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Universität- - Ghronik.

Marburg, 9. Mai. Als Prioatdocent in der philosophischen Fakultät für das Fach der Mineralogie habilitirte sich an hiesiger Universität Herr Dr. Reinhard Brauns, seitheriger Assistent am mineralogischen Institut Hierselbst.

Professor der Theologie v. Kuhn ist in Tübingen am 8. dss. Mts. im Alter von 81 Jahren gestorben. Derselbe war 1832 bis 1837 o. ö. Professor der katholischen Theologie in Gießen, seit Frühjahr 1837 bis Herbst 1882, wo er in den Ruhestand zurücktrat, o. o. Professor an der württembergischen Landesunioersität. Außer zahlreichen Abhandlungen in der TübingerTheologischen Quartalschrift", einer Monographie über Jacobi und die Philosophie seiner Zeit (1834) und einem Leben Jesu (1838), verfaßte er eine katholische Dogmatik, sein Hauptwerk, an dem nur das Eine zu beoauern ist, daß es nicht zur Vollendung gelangte. DerMünch. Allgem. Ztg." wird aus Tübingen über ihn geschrieben:Gleich seiner literarischen war auch seine lehramtliche und politische Wirksamkeit von sehr hervorragender Bedeutung. Seine Schüler zählen nicht blos in Württemberg, sondern auch im weiteren Deutschland nach vielen Hunderten. Von dem Erfolg seiner öffentlichen Thättgkeit zeugt seine Berufung in die württembergische erste Kammer eine Ehre, die ihm unter den Mitgliedern der Hochschule bisher unseres Wissens allein zu Theil geworden ist."

Die Zahl der staatlichen klinischen Institute der Berliner Universität wird in allernächster Zeit eine Erweiterung erfahren. Es wird eine Universitäts- Poliklinik für Hals- und Nasenkrankheiten eröffnet und mit deren Leitung der Docent Dr. Bernhard Fränkel betraut werden.

Vermischtes.

Friedberg. Am 26., 27. und 28. Juli d. I. feiert unser Predigerseminar, wie allgemein bekannt, sein 50jähriges Bestehen. Diese Festlichkeit erweckt großes Interesse in der nächsten Umgebung und in wetteren Kreisen. Wie die Festfcier, für die sich ein größeres EomitS gebildet hat, verlaufen wird, wollen wir in Kürze hier darstellen. Am 26. Juli Abends findet der Empfang und die Begrüßung der Festgaste statt und die Verabfolgung der Fest- und Wohnungskarten an dieselben. Um 7 Uhr ist liturgischer Gottesdienst in der Stadtkirche, hiernach um 8 Uhr gesellige Zusammen­kunft und Begrüßung im Hotel Trapp, wobei Instrumentalmusik stattfinden wird. Am Hauptfesttage, den 27. Juli, Morgens V210 Uhr, ist der Festgottesdienst, verherrlicht durch den Gesang der Seminaristen und des Musikoereins, hiernach tritt eine Pause von einer Stunde ein zur Einnahme des Frühstücks im Hotel Trapp. Um 1 Uhr wird die akademische Feier, die eigentliche Anstaltsfeier, einen kleineren sich namentlich für die theoretische ober wissenschaftliche Bedeutung des Predigerseminars interessirenden Kreis von Festgenossen in der Burgkirche versammeln. Allgemeinere Thetlnahme jedoch wird um 3 Uhr das Festessen im Hotel Trapp finden. Der Abend wird die Fest- Genossen in einem Wirthschaftsgarten vereinigen, um den Gesängen und Musikstücken unseres Gesangvereins und des Dilettantenveretns zu lauschen; auch werden geeignete Ansprachen der Stimmung Ausdruck geben. Am letzten Tage, dem 28. Juli, wird eine gesellige Vereinigung und Ausflüge (aus's Offenheimer Wäldchen und nach Bad- Nauheim) das Fest abschließen. Sicherlich Hal unsere Stadt für dieses Fest viele Gäste von auswärts zu erwarten, die uns alle herzlich willkommen sein sollen. Die Bewohner der Stadt Friedberg werden ihren alten guten Rus der Gastfreundlichkeit bewähren; in erster Linie darf auf Offerten bezüglich freier Wohnung für auswärtige Gäste gewiß gerechnet werden. Von der Bedeutung des Predigerseminars und der höheren hiesigen Lehranstalten, überhaupt für die hervorragende Stellung, die unsere Stadt unter den Städten unseres Vaterlandes einnimmt, brauchen wir keine Worte iu machen, sie ist bekannt und darum ist auch als sicher anzunehmen, daß die Feier des Predigerseminars eine allgemeinere, freiere und nicht nur eine solche unserer Stadt sein und werden wird.

Bad Nauheim, 11. Mai. Für die Dauer der Badesaison finden jeden Samstag 71/2 Uhr Abends im Billardzimmer des neuen Kurhauses dahier zwanglose Zusammenkünfte der in Bad Nauheim und in der Umgegend ansässigen und der zur Kur hierher kommenden früheren und jetzigen Mitglieder des Kösener 8.-6.-Ver- bandes statt, zu welchem hiermit allgemein eingeladen wird. Die Eröffnungssitzung findet den 14. Mai statt.

Darmstadt, 11. Mai. Gemäß dem Reiseplan des commandirenden Generals zur Frühjahrsbesichtigung der Großh. (25.) Division trifft Excellenz Frhr. v. Schlot- heim am 18. Mai, Abends 9 Uhr 25 Min. hier ein. Die Besichtigung des Jnf.- Regiments Nr. 115 ist am 20., diejenige der 5. Eskadron des Drag.-Rgts. Nr. 23, der Leib- und 5. Eskadron des Drag.-Rgts. Nr. 24 hier am 21. Mai. An demselben Tage noch wird das 2. Bataillon des Jnf.-Rgts. Nr. 118 in Worms besichtigt, das Jnf--Rgt. Nr. 117 am 23. ds. in Mainz, ebendort am 24. das 1. Bat. des Jnf.-Rgts. Nr. 118 und am 4. Juni das Jnf.-Rgts. Nr. 116 in Gießen. Die Besichtigungen beginnen in der Regel um 8 Uhr früh. Die Bataillone folgen sich von/* zu 3/4, die Eskadrons von i/i zu Vs Stunde.

Gottesdienst der israelitifchen Religionsgesestschast.

_ ^bend 7 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr,

Samstag Abend 8« Uhr.

Berichtigung.

Im Reichstagsbericht der gestrigen Nummer ist in Zeile 16 von oben zu lesen Keine Partei anstatt Seine Partei u. s. w.

U- Unter allem Vorbehalte geben wir die unS soeben von einer im Allgemeinen als verlässig bekannten Seite zugegangene Mittheilung wieder ? Q- Ätersuchungssache gegen die hiesigen Socialdemokraten Seitens der Anklam- behorde bte Anklage auf geheime Verbindung ($ 129 des Strafgesetzbuchs) fallen ge­lassen worden fft und 4 der in Untersuchung gezogenen Personen sich wegen Verbreitung verbotener Schriften zu verantworten Haden roerben. 0

1 lA Mainz, 11. Mai. Das Programm zu den Festlichkeiten bei der Hasen- einweihung ist , wie es neulich von uns schon in großen Zügen mitgetheflt worden nunmehr definitiv festgestellt. Außer den bereits mitgetheilten Einzelheiten ist noch der vor der Eröffnung stattfindende Feftzug zu erwähnen, an welchem sich sämmtliche vlestge Vereme und Eorporationen mit ihren Emblemen und Fahnen betheiligen werden Als Gaste zu der Feier werden Seitens der Stadt eingeladen: In erster Linie Seine' König!. Heheit der Großherzog nebst Familie, die Minister und Räthe des Großh Hauses, die Präsidien der beiden Kammern, die Vertreter der Nachbar-, sowie sämmt- licher rheinischer Städte, die Handelskammer der betreffenden Städte und Vertreter der Presse. Unter den letzteren sollen neben den Blättern der Nachbarstädte sämmtliche größere Zeitungen Deutschlands und insbesondere die illustrirten Journale eingeladen werden.

Bom Rhein, 11. Mai. Aus einem Kohlenwerke an der Moselgrenze machte vorgestern ein Arbeiter wegen eines unbedeutenden Conflicts mit seinem Vor­gesetzten auf eine schreckliche Art seinem Leben ein Ende. In eine kleine Grube legte er eine Dynamitpatrone, verband damit eine kurze Zündschnur und setzte sich auf die Grube. Die Wirkung nach erfolgter Explosion war fürchterlich. Die einzelnen Körper- theile des Unglücklichen flogen in der Luft umher und wurden in großem Kreise zer­streut aufgefunden. 6

Vom Rhein, 11. Mai. Gestern fand durch eine Regierungs-Commission und Vertreter der Wasserbaubehörden eine Probefahrt durch das neue Fahrwasser der großen Gieß" (zwischen Hattenheim und Oestrich) statt. Als eine für die Schifffahrt und Flößerei wichtige Aenderung wurde das Entfernen derWahrschau" in der großen Gieß" ungeordnet und zwar wurde die Anordnung um deßwillen getroffen weil das neue Fahrwasser die bequeme Passage von zwei Fahrzeugen gestattet und hierdurch dieWahrschau" nicht nur überflüssig, sondern unter Umständen auch statt Unfälle zu verhüten, solche herbeizuführen geeignet geworden.

lieber die Pflicht der Hausetgenthümer, bei eintretender Dunkelheit die Treppenflur ihrer Häuser zu beleuchten, sind noch vielfach falsche Meinungen verbreitet Insbesondere wird angenommen, daß es einer besonderen Vorschrift der Localpolizei­behörde bedürfe, um eine Fahrlässigkeit des Hausbesitzers begründen zu können, durch welche in Folge der Dunkelheit eingetretene Körperverletzung eines Anderen verursacht wurde. Das ist ein gefährlicher Jrrthum, durch welchen der Besitzer empfindlichen Schaden erleiden kann. Das Reichsgericht, und zwar der zweite Strafsenat, hat in dieser Frage als Reoisionsinstanz in einer vor dem Landgerichte Stettin anhängigen Sache in einem Urtheile entschieden, daß der Hausetgenthümer in dem fraglichen Falle schon nach S 230 des Strafgesetzbuchs strafrechtlich verfolgbar ist.

♦anbei und Berkeh».

Berlin, 11. Mai. Der Diskont der Reichsbank ist heute auf 3 pCt., der Lombardzinsfuß für Darlehen gegen ausschließliche Verpfändung von Schuldver­schreibungen des Reiches oöer eines deutschen Staates auf 3Vs pCt., gegen Verpfändung sonstiger Effekten und Maaren auf 4 pCt. herabgesetzt worden.

Ä ^"burg, 11. Mai. Rother Weizen JL 16.00, weißer Weizen 60.00, fcl 1ÄÄ MOO8:50' 6afer* 5-95' Mcln "00 Pfund 0.00, ri il' Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per

Malter 4004.50, das (Bescheid 610 Erer das Hundert JL 4.606.50, das Butter im Großen JL 75.0083.00, im Detail das Pfund 0.90 bis 1?0, WeH^aut pcr Stück 2025 H, Rothkraut per Stück 3040 H, Kohlrabi 00-00 H, Ochsenfleisch per Mund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-70 H, A?0 3. Schweinefleisch o575 H, Hammelfleisch 5070 H, 1 Hahn

JC. 0.701.80, 1 Huhn JL 1.002.50, 1 Ente Jt 2.003.50, Gans Pfund 0000 3» 1 Taube 35-60 H, Welsche JL 12.00-00.00.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die Quartierträger der während der vorjährigen Manöver dahier ein- quartirt gewesenen Mannschaften von der Königlichen 21. Division, sowie der vom 6. bezw. 7.18. Februar 1887 einquartirten Reservemannschaften v»m 2. Gr. Hess. Ins. Regt. Rr. 116, werden hierdurch aufgefordert, ihre Ver­gütungen binnen 4 Wochen vom Tage des Erscheinens die,er Bekanntmachung an, an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag uns Samstag auf dem Bureau der Stadtkaffe in Empfang zu nehmen, gegenfalls solche unter Abziehung einer Zustellungsgebühr von 10 H durch den Stadlkaflediener überbracht werden.

Gießen, den 12. Mai 1887.

Der Stadtrechner. _________________________H. Enders. 3774

Deutsche Lebens - Versicherungs- gesessschasl in Lübeck.

Gegründet 1828. Vermögen Ende 1885: Mk. 32.699,415.

Eine Vertretung unserer Gesellschaft für Gießen und Umgegend ist dem Herrrn J. Lobermann in Gießen (Frankfurter Hof"l über- tragen worden.

Lübeck, im Mai 1887.

Die Deutsche Lebens-Berfich-Gesellschaft in Lübeck.

Der Director:

Beruh. Sydow,

Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung gestatte ich mir die gedachte, im Jahre 1828 errichtete Gesellschaft zum Abschluß von Lebens-, Aussteuer-, Sparkassen- unv Renten - Versicherungen bestens zu empfehlen, indem ich mich zugleich bereit erkläre, jede gewünschte nähere Auskunft zu ertheilen. |

Gießen, den 7. Mai 1887. 36$$ i

J. Dobermann,

Haupt'Agent der Deutschen Lebens.Versicherungs.Gesellschast in Lübeck. ,

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