enthusiastisch begrüßt. Nachdem die auf dem Bahnhose anwesenden Damen der Kronprinzessin vorgestellt worden waren und derselben Blumenspenden überreicht hatten hielt der Landmarschall Tarnowski die Begrüßungsansprache, worauf der Kronprinz für den glänzenden Empfang dankte und seine Freude aussprach, das schöne Land sehen zu können, wobei er seiner Sympathie für beide Nationalitäten Ausdruck gab Der Einzug in die Residenz erfolgte unter enthusiastischen Kundgebungen; für den Abend wird eine allgemeine Illumination vorbereitet.
29. Juni. dem Gastspiele der Casseler (SnffA*..c i < * ausgetragen fonbcrn baViuÄie
gramm in dem Annoncentheile der Frertags- und Samslagsnummer unfprpa wr »
Darmstadt. 28. Juni. sGroßherzogliche Landes-Brandversicherungs-Anstalt im Jahre t866.s Bestehender Bestimmung gemäß werden die für Brandschäden zu leistenden Entschädigungen nebst den durch die Verwaltung der auf Gegenseitigkeit gegründeten Landes-Brandoersicherungs-Anstalt verursachten Kosten auf das gesammte Gebäudeoersicherungskapital zu Ende des Jahres ausgeschlagen und im Monat Juli des darauffolgenden Jahres als Brandversicherungsbeiträge nach Maßgabe ihrer Ver- sicherungskapiralien von den Gebäudeeigenthümern erhoben.
Zu diesem Behufe stellt die Großh. Brandversicherungs-Commission eine Hauptübersicht der im abgelaufenen Jahr erfallenen Schuldigkeitm auf und unterbreitet solche nebst einer durch reichhaltiges statistisches Material begründeten ausführlichen Darlegung des Standes der Anstalt ihrem Plenum zur Berathung und demnächst Großh. Ministerium des Innern und der Justiz zur Prüfung und Festsetzung des Brandsteuerausschlags. Aus dem uns vorliegenden Vortrage für das abgelaufene Jahr entnehmen wir Einiges, welches allgemeines Interesse bieten dürfte:
Das Brandoersicherungskapital
betrug
und beträgt
in der Provinz Oberheffen „ „ „ Starkenburg
„ „ „ Rheinhessen
Ende 1885 JL
273 035 810
399 841 030
342 526 350
Ende 1886
277 406 890
409 281 910
353 613 790
zusammen
1015 403 190
1040 302590
Ende 1885 Ende 1886 und zwar in den 5 größten Städten,, nämlich
in Mainz
„ Darmstadt
116 347 280
80 764 870
120 440 400
82 954 350
„ Offenbach
50 742 620
51 787 610
„ Gießen
31 223 900
32 250 860
„ Worms
31028 950
31 805 390
zusammen
310 107 620
319 238 610
in den übrigen Gemeinden des Landes
705 295 570
721 063 980
Summe wie oben
1 015 403 190
1 040 302 590
Daffelbe hat sich also in 1886 vermehrt
um JL
°/o
in der Provinz Oberhessen
4 371 080
1,60
w „ Starkenburg
9 440 880
2,36
„ w „ Rheinhessen
11 087 440
3,24
. . t zusammen
24 899 400
2,45
und zwar in den 5 größten Städten,
nämlich in Mainz
4 093 120
3,52
„ Darmstadt
2 189 480
2,71
„ Offenbach
1 044 990
2^06
„ Gießen
1 026 960
3,29
„ Worms
776 440
2,50
, . t t zusammen 9130 990 2,94
in den übrigen Gemeinden des Landes 15 768 410 2,24
Summe wie oben 24 899 400 2,45
1!r-V+n bJei Prinzen des Großherzogthums im abgelaufenen Jahre Rheinhessen den größten Zuwachs an Brandoersicherungskapital erfahren; Dann folgt die Provinz Starkenburg und nach ihr die Provinz Oberhessen
Von den fünf größten Städten des Landes steht Mainz sowohl hinsichtlich des absoluten als auch bezüglich des oerhaltnißmäßigen Zuwachses an Brandversicherungs- e-n <bfn ln- folgen, ma3 den absoluten Zuwachs anlangt, die übrigen Städte m.folgender Rethenfolge : Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen nach
Bezüglich des oerhaltmßmaßtgen Zuwachses nehmen dagegen die genannten Städte eine andere Reihenfolge ein.
Nächst Mainz hat in dieser Hinsicht Worms den größten Zuwachs erfabren Dann folgen Darmstadt und Gießen und die letzte Stelle nimmt Offenbach ein das »”ar b'e«*(»lt,0(rf6taCn ^^ uten Zuwachs an Brandverstcherungskapitalien erfahren L feines verhaltmßmaßigen Zuwachles aber nicht allein gegen die übrigen ®blieben°ift,eTn °8" 8C8en bcn durchschnittlichen Zuwachs der Landgemeinden zurück-
„ . Für 426 Brände sind im Jahre 1886 im Ganzen zur Zahlung angewiesen zusammen"756 602"b^07 “* 66 an Abschätzungskosten 5797 3L 41
78 251 betrU8£n "in 1885 834853 ** 89^ mithin in 1886 weniger
4 O £U1 vfk ÖA zVj. u
entschäd1g!ng'wi-1Lt^ "nd Prooinzen vertheilt sich vorstehende Gesammt-
Kreis Darmstadt 362 78 93 , Kreis Bensheim 25 356 40 Kreis
Dieburg 37 601 97 Kreis Erbach 18 987 JC. 65^, Kreis Groß-Gerau 459
Heppenheim 68 834 JL 59 Kreis Offenbach 16 168 JC. 30 Provinz Starkenburg zusammen 220687 51 4. 45ro
Kreis Gießen 22147 JL 90 H, Kreis Alsfeld 29 780 JL 85 G-rpiß sRr.hi™™ 45186 34 H Kreis Friedber?39,477 ^23 L' Kreis Lamerkach 2^930^
1913^08^9^^^ 25786 47 * Kovinz Obechesse? zusamme^
»13«WÄäMWOäÄtt Provinz Rheinhessen zusammen 344 605 m 65 521 15 5*'
Summa im Großherzogthum 756 602 JL 7
Was die Höhe der Entschädigungen anlangt, so sind hiernach für die Kreise A?^n und Heppenheim weit größere Vergütungen, als für die übrigen Kreise des Landes zu zahlen. Bezüglich des ersteren trägt hieran der am 13. October v in der Lederfabrik von Mayer, Michel und Dentnaer iu Mainr ftnHnpknhfa '
.Ink ko.-.ex«--ft-..1... ... c . c "ölngen mebrere Brändern Bingen @au- r!ab?n^ .Ober-Ingelheim und in dem Kreise Heppenheim die auffallend' arofce
Nttiverfität« - Thronik.
Knd-7 " t net 6°CalDOrftanb ber Gesellschaft in' der DorÄhe-nsirIe -in-
Lokale«.
&m;inCibs§ 'huldig g-mach, zu haben, wurd?Äe in n chtkf en - licher Sitzung freigesprochen, da dte Geschworenen die Schuldfrage verneintem
, . A Mainz, 27. Juni. Vor dem hiesigen Schwuraerickt hnhm m. <n Handlungen in einem Prozesse begonnen, der um deswillen ein nTäfcprVa beansprucht,, weil der der vorsätzlichen Brandstiftung beschuldigteAnaeklamg 51iahrrge Töpfermeister Valentin Görtz von Wörrstadt, hervorragendes s"
soctaldemokratrschen Partei war und als solcher in Volks- und Wablv,Am.n^ ber hauffg das groß- Wort führte. Nach der Anklage ist Görtz beschuldig!^"JÄ »om lebten Charfreitag auf Charsamstag zwei Wohnhäuser, einige Stylte „„x ?'d,t gefönte Scheuern in Wörrstadt in Brand gesteckt zu hab n Alsbald
d°s Feuers, dessen Herd in einem Stall von Görtz war and man ^«^bruch Anwesen des Angeklasten als auch der übrigen in Brand gerathenen GMulickkei»'" aüerl-i Gegenstände, als mit Theer bestrichene Hansbündel, in Erdöl betränkt- und Heuhaufen und Aehnliches, die mit Sicherheit auf eine vorsätz ichc Brandsui« b° schließen ließen. Noch wahrend des Brandes in Wörrstadt wurde Görü de^nl k ?
F°u» nirgenswo sehen ließ, ziemlich allgemein als der Br°ndl-'a-r welche Annahme sich vornehmlich auf die Thatsache gründete daß eines h^ ; m nCl' «fetten Gebäude, welche Görtz kurz vorher bei einer Zwang°mrstL b " ®Jha.nb beraitig baufällig war, daß dessen Niederlegung von der Baupolizei
Dre Fama behauptet- nun, Görtz hab-den Brand gelegt, um den Abbruch des a rentablen Weise zu bethaUgen" Zur Beweisaufnahme Z» ÄÄ weniger als 50 Zeugen geladen, von welchen heute indeß nur der kleiner- nommen wurde, Dem Angeschuldigtcn, der di- Thal leugnet, wird van dem meiner von Wörrstadt das Zeugniß ausgestellt, daß er ein fleißiger Mann k 0Cr» etwas gebracht habe; im Uebrigen sei sein'Leumund kein ungetrübt
getragen6116 ^mthumsvergehen hinter sich habe, die ihm mehrere Polizeisttgstnein- g., A bcr Sestern erwähnten Anklage gegen den Tövfer
Aulenttn Gortz von Wörrstadt, der unter der Anschuldigung der vorsätzlichen Brand- Wung vor das Schwurgericht verwiesen worden, wurde heute Mittag der Wahrspruch der Geschworenen verkündet. Derselbe lautete auf nichtschuldig. Bet ber QeS? oernebmung ergaben sich zur Unterstützung der Anklage keine birecten Beweist f0K nur Jndicr^r, Darunter die schwerwiegendsten die Aussagen von zwei jungen Mädchen und einer Frau, die vor dem Brand Görtz verschiedentlich auf dem Speicher des dm Feuerherd bildenden Stalles im Stroh und Heu hanliren haben sehen. Ein gramrendes Moment bildete die Thalsache, daß die auf der Brandstätte gefunden^ Packete wtt Zündstoffen in Nummern der'„Mainzer Nachrichten"
Sjj? ^uer bet dem Angeklagten gehobenen fortlaufenden Collection des genannte Ahlten. Sehr zu Gunsten des Angeklagten Görtz sagte der Kreis'
1 Börrstadt aus, der im Widerspruch mit anderen Zeugen -die
£a.0er der Sache Görtz durch die Brandstiftung gar keinen materiellen Vorthetl habe erzielen können, mithin jedes Motiv zu der That fehle Gortz ^rde alsbald nach dem Wahrspruch der Geschworenen in Freiheit gesetzt. ' m.n.n ln8' 28, 3unt ,®e0en den Landtagsabgeordneten Jöst ist jetzt Anklage wegen Theilnahme an einer geheimen Verbindung erhoben.
26. Juni. Alsbald nach dem im Jahre 1877 erfolgten Tode des ^ schoss v. Kettler wurden von den Katholiken und Verehrern des verstorbenen Ober- aS^ ew-s Denkmals für den Verstorbenesbei-
ge}teuert. Das Comttö, das sich zu dem Zwecke gebildet hatte, konnte indeß weder über den Platz noch über die Art des Denkmals schlüssig werden, und so lagen denn die gesammelten Beträge, durch Zinsenzuwachs wesentlich vermehrt, nahezu 10 Jahre unverwendet, ^etzt hat man sich nun endlich über die Verwendung des Geldes geeinigt und mit Genehmigung des Bischofs und des Domkapitels beschlossen iur Entwurf in hpriT 9Htnr 11 , biet einen Hocholtar zu errichten.' Der
’ o bereits gefertigt und rührt derfelbe von der Hand des
Rlllaurätüin' beJ,en ™mtn neuerdings unter den Bewerbern bei der
worden ist 509 bc§ Mailänder Dorns mit hoh-n Ehren genannt . g - A ?8. Juni. Die Ursache des gestern hier erfolgten Zusammenstoßes
@crü6teK barine bE£,6®i?1CPRbal^fer L ,otl na* -inem hier umlaufenden
rperuchte darin liegen, daß der Capitan des ZrajectbooteS, um fahrplanmäßig in mnfrtJ0ar<^? ^u^ommen, noch rasch vor dem Schlepper das jenseitige Ufer gewinnen ern?10 Zu kurz gewesen sein, denn das Schiff wurde am
Vordertheil angerannt und erhiett hierdurch die Leckage.
§oln, 26. Juni. Die Section III der Tabak-Berufsgenossenschaft, umfassend ssau, Großherzogthum Hessen und Rheinprovinz, hielt heute Hierselbst ihre zweite Scctionsversammlung unter dem Vorsitze des Herrn Lucan aus föanau gier- treten mären 142 Betriebe mit 986 Stimmen, circa 50 Procen? aller Stimmen des ^us dem Gelchäftsbericht ist als besonders interessant hervorzuheben daß hnhp^in hrn ^^r^ngs diesmal die höchste Quote der Umlage zu tragen gehabt ^^ahroollsten Klaffen des Tarifs die größten Lohnsummen zahle und 910^^^)?murh?CbC9renh-tC !aufe- weiteren Verlaufe des Referats des r« ££^4 tnsW/H^.c.u- die ganz besonders umsichtige und sachgemäße Führung der vr Diehl^n Fr?nkfu?t^ mit a h" h U ^^itzenden, Herrn Oberlandesgerlchtsrath ^*4 p-'u 7 f Sebuhrendem Danke anerkannt. In Erstattung des Be-
infhefnnhprp hu " derlin stattgefundene Genossenschaftsoersammlung wurde
insbesondere die bisherige ungleichmäßige Vertheilung des Stimmenverhältnisses mr Erörterung gebracht und unter Zustimmung der Versammlung mitgetheilt daß ber V°rst-ni> ber Section III. mit Aussicht auf Erfolg bemüht ?£? Sbänbnim hm 1n»nMt^°>brUSr b°?'? .herbeizusühren, daß die Stimmberechtigung lediglich nach mrnhF8 9h.enk blm^gkbe tragen unter abschwächender Abstufung nach oben geregelt UnfallstaUMk b^ Sections-Secretärs Herrn Joses Schloßmacher über U-
Unsallftattstik ist bernerkenswerth, daß im Interesse der Versicherten wie der Berufs- ^Eenschast eine möglichst schleunige Anmeldung der Unfälle und thunlichste Ueber- wachung des Heilverfahrens dringend erwünscht erscheine. Des Weiteren gelangte die m?nh?n7^ wobei allseitige Übereinstimmung über die^Noth-
^°sses solcher Vorschriften herrschte. Mit Befriedigung begrüßte es bprfitnna^hÄ^m 00N der Genossenschaft beschlossen worden ist, mit der Vor-
Scklokmach^ßpüÄnh?b??bik e ne aus den Herren THorbecke, Landgraf, Lucan und ^Pihtnh^ ÄU betrauen. Die zum 1. October 1887 aus-
!^p hCpmC5?ll6i » un^ Schiedsgerichtsbeisitzer wurden wiedergewählt, fo= und SckiedÄck,^sÄs?Zukunft anheimgegeben, die Wahlen der Vertrauensmänner Die voraese^tp^ unter nachträglicher Genehmigung der Section vorzunehmen,
und der^neue^u,n*cr ^^^nnung der geübten Sparsamkeit dechargirt f/anbe für L^ nS fn9p 6enehmigt. Die Versammlung dankte schließlich dem Vor- S^ectionsmrsamml^ng^ 8ettun9 und bestimmte Coblenz als Ort der nächsten h-s Auni. Am 14. ds. Mts. mur'e vor der hiesigen Strafkammer I.
t)e§ Konigl. Landgerichts em sensationeller Betrugsproceß nach viertägigen Verhand- 47^000 ^aibc!te dabei um einen Gegenstand von über
in 9tptri^ 1 eeR0c Stadtverwaltung beim Bau dös schon seit 4 Jahren
unt^ne^^ 0^r/at worden ist und zwar von der hiesigen Bau-
girMtPn^pFT0 ^^uscher u. Sohn. Dieselben hatten 1881 bis 1883 die qu. 3W ^rnrpnf^ Submission zu Einheitssätzen in Folge von Abgeboten bis zu 31 Ao Procent erhalten. In Folge der Denunciation eines früher bei der Firma und beschäftigten Poliers kam die Sache zur Anzeige. Es wurden clS ?en Fundamenten angestellt und da ergaben sich Tiefendifferenzen innh G* er4 En den Schlußrechnungen anerkannten Maßen. Ferner
fand sich, daß Eement nicht annähernd in solchen Mengen angewandt worden war, wie Mtpn^n<R?^mt*neL»attt^c1 cänrr unerklärlicher Fahrlälsigkeit hatte der städtische bau- leitende Beamte nicht selbst Messungen vorgenommen, wie er verpflichtet war, sondern


