Vermischte 4.
— [XBte der alte Lesseps zu seiner jungen Frau tarn.] Ferdinand v. LessepS Ift persönlich eine jener seltenen Erscheinungen, auf welche die Natur ihre ganze Kraft auSgeschüttet und die bei ungeschwächtem Leibe und Geist fast ein Jahrhundert zu durchleben haben. In seinem 78. Lebensjahre besitzt er noch die Frische des Jünglings. Als Vater einer Schaar erwachsener Kinder Wittwer geworden, heirathete er im 68. Lebensjahre eine 18jährige Kreolin von wunderbarer Schönheit, welche ihn wieder mit einem halben Dutzend reizender Kinder beschenkte. Der Abschluß dieser, zweiten Ehe ist ein Roman. Lesseps pflegte in Paris regelmäßig eine Familie zu besuchen und stch mit Vorliebe mit den liebenswürdigen Töchtern des Hauses zu unterhalten. Gelegentlich, als er sagte, die Araber könnten nicht begreifen, wie ein Mann ohne Weib zu leben vermöge, fragte ihn die schönste der Schwestern, warum er denn nicht wieder heirathe. „Weil ich zu alt bin", erwiderte Lesseps, „und nur eine junge Frau lieben könnte, eine junge würde mich nicht wollen." „Wer weiß!" war die Antwort. Lesseps erwähnte die Eigenschaften der Jerichorosen, welche, getrocknet und in's Wasser gestellt, wieder aufblühen, und war in der Lage, den Wunsch des Mädchens nach einer solchen Rose zu erfüllen. Nach einigen Tagen zeigte das junge Mädchen dem verehrten Manne die wieder aufgeblühte Rose nut den Worten: „Sehen Sie das Wunder, was das Wasser an dieser Rose schuf. Das kann die Liebe am Alter vollbringen." Das war deutlich gesprochen. Ihre Blicke trafen sich und Lesseps brach in die Worte aus: „Wenn Sie es wirklich mit einem Greise wagen wollen, hier ist meine Hand!" Die Ehe ist eine glückliche geworden und geblieben bis heute.
— (Vom Czaren.] Folgende Reminiscenz über den Besuch des Czaren im Jahre 1885 in Kremsier, welche die „Daily Chronikle" mittheilt, dürfte gerade jetzt von Interesse sein: „Die österreichischen Hofbeamten hatten bie außerordentlichsten Vorsichtsmaßregeln für die Sicherheit des Czaren getroffen. Kein Fremder durfte bie kleine Stadt betreten und kein Wirth durfte ohne Erlaubniß des österreichischen Haus: Hofmeisters einen Gast aufnehmcn. Kurz, jede ordentliche Vorsichtsmaßregel schien getroffen zu sein, um Jeden, der Böses im Sinne haben mochte, von dem Palaste, wo der Ezar wohnen sollte, fernzuhalten, und wurden deni russischen Haushofmeister auch die getroffenen Ordnungen mitgetheilt, als derselbe sich persönlich danach erkundigte Nachdem er schweigend die Berichte der österreichischen Beamten angehört hatte, versetzte er diese Herren in Staunen, indem er ihnen ankündigte, daß sie eine der elementarsten Vorsichtsmaßregeln vergessen hätten. „Nichtsein einziger Schornstein," sagte er, „ist bewacht." Uno sofort wurde neben jedem Schornstein auf dem Dache des Palastes eine Schildwache aufgestellt. Bald darauf traf der Ezar ei« und wurde in seine Gemächer geführt. Das Erste, was er bemerkte, als er sich in seinem Arbeils- bureau umblickte, war eine nihilistische Proklamation, die auf seinem Pulte lag."
— (Ein Abenteuer.] Das von den Zeitungen mitgetheilte Erlebnis eines Reisenden aus einem ostpreußischen Städtchen veranlaßte einen Freund der „W. Z.", ein Abenteuer aus eigener Erfahrung jener Episode gegenüber zu stellen. Der Betreffende schreibt: Vor Jahren kam ich während eines fürchterlichen Schneegestöbers bei Dunkelwerden in einem kleinen Orte des Schwarzwaldes an und war genöthigt da zu übernachten. Als ich für die dortigen Verhältnisse etwas spät mich zur Ruhe begeben wollte, leuchtete ich, wie ich das immer zu thun gewohnt war, unter das mir in einer großen Stube angewiesene Bett und bemerkte da zu meinem Schrecken, daß zwei nackte Beine unter der Bettlade hervorguckten. So erregt wie damals war ich
Man ver-
noch nie in meinem Leben. Alles im Hause schlief und Todesstille herrschte rinatz m J;riud)tc zuerst, nachdem ich mich wieder etwas gesammelt hatte, den In-' Bette herauszukommen, doch vergebens, ich befahl' drohte alles ohne Erfolg. Da riß mir in meiner Erregung die Geduld und ick gab aus meinem Revolver einen Schuß unter die Bettlade. Das fruchtete. Im N» waren fammtlrche Bewohner des Gasthauses in meinem Zimmer. Nachdem sowohl der Pulverdampf als auch der erste Schrecken verflogen, der unter dem Bett Liegende °b^ ^mmer noch seine Beine heroorftreckte, zeigte ich, vermuthend, ich habe denftlben ^^e chossen mtt abgewandtem Gesichte stumm unter das Bett, worauf die beherzte Wlrthm den tobten Körper an den Fußen unter dem Bette heroorzog und nicht obre Anstrengung an die Wand stellte. Das etgenthümliche Geräusch, das diese Manipulation verursachte, bewog mich, umzusehen, wobei ich zu meiner größten Beruhiguna 1,1 dem getobte en Zimmercollegen ein lebensgroßes hölzernes Ehristusbild anstmrt? welches die vorsorgliche mitleidige Frau Wirthin des hohen Schnees wegen von dem war gerettet"stunden Kreuze hatte abnehmen und unter das Bett leger? lassen Ich
e T Tagendes Verfahren zur Bereitung von Dextrinlösung zum Gummiren gibt das Bayr. Jnd.- und Gewbl." an: 1 Kg. Dextrin wird mit V Liter kaltem jaffer "vergossen und die Masse etwa 10 Minuten lang kräftig gerührt. Ist das ^exlrin alsdann in allen Theilen von Wasser durchtränkt, so kommt es in einem hl, ht18^ ?-Cfasn>U«Crr5CUCrz 1n)0 unterranhaltendem Rühren etwa 5 Minuten oeS bleibt, ßi§ die Masse sich zu einer milchigen Substanz verdünnt hat. Dieser Umstand nVJ mnn, ®Iafen ™ bie Oberfläche treten und es den Anschein gewinnt
ro*erbnrfIfifni*r9 $Cn; < w" mu6- fie i°fort vom Feuer entfernt werden, denn rochen darf sie nicht. Nun wird sie in einen breiten Napf oder dergleichen geschüttet und darin erkalten gelassen. Nach dem Erkalten letzt man auf 1 Liter etwa 50 K ©Ipcenn zu und der Kleister ist strichfähig. Ist der Kleister zu dick geratben so darf "p^ochAn und wieder erkaltetem Wasser verdünnt werden, da er wenn mit anderem kalten Wasser verdünnt, nach einiger Zeit einen üblen Geruch annimmt ^er auf diese Weise hergestellte Klebstoff hat einen schwachen gelben Schein streicht sich gut, zeigt nach dem ^rocknen hohen Glanz und wird nicht brüchim Seine Kle^ arabicum^ befriedigen. Tie Ersparniß beträgt zwei Drittel gegen Gummh
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^??^chen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Versäffchung nnÄ9V s-Achte, .rem gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, ver? -kwbstig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Ver- fpecfxß wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die ''Schußfaden weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert) und hinter- ^t bine dunkeloraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie die der versa schien nicht. Das Seiden - Fabrik - Däpöt von 6. Henneberg (K u. K poflief.) in zurlch versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus. 731
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