zwei Jahre Dienstkleidung. — Cassel, Postamt, Postschaffner im inneren Dienst, auf ^wöchentliche Kündigung, 800 X Gehalt und 180 X Wohnungsgeldzuschuß. - Bahnhof Goldstein, Strecke Bischofsheim-Frankfurt (Main), Specialdirectton der Hess. Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft zu Mainz, Weichenwärter auf Posten Nr. 35 im Bahnhofe Goldstein, Gemarkung Sachsenhausen, auf etnmonatliche Kündigung, 650 X und Nachtstundengelder im ungefähren Betrage von NO X pro Jahr. — Großtabarz, Postamt, Landbriefträger, erst auf Kündigung, später auf Lebenszeit, 510 X Gehalt, 60 X Wohnungsgeldzuschuß und 30 X Zuschuß zur Beschaffung von D enstkle^ung. — Igstadt, Specialdirection der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft zu Mamz, Stationsdiener, vorerst auf lltägige und bei definitiver Anstellung auf einmonatliche Kündigung, zunächst 1,90 X pro Tag, bei Bewährung im Dienst und nachgewiescner Befähigung Aussicht auf definitive Anstellung mit 700 «X Jahresgehalt. — Neukirchen bei Ziegenhain, Amtsgericht, Canzleigehilfe, auf Kündigung, Copialien von 5—7 & pro Seite. — Saalfeld (Saale), Postamt, Briefträger mit 4wöchentltcher Kündigung, 800 X Gehalt und 72 X Wohnungsgeldzuschuß. — Bezirk der Großh. Hess (25.) Division. Darmstadt, Großh. Ministerium des Innern und der Justiz, Canzleiwärter im südlichen Collegienhause, auf Widerruf, 900 X jährlich und alle zwei Jahre einen Dienstrock. ____
Landwirthschaftliche Nachrichten.
— Der Wachsschabenfalter tritt in diesem Jahre in einzelnm Gegenden um gemein häufig auf, was wohl auf eine Vernachlässigung und ein Aussterben zahlreicher Stöcke in den Vorjahren zurückzuführen ist. Auf diesen gefährlichen Feind der Bienen, dessen Raupen in den Waben leben und sich von dem Wachs nähren, sollte icder Bienenzüchter ein aufmerksames Auge haben, denn wenn die Raupen so zahlreich in den Körben sich etngenistet haben, daß die Bienen sich ihrer nicht mehr erwehren können, gebt oft der ganze Schwarm zu Grunde. Die Falter, deren Flugzeit jetzt ist, wird man vielfach außen an den Stöcken sitzend finden. Die Weibchen sind von graubrauner Körperfarbe, die Vorderflügel dunkelgrau, schwach purpurfarbig bestäubt, die Hinterflügel weißgrau. Ihre Flügel tragen sie dachförmig. Die Männchen sind etwas kleiner und lebhafter gefärbt. Man suche die Falter von den Stöcken ab, tobte sie und entferne sorgfältig die Raupen, welche etwa die Bienen auf das Untersatzbrett hinabwerfen. Denn wenn diese auch tobt scheinen, erholen sie sich oft wieber unb setzen bann ihr Zerstörungswerk fort. Namentlich aber beachte man sorgsam bie ausgestorbenen Korbe, bte sehr sorgfältig verwahrt werben müssen, wenn sie nicht Brutstätten des Wachsschabenfalters werben sollen.
— Gegen Fliegenstiche bei Thieren läßt sich, wenn bk Stiche sehr schmerzhaft finb unb bk Stelle sehr anschwillt, bekanntlich mit Vortheil Salmiakgeist anwenben, van bem einige Tropfen auf bk Stelle aebracht, eine Schmerzlinberung herbeiführen. Da inbeß Salmiakgeist nicht immer bei der Hanb ist unb es boch oft nöthig scheint, den Thieren, namentlich unruhigen Pferden, eine Schmerzlinderung zu verschaffen, so empfehlen wir unseren Lesern in solchen Fällen den in vielen Gegenden Deutschlands allgemein angewendeten Tabakssaft zu gebrauchen. Dieser Saft ist immer vorhanden, wo eine Pfeife geraucht wird, und diesen braunen Saft aus der Pfeife schmiert man auf die gestochene Stelle. Die Wirkung ist eine sehr gute, da in dem Safte kohlensaures Ammoniak enthalten ist, welches das in die Stichwunde gerathene Jnsectengift (Ameisensäure) neutralisirt.
♦anbei unb Verkehr.
— (Beförderung von Kindern auf der Eisenbahn.j Dem Herrn Eisenbahnminister Maybach ist die Bitte unterbreitet worden, für den Bereich der Preußischen
Staatsbahnen das Maximal-Alter für die Beförderung van Kindern zum halben preise von 10 Jahren auf 14 ober boch auf 12 Jahre zu erhöhen. Dabet wird vorausgesetzt, baß im Genehmigungsfalle auch bk Verwaltungen der übrigen beutschen Babnen vielleicht auch alle zum Verein Deutscher Eisenbahnverwaltungen gehörigen Directionen bas Gleiche thun werben. Zu Gunsten bieses Antrages lassen sich in ber That manche Grünbe vorbringen, zumal, nachbem vor einigen Jahren beschlossen worden ist Kinder bis zu 4 Jahren ohne Beschränkung der Zahl ganz frei zu befördern. Es dürfte kaum ein genügender Anlaß dafür vorltegen, ein noch nicht confirmirtes Kind von 11 Jahren anders zu behandeln als ein solches von 10 Jahren. Das Alter von 10 Jahren erscheint überhaupt als keine geeignete Grenze für derartige Tarifvorschriften. Schüler und Schülerinnen im Alter von mehr als 14 Jahren machen heutzutage meistens in größerer Anzahl weitere Partien und genießen dabei sehr beträchtliche Fahrpreisermäßigungen, während die jüngeren gewöhnlich nur in Begleitung ihrer Angehörigen reisen und so das volle Fahrgeld erlegen müssen. Die angestrebte Erleichterung würde gewiß namentlich von denjenigen Eltern freudig begrüßt werden, welche ihre Kinder auswärtige Schulen besuchen lassen.
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