Nr. 14« Dienstag den 28. Juni 1887.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Gurearrr Schul st raße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Mllitärdienst im Herbst 1887.
lieber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ers.-Ordn. — I. Theil der Wehr- Ordn. vom 28. Septbr. 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß. . y p r . „
Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. wertere Bekanntmachung; auf specrelle
Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 17. Juni 1887.
Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende:
Dr. Zeller.
Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 188*7 stattfindeuderr rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hier durch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung
spatesten- bis zum 1. August 188*7
bei der unterzeichneten Commission einzureichen.
Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende
1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs - Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2) Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.
3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben fein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird.
4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:
a. Geburtszeugnitz;
b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes, mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen;
bemerkt:
In diesem Attest darf die Erklärung des Vaters oder Vormundes, daß er in der Lage sei, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen, auch muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; c. ein Unbescholtenheilszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist;
d. ein selbstgeschriebener Lebenslaus.
5) In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch ober Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will.
6) Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenhetts- zeugniß beizulegen.
Deutschland.
Darmstadt, 24. Juni. Das Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 18) enthält:
1. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen, die Erhebung von Umlagen der Stadt Gießen pro 1887/88 betreffend.
2. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1887/88 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal- Bedürfnifle in den Gemeinden detz Kreises Friedberg.
3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Friedberg, die für das Jahr 1887/88 zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse der Gemeinde Ilbenstadt zu erhebenden Umlagen betreffend.
4. Verzeichniß der zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den Landgemeinden des Kreises Worms für 1887/88 erforderlichen Umlagen.
Darmstadt, 24. Juni. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Den Präsidenten des Ministeriums der Finanzen August Weber zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat „Excellenz" zu ernennen.
— Am 21. d. Mts. wurde der Finanzaccesstst Fresenius aus Büdingen zum Steueraffessor ernannt.
Berlin, 24. Juni. Dem früheren Abg. Major a. D., Hinze, ist am Donnerstag der Spruch des au« Osficieren zusammengesetzten Ehrengerichts mit* getheilt worden. Derselbe lautet ungefähr, wie von deutsch-freisinniger Seite mitgetheilt wird:
Der Major a. D., Hinze, hat sich, weil er für eine ihm öffentlich zugefügte Beleidigung keine Genugthuung gefordert hat, und weil er in öffentlichen politischen Versammlungen ausgetreten ist und dort Reden gehalten hat, welche gegen die Standespflichten und gegen die Verhältnisse des Officierstandes verstoßen, der Verletzung der Standesehre unter erschwerenden Umständen schuldig gemacht und beantragt das Ehrengericht die Aberkennung des Titels und des Rechtes die Uniform zu tragen. Diesem Anträge hat Se. Majestät der König durch A. K. O. vom 17. d. Mts. Folge gegeben, den Verlust des Titels und der Uniform verfügt, sich aber bewogen gesunden, dem bisherigen Major a. D., Hinze, das Eiserne Kreuz und das Militärdienstkreuz zu belassen. Der mit der Publikation beauftragte Ehrenrath hat betreffs der durch Herrn Hinze zur Sprache gebrachten vorzeitigen Veröffentlichung anerkannt, daß dieselbe nur durch eine noch nicht aufgeklärte bedauerliche Jndiscretion herbeigeführt sein könne.
Die vorzeitige Veröffentlichung ist von der „Kreuz-Zeitung" ausgegangen.
Darmstadt, 25. Juni. (Militärdienst-Nachrichten.) Bergemann, Maj. vom 3. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117 und beauftragt mit den Funktionen des etatsmäßigen Stabsosficiers, unter Ernennung zum etatsmäßigen Stabsofficier, zumOberst-Lieuten. befördert. Müller, Hauptm. und Comp.-Chef vom 3. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, dem Regt., unter Beförderung zum überzähligen Major, aggregiert. Scheibe, Sec,-Lieuten, 1
vom Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), unter Beförderung zum Prem.-Lieuten., in das Feld-Art.-Regt. Nr. 15 versetzt. Volckmar, Sec.-Lieuten. von der Inf. des 1. Bats. (Darmstadt I) 1. Großh. Hess. Land- wehr-Regts. Nr. 115, zum Prem.-Lieuten., Möller, Vicefeldw. von dems. Bat. zum Sec.-Lieuten. der Reserve des 2. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116, Catoir, Vicewachtm. von dems. Bat., zum Sec.-Lieuten. der Reserve des 1. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Garde-Drag.-Regts.) Nr. 23 befördert. Becker, Sec.-Lieuten. von der Reserve des 2. Großh.Hess. Drag.-Regts. (Leib- Drag.-Regts.) Nr. 24, Gail, Sec.-Lieuten. von der Kavall. des 1. Bats. (Gießen) 2. Großh. Hess. Landw.-Regts. Nr. 116, der Abschied bewilligt.
Berlin, 25. Juni. Der Kaiser machte gegen Mittag mit der Großherzogin von Baden eine Spazierfahrt und empfängt Nachmittags den Grafen Herbert Bismarck zum Vortrage.
— Der Kaiser machte heute Abend V/2 Uhr eine abermalige Spazierfahrt mit der Großherzogin von Baden.
— Die gestrige Spazierfahrt ist dem Kaiser im Ganzen gut bekommen, nach derselben empfing er den Prinzen Georg, welcher heute nach Ems reist. Der Großherzog von Baden und die Kronprinzessin von Schweden werden Dienstag hier erwartet.
— Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Ernennung des Grafen v. Hochberg unter Beilegung des persönlichen Ranges einer Vice-Oberhof-Charge zum General'Jntendanten der königlichen Schauspiele.
Bre-lau, 25. Juni. Ministerial-Director a. D., Krätzig, ist gestern in Hermsdorf gestorben.
Leipzig, 25. Juni. Zur Strafverbüßung wurden heute Köchlin und Blech nach Magdeburg, Schiffmacher und Trapp nach Glatz abgeführt.
Hesteneich.
Wie«, 25. Juni. Der König von Serbien ist heule Nachmittag um 31/* Uhr hier angekommen, auf dem Bahnhofe vom Statthalter, dem Landescommandirenden und dem serbischen Gesandten empfangen; eine Ehrencompagnie war aufgestellt. Der König trug die Oberstenuniform seines österreichischen Regiments und fuhr nach der Vorstellung der anwesenden Herrn nach der Hofburg zum Empfang durch Se. Majestät den Kaiser.
England.
London, 25. Juni. Bei dem deutschen Botschafter Grafen Hahfeldt fand gestern Abend ein Festmahl statt, an welchem der Prinz und die Prinzessin Wilhelm von Preußen, Prinz Heinrich von Preußen, sowie der Erbprinz unv die Erbprinzesim von Meiningen theilnahmen. ,
— Im Buckingham-Palast war gestern auf Befehl der Königin eine größere Abendgesellschaft, welcher der König von Dänemark, der König von Sachsen, der König und die Königin von Belgien, sowie der Kronprinz und die Kronprinzessin des deutschen Reiches und die übrigen Gäste der Königin beiwohnten. .
- Die „Gazette" publicirt ein Schreiben der Königin an den Staatssecretar des Innern, worin sie ihren warmen Dank ausspricht für den ihr Seitens der Bevölkerung auf dem Wege nach der Westminsterabtei gewordenen
welcher sie tief gerührt habe. Derselbe habe ihr gezeigt, daß die Arbettswrgen fünfzig.


