Mann sei bei einer Drainirung mit 1000 JL an den Gesammtkosten betheiligt. Dieser Mann rechnet jedoch nicht so: 4Imal 51,75 — 2121 75 H, sondern so, wenn ich
die 1000 JL. ausleihe, so beziehe ich jährlich 40 JC Zinsen, habe also alljährlich nur 11 vM 75 zuzulegen, was in 41 Jahren — 481 JL 75 $ ausmacht, ich spare somit bet Entrichtung der Jahresrente 518 JL 25 H. Aehnltch wie mit dieser Anfangs- Abtragung ist es bei außerordentlichen Abtragungen im Laufe der Abrentungsperiode. Was geht nun hieraus hervor? Jedenfalls das, daß die Landesculturrentenkasse nicht nur sehr billig, sondern auch sehr bequem ist für die Abrentung von Meliorationskosten. Alle Freunde der Landwirthschaft, welche der Gelände-Verbesserung das Wort reden, sollten dabei niemals unterlassen, die Landesculturrentenkasse für die Geldbeschaffung zu empfehlen. Selbstverständlich kann sich diese Kasse nicht mit den einzelnen Bethetltgten, sondern nur mit den Vertretern von Genossenschaften und Gemeinden befassen, deren Rechner mit den Distrikts - Einnehmereien das Tilgungsrenten-Er- hebungsgeschaft zu vermitteln haben. Allein auch dieses ist eine angenehme Bequemlichkeit. Beauemer war es in gewissem Sinne allerdings mit den thetlweise noch fortlaufenden Tilgungsrenten. Dieselben sind eigentlich eine Fortsetzung der alten Grundlasten in festen Geldbeträgen, die bis zu Ende der Ttlgungsperiode zu entrichten, insofern nicht deren Reste-Ablösung erfolgte und bei Theilung von belasteten Parzellen erfolgen mußte. Die Steuerbehörden und Steuereinnehmer besorgten dabei alle Arbeiten. Jetzt bekommen dagegen die Gemeinden das.gewünschte Kapital, worauf diese die Abrentung einzuleiten und auszuführen haben. Der Staat konnte diese Vereinfachung wählen, nachdem die Gemeinden die Selbstverwaltung gewünscht und erlangt hatten. In diesen und ähnlichen Arbeiten müssen und werden die Gemeindebehörden sich schon zurecht finden. In der Gemeinde Bönstadt, welche einen großen Theil ihrer Gemarkung drainirt hat, wofür ca. 37 000 JL Kosten entstanden waren, hatte man von der Benutzung der Landesculturrentenkasse geradezu abgerathen. Allein die Gemeindevertretung blieb dabet doch anderen Belehrungen zugänglich; sie prüfte Alles und wählte das Beste, nämlich die Landeskasse, die hier nachträglich noch ihre Hilfe und damit der Gemeinde einen Vortheil von mehreren Tausend Mark gewährte. Das für Bönstadt eingerichtete Abrentungsverfahren, allgemein verständlich, wird auch der kommenden Generation einen Theil der Kosten zuweisen, was diese für recht und billig anerkennen müssen, da sie ja auch von den Verbesserungen, welche ihre Vorfahren ausführten, ernten. Die Mehrernten bilden meist vollkommenen Ersatz der Meliorationskosten, so daß diese gute Kapitalanlagen werden, wobei Kasseetnrichtungen wie die Landesculturrentenkasse vortrefflich als Sparkassen dienen. Da aber die Einlagen dafür geschehen müssen, so soll man, der schwachen Leute wegen, eine Ueberbürdung vermeiden. Bönstadt wird darum den anderen Theil der Gemarkung erst dann drainiren und die Felderregultrung vornehmen, wenn die Tilgungsrenten für die Grundlasten aufhören, was in wenigen Jahren der Fall sein wird.
Universität- - Thronik.
Jena, 26. Juli. Der bisherige außerordentliche Professor für Hygiene und gerichlliche Medictn, Herr Dr. August Gärtner Hierselbst, ist zum ordentlichen Professor in der medicinifchen Fakultät ernannt worden.
— In der juristischen Fakultät zu Heidelberg hat sich für französisches Civilrecht und Civilproccß Amtsrichter Dr. Alfred Semp aus Lahr habilitirt.
Vermisstes.
— sEin Schreiben von einem der Urenkel des deutschen Kaisers.^ Kaiser Wilhelm bekommt auch in Gastein eine ziemlich starke Post. Die Familten-Eorrespondenz allein mag schon ziemlich umfassend sein und jetzt hat sich noch ein neues Mitglied der kaiserlichen Familie diesem Reigen der Briefschreiber angeschlossen. Der neue, bis zu den nothdürsttgsten Anfängen der Schretbkunst gediehene Sprößling des Hohenzollern- stammes ist, wie die „W. Allg. Zig." berichtet, der älteste Sohn des Prinzen Wilhelm,
der Urenkel des deutschen Kaisers. Schon als Kaiser Wilhelm in Gastein A , sand er auf seinem Tische ein Couvert, bemalt mit vielversprechenden orn&Vm ' staben, das einen Brief auf vierfach lintirtem Papiere enthielt. Das Sr stammle von dem in Rede stehenden Urenkel des Kaisers. Ein Mflef(hInfL„rJ n“ der Mutter, Prinzessin Victoria, versicherte den Kaiser, daß Niemand ben ltel „ersten Briefes" diktirt, Niemand davon Einsicht genommen habe, ßädieinh , der Kaiser: „Das glaube ich der guten Victoria aufs Wort; denn hatte Zeug vorher durchgelesen, würde sie sicherlich nicht gestaltet haben, daß es aiJIuJS wird. Mein Urenkel stellt nämlich in sechs Zeilen neun Forder?,^^ an mich!" ü Zungen
— Ein schwunghaftes Geschäft betreibt ein Leipziger Buchhändler inserirte im „Leipziger Tageblatt" Nr. 196 „statt Zirkular": „Nachdem i* Äa i. I. 1873 die Berechtig, z. Betriebe d. Buchhdls. i. Lpz. erworben, wagte ich Mm v. M. d. Eröffg. e. kl. Buchladens. Auf e. dreimalige Anzeige in hies. Blttrn u -a dir. versandt. Anzgn. wurde ich auch bereits von den geehrten 500,000 Bewobn^ Leipzigs u. d. Umgebg. mit e. Bruttoeinnahme von 60 schreibe sechszia
beglückt. Ich knüpfe an dieses interess. u. glorreiche Ergebniß die kühne Hoffnuna ü' das Wohlwollen des geehrten Publikums im Verlaufe eines weiteren Monats viellÄ bis zu e. Gesammtbestellg. von 65 $ sich steigern werde und halte mich iU ? neigten Aufträgen, besonders auch der Herren Universitätsangehörigen MptLx bestens empfohlen." ' 9
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Das Vorkommen von Viehseuchen im Grohherzogthum Hesse«
während des Monats Mai 1887.
Milzbrand wurde festgestellt in Echzell im Kreise Büdingen am 2. in 9?nk. heim v. d. H. im Kreise Friedberg am 5., in Keilbach im Kreise Erbach am 13 „„s in Gedern im Kreise Schotten am 30. Mai bet je einem krepirten Rinde. '
Lungenseuche. In Rendel, im Kreise Friedberg, besteht die Sperret Ortes gegen die Ausfuhr von Rindvieh noch fort. Neue Seuchenfälle tarnen bafdhft nicht vor. 1 11
In Maulbach im Kreise Alsfeld stehen in einem Gehöfte 10 der Ansteckung ver- dächtige Rinder unter polizeilicher Beobachtung.
Der Bläschenausschlag des Rindviehes in Kirtorf und Bletdemabm Kreise Alsfeld und in Wisselsheim im Kreise Friedberg ist erloschen.
Die Seuche besteht fort in Schafheim im Kreise Dieburg.
Festgestellt wurde die Seuche am 20. Mai in Sellnrod im Kreise Schotten -mA am 29. Mai in Hainstadt im Kreise Offenbach.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Bleidenrod und Elvenrot, im Kreise Alsfeld, in Echzell und Nidda im Kreise Büdingen, in Harbach im qreis, Gießen, in Ilbeshausen im Kreise Lauterbach, in Ilbenstadt, Heldenberqen, Büdesheim und Burg-Gräfenrod im Kreise Friedberg, und in Brembach und Krumbach im Kreise Heppenheim.
H n II Prakt. Arzt und Geburtshelfer, Special-Aut für P IlVOrlüPh grauen- und Geschlechtskrankheiten. Frankfurt a. M.
Ul e UVul IClull • Stiftstraße 22. Sprechstunde täglich von 10 bis 1 und * 3 brs 5 Uhr. Auswärts w. a. brieflich. 4468
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wegen Aufgabe des Artikels zu jedem annehmbaren Gebot. 4688
Gießen, 19. Juni 1887.
Meyerhoff & Goslar
________MarktstrasseJ.___
Geschäfts - iebemahine.
Einem verehrten Publikum, meiner werthen Nachbarschaft, sowie Freunden und Bekannten hierim dre ergebene Anzeige, daß ich heute das vou Herrn Chr. Bieker seither geführte
Colonialwaaren - Geschäft
übernommen habe und dasselbe in unveränderter Weise weiter betreiben werde.
. .Mit der Bitte, das meinem Vorgänger seither geschenkte Vertrauen auf mich übertragen zu wolle«, werde lch bemüht fern, nur dasselbe auch ferner zu bewahren. Hochachtungsvoll
5436 Willi. SchontJ>er. Neuenbäuc 5.


