Berlin, 14. Juli. Fürst Bismarck ist heute Morgen nach Varzin abgereist.
Berlin, 14. Juli. Anläßlich der durch die Erklärung der „Coburger Zeitung" hervorgerufeneu Zeitungserörterungen darüber, ob der Prinz von Coburg zur Annahme der bulgarischen Fürstenwürde der Zustimmung des Herzogs von Coburg und des deutschen Kaisers bedürfe, sagt die „Nordd. Allgem. Ztg.": Ob der Prinz der Zustimmung des Herzogs von Coburg als Hauschefs bedarf, entscheidet sich nach dem uns nicht bekannten Coburg'schen Hausgesetze, dagegen ist aus der Reichsverfassung nicht erfindlich noch erklärlich, daß der deutsche Kaiser mit der Angelegenheit etwas zu thun hätte. Nach dem Berliner Vertrage hat der Kaiser bet der Gutheißung der Wahl eines Bulgarenfürsten mitzuwirken, aber nur als Mitunterzeichner des gedachten Vertrages und nicht mehr und nicht weniger als die übrigen Unterzeichner; seine Mitwirkung bei der Fürstenwahl ist also lediglich eine Folge der Großmachtsstellung des deutschen Reiches zu dem von den Großmächten unterzeichneten Berliner Vertrage. Aus irgend welchem anderen Grunde ist dieselbe nicht herzuleiten.
Esten, 14. Juli. Der Geh. Commerctenrath Alfred Kiupp ist heute Abend auf seiner Villa Hügel bei Essen gestorben.
Wien, 14. Juli. Prinz Ferdinand von Coburg empfängt die bulgarische Deputatton morgen Nachmittag auf Schloß Ebenthal.
PariS, 14. Juli. Die republikanischen Blätter sprechen die Hoffnung aus, die Bevölkerung werde sich am heutigen Nationalfeste aller Kundgebungen enthalten.
— Anläßlich des Nationalfestes fand am Vormittag auf dem Stadthausplatze eine Revue der Schülerbataillone statt. Minister Svuller, der Seinepräfekt und der Vorsitzende des Municipalrathes wohnten der Feier bei. Die Volksmenge brachte lefs hafte Hochrufe auf die Republik aus. Der Abmarsch der Truppen zur Revue nach Longchamps erfolgte durchaus ruhig. Der Himmel ist bedeckt und regendrohend.
— Ein aus der Patriotenliga und anderen Gesellschaften bestehender, etwa 2000 Personen zählender Zug, mit Doroulöde an der Spitze, marschirte Vormittags nach der Place de la Concorde und legte an der Statue der Stadt Straßburg Kränze nieder. Die auf dem Platze versamnielte Menge nahnt die Kundgebung mit Beifallsbezeugungen auf. Anderweite Demonstrationen fanden nicht statt. Dann begab sich der Zug zu der Statue der Jeanne d'Arc, wo ebenfalls Kränze und Blumensträuße niedergelegl wurden.
Pari-, 14. Juli. Gr6oy verließ Nachmittag um 31/* Uhr das Elysse, um sich »ur Truppenrevue zu begeben. In der Begleitung Grövys befanden sich sämmtliche Minister. Auf dem Wege nach Longchamps wurde der von Kürassieren escortirte Zug mehrfach mit Hochrufen auf Gräoy begrüßt.
— Bei der Ankunst Gröoys und der Minister in Longchamps wurde aus der Volksmenge an einigen Stellen der Ruf „Vtve Boulanger", auch einiges Pfeifen laut. Die Kundgebung war aber vereinzelt und unerheblich und wurde weit überwogen durch Hochrufe auf die Republik. Der Vorbeimarsch der Truppen begann um 4 Uhr 10 Min. und endete um 5 Uhr 40 Min. Die Volksmenge begrüßte die Truppen wegen ihrer guten Haltung. Giöoy kehrte um 6 Uhr 10 Min. zurück. Das Wetter war während der Revue trübe, der Himmel bedeckt.
— Als Gräoy in Longchamps ankam, begann eine Gruppe, worin Rochefort, Laisant, Laguerre, Michelin und andere Intransigenten sich befanden, zu pfeifen. Die umgebende Menge erstickte die Kundgebung aber durch Hochrufe auf Grövy und die Republik. Bei Gräoys Tribüne wurde ein pfeifendes Individuum verhaftet. Beim Ausgang aus dem Bois de Boulogne versuchte ein etwa 300 Personen zählender Haufen Wagen anzuhalten und die Insassen zu Hochrufen auf Boulanger zu nöthigen; die Polizei schritt sofort ein und verhaftete etwa zehn Personen. Gräoy wurde bei der Rückfahrt aufs Lebhafteste begrüßt.
— Gräoy richtete an den Kriegsminister folgendes Schreiben: Die Revue, welcher ich beiwohnte, war eine glänzende, ich habe die kriegerische Haltung der Truppen und die vollendete Bestimmtheit ihrer Bewegungen bewundert und bitte Sie, denselben meine Glückwünsche zu übermitteln und hohe Anerkennung aus- -usprechm.
— Depeschen aus den Departements constatiren, daß das Nationalfest dort ohne lebe regierungsfeindliche Kundgebung verlief.
Sofia, 14. Juli. Der Prinz von Coburg antwortete auf die Glückwunschtelegramme der Bevölkerung, daß die Sympathien Europas und eine verständige Haltung Bulgariens allein im Stande seien , den bulgarischen Wünschen Erfolg zu verschaffen und daß er auf die Einsicht und Ergebenheit des bulgarischen Volkes rechne.
Lokales.
Gießen, 15. Juli. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Großh. Hoheit des Alexander von Hessen, des Inhabers hiesigen Regiments, waren heute die Mllttar-Dienftgebaude beflaggt.
Gießen, 15. Juli. Justizminister Friedberg trifft heute Abend mit Familie und Dienerschaft hier ein. Die Herrschaften haben Quartier im Hötel Einhorn bestellt.
. v An der Aufstellung des neuen Orgelwerks für unsere evangelische Stadlkirche ^^N bald 4 Wochen eifrig gearbeitet Dasselbe ist von der berühmten Firma Stuttgart erbaut und hat drei Claoiaturen und 40 Register mit 2150 Pfeffern Gestern war der Sachverständige, Herr Kreisschulinspector Dosch aus Worms hier, welcher spater das Werk prüfen und übernehmen soll. Er wollte die Orgel schon wahrend des Aufbaues einsehen und äußerte bei seinem Weggehen, die bts letzt fertigen 26 Register enthalten wunderbar schöne Töne und Klangfarben- er freue sich sehr auf den 6 August, an welchem Tage die Orgel als vollendet von ihm geprüft und gespielt werden dürfe.
.r. 1J' 14> 9ulLLCU"tcribcm Personal des Personendampfers „Merkens"
entstand heute kurz vor der Abfahrt des Schiffes ein Streit, der erst endigte, nachdem der Rudergänger einen Kellner derart verschlagen hatte, daß dessen Verbringung in einem Wagen nach dem Spital nothwendig wurde. Der Rudergänger wurde alsbald von der Polizei in Haft genommen.
«T wir mitgetheilt haben, hat sich die hiesige Stadtverordnetenversammlung gegen die Einführung emes Gewerbeschiedsgerichts in Mainz ausgesprochen. Anläßlich ^°on waren gestern Abend die Vorstände sämmtlicher hiesiger Fachvereine versammelff um wiederholt die segensreichen Seiten der gewerblichen Schiedsgerichte für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu betonen. Es wurde der Beschluß gefaßt die Büraer- mersterei um Ueberlassung der „Stadthalle" zum Zwecke einer demnächst'zu berufenden Versammlung zu ersuchen, wo die weiteren Schritte beschlossen werden sollen
△ Aus dem Rheingau, 14. Juli. Wie der „R. A." mittheilt bat die ^Pi^^^CbrilDCr fcL tn- ^ranffurt "ne Restpartie von ca. 200 Flaschen 1881er ^ ^^lwer zu dem bis letzt noch nicht dagewesenen Preise von 105 JL die Flasche an eine amerikanische Firma verkauft. Muiwc
Hüll. In dem Marktflecken Oberelsbach, im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, wütbete gestern ein Brand; 80 Wohnhäuser und 120 -Nebengebäude wurden ein Raub der Flammen. Die Roth daselbst ist groß * c »ÄorbJau!en' 131 2lUi. Ein höchst bedauerlicher Unglücksfall, der die Mütter und Kinderpflegerinnen von Neuem zu erhöhter Vorsicht mahnen mag hat sich in den Mn Tagen hier ereignet Die junge Gemahlin eines Officiers vom 11. Feld? Artillerie-Regiment befand sich seit einigen Tagen hier zum Besuch ihrer Mutter der verwittweten Frau Justizrath Berndt. Ihr 2jähriges Töchterchen das sie ntttgebracht überlleß ste zum Baden einem Dienstmädchen. Ein zweites Dienstmädchen h? te das Wasser herbei und g°ß zuerst das kochende Wasser tn die Badewanne. Während ste ».eder hinausgina, um kaltes Wasser zu holen, Netz das erste Dienstmädchen das Kind vom Schootze in das kochende Wasser fallen, wodurch cs derart verbrüht wurde däb es einige Stunden darauf starb. M
Mainz, 13. Juli. [Unfall.] In einem Hause des Boulevard stürtte Morgen um 9 Uhr ein 18jähriges Mädchen aus Dienheim im dritten Stockwerke »um Fenster hinaus und blieb auf der Stelle tobt; der Kopf war vollständig zerschmettert Die Unglückliche wollte ein Stück, welches vor dem Fenster auf einem Gestell bina in bie Küche holen, das Gestell, auf welches sich das Mädchm stützte, brach aber durch -worauf sich der Unglücksfall ereignete.
\ — Der „Berliner Börsen-Courier" schreibt fiBpr bi- x ™
Gesellschaft gegen Wasserleitungsschäden in Nr. 324 Folgendes 9Iifnn Versicherung^ frist die Frankfurter Versicherungs-Gesellschaft gegen Wrti
a. M. in's Leben gerufen wurde, fand biefeö aett^mäfeXSm " Frankfur- sympathische Aufnahme, weil es einem Ihatsächlich vorhandenen Bedü?fnist mV ein.! gewähren versprach. Wer jemals von einem Wasserschaden betroffen zu
bie Unannehmlichkeiten eines solchen und bezw. die ^ne^mlichkeiten X / ' rocii Versicherung zu schätzen, weil die letztere allen ärgerlichen Differe^ Hausbesitzern und Miethern vorbeugt. Wie außerordentlich zahlreich die bm
schäden sind beweist die bereits statistisch feststehende ^atla^
leitungsfchäden noch nicht ein Feuerschaden in den nfft Wasserleitung verffbemn lSV" entfällt. Trotzdem sind die Prämien für die »erficfterttngS« gpgen
schaden wesentlich niedriger wie die Feuerversicherungsprämien sie betrarln rUnQ§= bäude durchschnittlich nur 3/10 pro Mille von der Versicherungssumme
neues Unternehmen auf einem völlig neuen Afsekuranzgebiete sich naturaemfiti » . T malig einfuhren kann, so ist es der Frankfurter VersicherungsrGesellschaff ^en M leitungsfchäden doch gelungen, im ersten Jahre Gebäude im Werthe von jl 14R zu versichern. Das ist ein sehr respektables Anfangsresultat, welches zu ben F. a92 Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Eine große Annehmlichkeit bietet bir racT schäft den Hausbesitzern auch dadurch, daß sie auf Wunsch die fämmtlidjenft raturen der Wasserleitungsanlagen zu einem festen und mäßigen Jahres - übernimmt."^ ' 'puuW-
_ [Schrecklicher Unglücksfall.] Der Lehrer Gerlach in Rügenwalde Templin) hatte am 7. d. M. gegen Abend auf seinem Acker Schwarzwild bemprftL holte in Folge dessen den ihm befreundeten herrschaftlichen Secretär, das toi /? zuschießen. Der erste Schuß, welchen derselbe abgab, schien erfolglos; als ber abgegeben, lief auf den Schützen wehklagend ein Knabe zu, seine Schwester fei prfZrr Der Fall klärte sich folgendermaßen auf: Vier Kinder waren gegen Aden?°, „Krebsen" (Krebse fangen) gegangen. Als der Jäger kam, in dem sie den erkennen glaubten, liefen sie über das Feld des Lehrers in geduckter SteHuna hn™ Jener, im Glauben, das Schwarzwild vor sich zu haben, feuerte und schoß Knaben einen Theil seines Holzschuhes ab, der zweite Schuß ging dem durch den Kopf, so daß der sofortige Tod erfolgte. Das Kind war im Alter V neun Iahten. D01t
— — Das neue Kranken-Jsolirhaus in Westerland auf Sylt, auf Kosten W
L>eebade-Direction hergestellt und eingerichtet, ist dieser Tage eröffnet worben.
Unfern eines für diese Zwecke reservirten Theiles des Meeres-Strandes aont getrennt von dem Badeorte, liegt einsam in freundlichem Gärtchen das kleine sauber^ Haus. Außer den nöthigen, complet für einen Haushalt eingerichteten $ßirtBfd* raumen enthält es mehrere zweckentsprechend und behaglich eingerichtete Zimmer deren Wände den den Aerzten wohl bekannten Oelfarbenanstrich fragen. Sobald die mafc- gebenben Persönlichkeiten den Ausbruch einer während der Jncudationszeit von einem Sabegaft cmgeschleppten Jnfectionskrankheit erfahren, wird dem Kranken, aus Wunick mit feinen Angehörigen, dieses Haus ganz oder theilweise zur Verfügung geftellt eine der hier ftationirten Diaconfffen zur Pflege beigegeben. Nun steht es in derWadi der Angehörigen, dort einen eigenen kleinen Haushalt zu führen oder durch eine betgegebene Aufwärterin sich mit den nöthigen Mahlzeiten :c. aus einem der @af» versehen zu lassen.
Diese Einrichtung hat von Autoritäten die günstigste Beurtheilung erfahret und es sicht zu hoffen, daß sie — und sei es obligatorisch — bald in allen Kurorter eingeführt wird. Eine gleich große Sicherheit existirt thatsächlich nirgends!
— Eine gräßliche That wurde, wie aus London berichtet wird, am Samstor von einem Irrsinnigen in der Nachbarschaft von Rathfriland, tn der Grafschaft ^qrone, verübt. Er verließ um 5 Uhr Morgens feine Behausung, bewaffnet mit einer Hauhechel, mit welcher er zuerst zwei Ziegen, die ihm in den Weg kamen, den Garaus machte. Dann betrat er ein Heufeld, auf welchem mehrere Frauen arbeiteten. Wüthend schwang er seine Mordwaffe, trennte zwei Frauen beinahe den Kopf vom Rumpfe und verwundete drei andere dergestalt, daß eine seitdem gestorben und die anderen nicht wieder aufkommen dürften. Die Begebenheit wurde sofort der Polizei in Ralbsrilanö und Ballyud gemeldet und sofort rückte eine Anzahl Schutzleute aus, um auf ben irr- ftnnigen Mörder zu fahnden. Sie fanden ihn endlich in einem Teiche bis zum Halst JJJ1 wo er nicht ohne Schwierigkeit festgenommen, und gefesselt wurde.
Der Mörder heißt Hislop, ist feines Zeichens ein Sattler und-war bis vor Kurzem. Insasse einer Irrenanstalt.
. _ ~ [Brand.] Die Ortschaft Babaszek (Ungarn), eine der blühendsten Gemeinden
des Zalarer Comitats, ist am Montag vollständig ntebergebrannt. Spielende Kinder zündeten in einem Schweinesiall Feuer an. Dasselbe griff mit furchtbarer Schnelligkeit um sich und da im Orte fortwährend Wassermangel herrscht, konnte an's Löschen nicht gedacht werden. Nur 11 Häuser blieben verschont. Eine Frau ist erstickt, mehrere Kinder werden vermißt; 122 Häuser und 102 sonstige Baulichkeiten, ebenso viele Stallungen und 89 Scheunen sind ntebergebrannt.
.eiena unb bie Kemmerich'sche Fleischextractsabrik.] In bei Entwischen Provmz Entre Rios liegt bicht am Ufer bes Parana ein Heiner, kaum 800 Einwohner zahlenber Ort, ber gleichwohl als einer der interessantesten und durch Industrie als einer der hervorragendsten Plätze der großen argentinischen Revubli! betrachtet werden kann. Nicht nur, daß die herrliche Lage dieses den Namen Santc Elena rührenden Qrtes eine solche ist, wie sie in dem an Naturschönheitcn äußers flj’öentinien vielleicht ganz vereinzelt dasteht, befindet sich dort auch das bebeutenbftt tnbuftrieue Unternehmen des Landes, nämlich die Kemmerich'sche Fleischextractfabfil Dieses Unternehmen ist, wie wir hier mit Genugthuung constatiren, ein rein deutsches bie Eigenthumerin von Santa Elena und allen dort befindlichen Immobilien uni ^obulen, bie Compagnie Kemmerich nämlich, ist eine deutsche Gesellschaft, alle b Santa Elena ansafsiaen Beamten sind Deutsche und echt deutsch ist vor Allem be u2lb Verschönerungssinn, der dort überall zu Tage tritt unb der in einen !° ^"^"^.^^ensatze zu dem auf den romanischen Ansiedelungen des Landes
herrschenden Geiste steht. Das Etablissement mit seinem drei deutsche Duabratmetlei umfassenden Grundgebiete, den colossalen, massioen Fabrikgebäuden, den elegante -BtUen für die Beamten und den Hunderten von Arbeiterwohnungen hat einen WerE non mehreren Millionen und die Ausgaben, welche der betrieb der Fabrik erforber. linb ebenfalls ganz enorm. Man wird hiervon eine ungefähre Vorstellung sich machs können, wenn man erfahrt, daß die Compagnie für jedes geschlachtete Stück Vieh allei r^^ner von 1 /, Pesos (etwa 6 <,M) zu entrichten hat und daß in der Schlag
! Ochsen täglich geschlachtet werden. Das Leben und Treiben, welches uw
diese Zeit in Santa Elena herrscht, ist in hohem Grade interessant. In Heerde» wk Tausenden kommt das Rindvieh dort an, begleitet von zahlreichen berittenen Eim bes Landes, welche, den Lasso schwingend, die Heerden im Galopp umkreise» Das Vieh welches das Blut in dem Schlachthause wittert, ist wild unb erregt, d Ar.a^.F.Un* rennt nnruhig hin unb her, einzelne ber Thiere suchen auch aus der Heerb" :Wer?en °ber sofort von den Reitern zurückgejagt und schließlich wirbbbi n ÄsN großen, mit Balken umschlossenen Raum, einem sogen. Eorrall btnetngetrteben. Mit bewunderungswürdiger Gewandtheit fangen jetzt die EingeboreneR
der an das eigentliche Schlachthaus stößt, ein Thier nachdem k Cm^raus und spannen an den letzteren zwei Pferde, welche b® h ?em ?opfe fest gegen einen in dem Eingänge zum Schlachthause angebrachte Balken ziehen. In dieser Stellung empfängt es den Todesstoß in's Genick und wi»!
sofort abgehautet und zerlegt. Das Einfangen, Tödten und Zerlegen ein»ö Ochsen erfordert insgesammt keine 10 Minuten und hieraus erklärt es sich, daß etT 0 *e b^ftlben an einem Tage für die Fabrikation des Fleischextractes ve:-
roct^r.c! rocrb^l ^nn. Diese Fabrikation, welche in von dem Schlachthaufe stre2L k!? ?or ftch geht, ist im Princip eine sehr einfache. Man befr^- nämlich das Fleisch sorgfältig von dem Felle unb ben Knochen, zerhackt es iwj Maschinen, kocht basselbe zu einer äußerst kräftigen Bouillon vollstänbig aus unb 6« ?a"n o^Etzteren vermittelst eines sehr sinnreichen Verfahrens, um bas in ihr eil- baltene Wasser zum Verbunsten ru bringen, bie Gestalt ber zähen, braunen Masse, « ?e r E SFiSf? n den Hanbel kommt. Der Kemmerich'sche Fleischbouillon, eme ^nbensirte Fleischsuppe, wirb auf bie Weife gewonnen, baß man ber Fleischbrühe 8"^oEmrautercxtracte zusetzt, über bie Fabrikation bes Fleischpevtons dagegen beobachiar die Leiter der Fabrik bem Fremben gegenüber bas tiefste Schweigen. Es ®crbri außerbem in Santa Elena noch fabridrt: confcrvtrtc Zungen, conferoirteS Fleif^i


