Als vor einem Jahre der Director des städtischen Krankenhauses in Berlin, Dr. Hahn, herüberbestellt wurde, um dem Rechtsanwalt Montagne Williams den kranken Kehlkopf auszuschnetden, bezeichneten hiesige Blätter als oas für die übrigens wunderbar glücklich vollzogene Operation geforderte Honorar die Summe von 1000 L. (20,000 X); indessen soll er in Wirklichkeit nur 250 L. (5000 JL) erhalten haben, obschon er von seinem Assistenten begleitet war. Für die fernere Kur wird wohl Dr. Morell Mackenzie dieselbe Summe noch einmal verlangen; Bescheidenheit in Honorarfragen gehört eben nicht zu seinen Schwächen.
- Ein eigenartiges Jubiläumsgeschenk hat die Königin Victoria von einem Herrn Lewis erhalten. Der loyale Unterthan sendete ihr ^eine Photographie, auf deren Rückseite sich die Widmungszeile befindet, daß das Original des Bildes der schwerste und dickste Bürger ist, der sich im Königreich Großbritannien befindet. Der Spender ist 40 Jahre alt und wiegt die Kleinigkeit von 280 Kilo oder 560 Pfund. Das ist wohl der beste Beweis, daß es sich unter der Königin Scepler gut leben läßt.
— Es liegt oft tiefer Sinn im kind'schen Spiel! — Wer denkt daran, wenn er jetzt im Freien und Grünen die Kleinen umhertummeln sieht, wie wichtig und wie alt das Spiel der Kinder ist? Vieles hat gewechselt im Laufe der Zeiten und Begebenheiten, doch nicht das Kinderspiel von Einst und Jetzt, das keiner Mode jemals unterworfen war. Wie und was das Kind im Alterthum schon gespielt, — es hat sich bis zum heutigen Tag erhalten, wie ein heiliges Erbe fortgepflanzt von Generation zu Generation, ob alles Andere sich auch änderte. Das Kinderlied, der Kindheit Spiele, ihr Haupt- und Lieblings-Spielgeräth ist ja fast so alt schon als die Menschheit selber und wie ein Zauber spann und spinnt sich's weiter, als bildeten die Menschen in dieser einen Hinsicht Alle eine einzige große Nation. Manch' ernster Mund verzieht sich wohl zu einem unbewußten Lächeln, manch' halbvergessenes Bild taucht plötzlich sarbensrisch aufs Neu' empor, das des Lebens Schattenspiel schon längst verwischte, und der ewige Sonnenschimmer von Kindessinn und Kindesspiel verjüngt dann selbst das Greisenantlitz wieder — beim Anblick froher Kinderspiele. — Das ist der gleiche Boden ja für Alle, Alt und Jung, Vornehm und Gering, Reich und Arm, denn Tradition und Erinnerung wehen mit unvergänglich-warmem Hauch durch diese frohen Jugendspiele und machen welke Herzen wiederum erglühen im Rosenschein der Kinderfreude. Haben doch sogar die größten Männer aller Zeiten es nicht verschmäht, am Kinderspiel mir Vorliebe sich zu betheiligen und kein Band, das den Menschen an den Menschen aller Zonen, aller Jahrhunderte sympathisch fesselt, ist wohl so stark, als das tief-innige, frohsinnige unserer gemeinsamen, uralten, geheiligten, unvergeßlichen Kinderspiele!
— Zum letzten Male veranstaltet in diesem Jahre die Großh. Kreisstadt Baden- Baden eine Lotterie zum Besten der weltberühmten Iffezheimer Rennen. Von dem früheren System der Elassen-Etntheilung ist man abgegangen und werden jetzt sämmt- liche 5000 Gewinne im Gesammtwerth von JL 250000 in einer Ziehung gezogen. Die Preise sind vorzüglichster Qualität und mit ganz besonderer Sorgfalt hergestellt, insbesondere zeichnet sich der Hauptpreis durch seine ebenso einfache wie großartige Herstellung aus. Derselbe besteht aus einer Riviere, Brosche, Armband und Ohrringe in Brillanten im Gesammtwerth von JL 50 000. Auch der 3. Hauptpreis besteht aus einem Brillantschmuck, während für den 2. Preis eine Silberausstattung im Werthe von JL 25 000 gewählt wurde. Aber auch für sämmtliche übrigen Preise ist nur das Beste gewählt und die reichen Silber- und Goldsachen, Uhren rc. rc. werden bei den glücklichen Gewinnern ungeteilten Beifall finden. Der diesjährige billige Preis der Loose 2.10 per Stück, 10 Stück JL 20, wird nicht verfehlen, seine Anziehungskraft auszuüben. Da die Loose in dm meisten deutschen Staaten zugelassen sind, kann man dieselben bei sämmtlichen Collecteuren und Loose-Geschäften erhalten. Wo solche nicht vorhanden, ist der General-Unternehmer der Lotterie, Herr Moritz Hetmerdinger in Wiesbaden bereit, solche auf Verlangen zu übersenden.
— Beim Buttern in der jetzigen heißen Jahreszeit kann gehalten werden, daß die Temperatur eine richtige ist. Dieselben ! ,0enuß batar über 15 (Sr. R. hinausg-h-n. Ader selbst wenn beim Blginn des «u! n° tige Temperatur vorhanden war, ist dieselbe nach eini^r Reit°ni*t bi< ttu eine Erwärmung ein. Diese Erwärmung, die in der^etziaen $tl0' c3 tm deutend ist, führt leicht eine Ueberbutterung herbei, welche Mcht allein ^mlich 'ehr erschwert, sondern auch di- Butter ,-hr weich ^ach, und ihr - n sehen gibt. Um dies zu verhindern, setzt man in manchen Gegenden Ais
sobald sich sichtbare Butterkügelchen bilden und buttert dann lanasampn Wasser w theilhafter ist es hingegen, kalte abgerahmte Milch htnzuzufitzen sobald ÄV Butterkugelchm zeigen, und wir können unseren Lesern nur ratben bkabie anzuwendm. Sie vermeiden dadurch nicht allein das Ueberbu'ttern n<a7e Milt- angenehmen Folgen, sondern sie ersparen sich auch viel Mübe m-»r u« « 'etne m sehr erleichtert ist, wenn die Buttermilch durch den empfohlenen Milch verdünnt ist. Sie läuft dann leicht von den Butterkügelchen' ak. arbeiten der Butter erfordert weniger Zelt. 8 ^Cn ab unb das 8l^
Literarische-. '
Der gerichtliche Zweikampf und das heutige Duell. Von E rs- Amtsrichter. Verlag von I. F. Richter in Hamburg.
Die „Duellfrage", die neuerdings wieder so vielfach in der volitis^ m ventilirt worden ist, wird in der vorliegenden Abhandlung, welche in her en v. Holtzendorff herausgegebenen Sammlung „Deutsche Zeit- und 4. Hefte, des 2. Jahrganges (Neue Folge) erschien, recht packend und ml???' gewähltem Material rein von der historischen Seite behandelt. Der Darnün 8 Jt auch der Late leicht folgen. Die Gegensätze zwischen dem gerichtlichen uS « ifü8IB Zweikampfe und ihre gemeinsame Wurzel sind scharf heroorgerufen ® moG * die Lectüre um so mehr, als noch recht viele unklare Vorstellungen über hw frage obwalten. u,e,c Slreüt-
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