den. Somit ist der hehre Festtag, den die deutschen Stämme am 22. März begingen, zugleich zu einem sriedekündenden Ereignisse für alle Welt geworden und die in jüngster Zeit eingetretene günstige Constellation auf dem Gebiete der hohen Politik ist nur geeignet, die Hoffnungen auf den Eintritt einer längeren Friedensepoche zu verstärken.
Zum 22. März ist im „Reichs- und Staats-Anzeiger" das große Avancement veröffentlicht worden, welches für die preußische Armee aus der Vermehrung des Reichshenes und der Bildung der neuen Cadres per 1. Apcil refultirt.
Unter dem Eindrücke der Kaiserseier muß der Bericht über-die Vorgänge der Woche auf innerpolitischem Gebiete sich etwas knapp geben. Aus den Parlaments-Verhandlungen ist zunächst die kirchenpolitischs Debatte im preußischen Herrenhause von Mittwoch und Donnerstag hervorzuheben, an welchen Tagen die kirchenpolitische Vorlage nebst den neuen Anträgen des Bischofs Dr. Kopp zur Spccialberathung stand. Das Schwergewicht der Verhandlungen lag in der Mittwochssitzung, in welcher Bischof Dr. Kopp wie Fürst Bismarck das Wort ergriffen.
Der Reichstag beendigte am Mittwoch die Specialberathung des Etats, wobei sämmtliche noch ausstehende Positionen unverändert genehmigt wurden. Eine ausgedehnte Discussion entspann sich beim Etat der Zuckersteuer, indem hierbei die Redner der Freisinnigen, der Nationalliberalen uno der Retchspartei eine zum Theil sehr scharfe Kritik an dem jetzigen Zuckersteuer- System ausübten. Staatssecretär Jacoby beschränkte sich in seiner Erwiderung darauf, anzudeuten, daß ein neues Zuckergesetz in Aussicht stehe. Eine bewegte Debatte knüpfte sich ferner an den Etat der Stempelsteuer, bei welcher von freisinniger Seite die bekannten Aeußerungen des preußischen Finanzmtrüsters über die angebliche Stempelsteuer-Defraudirung des deutschen Kausmannsstandes aus's Tapet gebracht wurden. Herr v. Scholz bemühte sich, die für diesen ehrenwerthen Stand so verletzenden Aeußerungen in einem anderen harmloseren Lichte erscheinen zu lassen; doch machte Herr v. Scholz mit seinen Erläuterungen aus die linke Seite des Hauses keinen besonderen Eindruck. — Am Donnerstag beschäftigte sich der Reichstag im Wesentlichen mit den Anträgen bezüglich der Einführung des Besähigungs-Nachweises.
Die Feier des 90. Geburtstages Kaiser Wilhelms ist auch von den Deutschen im Auslande festlich begangen worden und aus fast allen Hauptplätzen des Auslandes, an denen größere Colonien von Reichsangehörigen existiren, sind Berichte über veranstaltete Festlichkeiten eingelaufen.
Im englischen Unterhause hat die große parlamentarische Schlacht um das künftige Schicksal Irlands ihren Anfang genommen. Sieben Stunden lang debattirte das Haus am Dienstag über die Frage, ob für die Vorlage, betr. die neuen Zwangsmaßregeln in Irland, die Dringlichkeit zu bewilligen sei oder nicht. Die Debatte mußte schließlich resultatlos vertagt werden und gab sie so schon durch ihren Verlauf einen Vorgeschmack von den zu erwartenden Schwierigkeiten. Jedenfalls wird der Ausgang der Parlomentsverhandlungen über die irische Zwangsbill, wie er sich auch gestalten möge, nicht ohne tiefgreifenden Einfluß auf die künftige Lage der Dinge auf der „grünen Insel" sein; denn wird die Zwangsbill angenommen, wie es wahrscheinlich ist, so wird hierdurch der Widerstand der irischen Nationalliga nur noch mehr entflammt werden und die englische Regierung mag sich in diesem Falle darauf gefaßt machen, daß sie den Mondscheinler - Banden förmliche Gefechte wird liefern müssen. Die Regierung ist freilich fest entschlossen, die volle Strenge oes Gesetzes den national-irischen Bestrebungen gegenüber schon jetzt eintreten zu lassen, wofür u. A. der gegen den katholischen Priester Ryan, welcher in einem Proceffe gegen Zahlung verweigernde Pächter kein Zeugniß ablegen wollte, erlassene Haftbefehl zeigt.
Der griechische Ministerpräsident Trikupis entwickelt, obwohl er als der Vertreter einer entschieden friedliebenden Politik gllt, trotzdem großen Eifer in der Reorganisation der griechischen Armee und hat er in der Deputirtenkammer jüngst mehrere diesbezügliche Vorlagen eingedracht. Wenn sich der unternehmende Herr Delyannis noch an der Spitze des Athener Cabi- nets befände, müßte eine solche Thätigkeit zur Hebung des Heereswesens Griechenlands fast verdächtig erscheinen.
Zur bulgarischen Angelegenheit liegt nicht viel Bemerkens- werthes vor. Höchstens wäre die Erklärung zu registriren, welche die Anhänger der Zankoffisten - Partei dem türkischen Specialcommissar in Sofia, Riza Bey, gegenüber abgegeben haben und wonach die Fortsetzung der Ver- handlungen mit der genannten Partei unterbleiben müsse, da die Zankoffisten angeblich von der bulgarischen Regierung tyrannisirt würden.
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Holz-Versteigerung. Dienstag den 29. Marz 1887, von Vormittags 9 Uhr au, soll im hiesigen Gemeinde - Walde Hardt nachverzeichnetes Holz versteigert weiden:
79 Eichenstämme von 13—50 cm Durchmesser und 4—9 Meter Länge — 25 fm enthaltend.
1 Buchenstamm von 55 cm Durchmesser und 4 m Länge, = 0,95 fm enthaltend.
20 Rmtr. Buchenscheiter, darunter 7 Rmtr. Hainbuchen - Rundscheit.
55 Rmtr. Eichenscheiter,
28 „ Nadelscheiter,
62 „ Buchenknüppel,
68 „ Eichenknüppel,
14 „ Nadelknüppel.
11000 Stück Buchen-, Eichen- und Nadelwellen.
152 Rmtr. Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke.
Die Zusammenkunft ist beim Via- duct in der Blankenwiese.
Bemerkt wird, daß bie Eichenstämme von Nachmittags 1 Uhr an zur Versteigerung kommen.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis den 30. September 1887 gestattet.
Lang-Göns, den 23. März 1887. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. ___________Brückel. 2225
DtenStag den 29 und Mittwoch den 30. März,
Nachmittags 2 Uhr, werden im Maurermeister Langs - dors'schen Hause, Ludwigsstraße 57, die zum Nachlaß des Herrn Gym- nasiallehrer Dr. Textor gehörigen Mobilien, als: Tische, Stühle, Kommoden, Kleiderschränke, Küchenschrank mit GlaSauf- satz, 1 Regulator, antigueS eingelegtes Cylinderbureaur, Betten, Weißzeug, Porzellan, Glas und Küchengeräthe, eine Badewanne von Zink und ein großer Stickrahmen versteigert.
Im Auftrag:
F. Hoffmann,
2185 Ortsgerichtsmann.
Allgemeiner Anzeiger.
Holzverfteigerung.
Dienstag den 29. März werden im Franzenwald in den Ab- theilungen Rehloch, Tannacker, Fuchsbau, Hexenbusch und Wüstung versteigert: 1 Eichenstamm von 54 Ctm. Dchm-, 3,8 Mtr. Länge, mit 0,87 Fm., 7 Nadelstämme von 14—23 Ctm. Dchm., 9-14 Mtr. Länge, mit 1,33 Fm., 181 Flchten-Derbstangen, 340 Fichten-Reisstangen, 7 Nm. Eichen-Werkscheiter, für Küfer, Glaser rc. geeignet; sodann Eichen: 21 Nm. Scheiter, 400 Wellen, 16 Rm. Stöcke; Nadelholz: 124 Nm. Knüppel (hiervon 10 Rm. von 4 Mtr. Länge und 36 Rm. von 3 Mtr. Länge), 17680 Wellen, theil- weise von 3—4 Mtr. Länge, zu Bohnenstangen rc. geeignet, 38 Rm. Stöcke; Aspen rc.: 5350 Wellen.
Nähere Auskunft ertheilt Gr. Forstwart Menges in Großen-Linden, Zusammenkunft Morgens 9 Uhr am Viehtrieb am Großen-Lindener Feld.
Gießen, den 21. März 1887.
Großh. Oberförsterei Schiffenberg.
Heyer. 2215
Holzversteigerung
in der Freiherrlichen Oberförsterei Rabenau.
Es werden versteigert:
39
9
1887, aus
den Distrikten
Buche Eiche Erle
n
n
Reisig rm 1188 43 120
Reisig rm 762
6
Buche Eiche Nadelholz
Stöcke rm 102
Stöcke rm
56
11
Scheiter rm 331
2
32
Scheiter rm 354
Knüppel rm 103
25 171
Knüppel rm 410
8 6
2. Donnerstag den 31. März Märzacker und Hörnes.
Zusammenkunft Norm. </29 Uhr auf der Landstraße im Hörn es Kesselbach, den 22. März 1887.
1. Mittwoch den 30. März 1887 aus den Distrikten Noll, Abth. 5. 7. 6 a u. b.
26 Stck. Eichen-Stämme, 18-35 Ctm. Durchm. u. 6—13 Mtr. Länge,
90 Nadelholz (Kiesern)-Stämme, 15-34 Ctm.Dchm., 5—17 Mtr. Länge, Fichten-Derbstangen.
3
Zusammenkunft Vorm. %9 Uhr am Pflanzgarten im Distrikt Noll 5.
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