Einzelbild herunterladen

Beilage zu Nr. 101 desfliepencr Anzeiger".

NuLversttäts - Ekhronik.

Die Universität Bologna begeht am 12. Juni d. I. die Feier iüres 890jährigen Bestehens. Dre ganze gebildete Welt, besonders die deutsche, wird dem Verlauf der Feier mit Interesse folgen. Die Universität ist wohl die älteste der Welt. Sie soll aus der Rechtsschule des Kaisers Theodosius II. n. Ehr. entstanden sein und hat der Stadt, in der sie ihren Sitz bat, den ausgebreitetsten Ruf verschafft. Sie zählte oft mehrere Tausend (bis zu 10 000) Studirende aus allen Ländern Europas, namentlich aus Deutschland, Spanien, Ungarn u. s. w., und solche Studirende hatten ihre eigenen Collegten. Eine Eigenthümlichkeit der Universität war, daß sie viele weib­liche Mitglieder und Professorinnen hatte, die sich oft in hohem Grade auszeichneten. Noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts hielt die Dottoressa Laura Bassi Vorlesungen über Mathematik und Naturgeschichte und noch in der neueren Zeit saß Elotilda Tambronr auf dem Lehrstuhl der griechischen Literatur. Die Universität ließ in den Jahrhunderten der finsteren Barbarei die Fackel der Aufklärung leuchten, besonders berühmt aber hat sie ihre Rechtsschule gemacht. Jahrhunderte hindurch haben tausend und abertausend deutscher Jünglinge in Bologna ihre juristische Bildung erworben und Nechtslehrer von Bologna haben den deutschen Kaisern aus dem Hause der Hohenstaufen als treue Berather bet der Verfechtung des Reichsgedankens zur Seite gestanden.

Jena, 26. April. Bei der 8OOjährigen Jubelfeier der Universität Bologna am 11., 12. und 13. Juni d. I. wird unsere Hochschule durch ihren derzeitigen Prorector Herrn Professor Or. W. Prey er und Herrn Professor vr. Wendt vertreten sein, welche eine Votivtafel überreichen werden.

Wermifchres.

Wegen Weinfälschung wurde der Gutsbesitzer und Adjunct P. I. Wassemer von Deidesheim in Landau zu einer Geldstrafe von 1600 JL event. 100 Tagen Ge- fängniß verurtheilt. Der Angeklagte hat, wie die Untersuchung ergeben, unter Ver­wendung von Trester, Wasser und Zucker Weißweine hergestellt oder im günstigsten Falle die auf solche Weise erzielten Fabrikate mit Naturwein vermischt, das nunmehrige Product aber als reinen Naturwein verkauft. Ferner hat der Angeklagte Rothweine zum Verkaufe gebracht, welche der Hauptsache nach nur aus Tresterweinen bestanden. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren diese Weine, was jedoch nicht mit vollständiger Gewißheit festzustellen ist, sogar ursprünglich weiße Tresterweine, die sodann durch einen entsprechenden Zusatz von Dalmatiner Spalatowetn in Rothwein umgewandelt wurden.

* Alle Ameisen lieben wie die meisten Insekten Süßigkeiten ganz außerordentlich und meist nur durch Anwendung derselben gelingt es, den ungebetenen Besuch zu sangen und zu vernichten. Man lege zu diesem Zwecke an den Ort, welcher von ihnen besucht wird, ein dick mit Syrup bestrichenes Tuch und wird gar bald bemerken, daß sich dasselbe mit eifrig leckenden Ameisen, welche ihr außerordentlich feiner Geruchssinn herbeigelockt, bedeckt hat. Da diese an der klebrigen Flüssigkeit hängen bleiben, so ist die Tödtung eine sehr leichte, und man kann das Experiment so lange wiederholen bis auch der letzte zudringliche Gast für immer unschädlich geworden ist. Weiter em'

pfiehlt man als sehr wirksames Mittel, einen feuchten, mit Zucker bestreuten Sckwamm beistes ^selben jedesmal, wenn, seine Löcher mit Ameisen gefüllt sind in

QeH zu werfen, darauf mit neuem Zucker zu bestreuen und so in kurzer Zeit eine Menge die,er ost recht lästigen Jnsektest auf einfache Weise zu vernichten

Landwirthfchaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

is. Spr « Abnutzung des Federviehdüngers für den Gemüsegarten.) Jetzt im Frübiabr ^^^n-^o^hdunger eine außerordentlich werthoolle Sache, welcher sonst im ganzen aUerbüiflä unrichtiger Weise nicht beachtet wird. Von allen Autoritäten her lutr^> unbedingt anerkannt, daß dem Federoiehdünger eine bedeutende treibende Kra t innewohnt. Jndeß ist es nicht gleichgültig, wie man ihn verwendet er mutzi in fein venheiltem Zustande, also nicht klumpig sein. Auch empfiehlt Thaer' ^^,.^^viehdunger nicht unterzuhackcn, sondern in fein verteiltem Zustande zur Be- deckung der Beete oder der Saatreihen zu verwenden. Besonders ist zu rachen die Gurkenbeete bezw. dre Pflanzenrerh n mit Federoiehdünger zu bestreuen. Auch Mobr- ruben, furchten, Kohlarten ist die Bedeckung günstig. Die Carolten sollen danach fhUn n?ribernf Pi* "b Norden. Später kann dann der Dünger untergehackt werden. Um mtt « Unb JUm StrCUCn ^net zu machen, mischt man ihn am besten

r ~ ^er vorzügliche Rettige ernten will, muß sich von der sonst üblichen Methode dieselben aus das erste beste Gartenbeet zu säen, losmachen und dem in manchen Gegenden Suddeutschlands und auch in Oesterreich üblichen Brauche anschließen Rettig nur in frisch rigoltem Boden zu säen. Die Rettige werden dann so pikant und zart und saftig wie sonst nie. Am besten ist es breitwürfig zu säen, die zuerst aus- ^wach'-nen Fruchte werden dann verbraucht und fo wird allmalig sür die entwickeln gemacht, die sich unter den günstigeren Bedingungen bald gut

[Bum Anbau der Gurken.) Die Gurken werden gewöhnlich auf die Art angebaut daß man ihre Ranken sich auf dem Erdboden ausbreiten läßt. Das erfordert viel Platz und ist deshalb namentlich für Hausgärten störend, zumal sich die Gurken- pflanzen meist mtt dem ihnen zugetheil'en Raum nicht begnügen, sondern ihre Ranken über die Wege und über andere Beete ausbreiten, wovon das eine so unangenehm ist wie das andere. Wir empfehlen deshalb unseren Lesern, die in ihrem Hausgarten Gurken pflanzen, in diesem Jahre einmal nachstehend beschriebenen Versuch zu machen und die Curfert hochranken zu lassen. Man braucht dann die Gurkenbeete nur so breit wre die anderen Gemüsebeete anzulegen. Beginnen die Gurkenpflanzen zu ranken, fo legt man dre Ranken nach beiden Seiten des Beetes. An den Seiten entlana sckläat man in angemessener Entfernung (1V--2 Fuß) Stäbe ein, die oben durch eine Latte oder einen Draht verbunden werden. An den Stäben bindet man die Gurkenranken sowie sie lang genug sind, hoch und läßt sie dann ruhig weiter ranken. Durch dieses Verfahren wird nicht nur erreicht, daß Wege und andere Beete von den Gurkenranken tnrc; bleiben, sondern die Gurken gedeihen auch weit besser, weil sie so mehr Licht und Lust haben und namentlich nicht von der Nässe zu leiden haben.

IeikgeSotenes.

Kaffee, reinschmeckend, roh und stets frisch gebrannt, in allen Qualitäten und Preisen.

Als besonders prei-würdig empfehle einen vorzüglichen rohen Kaffee« per Psd- «M. 1.10.

Emil Orbig,

3201 Bahnhofstraße 30.

Drogerie

von 3473

Otto Schaaf, Seltersweg 39

empfiehlt:

Baumwachs, Signirtinle, Blu­mennahrung, DeSinfecttonS« mittel, WLscheartikel, Badein­gredienzien, Schwämme, Lufah, Mottentod, Mäufetod, Fliegen- tob, Schnakentod und sonstige Jnsetten-Bertilgungsmittel,

Salicylsäure zum Conserviren, Parfümerien-u. Toilettenmittel, J Seifen, Parquetwichse u Stahl- spähne, Stofffarben zum Selbst­färben. Himbeersaft, Gewürze, Brausepulver, Brausevonbons, KarkSbader Salz, Salicylva- seltne, Salmiakgläschen, Mövel- politur, Airßstreupulver, Hüh­neraugenringe , medicinische Verbandstoffe, Kindernähr- mittel, Pepstncffenz, Meisch- Pepton, Fleisch-Extrakt, Legu­minosen, bengalische Flammen, sowie alle sonstigen Medicinal- und technische Drogen- und Materialwaaren.

Kernseife r

prima weiße, per Vfd.....26

bei Abnahme von 5 Psd. ...24 ti lf «»10 . 23

bei Carl Schulze II., 3350 Schillerstraßc 7. 1

.Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die Lieferung von 40 Raummetern buchen Scheitholz für das Bürgerhospital zu Gießen soll im Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 5. Mai l. I. bei Armenkafferechner La über verschlossen ein­zureichen.

Gießen, den 26. April 1888.

Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.

A. Bramm.

t Neuheiten

:in Knöpfen, Schließen und Schnallen,

Soutachen und Perlenbesätzen in allen Farben, Ornamenten und Gebängen, schwarz u. farbig, Stahl- und Goldbesätzen,

T sowie alle Zuthaten für Damenschneiderei in größter T Auswahl und billigsten Preisen empfiehlt T

24oi Kobert Haas,

Seltersweg 18.

Schneiderinnen extra Rabatt Y

Corsetten

für Damen und Mädchen (Confir- mandinnen) in allen Weiten, besten Fayons und Stoffen, empfiehlt zu billigsten Preisen 2396

A. Fangmann.

Tapeten

große Auswahl in den modernsten Sachen zu Fabrikpreisen.

Georg Schultheis.

Marktstraße 3.

Reste werden ganz besonders billig abgegeben. 3208

Brennholz.

Buchen und Tannenholz, in guter trockener Waare, per Meter und per Centner, billigst bei 96 Andrea# Euler* 'Möbel - Lgc?

Ernst Lotz

Neustadt 11.

Das Neueste in

Soimenfctjirmm u. öntoutcas in großer Auswahl eingetroffen und empfehle solche zu billigsten Preisen 297i A. Fangmann.

Cementwaarenfabrik.

Unterzeichnete empfehlen sich dem geehrten Publikum in allen Cement- waaren, als: Krippen für Rindvieh und Pferde, Schweinetröge, Goffensteine, Treppenstufen, Podeflplatten in allen Größen, Thür- u. Fensterquinten, Thorpfeiler, Mauerabdeckplatten, Schorn­stein-Deckplatten, Brunnenrinqe, Flurplatteu in verschiedenen Farben und Größen, Cementröhren von 10 bis 60 cm Lichtweite; ferner sämmtliche Cementbauarbeiten, als: Gewölbe, Flurböden, Trottoire, wasserdichte Keller, Springbrunnen u. s. w. billigst und Alles unter Garantie ausgeführt durch 2421

Bellersheim. Geforiitler liöckeL

Bettstellen^ lackirt, ä 14

<1o. hochfein polirt, mit hohem und nie­derem Haupt, 5 cm stark ä 48 JL Sprungfedermatratzen, 3051] ä 18^

Ausziehtisch mit drei

Einlagen.....48 JL

Sophas von ... 25 Jt. an Waschtisch, lackirt

* mit Marmorplatte . . 28 Nachttisch, lackirt mit

Marmorplatte .... 12 JL

sowie alle sonstigen Möbel zu außer» gewöhnlich billigen Preisen.

Gothaer Cervelatwurst, das Beste was darin geboten wird, l empfiehlt 286t

Emil Elschbach.