Standpunkte des allgemeinen Verkehrsinteresses aus für die Ausführung der Canalvorlage aussprechen könne.
Die von dem Gemeindeoorstand in Wieseck und von einer Anzahl Bewohner des nördlichen Tbeiles der Stadt Gießen an die Eisenbahndirection Hannover gerichteten und der Kammer abschriftlich überreichten Gesuche, welche die Errichtung einer Pcrsonenhaltestelle am Rodberge dahier zum Gegenstände haben, finden die Unterstützung der Kammer.
Vermischte-.
— Johann Hoff, der weltbekannte»Malzextract-Fabrikant, ist am letzten Mittwoch in Berlin gestorben. Der Heimgegangene, der ein Alter von 61 Jahren erreicht, hat, war ein seif made man, der durch seine Intelligenz, sein rastloses Schaffen und Streben, nach anfänglichem harten Ringen, sich zu der Position emporgeschwungen hatte, die ihm einen Weltruf eingetragen. Johann Hoff stammt aus Oberschlesien, woselbst er in Zunächst untergeordneter Stellung in einer Brau^ei thätig war. Er hatte sich aber bald emporgearbeitet und siedelte nach Berlin über, und hier erst entfaltete er voll und ganz seine Kraft und zwar mit einem Erfolg, der zu bekannt ist, als daß seiner noch besonders gedacht zu werden braucht. In geschicktester und in einer für unsere deutschen Verhältnisse selten umfangreichen Weise machte Johann Hoff von der Annonce Gebrauch. Alles, was ihm in den ersten Jahren seine lukrative Fabrikation eintrug, wendete er immer wieder für Inserate in den Zeitungen auf und machte auf diese Weise seinen Namen und seine Malzvräparate in allen Welttheilen bekannt. Er hatte den Werth der Annonce erfaßt und dieselbe auch bis an sein Lebensende benutzt, um sein schon begründetes Renomms dem Publikum in steter Erinnerung zu halten. In der Gründerzeit ließ Johann Hoff sich zu Speculationen verleiten, die ganz außerhalb seines seitherigen Wirkungskreises lagen; er hat diesen „Schritt vom Wege" schwer,büßen müssen, die finanziellen Schäden, die ihm damals erwachsen waren, aber bald überwunden und sich seinem eigentlichen alten Geschäft wieder mit der früheren Rückhaltlosigkeit zugewendet. Große Wohlthätigkeitsakte haben ihm viele ehrende Auszeichnungen, u. A. die Ernennung zum Commissionsrath eingetragen; auch im Stillen übte er die Mildherzigkeit und war den Armen ein bereiter Helfer.
— sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Bebra, Postamt, Postpacketträger, 750 x Gehalt und 72 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Blankenhain, Großh. sächsisches Directorium des Karl-Friedrichs-Hospitals, zwei Hilfswärrer, mit einem Monatsgehalt bis zu je 25 Je bei vollkommen freier Station. — Bredelar, Postamt, fahrender Landbriefträger, 540 JL Gehalt und 60 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Hersfeld, Landkrankenhaus, Hausbursche, jährlich 200 JL Gehalt bei freier Station. Daselbst, Krankenwärter, jährlich 300 je Gehalt, freie Station. — Marburg, Curatorium der Universität, Canzlist, 1200 JL Gehalt. — Meiningen, Landgericht, Gerichtsschreibergehilfe, 1400 JL Gehalt. — Triptis, Postamt, Land' briefträger, 480 JL Gehalt und 60 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Vilbel, Postamt, Landbriesträger, 480 ^.Gehalt und 72 Wohnungsgeldzuschuß. — Wetter (Hessen) Amtsgericht, Canzleigehilfe, 5 bis 8 $ pro Seite. — Bezirk des Eisenbahn Betriebsamts Wiesbaden (Ort der Stationirung wird bei der Einberufung bestimmt) fünf Stellen im Fahrdienst, bis zu je 990 JL Gebalt jährlich. — Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Mainz, Großh. Ober-Staatsanwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter, 1000 JL Gehalt jährlich. ' ' 0
Eingesandt.
Gießen, 23. März.
Am vergangenen Donnerstag hielt die hiesige Barbier- und Friseur-Innung in der Herberge zur Heimath eine Lehrlingsprüfung über drei Lehrlinge ab Die Prüfung der drei jungen Leute fiel zur vollen Zufriedenheit der Commission aus und wurden dieselben als Gehilfen eingeschrieben. Mögen die jungen Leute so weiterschreiten auf der Bahn ihres Berufes, dann werden sie auch die Früchte ernten welche durch eine tüchtige Lehrzeit gesäet wurde.
Das Dorkommen von Diehseuchen im Grohhersogthum Hessen
während des Monats Februar 1887.
Milzbrand wurde festgestellt in den Orten des Kreises Friedberg: Rieder- Weisel am 1., Griedel am 19., Ober - Mörlen am 21., und in Laubach im Kreise Schotten am 27. Februar bet je einem krepirten Rindviehslücke; ferner in Blofeld im Kreise Büdingen bei einem geschlachteten Schwein.
Lungenseuche. In Rendel, im Kreise Friedberg, besteht die Sperre des Ortes gegen dre Ausfuhr von Rindvieh noch fort. Neue Seuchenfällc kamen daselbst nicht vor.
In Maulbach im Kreise Alsfeld wurde am 1. Februar bei'einer nothgeschlachteten Kuh die Seuche durch die Obduktion festgestellt. In dem betreffenden Gehöfte befinden sich noch 10 Stück Rindvieh, die als der Ansteckung verdächtig unter polizeilicher Beobachtung stehen.
Der Bläschen aus schlag in Borsdorf im Kreise Büdingen, in Bleidenrod im Kreise Alsfeld, und in Weidengesäß im Kreise Erbach ist erloschen. In Eifa im Kreise Alsfeld herrscht dieselbe fort.
Festgestellt wurde die Seuche unter dem Rindvieh in Alsfeld am 1. und in Kohden im Kreise Büdingen am 24. Februar.
Die Räude wurde festgestellt bei einem Pferde in Gedern im Kreise Schotten.
Als räudekrank, bezw. verdächtig gelten die Schafe Bleidenrod, Elpenrod und Udenhausen, im Kreise Alsfeld, in Harbach im Kreise Gießen, in Echzell im Kreise Büdingen, in Ilbeshausen und Maar im Kreise Lauterbach, in Büdesheim und Burg-Gräfenrod im Kreise Friedberg, und in Brombach und Krumbach im Kreise Hevvenheim.
(incl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitsziffer: 27,4 «/qq.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.
11. Woche. Vom 13. März bis 19. März 1887.
Einwohnerzahl: 19 001 '
Es starben an: Zusammen:
Kinder
Erwachsene:
im
vom
Lungenschwindsucht
3 (2)
3 (2)
1. Lebensjahr: 2.-
-15. Jahr:
Perniciöser Anämie
1
1
—
_
Altersschwäche
1
1
—
__
Krebs
Scharlach mit Frühgeburt
1 (1)
1 (1)
—
—
complicirt
1
1
_
_
Tuberkulöser Gelenkentzündung
1 (1)
1 (1)
—
—
Stimmritzenödem
1
1
_
Krämpfen
1
—
—
1
Summa:
10
8
1
1
An m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
„Monopol-Seide44. (Modebericht.) „Vom Fel« zum Meer 1886 — Heft 8 schreibt:
. . . . „Durch Einführung der „Monopol-Seide“ hat sich der Zürcher Seiden- Industrielle G. Hennebera; ein wahres Verdienst um die nach einem einfachen und gediegenen Seidenstoff seit lange vergeblich Umschau haltende Damenwelt erworben. Das Gewebe ist dauerhaft wie Leder, weich wie Sammt, glänzend wie Atlas; aus reinster Seide auf Lyoner Stühlen gewoben, erscheint es als eines der solidesten und reichsten Fabrikate, welche die Webindustrie seit lange erzeugt. . . .
Nur direct und nur ächt, wenn auf der Kante eines jeden mbtre eingedruckt ist 2197 | G HENNEBERG’S „MONOPOL» | u^“f^b
Allgemeiner Anzeiger.
Holz-Versteigerung
im Gießener Stadtwalde.
Montag den 28. März 1887, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Distrikten Wanne und Brauhof nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz.
Scheith Knüppelh Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Buchen 1,8 33 — 500
Eichen 17,5 36,2 34,4 1590
Nadel 16 107,6 30,8 3290
ß. Bau-, Werk- und Nutzholz.
172 Eichenstämme mit 40,45 Festmeter (von 10-51 Cmtr. Durchm.) 1 Birkenstamm mit 0,23 Festmeter, 93 Fichtenstämme mit 26,26 Festmeter (von 7—33 Cmtr. Durchm.), 105 Eichenstangen mit 8,25 Festmeter, 901 Fichtenstangenmit41,62 Festmeier.
Die Zusammenkunft ist an der Altentischwiese.
Die Großh. Bürgermeistereien der benachbarten Orte werden ersucht, Vorstehendes im Jntereffe ihrer Ortsangehörigen bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 21. März 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Keller, Beigeordneter. 2157
Aeitgeöolenes.
Das Beste zum Schmieren von Lederzeug sowie Wagen ist Pferdefett. Zu haben bei [1897
M« Kessler, Pferdemetzger.
Konfirnianden-Atsiiige billigst bei LouiS Rothenberger, 1917 Neuenweg 22.
Prima Portland - Cement aus der Fabrik
i Lotbary Wwe. tS Co. in Weisenau bei Mainz, unter Garantie für Volumbeständigkeit, höchster Bindekrast, Reinheit rc. 1947 J.Happel, Neustadt 49.
! Um. vor Eintreffen der Frühjahrssendungen gänzlich zu räumen, gebe sammtliche vo räthigen Gardinen in reicher Auswahl, . schwarze Cachemirs und coiiletirte Kleiderstoffe ; zum Einkaufspreise a ».
Auch die Preise aller anderen Artikel sind billigst gestellt. 1836 Herrn. Äug. Müller.
Tapeten.
Um wieder Raum zu gewinnen, beginne mit dem Ausverkauf Reste
l Naturells 12 H i elegante < Gold 30 „ per Rolle.
I ^ond- u. Glanz 40 „ i
Brnet Elödner,
1830 Bahnhofstraße 12.
Ausverkauf,
Wegen Theilung meines Ladens habe den 2030
Ausverkauf meines ganzen Schuhwaarenlagers beschlossen. Verehrt. Publikum wäre Gelegenheit geboten, Bedarf zu den bevorflehenden Feiertagen zu ganz enorm billigen Preisen decken zu können. Besonders mache auf einen großen Posten Confirmandenstiefeln in allen Genres aufmerksam. g ElSOffer.
334 Lehrling
mit den nöthigen Vorkenntnissen für das Comptoir einer hiesigen Cigarren-Fabrik gesucht. Zu erfragen in der Exp. d- Bl
2133] Gewandtes braves Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht.
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1997 Eine Kaute Mist zu verkaufen. * M. Rosenthal.
2006 Eine Parthie feinere
Moebel
bestehend in vollständ. Betten, Sopha's, Kommoden u. f. w., habe ich zu verkaufen. (Die Betten sind neu.)
H. Werner, Bismarckstraße 6—8. । Miihlenverkaus. i Familienverhältnisse halber will ich meine im Kreise Wetzlar, an der Dill und Chaussee gelegene
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1985 Johanne- Bingel.
Kinderwagen, ~ neue Sendungen eingetroffen bei 1647________Franz Senner.
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