Besitz eine» non bet b-ulsch-n Botschast in Paris nisirt-n Passes nachww-istn'haben und baß überhaupt von jetzt an bi- in Elsaß-Lothringen wohnenben Frankreichs einer schärferen Eontrole unterzogen werden sollen. Mit°b-iond-ret Peinlichkeit wirb künftig gegen bie im Jiei4§lanbe aufhältlichen actinen Anoebötiaen b-s französischen Heeres und der Marine, sowie gegen die “nb ‘ Ün ®mia?anten verfahren werden, da alle bi- unter bleie Kategorien fadenben ^genann n 9 t tägi6Em Aufenthalte im Reichslanbe außer bes Paffes noch ^mr°" ,onbe«k Erlaubniß ber reichsländischen Behörden bedürfen. Die Nordd. Alla Zig" commentirt alle diese Maßregeln dahin, daß sie nicht als Repressal en be- »■ ^nraänaen gegenüber auszufasfen seien, daß sie aber dazu dienen sollten, ^ni^ ntt« Beziehungen" zwischen Deutschland und Frankreich hcrzusteUen durch welche di- sriedensgesährlichen Frictionen im deutfch-sranzostschen Grenzverkehr nach gjtögltcfcfeit °^rdn-t-nhauf- vom Ministerprästd-nten Tisza
h, mnri<er Weltausstellung abgegebenen Erklärungen haben wegen ihres ? in Frankreich jenseits der Vogesen arge
Hinweises auf die u? Verschnupsung zeugt es, daß der französische Bot-
ttr "in W-n^D-eraiE schleunigst beauftragt worden ist, vorn Wiener Cabinet Auf- fchafter in Wien, De ’ ’ mißfälligen Steuerungen Tiszas zu fordern und klärungen über dtt d z französischen Depiüirtenkammer über diesen
a nnnpfunbiat morden ist' daß die Pariser Chauvinistenpresse den leitenden
Z1* Mi allen möglichen „Ehrentiteln" bedenkt, ist selbstperständ- n7°^n°nü?t rn urth-ilend-n Pariser politischen Kreisen ist man nicht ohne Be- lich. -ZN nüchterner ur 1 Letter der französischen auswärtigen Angelegenheiten,
S—- »«-ä* Regierung illusorisch zu machen. Der s Unterhandlungen angeknü-pft haben, um
zu entheben. Vielleicht kommt man noch dahin, den gesammten Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Frankreich aufzuheben.
Der Landtag von Finnland beschloß, die Todesstra e für Mord einzufuhren Es wäre von Interesse, die Beweggründe des finnischen Landtages für diesen Beschluß kennen zu lernen, da sich im westlichen Europa eine immer stärkere Bewegung für unbedingte Abschaffung der Todesstrafe geltend macht.
Von der serbisch-bulgarischen Grenze kommen wieder neue allarmirende Nachrichten Unter Anderem soll sich das in der serbischen Grenzfeftung Pirot lregmde Regiment empört haben und soll ein Theil der Meuterer auf bulgarisches Gebiet geflüchtet sein.
Darmstadt, 30. Mai. Ernannt mürbe am 26. Mai ber Steuerausseher i. P. Canzleigehilse Fiiedrich Mulch zu Darrnstabt zurn Ministerlal-Canzlisten bei bem Ministerium b-s Innern unb der Justiz. ., . ...
nn Darmstadt, 30. Mai. S-. Excellenz ber tommanbrrenbe General des 11 Armee-Corps, General p. Schlothelm, wirb am 2. Juni hier eintreffem um bie Truppen ber 25. Dipision theils hier, ferner in Offenbach, Mainz unb Worms zu beftd,ttnn.' Gelegentlich einer Fahrt von hier nach Se-Heim hatte am Sonntag S-Mk König!. Hoheit ber Großherzog bas Mißgeschick, ein Packet wichtiger Schriftstücke zu verliehen, ohne baß es bis jetzt gelungen ist, diese wieder zu erlangen.


