- M die deutschen Frauen.) Das weltbekannte große Geschäft der Maga- sins da Louvre in Parts versendet neueroings wieder einmal dm Eatalog seiner Winterneuheit; auch in unserer Gegend wird derselbe Hunderten von Familien ju= gesandt. Der Umstand, daß das Haus den Eatalog in einer deutschen Ausgabe verschickt. beweist, daß es sich auf dem deutschen Markte einen beträchtlichen Absatz verspricht und wohl auch nach früheren Erfahrungen sich zu versprechen berechtigt ist. Es dürfte nicht überflüssig fern, daran zu erinnern, daß dies dasselbe Geschäft ist, welches 4ille bet ihm angestellten Deutschen entlassen und sich diese Austreibung vor dem Pariser Publikum zum besonderen Verdienste angerechnet hat. Man fragt sich: Sollte es wirklich deutsche grauen und Mädchen geben, die unpatriotisch genug wären, ihre Maren, die sie überdies ebenso gut und ebenso billig im eigenen Lande haben können, <nß solcher Quelle zu beziehen? v '
— ^Amerikanisch.) Oscar Jeffreys, ein ganz gescheidter Neger, der als Schullehrer in Levrer Eounty, Ark., schaltete, verliebte sich in ein weißes Mädchen die Tochter eines reichen Farmers Jones in Little Rioer County. Der Vater verbot dem Mger die Besuche bet seiner Tochter, worauf Letztere mit ihrem schwarzen Galan flüchtete und sich mit ihm trauen ließ. Darauf überfiel Jones mit einigen 40 seiner Nachbarn den dunkelhautigen Schwiegersohn auf der Hochzeitsreise und die ganze Bande eröffnete Feuer auf ihn. Mit 26 Kugeln im Leib stürzte Jeffreys todt zur Erde. Der Farmer ist nicht verhaftet worden und erfreut sich der vollen Sympathie seiner weißen Nachbarn.
™ ^ebeAuß im Vatikan.) Vor einigen Tagen spielte sich, wie man der
„W. Allg. Ztg. aus Rom schreibt, in den Prioatgemächern des Papstes im Vatikan eine hübsche Scene ab. Gräfin Pecci, die Nichte des Papstes, weilte mit ihrem Bräutigam bei ihrem Oheim zu Gaste und während des Besuches entfernte sich der Papst auf einen Moment. Als er unoermuthet zurückkehrte, kam er gerade recht um das Brautpaar beim zärtlichen Schnäbeln zu überraschen. Das Brautpaar wollte natürlich auch den einen kurzen Moment des Alleinseins nicht unbenützt vorübergehen lassen. Reuig küßte Eomtesse Pecci dem heiligen Vater die Hand, indem sie sich ent; schuldigte, daß sie sich in diesen heiligen Hallen so weit vergessen habe. Zärtlich fuhr die Hand des Papstes über die Stirn der Braut. „Es gibt keinen Raum" — sagte der heilige Vater — „der so heilig wäre, daß ihn reine, junge Liebe nicht noch veredeln, verschönern würde."
- lModerne Liebe.) „Wie gesagt, ich kann meiner Tochter nicht mehr als zehntausend Mark mitgeben." — „Ich Unglücklicher! Und ich habe sie geliebt, als ob sie zwanztgtausend mitbekäme!"
♦anM und Verkehr.
— fDie Verpackung der Postpackete.) 3)Ht dem sich von Jahr zu Jahr steigernden Packetverkehr mehren sich naturgemäß auch diejenigen Fälle, wo Packete am Bestimmungsorte in beschädigtem Zustande eingehen. Das Reichspostamt hat hieraus Anlaß genommen, die Postanstalten anzuweisen, jeden Fall einer offenbar un- Mugenden Verpackung dem Absender des Packeis zur künftigen Nachachtung mit; Meilen. Man sollte glauben, daß das Publikum für diese Maßnahme dankbar sein Mte, denn sie gibt ihm Gelegenheit, über die Bestimmungen der auch für das Publikum maßgebenden Postordnung nachzudenken und andere Einrichtungen bezüglich der Verpackung der Packete zu treffen. Nun glaubt ein großer Theil des Publikums, daß in dieser Maßnahme des Reichspostamts gewissermaßen nur eine Chikane zu suchen lei und daß eine bessere Verpackung als die von ihm angewandte gar nicht möglich Jn urtheilt dieser Theil des Publikums eben ohne Rücksicht auf die bestehenden Forschriften und auf die L-chwierigkeiten, mit welchen die Postoerwaltung bei dem Ver- $arfctMu kämpfen hat, und da dieser Theil des Publikums immer noch zu der Mehrheit gehört, so möchten wir in dem Folgenden darauf aufmerksam machen, tote man sich gegen die Folgen einer mangelhaften Verpackung sichern kann. In dieser Beziehung macht die Postordnung einen Unterschied zwischen Packeten bis zu einem Mwlcht von 3 Kgr. und darüber. Bei Gegenständen von geringem Werthe nämlich, dem Druck leiden und nicht Fett oder Feuchtigkeit absetzen, ferner bei Schriften- oder Actensendungen genügt bei einem Gewicht bis etwa 3 Kgr., wenn die Dauer der Beförderung verhältnißrnäßig kurz ist, eine Hülle von Packpapier mit wgetneffener Berschnurung. Auf größere Entfernungen zu versendende oder schwerere Gegenstände müssen jedoch, sofern nicht der Inhalt und Umfang eine andere öftere Verpackung erfordern, mindestens in mehrfachen Umschlägen von starkem Packpapier verpackt jein, Hiernach darf einfaches Papier selbst bei kurzen Entfernungen, wie es wiederholt vorrommt, gar nicht angewandt werden, sondern nur Packpapier. Unter Packpapier wird aber ein dickes, kräftiges Papier verstanden, welches nicht jedem Druck oder jeder Verschnürung nachgibt. Dies wird leider nicht immer beachtet. Alle An- aber , welche bei Anwendung so leichten Packpapiers an die Postverwaltung behufs Ersatzleistung gestellt werden, haben selbstverständlich gar keine Aussicht auf
9't Sendung mehr als 3 Kilogr. schwer, so muß unbedingt eine oe|ten3 doppelte Umhüllung von starkem Packpapier benutzt werden, wenn der Auf-
Re»n?n!^eschädigungen Ersatzansprüche an die Verwaltung stellen will. Treffen diese A° k°»n °r..sich niemals Hoffnung auf Entschädigung n.achen, auäretopnh, L „ .uberzcugt wa.c, daß die von ihm angewandle Verpackung eine ^tt-r-ll- ^.lclc ®atle£u"ö wirb hoffentlich bas Publikum im eigenen
ffleaen täXnAIue.rbaJ:ten ®«Pncfunfl Daß bei Versendung non
V-'vackuna mCü.äMem ®kerA U0n SpiiM-, Seldenwaaren -c. eine noch festere kurz erwähnt s i Wachsl-inwand, Pappe oder Kisten erforderlich ist, mag nur noch
Landwirthschaftlich« Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
‘A Knollen und Wurzelgewächse.^ Zu den Arbeiten, die im erntuna de! Garten -orzunehmcn sind, gehör, als eine der wichtigsten di-Ein- rrfi9. m t % U-L t unl^ Wurzelgewächse, deren ja viele als Gemüse angebaut werden. ®c™a*fe; Kohlrüben, Kohlrabi, Mohrrüben, Karotten, Rettiae Petersilie S und andere mehr gilt als Regel, daß sie bet woglichst AÄÄ rin' nnrh PiniA o , Wenn solches nicht gleich eintritt, warte man, wenn möglich,
” $ 9n8e -§c‘l fnil der Einerntung. Die Gewächse verlieren nicht so viel wenn sie
Man en ninum Mel6cn' ™cnn.fie demselben zu naß entnommen werden,
i-de? iihhAn lebe ,?k9'u°nnt-n Gemuscarlen bei trockenem Wetter auf die bei
jeber üblichen Weise dem Erdreich, reinigt sie von der anhaftenden Erde wenn fie
ÄiiffiaTn'°°5 S-it-nwurz-ln :c. und'nimmt di- fffÄft'Ä - *- * *.$-1 SÄ
Gchiff»nachrtcht«n.
(Raat, 22. October. fPer transatlantischen Telegraph.s Der Postdampser
Ar.Ri»,er, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am .AS Bremen und am 14. October von Southampton angegangen war. ist gestern It Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommm.
Handel und Verkehr.
„ . October. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Psund
Hühnereter pr. @t.7-O,5>, Enteneier St. 0-0 Käse vr. ©t. 4-7 ffäfemafre 3—° Erbsen pr. Liter 17 J,, Linsen 30 Tauben per Paar 40 bis
Alz,§°duer per Stück'M 0.90—1.20, Hahnen vr- Stück M 0.50—0.90, Enten per Stück JL 1.5<>—1.80, Ganse per Pfund 35—50 Ochsenfleisch per Pfund 58 bis 60 ä' innb5:eif? ^?Ä?bfleifch 54—60H, Hammelfleisch 40 bis ^'o^kbfleisch 40-46 Kartoffeln per 100 Kilo JL 3 40—5.00, Milch per Liter 1b ^' Weißkraut Stück 4—9 Zwiebeln per Centner X 6.00—.700.
f22, 9c!.0?nn S^chkpreise.j Weizen 16.90, Korn X 13.20, ®cr^e ^.80, Hafer 11.00, Erbsen JL 13 10, Linsen JL 00.00, Lein 24.00 Samen 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 21.00.
M k4, ^^-^?reide-Preise.i Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer
^'00- 8'50, Roggen eff. hies. JL 13,25-00,00, fremder Gerste effectw hiesige und Wetterauer X 15,00—17,00, fremde 00,00—00,00, Hafer eff. bies. JL 13,00—13,50, fremder JL 00,00-00,00.
r a n f f u r t 24. Dctbr. 5Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren o03 Ochsen, ca. 36 Bullen, ca. 502 Kühe und Rinder, ca. 295 Kälber, gje JCreiie Mten sich: Ochsen 1. CuaL 57-59, 2. Qual. 50-52, Kühe und ginber 1. Gual. 50, 2. Qual. JL 38—44 per 100 Pfund Schlachtgewicht, halber 1. Qual. 50—55 H, 2. Qual. 45—60 H per 1 Pfund Schlachtgewicht.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.
42. Woche. Vom 16. October bis 22. October 1887. Einwohnerzahl: 19 001 (incL 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 19,15°/«. n. , r Kinder
starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
Altersbrand
1
1
1. Lebensjahr:
2.-15. Jahr:
Organischer Herzkrankheit
2 (2)
2 (2)
_
Rachenbräune
2 (1)
1
_
1 (11
Leberentzündung
1
1
Gehirnentzündung
1
—
1
Summa: 7 4 12
i k ?ie jn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen
?977
Bühner, Gerichtsvollzieher-
Jagdverpachtung der Gemeinde Holtheim
Donnerstag d. 3. Novdr.d I., Nachmittags 1 Uhr im Rathhaus.
Holzheim, 24. October 1887. Großh. Bürgermeisterei Holzheim.
«018 I. V.: Reuhl._________
Mittwoch örn 26. Btlober: Nachmittags 2 Uhr
versteigere ich auf meinem Bureau gegen Aaanahlung:
Sophos, Kommoden, Tische, Kleiderschränke, Glasschränke, Spiegel, Bilder, 1 Regulator, 1 Pianino, 1 Ladeneinrichtung , bestehend aus 4 feinen Schränken mit Glasverschluß und . 1 Theke, Krner 1 Stoßkarren, 2 Pferde, 2 Kühe u. a. cnn, Geißler,
rjy4__Gerichtsvollzieher.
^Mittwoch den 26. l. M., Nachmittags 2 Uhr, Wetgere ich in dem Bramm'schen Taal dahier zwangsweise eine Partie NoU- und Kurfwaaren ofö: Strickwolle, Baumwolle, Wammse, Strümpfe, Jacken, Unter- 5?'^-Halstücher, Zwirne, Schnur, «rnopft, Herren- u. Damen-Kragen u »ranfchetten, Halsbinden, Hemden, K l Taschenuhr, 1 Nähmaschine ni,2 BrehmS Thierlebe«. w Serftetgerung findet bestimmt statt- ließen, den 22. October 1887.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Gemäß Beschluß des Vorstandes der hiesigen Spar- und Leihkasse werden vom 1. November l. I. an säwmtliche Einlagen in genannter Kaffe mit 3V2 Procent verzinst.
Lang-Götls, am 24. October 1887.
Für die Spar- und Leihkaffe zu Lang-Göns, E. G.:
A. Henrich, Director. 8024
läHUjii- aller in Gießen ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge in der Expedition des „Gießener Anzeiger", sowie bei den Zeitungsträgern zu haben- Preis 20 Pfg.
Wegen Ausdehnung unseres Buckskin-, Tuch- und Herren-Garderobe-Geschäftes beabsichtigen wir, unser Lager in
Oamen-Kleiderstoffen und Damen-Mänteln
gänzlich zu räumen, verkaufen deshalb diese Artikel von heute an zu bedeutend ermäßigten Preisen. 7769
Gießen. <-ebr. Stamm.
Aeilgeöotenes.
8041 la. Schellfische, la« Zander, !»♦ Hecht, Kieler Bücklinge, Sprot» te«, ger. LachS re. re., heute frische Sendungen bei O. Kleinhcnn. , 8021 Prima Rindfleisch, pro Pfd. 45 Pfg., empfiehlt
I. Rosendanm, Neustadt.
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Holz- und Baumaterialien - Handlung-
J. Happel,
Vielen- und Kohlen-Lager, 49. Neustadt 49.


