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eine solche Hebung der Personenfrequenz durch diese Maßnahme nicht erwartet werden ran», welche die mit derselben verbundenen Mehrkosten von ca. 8000 JL jährlich aus- aletdjt, so würde doch der Uebelstand seine Beseitigung finden, daß bei Ankunft des jetzigen gemischten Zuges 4 auf Station Gießen die Personenwagen selten bis an den Ausstetgeperron herangebracht werden können, wodurch das Aussteigen der Reisenden unbequem und nicht ungefährlich wird, und daraus häufig Anlaß zu Klagen entspringt. Im Interesse der den Anschluß an den nächsten Schnellzug der Nachbarbahn suchenden Reisenden wurde die gleiche Fahrplanordnung bei Zug 15 auf der Linie Gießen- Gelnhausen statuirt und dürste deßhalb auch aus diesem Grunde hier nicht vorenthalten werden können. Die Durchführung derselben ist aber auch hier in der bezeichneten Kostengrenze für die Dauer nur thunlich, wenn der ab Grünberg voraus zu führende leichte Personenzug mit leichten im Ankauf und im Betrieb billigen Maschinen, wie solche auf der Linie Gteßen-Gelnhausen zur Beförderung der Personenzüge im Dienst sind, befördert werden kann.

Hierzu reicht aber der Bestand an solchen Maschinen nicht aus, abgesehen davon, daß eine stärkere Indienststellung der Maschinen die Vermehrung des Maschinenparks rathlich und schließlich nothwendig erscheinen läßt. In der kommenden Finanzpertode hätte daher aus den vorliegenden Gründen eine Vermehrung der Maschinen ohnehin vorgesehen werden müssen.

Um nun die gedachte Fahrplanänderung schon von dem nächsten Sommerfahr­plan ab zur Durchführung bringen zu können, wird beabsichtigt, die nöthige Maschine jetzt schon zu beschaffen.

Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs beehrt sich das unterzeichnete Ministerium, an die Stände des Großherzogthums, zu­nächst an die rweite Kammer, das Ansinnen zu richten: Die Zustimmung dahin zu ertheilen, daß die Mittel für die Beschaffung einer Locomorioe für den Dienst auf der Oberhessischen Bahn mit 20,500 JL aus den Überschüssen der laufenden Ftnanzperiode entnommen werden."

»er»«, 8. Januar. Der Kaiser nahm Vormittags mehrere Vorträge entgegen, arbeitete dann längere Zeit mit v. Albedyll und empfing Nachmittag» den Grafen Peter Schuwaloff, Bruder des rusgfchen Botschafters.

Fürst und Fürstin Bismarck sind heute Abend von Frievrichsruhe hier eingetroffen.

Der heute erschienene Bericht der Militär-Commission bemerkt, daß die als vertraulich bezeichneten Mittheilungen nicht ausgenommen werden konnten. Die Regierungs-Vertreter hätten sich auf eine rein militärische Begründung be- schränkt, so daß ein näheres sachliches Eingehen auf die politische Lage nicht stattgefunden habe. Der Bericht stimmt sonst im Wesentlichen mit den bereits über die Commissions.Sitzungen veröffentlichten Referaten überein. Hervorzu- heben wäre noch die Aeußerung des Regierungs-Vertreters, wonach die Militär« Verwaltung gar nicht im Stande sei, nur auf ein Jahr Cadres zu bilden. Die Regierung könne nicht wohl in kürzerer Frist als in 7 Jahren zu den even­tuellen Rückbildungen übergehen; eine einjährige Bewilligung fei gänzlich nutzlos.

Berlin, 9. Januar. Heute Rocht schoß der Wachtposten vor der Kaserne de« Alexander-Regiments auf einen anscheinend betrunkenen Arbeiter, welcher Schimpfreden gegen den Wachtposten ausstieß und den wiederholten Haltrufen nicht Folge leistete. Der Arbeiter soll leicht verwundet sein und wurde alsbald verhaftet.

Hesterreich.

Wien, 8. Januar. Zu dem von der Budapester Corrsspondenz ver­sandten Communiquö, worin die Regierung ausgefordert wird, von Mililärpro- viant größere Lieferungen an die galizische Grenze zu dirigiren, und welches nur einzelne hiesige Blätter veröffentlichten, bemerkt dieReue Fr. Presse", daß dieses Communiquö sichtlich von keiner autoritativen Seite aurgshe. DiePresse" bemerkt, der Herausgeber der genannten Correspondenz ging offenbar dabei auf eigene Faust vor.

Ilrankreich.

Paris, 8. Januar. Behufs Herstellung des Gleichgewichts im Budget beschloß der Ministerrath u. A., vorübergehend die Zuckersteuer im Jahre 1887 um 20 pCt. zu erhöhen und vom 1. September 1887 an die den Zuckerfabri- kanten bewilligte Prämie herabzusetzen.

Reichstag.

... ., ,r . , E. R. Berlin, 8. Januar 1887.

o Die Zweite Berathung des Etats des Reichsamts des Innern wurde fortgesetzt. Zur Errichtung eines physikalisch-technischen Reichsamts werden für Gebäude und Ein­richtung 700 432 v*L gefordert.

Ac x Die Commission schlägt vor, nur 100 000 Jh zu bewilligen, Abg. Schrader (dfr.) dagegen beantragt, eine Bewilligung von 325 000 jl auszusprechen

Abg. Schrader (dfr): Di- Errichtung der technischen Anstalt stehe in enger Verbindung mit der wissenschaftlichen Anstalt; eine Universität kann die dazu ersorder- lrchen Aufwendungen nicht machen. Finanzielle Bedenken dürfen an sich wichtige und dringliche Ausgaben nicht verhindern, wenn auch manchmal ein langsameres Temvo zweckmäßig sei.

rin. Herkling (Ctr.) bekämpfte die Forderung, weil über die Zwecke des

Instituts kerne Klarheit herrsche. Das Reich habe keine Verpflichtung, in dieser Aus- dehnung für ein wissenschaftliches Gebiet Aufwendungen zu machen, auf welchem Private seither die bedeutendsten Erfolge erzielten. Die Nolhwendigkeit einer staatlichen Centrali- satron der Wissenschaft ser nicht anzuerkennen.

. (Socdem.) hält die Ausfüllung der Lücken der Erkenntnis auf

naturwissenschaftlichem Gebiete dringend wünschenswerth. Dazu sei die Anstalt geeignet; darum sei seine Partei bereit, die ganze geforderte Summe zu bewilligen

. Virchow (dfr.) glaubt nicht, daß die Anstalt irgend eine Landes-

universität schädigen könne. Die Wissenschaft würde unter der Concurrenz der Anstalten nur gewinnen. Nicht nur ein nationales derartiges Institut empfehle sich, sondern em internationales, das sich später aus dem hier geforderten entwickeln könne, übernehme^° * wünsche, / Deutschland auch auf diesem Gebiete die Führung Staatsminister v. Goßler: Es sollen in dieser Anstalt die naturwissenschaft- lichen Formeln gefunden werden, die oann in Leben und Industrie übergehen. Die Anstalt - experimentelle Förderung der exakten Naturforschung und der Präcisionstechmk gehören durchaus zusammen. Die Normalaichungscommission Wissenschaft aus dem Auslande holen; Abg. Dr. Virchow hat mit Recht ausgefuhrt, wie^nothig eine Reichsanstalt auf diesem Gebiete, denn diese würde «anz Deutschland zu Gute kommen; jeder deutsche Forscher wird erkennen, daß solche Anstalt feine Thatigkeit fordern wird. (Lebhafter Beifall.)

.. m Ibg. Kalle.(natlib.) beweist an einer Reihe von Experimenten, die er anführt, die Nothwendigkett der Bewilligung beider Abteilungen, die wiederum der Allgemetn- Die Reichsanstalt wird die Industrie fördern und deshalb darf «illein das Reich diese Angelegenheit in die Hand nehmen

des Eentrul^s bemilligtz^ Vorschlag des Abg. Schrader gegen die Stimmen

Es folgt die zweite Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes Bei dem Capitel: Consulat in St. Petersburg, 38 000 Jt, beklagt

Abg. Horwitz (dfr.) die Schwierigkeit der Vollstreckung von Gerichtserkentnissen in Rußland.

Staatssekretär Gras BI s m a r ck verweist auf das Fehlen eines entsprechenden Vertrages; im Verkehr zwischen Rußland und Deutschland sei das Gleiche der Fall.

Abg. Kayser (Socdem.) beantragt, die Forderung für die Beamten in den Schutzgebieten zu streichen, da nur diefürstlichen Kaufleute' von den Colonien Nutzen hatten.

Abg. Dr Bamberger (dfr.) will angesichts der wichtigen Verhandlungen der nächsten Tage keine Colonialdebatte Hervorrufen; er halte aber für seinen Theil ander Ansicht fest, daß die gegenwärtigen Versuche erfolglose sind. Meine Anschauung kommt aber nicht in Frage, wo es sich um die Solidarität der Staatsverwaltung handelt, wir muffen die Consequenz der Thatsachen ziehen und da Deutschland einmal Colonien eingerichtet hat, nun auch die Beamten bezahlen.

Die Forderung wird bewilligt.

_ Geforderte 60 000 JL zur Unterstützung deutscher Schulen im Auslande, deren Zahlung Abg. Dr. Windthorst in dieser Höhe nicht anerkennt, werden auf Befür­wortung des Abg. v. Cuny bewilligt.

Als Beihilfe zur Forderung der auf Erschließung Afrikas rc. gerichteten wissen­schaftlichen Bestrebungen werden 150 000 JL gefordert.

n r,Abb- Dr. Virchow führt Beschwerde darüber, daß die verdienstvolle afrikanische Gesellschaft im verflossenen Jahre gar keine Fonds erhalten hat. Der Reisende Robert flegel ist gebrochenen Herzens gestorben, weil das Vaterland ihn in Stich gelassen. Was ist denn nun mit den 150 000 Jh des Vorjahres geschehen?

Geh. Reg.-Rath Dr. Krauel: Die Rechnungen liegen noch nicht vor; es ist ledoch u. A. auf vorheriges Befragen der Afrikanischen Gesellschaft ein Postdampfer für Zwecke der Forschung gebaut worden.

Die Position wird an die Budgetcommission verwiesen und danach der Rest des Etats erledigt.

Nächste Sitzung Montag. Tagesordnung: Etat des Reichsschatzamts.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz - Bttreau.

PariS, 9. Januar. Die Mitglieder der bulgarischen Deputation werden heule Vormittag von Flourens empfangen werden. Wie es heißt, wird sich die Depu­tation Mittwoch oder Donnerstag nach Rom und von da nach Bukarest und Kon­stantinopel begeben.

Ueber den heutigen Empfang der bulgarischen Deputation, welchem der Director der politischen Abtheilung im Ministerium des Auswärtigen, Charmes, beiwohnte, meldet die Agence Havas": Grekoff setzte Flourens die näheren Umstände der Bildung der bulgarischen Regierung auseinander, sowie die verschiedenen Phasen, welche sie durchgemacht habe und die gegenwärtigen Schwierigkeiten. Die Regierung verstehe ihre Lage, sowie dteienige Europas vollkommen und werde alle Concessionen machen, welche mit der Unabhängigkeit Bulgariens verträglich seien, um aus dieser Lage beraus- zukommen. Sie glaube indessen nicht, daß es möglich sei, die Candibatur des Fürsten von Mingrelien anrunehmen, da eine solche nicht die Stabilität und die Freiheit des Landes sichern würde, auf welche dieses ein Recht habe. Flourens erwiderte, er habe die Delegirten nur als Privatpersonen empfangen, da er ihnen in keiner Weise ein regelrechtes Mandat zubilligen könne. Bulgarien habe seine Unabhängigkeit in inneren Angelegenheiten, was aber die internationalen Beziehungen angehe, so habe die Pforte allein das Recht, im Namen Bulgariens zu sprechen. Er bedaure die mißliche Lage Bulgariens, aber er glaube, das beste Mittel, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden, wäre, den Wünschen Rußlands, dem Bulgarien seine Existenz verdanke. Rechnung zu tragen und diesem Interesse selbst einige Concessionen zu machen. Er (Flourens) könne sich über keine Candidatur aussprechen, das würde im gegenwärtigen Augenblicke verfrüht sein, es sei indessen vielleicht bedauerlich, daß die Regentschaft die Candidatur des Fürsten von Mingrelien absolut zurückweise, übrigens müsse Frank­reich, welche Sympathien Bulgarien auch verdienen möge, es sich vor Allem an das allgemeine Interesse Europas, d. h. den Frieden anschließen, er könne daher nur em­pfehlen, möglichst schnelle und sichere Mittel zu ergreifen, um zu einer Lösung zu gelangen. Seitens der Delegirten wurde erwidert, die bulgarische Regierung wünsche ebenfalls den Frieden Europas und deßhalb habe sie auf die Candidatur des Fürsten Alexander verzichtet, aber könne man nicht zwischen dem Fürsten Alexander und dem Fürsten von Mingrelien eine andere Combination finden? Könnten nicht die bet der Frage nicht interessirten Mächte eine solche ausfindig machen? Flourens entgegnete, keine Macht, mit Ausnahme der Pforte, könne dies; Frankreich habe bei der Frage keine besondere Rolle zu spielen, es könne nur diejenigen Lösungen begünstigen welche am meisten geeignet wären, von den Hauptinteressenten angenommen zu werden' Frankreichs einziges Ziel sei die Erhaltung des Friedens.

s 9. Januar. Wie aus Suez vom heutigen Tage gemeldet wird,

ist der Afrikareisende Junker an Bord des DampfersDacca" aus Zanzibar dort eingetroffen. 0

.. Nrwyork, 9. Januar Das Bremer VollschiffElisabeth", Capitän Halber- m 22. November v. I. von Hamburg nach Baltimore abgegangen war rst bei Cap Henry während eines Orkans und dichten Schneesturms gestrandet 8wei Rettungsboote, welche zur Hilft abgegangen waren, nahmen die aus 15 Personen bestehende Mannschaft aus. Eine ungeheure Welle wars jedoch beide Rettungsboote um; die gesammte Mannschaft derElisabeth, sowie die aus 5 Personen bestehende ftäelynTsß 5totun0§boote ^tranken. Das Schiff ist wahrscheinlich ein voll-

_ ' 10. Jwnuar. Im Kaufmännischen Verein hielt am Samstag Abend

f Cr Cinen ? °rrU£er THema:Sind die Kaufmännischen Vereine em Bedurfnitz und was sind alsdann ihre Ausgaben?"Welche Thatsachen hemmen die Entwickelung der Kaufmännischen Vereine und was ist dagegen zu thun?"

Hi. aufeerft Zahlreich erschienenen Zuhörern wurde den gediegenen und sachlichen Ausführungen lebhafter Beifall gezollt. Da der Vortrag auch für ein größere^ Publikum Interesse h«^" durfte, werden wir auf denselben zurückkommen. L L10i Sanuar. Gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr wurde auf dem

Oberhessischen Bahnhof in einem ®deife die Leiche des Wagenrevisors Rob. Hertwia iS>Cr lIngIucni$en roar vom Rumpfe getrennt und lag außer- eiwahrend der Körper in demselben lag. Wie das Unglück entstanden ist bis 1-tzt noch nicht ftstg-stellt. Der Verlebte, ein bereits bejahrter Mann,^ btnÄfet eine Frau und vier Kinder. ' 1-,uucuubi

w e ^Uri, 10. Januar. Die diesjährigen Winterfestlichkeiten eröffnete die hiesige Rudergesellschaft mit ihrem 10jährigen Stiftungsfest am vergangenen Sonnabend in Stern s Garten und hat die Erwartungen der Theilnehmer weit übertroffen Der lchoue, große, in den Farben des Vereins decorirte mit Rudern und Pflanzen ausae- schmuckte Saal bot einen überaus festlichen Anblick dar. Der Vorsitzende des Vereins eröffnete die Rerhe der Toaste, woran sich theatralische Aufführungen, lebende Bilder komische ^^age rc. anschloffen. Von befreundeten Rudergesellschaften waren Ver-

Uhrmacher zum Kaufe anbot, wurde in Folge dessen als Tbäter ermittelt und npftprn

beanspruchen. Experimente aus dem Gebiete der Katalepsie mid der .vallucinationen, die oftmals stürmische Heiterkeit Hervorrufen füllen die Stunden der Sitzung aus. Wir hatten privatim Gelegenheit, in Zeugnisse von Pro- süpOsick un5cr önbcr^ des Physiologen Landois, Einblick zu erhalten,

die sich mit größter Anerkennung über die Experimentatoren aussprechen. Beiläufig m ; T ^^winschaft eines Arztes und auf dessen Wunsch

J Farbenblmdheit bei einem Individuum veranlaßte. Die Versetzung einer Katalepsie, m völlige Starrsucht des ganzen Körpers, die nicht nur an anderen Orten, sondern auch hier von Aerzten und Professoren als echt erkannt wurde

.mit der nachfolgenden Erlösung aus diesem Zustande, verbunden mit Ausschal­tung einzelner Korpertheile aus der Katalepsie, der Entdeckung Theo Böllerts, srappirend^