Ausgabe 
29.9.1887 Zweites Blatt
 
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| lallS/inen reichen, gut illustrirten Unttchattung^ff'7nd veLent Zf7e»

Von der deutsch-französischen Grenze wird ein neuer, anschei- «end nicht unbedenklicher Zwischenfall gemeldet. In der Nähe von Nobincourt wurde, einer Depesche der General-Procurators in Nancy zufolge, ein französi­scher Bürger getödtet, sowie ein anderer verwundet und zwar von deutschen Grenzförstern. Dieselben sollen die Betreffenden, welche einer französischen Jagdgesellschaft angehörten, für Wilddieb; gehalten haben. Ein Jäger wurde im Bein verwundet, ein Pkqueur getödtet; deutscherseits ist eine genaue Unter­suchung des Zwischenfalles eingclettet worden, der leider nur zu sehr geeignet erscheint, die ohnehin schon difficilen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutsch­land noch schwieriger zu gestalten.

In der bulgarischen Frage wird ein neuer Schritt der Mächte fignalinrt. Deutschland, Rußland, Frankreich und die Psorte sollen übereinge- kommen sein, den drei übrigen Mächten die Entsendung eines russtschen Statt­halters fürstlichen Ranges nach Bulgarien vorzuschlagen. Derselbe würde von einem türkischen und einem österreichischen Commiffär begleitet sein und einst­weilen aus drei Monate fungiren. Ob man es hier mit einem ernsthaften Project oder nur mit einer Conjectur zu thun hat, wird sich ja bald zeigen.

Die Festlichkeiten an der adrtatischen Küste anläßlich der An­wesenheit der englischen Mtttelmeerstotte stnd noch immer nicht zu Ende. So sand am Samstag in Zara, der dalmatinischen Hauptstadt, ein von der Stadt den britischen Gästen gegebenes Fest statt, welches einen überaus glänzenden Verlaus nahm.

Dann heißt es zum Schluß in dem betreffenden Artikel wörtlich:

. otese günstige Gelegenheit der Versorgung studirender Jünglinge wollen

nfiAftpn'mn* U?b Vormünder derjenigen aufmerksam machen, welche in den Ir »en ^n humamsttsches oder Realgymnasium absolvircn und sich fragen w Lfe JP?! beginnen ? Unsere auf langjährige Erfahrung gegründete Ueberzeugung ist, daß es den Bauingenieuren, welche jetzt ihre Studien beginnen und sie nach vier Jahren erfolgreich beendigen, von da ab an einer dauernden, gut bezahlten Verwendung 2^>^s?infUger pragmatischer Anstellung nicht fehlen wird, und daß auch diese in rb' * gegenwärtig der Fall sein kann. Unter allen lUnstunden sind die Absolventen der Jngenieur-Abtheilung unserer Hochschule nicht schlechter daran als die der mechanischen oder der chemischen Abteilung, welche auf gai keme Staat^lnstellung Anspruch haben und sie auch gar nicht suchen, da sie im Privatdiensle leicht einträglichere Verwendungen finden. Welche Aussichten auf Ver- jfiaung derzeit aber das Studium der Jurisprudenz oder der Medtcin bietet, werden s?6en, welche die gegenwärtige Frequenz der juristischen und medtcmischen Facultaten mit der früherer Jahre vergleichen."

mirh ,vorftc^nb besprochenen Artikel hierdurch aufmerksam gemacht

ch bemerkt werden, daß auch bei uns in Hessen die Verhältnisse ganz fidi ßihpnfiT k? Klagte und im Zeichnen tüchtige Abiturienten können sich unbedenklich dem Studium der Jngenieurwissenschaften zuwenden.

__ _ 24- September. In derMünchener Allgemeinen Zeitung" vom

28. Juni d. I. findet sich eine Besprechung der Aussichten, welche sich den Studirenden des Jngenieurfaches in Bayern bieten; diese Besprechung dürfte für weile Leserkreise Interesse haben. Der Verfasser weist zunächst darauf hin, wie außerordentlich von der Gründung der Technischen Hochschule in München (1868) an bis zum Studienjahr 1874/75 die Frequenz der Fachabtheilung für Ingenieure gestiegen fei (von 193 auf 561). Der Grund dieser auffallend raschen und staiken Steigerung der Frequenz lag in dem umfangreichen und eiligen Staatseisenbahnbau, unlchcr sowohl zu seiner Durch­führung als für den Betrieb der fertigen Bahnen viele Ingenieure und Assistenten erforderte.

Ä^rr Steigen folgte ein ebenso rasches Sinken der Frequenz, als den Hauptbedurfnissen genügt war und die Aussicht auf baldige Verwendung im Staats­dienst mehr und mehr schwand. Mit der Vollendung des bayerischen Netzes der Haupt­eisenbahnen kamen zahlreiche Jngenieurassistenten und andere technische Gehilfen welche ohne Weiteres ihrer Dienste enthoben wurden, in eine drückende Lage. Die hierdurch unter den L>tudirenden der technischen Fächer entstandene Panik wurde noch vermehrt durch wiederholte Abmahnungen vom Studium der genannten DiSciplinen, welche von 1882 ab in höherem Auftrage theils vom Directorium der Technischen Hochschule, theils von den Rectoraten der Gymnasien und Industrieschulen den von diesen Anstalten ab­gehenden Absolventen bekannt zu geben waren.

Dadurch sank denn die Frequenz so, daß 1884/85 die Fachabtheilung für Ingenieure nur noch 78Studlrende zählte, worunter fast 60pCt. Ausländer. Die^ahl der aosolvirten Bau-Ingenieure aus Bayern betrug von 1878 bis 1886 durchschnittlich irei im Jahre und scheint nun bald völlig aufhören zu wollen.

s» m «-e ?°l9C byj-!5tn Abnahme des JngenieurfachstudiumS liegt offen zu Tage;

^stände der technischen Eentralstellen klagen über den empfindlichen Mangel an ISS ^lchesie trotz des Anerbietens eines jährlichen Functionsb?zuges

von 1500 bis 2000 JL nicht erlangen können, weil unbeschäftigte geprüfte Jngenieur- praktikanten nicht vorhanden sind; diesem Mangel vermag nur ein vermehrter abzuhelfin^^ Stubium be8 Jngenieurdauwesens von Seiten der Gymnasien

A , Literarisches.

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Mainz, 25. September. In Folge jüngst von unseren Stadtn.^ gefaßten Beschlusses, von der Selbstregie des

und unter Revision des seitherigen Theatervertrags das Theater wieder n» m Director zu verpachten, ist jetzt von der Bürgermeisterei ein Entwurf zu ehum CInen Theatervertrag ausgearbeitet worden, der sich von dem bisherigen Vertrags seuen wesentlich unter scheidet, daß er dem Director eine viel größere Freiheit bei des Theaters gewährt. Die wesentlichsten Bestimmungen des Entwurfes sind- n Verfügungsrecht der Stadt über die Theaterlokale wird beschränkt 2) Die

| des Theaters geschieht auf Kosten der Stadt. 3) Der Director ist zwar gehalten Schauspiel und Lustspiele zu geben, die Wahl der Stücke bleib, ihm aber oollstsL überlassen. Die Theatercommission hat nur dann das Recht der Einsprache m ? ? sich um Stücke handelt, die gegen das Gesetz ober die guten Sitten oeifloften ober L» geeignet sind, ble Gesuhle eines Theiles ber Bevölkerung zu verletzen. 4) Der bat ber Stabt fein Verzeichniß ber Bühnenmitglieber etnzureichen. 5) Die ffinb-iM n befd)räntenr Belieben «estsetzen. 6) Sinb bie vbltgatvrischen Frechilst,K

sMilitärisches.s Das neue Magazingewehr besteht bei bett bieSiSbrlaen <t.n. manöoern seine erste taktische Prüfung, unb nach Allem, was man hört Wirkungen bief_er neuen Waffe gerabeju überraschend. Von den Gardemanz? erzüblen die Blatter folgenbe Geschichtet Dieser Tage protzte eine Batterie an .^. Walbsaume gegenüber 2 in Deckung liegenben Garbeschützenzügen ab. Aber ehe ihr Schuß f«l, würbe sie zwei Minuten lang von einem furchtbaren Magazinseuer ar schüttet, aus bem im Ernstfälle kein Mann unb kein Pferd lebend herausgekom^ waren. Nach den bisherigen Ueberltcfcrungen spielt die Artillerie die erste Geiae so knallte die Artillerie ruhig weiter. Das Rollen des Magazinfeuers aber hat. Ä commandirenden General von Pape herbeigesührt. Der übersah kaum die Lage ota an den Batteriesuhrer heran ritt und ihn fragte, wie er sich die Lage nnrft.n" Excellenz, ich glaube, ich hätte den Feind vernichtet.»Im ©egentliei^Don^hn01" märe im Ernftsalle nichts mehr übrig, und nun machen Sie schleunigst da^Ä fort kommen!» Das Beispiel zeigt daß auf gewiffe Entfernungen, in obigM jum Beispiel funfbunbert Schritt, bie Artillerie bem Magazingewehr weichen mub

. Ein erschütternbes Dram« wird aus Paris gemeldet: Dor einigen wurde in das Polizei-Commissarioi des Viertels Vaugirard ein Mann gebradu Y non einem Milchwagen eine Kanne Milch gestohlen hatte. Die Diebstähle von Mi,T hatten sich in den letzten Tagen in auffälliger Weise vermehrt. Der Beschuld^ wurde verhört und gab an, Jules T. zu heißen und (rüber als Lieutenant n einem Husoren-Regiment gedient zu haben. Der Commiffär, von den Aussagen des geklagten überrascht, ließ nachforschen und fand, daß sich die Aussagen des Belcknll- d,gten vollkommen bestätigten. Der Unglückliche befand sich im Jahre 1885 in Mr gunftigen Verhältnissen und war einer der beliebtesten Osficiere seines Regiments Er uahm seinen Ab chteb, um ein lungcs Mädchen zu heiruthen, das die regKa-* ma61ge Mitgift nicht befaß. Er ließ sich mit feiner Frau In Paris nieder und fand m b retü.» ^,°"ung bei einem Kanfmanne, die ihm 150 Francs per Monat tinhS V°r sechs Monaten erkrankte feine Frau, die er anbetete, und Arzt unb A°°id,t,r verzehrten dalb alle Erfparniffe unb auch bas Einkommen. Der Buftanb ber iünam U°u wurde immer bedenklicher und sie vertrug keine andere Nahrung mehr als - Milch. Der arme Jules besaß keinen Sou mehr und seine Frau schmachtete na* ber einzigen Nahrung, die sie noch vertrug. Da sah er, daß ein Milchwogen iedew Morg n in der Nahe seiner Wohnung hielt. Er wurde zum Diebe, um feiner « äu bie ersehnte Milch bringen zu können. Nachbem bas Verhör beenbet war frtte 60^01^«^" in greibelt unb erstattete die Anzeige an dos Gericht

rcl\nC\. ftu^e.r.c Osstcier in feine Wohnung zurückkehrte, log die Fron im Sterben' Er blieb an ihrem Lager und drückte ihr die Augen zu, als sie in der Nacht dm durch b®eXf. ®°n" Crgdff " tinc Mt°le unb schoß sich eine Äug

Landwirthschaftlichr Nachrichten

mttAC r£°rinn,ir,n' die Kornmotte, macht ihre Anwesenheit in den Getreidehaufen gewöhnlich im September am leichtesten bemerkbar. Dieses Insekt das schwarzen Kornwurm, dem Getreiderüsselkäfer, gro^e Vor» Körnern hV/hiV? r[ClnC Anwesenheit durch größere oder kleinere Ballen von Gefpinnste und Unrath aneinander befestigt sind, und die sich auf ^^^Leidehaufen vorfinden. Im Anfang October verpuppt sich die Raupe, die bis « k m?0Iklcr und sucht zu dem Zwecke Ritzen und Fugen des Gebälkes

Bekämpfung des Schädlings, ebenso wie des Rüsselkäfers ist

& nothwendrg, Fugen und Ritzen auf den Schüttböden sorgfältig mit Kalk,u ^ends alle verstaubte Getreidereste Herumliegen zu lassen. Kleinere werd,n M? re be fa.n. ,man auch erhitzen (nicht über 50 Gr. Celsius), dadurch imh ^enK0CÄL In jedem Fall müssen im September und Lctober gefunbenet? gdöbtet S puppen berRornmotte bmchsucht unb bie w

Aeikgeöotenes.

Daselin-Theerseise, erweicht durch ihre Milde alle unter der ^ntkinäsüu^^dbu Ablagerungen" entfernt a0C' un^ selbst veraltete Ge- fichtsflecken, ä Stück 50 ^09_________ Carl Krombach,

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