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24.11.1887 Erstes Blatt
 
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Monat Jan

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Ausgaben

uar 1888-

Monat Januar.

50

für 1 Ctr. Raps

f. kl. Ausgaben

An Haushalt

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Bestand an Baargeld

Von A. Schultze

maßen aussehen.

Einnahme.

Ist das geschehen, so kann mit den Eintragungen begonnen werden. Zu dem Zwecke stellt man genau fest, wie viel Geld am Morgen des Tages, an dem man die Buchführung beginnen will, im Hause vorhanden ist. Das trägt man auf der linken Seite ein, darunter werden nun auf derselben Sette alle Einnahmen so eingetragen, daß in die erste Reihe das Datum kommt, sodann wird gesagt von wem man das Geld bekommen hat, sodann wofür und zuletzt welchen Betrag. So eine Eintragung

beseitigt wären, die heute noch herrschen, würde es manchmal weit besser mit dew Erträgnissen stehen. Die Düngerdehandlung ist so ein wunder Punkt, der Landmanm elke»nt in dem Dünger noch immer nicht recht das im wahren Sinne des Wortes- Werlhvolle, das in ihm enthalten ist und behandelt ihn darum häufig recht unvor- ichtig Da wird der Dünger auf das Feld gefahren, in kleinen Haufen abgeladen rnd bleibt nun oft lange Zeit so liegen. Ganz abgeiehen davon, daß die Verwandlung, die durch das Liegen in kleinen Hausen in Dem Dünger oorgeht, seine Qualität nicht verbessert, ist als Hüuplnachtheil die vom Regen hcrbeigeführte Auslaugung zu be­zeichnen. Die Rässe führt eine Menge Pflanzennährstoffe hinfort, und zwar nur in das kleine Bodenstück, welches unter dem Haufen liegt. Diese einzelnen Stellen werden, also reichlich gedüngt, während der übrige Theil des Ackers darbt, ein ungleichmäßiger Stand der Frucht ist die Folge dieses Verfahrens. Wo es an Zeit gebricht, den aus' das Feld gebrachten Dünger gleich unterzupflügen, was immer das Beste ist, da sollte er wenigstens gleich ausgebreitet werden. Das erfordert wenig mehr Zeit und hat den Dortheil, daß die durch Auslaugung geschehene Fortführung der Pflanzennährstoffe wenigstens dem ganzen Acker zu Gute kommt.

(Des Landwirths Einnahme- und Ausgabebuch.) Im ganzen Jahre gibt es keine bessere Zeit, an die Einrichtung einer Buchführung für den Landwirth zu denken, als es der Herbst und Winter ist. Wenn die Arbeiten für die Herbstbestellung beendet sind, tritt für den Landwirth eine Ruhepause ein, die er mit der Einrichtung einer Buchführung sehr vortheilhaft aussüllen kann. Wenn Jemand nicht die nöthige Qett hat, um gleich eine vollständige Buchführung einzurtchten, so schadet es durchaus nichts, wenn nur allmählich und schrittweise damit vorgegangen wird. Die noth- wendtgsten Nachweisungen sind die über die Geldeinnahme oder Ausgabe und die über Forderungen und Schulden. n , , r.

Gewöhnlich ist es der Mangel an Baargeld, der den Landwirth am leichtesten in Noth bringt, über die Einnahmen des Hauses und die Ausgaben muß daher zunächst ein Ueberblick verschafft werden. Das geschieht, wie der Kaufmann es nennt, durch ein Kassabuch oder durch ein Einnahme- und Ausgabebuch, wie man es gemein­verständlich nennen kann. Zu diesem Kassabuch wird am besten ein Schreibheft in Quartformat abgenutzt, oder es wird gewöhnliches Schreibpapier so geknifft und zusammengeheftet. Gut ist es, wenn das Buch Itniirt ist, das erleichtert die Ueberficht sehr. Selbst hergcstellte Bücher soll man daher mit den nothwendigen Linien versehen. Die erste Seile des Buches wird nicht benutzt, auf den kaufmännischen Handelsbüchern stehen auf diesem Blatt meist die WorteMit Gott" und die Landwirthe werden sie daher dem Rechnungsbuch auch voranstellen. Die zweite und die dritte Seite werden nun folgendermaßen eingerichtet. Die erste Linie am oberen Rand wird, als Kopf- linie, dick gezogen, fodann werden Längslinien gezogen, so daß die zwei Seiten folgender-

Eingesandt.

Gießen, 23. November.

Wie aus dem Annoncentheil hervorgeht, wird Herr Voigt, Prediger der frei­religiösen Gemeinde in Offenbach, am Donnerstag Abend in dem Saale desPrinz Earl" einen Vortrag überGlauben und Wissenschaft" halten.

Das dem Herrn Voigt eigene, hochbegabte rednerische Talent und das gewählte Thema lassen erwarten, daß der Vortrag ein höchst interessanter sein wird, den gratis zu hören sich für Damen sowohl wie für Herren, die sich dafür interefsiren, Gelegenheit bietet. C.

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Lokales.

Gießen 23. November. Die Reihe der Vorträge zum Besten des Baufonds für eine zwette evangelische Kirche wird am Freitag Abend Herr Professor Harnack von Marburg eröffnen. Wir machen an dieser Stelle noch darauf aufmerksam. Emen Gelehrten wie Harnack über Augustin sprechen zu hören, bedarf kemer weiteren Empfehlung. ------ --

Darmstadt, 22. November, lieber die in den Gemeinden Hirzenhain und Merkenfritz im Kreise Büdingen neuerdings oorgekommenen Erkrankungen an Trichinose kann nach den amtlichen, übrigens noch nicht abgeschlossenen Erhebungen soviel mitgetheilt werden, daß in ersterem Orte acht und in letzterem eine Person unter den augenscheinlichen Symptomen von dieser Krankheit befallen^ worden ßnd. Die Jnfeclton scheint durch unterm 30. October genossenes rohes oder,boch nicht durch- gcbratenes Schweinefleisch stattgehabt zu haben; solche Personen, welche.davollständig durchgekochte Fleisch genossen hatten, sind verschont gebtteben; 3 ber Erkrankten gehören der Familie desjenigen Metzgers an, durch welchen das infectiose Thier Seschlachtet.war und zum Verkauf gelangte. Die Untersuchung der in dem betreffenden.Geschäfte zur Zeit vorhandenen Fleischwaaren aus Trichinen hat bis letzt zu einem positiven Restiltate nicht 0^l^a, 22. November. Beim Wiederzusammentritt der zweiten Kammer

wird von mehreren rheinhessischen Abgeordneten.unterstützt von einigen Abgeordneten nus Starkenburg ein Antrag auf Aushebung des Brückengeloes für Fuhrwerk bei der Straßenbrücke hier und bei der Schiffbrücke in

Antrag ist hauptsächlich durch eine Agitation aus landwirthschastlichen Kreisen hervor- gerus baut Bekanntmachung des Kreisamtes Mainz ist mit dem Ausrichten der 5 Nadelwehre im Maincanal begonnen und wird der Stau wiederhergestellt.

Der Import von Zwetschen und Pflaumen aus Rumänien nach der hiesigen Gegend war dieses Jahr ein ganz enormer. Das Bankhaus Bamberger L Eo. hier hat allein nahezu eine Million Mark für solche Lieferungen nach Rumänien über; mtttelt Anschluß an einen von Herrn Lehrer und Redaoteur Hoffmann gestern über die Weltsprache gehaltenen Vortrag hat sich hier auch ein Volapük - Elub gebildet. Besonderes Interesse für die Weltsprache bekundet hier die Damenwelt.

Dorlar, 29. November. Eine seltene Jagdbeute ist dieser Tage dem Muller Herrn Peter Amend von hier zu Theil geworden. Derselbe schoß nämlich am ver­flossenen Donnerstag einen wilden Schwan, deffen Länge, vom Hintertheil bis zur Schnabelspitze gemessen, 1 Meter 60 Zentimeter betrug, wahrend seine Flugelbreite sich auf 2 Meter 30 Zentimeter bemaß. Sein Gewicht betrug 23 Ptttnb. Das Thier

hatte unter den Mühlrädern Schutz gesucht, wo es von der Kugel des Mullers ereilt wurde. Schildbürgerftücklein.^ Die BrüsselerEhronik" erzählt folgendes iamose Schildbürger-Stückchen von der belgischen Militärverwaltung. Seit fünfzehn wahren ist das bei Antwerpen belegene, die Einfahrt in die Schelde beherrfchende Fort Philippe mit gezogenen, von den Krupp'schen Werken gelieferten Stahlkanonen von 28 Zentimeter Durchmesser ausgerüstet. Die erforderlichen Geschosse wurden geliefert, abaenommen und ohne sie zu erproben alsStaatsgeheimmß" verschlossen. Seitdem werden die erforderlichen Schießübungen zur Ausbildung der Artillerie dieses Forts mittels aus Holz angefertigter Geschosse abgehalten. Jetzt traf plötzlich der Befehl ein, Schießübungen mit den richtigen Geschossen abzuhalten; sie wurden aus den sorgsam verschlossenen Magazinen herausgeholt und da stellt sich denn heraus, daß sie einen Durchmesser von 29 Zentimeter hatten, also für Kanonen von 28 Zentimeter nicht verwendbar sind also treffliche Kanonen, aber keine Geschosse! Die Prüfungs- Eommission soll bei dieser Entdeckung einen höchst eigentümlichen Eindruck er; jo.cft au§ Sachsen.) Ein Rekrut auf Schildwache. General geht

vorüber und da der Posten von ihm keine Notiz nimmt, stellt er sich vor ihn hin und sieht ihn strenge an. Da fällt dem Rekruten ein, was er zu thun hat, er ruft aus:Ei herrjemersch, Herr General, beinah hält ich Sie nich erkannt. Rrrrrrraus!" Das klingt wieBliemchen!"

^Studenlenlogik.) Student, einen Anschlag an der Universität lesend:Am letzten vorigen Monats wurde im Hörsaal für Cioilrecht ein Portemonnaie, enthaltend 3 </& 65 gefunden. Der Eigentümer kann dasselbe abholen beim Eastellan der Universität." Drei Mark fünfundsechzig Pfennige? Arn Letzten? Donner, das kann nur der Professor selber verloren haben."

Ganz ähnlich ist die AuSaabensette einzurichten, auch dort ist erst das Datum, dann an wen, bann wofür und zuletzt welcher Betrag gezahlt ist, kleinere Ausgaben können auch zusammengefaßt und täglich eingetragen werden, so kann es z. B. mit kleinen täglichen Ausgaben für Küche und Haus gemacht werden, es kann dann heißen

Zur Geschastsmoral und Geschaftsklughm.

Auf Sckritt und Tritt begegnet man im täglichen Handelsverkehr Täuschungen, - einheimische Erzeugnisie werden für fremdländische , geringwertige Erzeugn sie werden für bessere ausgegeben, Fabrikwaare wird für Handarbeit, Halbwollenes für roeröen für Denerc au g g , u zweifelhafte Stoffe werden für waschachte, X'leSX » Äfik ^onberS wohls-ft-Ankauf- werben erloaen Kleiderstoffe, Hüte, Porzellan-, Metallwaareu wollen Pariser oder Londoner sein, Zündhölzer tragen ein schwedisches, blaugelbes Gewand, und doch sind ullc bie^W°ar-n^nicht,w°tt h-r gabriranten und Händler den Para-

aravbeii des Strafgesetzes nicht kennen, welcher als Betrug erklärt und ahndet, wenn eine^ falsche Thatsache oorgespiegelt oder eine wahre unterdrückt und mittelst dieser Täuschung ein rechtswidriger Vennögensoortheil erzielt wird und zugleich feftgefieUt Aauio)ung ein w » . , .|x Angabe zu dem Geschäft veranlaßt

würde" Viel chcr dürfte die HSustgk-it^und Dr-Wgk-it salcher Spleg-lf-cht-r-t-u ihren Grund darin Haden, daß das Publikum di- g-fehlich-Grenze der -rlaubien Anpr-.wng zu wenig kennt oder eine gerichtliche Verfolgung der Dache scheut, fei es aus Bequem- Uchkeit oder wegen der Geringfügigkeit des Gegenstandes ober weil man am Gelingen bet ^^^Lauft'd-r'Z-tt'wird -s hoffentlich dahin kommen, daß non Staais- und Gemeindewegen mehr dafür gesorgt wird, daß der Burger in das Berufsleben eine belfere Kenntniß des Strafrechts bringt. Bis dahin bleibt es eine sociale Aufgabe, namentlich der Presse und der Vereine, dahin zu wirken. ImVerein der deutschen Kaufleute zu Berlin" hielt kürzlich der Rechtsanwalt Grellmg einen darauf zielenden bank-n"werihen Vorftag. Aber auch das kaufende Pubftk,m ,°ll.°-°nd-rh°tt gemahn werden einen Druck auf die Verkäufer dadurch zu üben, daß es diesen ihr Gaukel­spiel nicht so gar leicht machte, sich etwas mehr Kenntniß der Maaren und for Gesetze verschaffte und letztere in geeigneten Fällen zur Geltung zu bringen strebte. Es kommt dabei ja nickt blos der Geldverlust in Betracht, sondern vor Allem der ledern Bürger obliegendeKampf um's Recht". Schlaffe R-chlob-griff- können sich auf dn «nm Seile nur fo lange halten, «18 sie auf b-r anderen nicht ftraffcr werden. Beharrt em großer Theil des kaufenden Publikums dabei, sich wieder und wieder^Nifts.rast hinter- geben zu lassen, so müssen die Preise der Maaren fort und fort steigen, ihre Beschaffen- beit herabg-h-n und der Verkehr immer leichtfertiger werden.

Ist die eine Seite zu Ende, so werden beide, gleichviel, ob die andere Seite noch nicht voll ist, zusammengezählt, der Betrag unten hingeschrieben und bann biefelbe Summe auf bie nächstfolgenben Seiten übertragen, auf bie nächste linke Seite wird ber Enbbetrag ber vorhergehenben linken Seite unb auf die nächste rechte Seite der Betrag der vorigen rechten Seite oben hingeschrieben. Das nennt man Uebertrag. Ist ber Monat zu Enbe, so^ werben bie Seiten wieber abbirt, ber Betrag ber Ausgaben wirb von bem der Einnahmen abgezogen, der Rest muß in baarem Gelbe im Hause vorhanben sein, wenn alle Einnahmen unb Ausgaben richtig angeschrieben sinb. Der Abschluß ist bann so zu machen, baß man ben Baarbetrag unter die Ausgaben schreibt und hinzuzählt. Dann muß der Betrag der Einnahmen- und Ausgabenseite gleich sein. Der Baarbetrag wirb bann wieber, nachdem der vorige Monat durch einen Strich abgeschlossen ist, auf die Einnahmenseite geschrieben und im nächsten Monat, wie gezeigt, weiter gebucht.

Schiff-Bewegung

ber Postbampfschiffe ber Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast.

Mielanb", von Newyork, am 15. November 12 Uhr Nachts in Hamburg angekommen;Lessing", von Hamburg nach Newyork, am 15. November von Havre weitergegangen;Hungaria", von Hamburg nach St. Thomas, am 15. November von Havre weitergegängen;Gothia", von 9tewyork, am 18. November in Stettin an­gekommen;Albingia", von St. Thomas, am 18. November in Hamburg eingetroffen; Holsatia", von Hamburg, am 18. November in St. Thomas angekommen;Nhaetia", am 18. November von Newyork nach Hamburg abgegangen;Amalfi", von Hamburg nach Newyork, am 19. November Lizarb passirt;Francia", am 19. November von Hamburg, nach Eolon abgegangen;Bohemia", von Newyork nach Hamburg, am 20. November in Plymouth angekommen;Rugia", von Newyork nach Hamburg, am 20. November von Eherbourg weitergegangen;Suevia", am 20. November von Hamburg nach Newyork abgegangen.

Slavonia", von Stettin, am 16. November in Newyork angekommen; Auftralia", von Hamburg, am 18. November in Newyork angekommen;Marsala", von Hamburg, am 19. November in Newyork angekommen;Moravia", von Ham­burg, am 20. November in Newyork angekommen.

würbe solgenbermaßen aussehen:

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Einnahme.

Landwirlhschaftliche Nachrichten.

(Nachbruck verboten.)

[öertbeilung bes Düngers.) Menn erst einmal alle bie Fehler vermieben würben, bie heute noch von ben Lanbwirthen gemacht werden, unb alle bie Vorurteile

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