Ausgabe 
18.9.1887 Drittes Blatt
 
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An der Ostfronte, zunächst der Einfahrt, ist ein Stall für Kleinvieh zum Einstellen von ca. 30 Stück Kälber oder Hammel in 3 Abtheilungen und dabet eine complette Stallung für 4 Pferde erbaut.

An derselben Front, zwischen dem Pferdeftall und der Schweineschlachthalle, der findet sich ein 2,80 m hoher, hübsch eingerichteter Schwetnestall, welcher durch Bohlenwände in mehrere Abtheilungen geschieden, mit recht praktischen Thür- und Futtertrog-Verschlüssen ausgestattet ist. Der Fußboden besteht aus einer Backstein­rollschichte mit Cement ausgegossen, ähnlich wie im Kleinviehstall.

Sämmtliche Stallgebäude sind möglichst hoch construirt, mit in horizontaler Achse leicht verstellbaren schmiedeisernen Fenstern und innen angebrachten Schiebthüren aus verzinktem Eisen eingerichtet, die Wände sind 2 Meter hoch mit Cement verputzt und die Decken mit Backsteinen überwölbt. Alle Dachböden sind ccmentirt.

Am südlichen Ende der Hofraithe liegen die Aborte nebst Pissoirs, rechts daneben eine Grube für den Stallmist und Kehricht, links ein tiefer geschlossener Raum zur Unterstellung zweier Kaldaunenabfuhrwagen. Ter Kaldaunendünger wird mittelst geschlossener Gefäße auf Wägelchen aus den verschiedenen Schlachträumen über die dicht verschließbaren Abfuhrwagen gefahren und durch Trichter in dieselben entleert. Ist der eine Wagen voll, so werden seine Trichteröffnungen geschlossen und diejenigen des zweiten Wagens zum Gebrauche hergerichtet, um inzwischen den ersten Wagen be­hufs Entleerung fortzufahrev.

Die Beleuchtung in den eigentlichen Geschäfts- und Betriebsräumen geschieht mittelst Gas.

Die Größenverhältnisse und Eintheilungen der einzelnen Gebäude gründen sich auf die in verschiedenen neuen Schlachthäusern angestellten Ermittelungen mit mög­lichster Berücksichtigung der hiesigen Verhältnisse. Es ist dabei insbesondere darauf Bedacht genommen, daß man zuerst zu einer Vergrößerung der Anlage schreiten muß, wenn die hiesige Einwohnerzahl sich um V< vergrößert hat und es ist zwischen den einzelnen Gebäuden so viel Raum reseroirt, daß man ohne Betriebs- und Verkehrs­störung anbauen kann.

Dadurch, daß die Gebäude nicht zusammenhängend angeordnet sind, ist an und für sich schon eine besiere Luftreintgung möglich und größere Feuersgefahr weniger zu befürchten.

Die speciellen Betrtebseinrichtungen und Geräthe sind gleichwohl nach den neuesten bewährten Erfahrungen gewählt.

Obgleich man schon vielfach den Fortgang der Arbeiten an vorbeschriebener An­lage tadelte, so kann jetzt doch Jedermann leicht beurtheilen, daß bei dem Umfange und der Mannigfaltigkeit der einzelnen Gebäude sowohl als auch bei der ungewöhnlich hohen Erdauffüllung eine größere Beschleunigung recht unangenehme und für die Solidität der Anstalt nachtheilige Folgen hätte veranlassen können.

Ungeachtet der stattgefundenen Wassereinschlämmungen wird sich die hohe Erd­auffüllung mitunter noch etwas senken.

Sämmlliche Arbeiten sind ausnahmslos solid, elegant und meisterhaft gefertigt, so daß den hierbei beschäftigt gewesenen Handwerksmeistern das beste Lob gebührt, welches jedoch auch ganz besonders auf die Bautechniker, die Herren Stadtbaumeister Stief und Bautechntker Allvater ausgedehnt werden muß. Beide Herren haben sich bet Erbauung dieser Anlage ein großes Verdienst um unser Gemeinwesen erworben und gewiß wird einer oder der andere der Herren, welche vom nächsten Monat an ihr Beruf in die Schlachthallen führt, im Stillen Abbitte für manche Kränkung thun, welche die Bauleitung während des Erbauens der Anlage erfahren. Letztere selbst wird ein Segen für unsere Stadt sein.

An unsere geehrten Abonnenten.

Wiederholte Beschwerden, welche in den letzten Tagen uns kund wurden, veranlaffen uns, die geehrten Abonnenten unseres Blattes zu bitten, jede Unregelmäßigkeit der Austräger uns mit kurzer Notiz gsfl. direct tu melden. Nur dadurch sind wir in Stand gesetzt, Abhilfe zu schaffen. Die Austräger sind angewiesen, den Anzeiger in die Wohnung der Abonnenten zu bringen und nicht, wie vielfach zu geschehen scheint, auf Treppen und Fluren abzulegen.

Dir Exved deS Gießener Anzeiger.

(Der schlaue Fritzi Fritz soll von seiner Mutter Schläge bekommen <x dem verhängnisvollen Moment ruft er plötzlich:Herein!" Die Mutter läßt * Fritz und die Ruthe fahren und während man nachschaut, wer vor der Tbür, »5? ist Fritz verschwunden. M rcW,

[©eltereS.] Ein Münchhausen erzählt von seinen weiten Reisen Als Schönheit Italiens schildert, wird er gefragt, ob er in Venedig den Löwen von St - gesehen habe.Bei der Fütterung", antwortete der Lügner stolz. * y(artu§

^Schändlich.)Nun, wie gefällt es Dir in Deiner Ehe?" .

Freundin, mein Mann ist ein Elender!"Aber warum denn?" Pc

entdeckt, daß all seine Liebesbriefe an mich nur Abschriften von denen sind tLr* schon seiner verstorbenen ersten Frau schrieb." ' cr

(Norddeutsche Hagel-Versicherungs-Gesellschaft Berlin.) Versicherungs-Zeitungen bisher die Vermuthung laut wurde, daß diejenigen seitigkeits-Gesellschaften, welche mit einer niedrigen Vorprämie arbeiten, mit herbn?' nicht auskommen, sondern eines, wenn auch nicht hohen Nachschusses behüt m Jn!*1 geht uns von der Norddeutschen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft die 8enacbttrhtiA ' zu, daß sie in diesem Jahre nicht nur keines Nachschusscs bedarf, sondern noch 200 000 JL zur Verstärkung ihres Reservefonds übrig behalten wird. Berückückd » man habet, daß die Norddeutsche mit der niedrigen Vorprämie von 7208 100 JL Versicherungssumme arbeitet, so muß das Resultat als ein günstiges bezeichnt werden. Es zeigt sich also hierin auch diesmal wieder, wie günstig die grob- dehnung des Geschäfts wirkt, insofern durch dieselbe ein Ausgleich der Gefahr rmisck-» den verschiedenen Theilen Deutschlands herbeigeführt wird. Aber auch beiüafirfi h Zunahme des Geschäfts kann die Norddeutsche das laufende Geschäftsjahr als flünft£ bezeichnen.

Die Versicherungssumme ist von 403 779 150 JL auf 429 392 103 Jt Policen wurden 59071 ausgefertigt, darunter 800 Stück für Gemeinde-VersicheruH.' mit 5897 Mitgliedern, so daß ohne diese Einrichtung auch die Zahl der abgeschlossen^! Versicherungen gegen das Vorjahr nicht unbedeutend gestiegen sein würde.

An Prämie wurden tncl. des Beitrags zum Reservefonds 3 404 236 x Dtr.in nahmt 79,28 H pro 100 JL Versicherungssumme gegen 81,44 H im vorigen ^Qbr, Die Verminderung der Prämien-Einnahme um 92 748 JL ist lediglich auf hie Mitgliedern gewährten Rabatte zurückzuführen.

Die Norddeutsche und deren Mitglieder können daher mit dem in diesem ^akr, erzielten Resultat wohl zufrieden sein- M c

Allgemeiner Anzeiger.

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