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Es würde zu weit führen, alle die hohen staatlichen und städtischen Würden­träger, die Mitglieder des Militär- und geistlichen Standes, die Vertreter der Städte und Gemeinden, die Inhaber der Rhederfirmen und industrieller Etablissements, die Delegirten der Handelscorporattonen und finanziellen Genossenschaften, die Männer der Feder und des Griffels, alle einzeln zu nennen, die von hier und nächster Um­gebung, vom Main und Rhein, ja. von der Donau gekommen sind, um der Krönung des für Mainz hochwichtigen Werkes beizuwohnen.

Während im Casinosaale unter den Gästen ein reges ungebundenes Leben herrschte, hatten sich inzwischen in dem Großh. Palais Se. Königs. Hoheit der Groß- Herzog, der Erbgroßherzog, die Prinzen Wilhelm und Heinrich, Großfürst Sergius, so­wie die Prinzessinnen Irene und Alix mit einigem Gefolge eingesunden.

Während die im Casino befindlichen Festgäste in langen Reihen eleganter Herr­schaftswagen nach dem Festplatze gebracht wurden, hatte sich allmälig von derLfladt- halle" aus der aus 42 Vereinen und Korporationen bestehende Festzug mit gewohnter, aber durch die Verhältnisse entschuldigter Unpünktlichkeit in Bewegung gesetzt und zog in unabsehbarer Länge durch mehrere Straßen, an der Großherzoglichen Familie im Schlosse und den sonstigen Gästen vorüber nach dem Festplatze, wo er sich in dichten Reihen gewissermaßen als Spalier zwischen den Festgästen und dem allgemeinen Publikum in einem Halbkreise vor dem Zollgebäude ausstellte.

Alsbald nach dem Erscheinen Sr. König!. Hoheit des Großherzogs auf der Fest­stelle stimmten unter Leitung des Kapellnieisters Steinbach vier Musikcorps die Jubel - Ouvertüre" von Weber an, die eine feierliche weihevolle Stimmung her­vorrief.

Nachdem bie letzten Töne verklungen waren, übergab Baurath Kreyßig die Hafenanlage der städtischen Verwaltung mit folgender Ansprache:

Hochgeehrte Versammlung! Das Werk, dem Sie heute durch Ihre Anwesenheit die Weihe geben, verdankt seine Entstehung einem zwingenden Bedürfnisse. Schon seit langer Zeit mußte der Handel von Mainz gegenüber demjenigen der offenen Rhein­städte aus dem Grunde zurückstehen, weil in einer Festung die Rayonvorschriften die Errichtung von mehrstöckigen massiv gebauten Lagerhäusern unmittelbar am Ufer des Flusses nicht gestatten. Ganz besonders trat dieser Nachtheil außer bei dem Getreide­verkehr bei dem Handel mit zollpflichtigen Maaren hervor, bei welchen eine mehr oder weniger lange zollfreie Lagerung die Regel bildet. Hierzu gesellte sich der Mißstand, daß bas im Besitz der Stadt befindliche ehemalige kurfürstliche Schloß, dieses hochge­schätzte Denkmal deutscher Renaissance, welches bisher für die Zwecke des Zolloerkehrs benutzt wurde, durch diesen Gebrauch schon schwer gelitten hatte und bei "dessen Fort- bestand eine durchgreifende und würdige Wiederherstellung des Gebäudes nicht möglich war; daher der Wunsch nach Entfernung des Zollverkehrs aus dem Schlosse allmälig ein allgemeiner wurde. Weiter fehlte es dem Handel an einer richtigen Verbindung der Eisenbahn mit dem Ufer, durch welche der Umschlag der Güter von Schiff zu Bahn und umgekehrt hätte erfolgen können. Eine Anlage, welche all' diesen Uebelständen Abhulfe zu bringen vermochte, ließ sich längs der Altstadt von Mainz nicht schaffen; auch der durch die Ufererweiterung gewonnene Raum reichte, soweit er der Straße ge­hörte, hierzu nicht aus. Als mir meine Stellung diese Aufgabe zuwies, war es mir klar, daß nur durch Anlage eines genügend großen Hafenbeckens hinter der Feftungs- llnie eine in jeder Hinsicht befriedigende Lösung geschaffen werden konnte; und die Möglichkeit einer solchen Anlage bot sich erst bei dem Zustandekommen der Stadt­erweiterung auf dem Gelände der Neustadt. Erst als dieses Unternehmen im Jahre 1872 Wirklichkeit geworden war, reifte vollends der Plan zu dem Werke, dessen lheil- weise Vollendung wir heute feiern. Unsere Hafenanlage konnte nur ermöglicht werden durch eine umfassende Correction des Rhetnstroms, welcher aber bereits nach einem anderen Plan regulirt war. Es war ein mächtiger Stromarm zu schließen, der mittlere Arm zum Hauptstrom umzuwandeln und ein anderer früher abgesperrter und bereits stark verlandeter Arm wieder zu eröffnen. Der Stadt fiel die schwere Aufgabe zu, diese gesammte Stromcorrection fast ganz aus eigenen Mitteln zu bethätigen. Der Umstand, daß zuvor mit vier verschiedenen Factoren hierüber Verhandlungen geführt werden mußten, verzögerte den Beginn der Ausführung bis zum Sommer 1880. Erst nachdem tue Stromcorrection unter mancherlei Schwierigkeiten in ihren Hauptzügen vollendet war, konnten die Arbeiten zur eigentlichen Hafenanlage im Spätherbst 1883 oen Quaibauten ihren Anfang nehmen, und sind sie seitdem in stetem Fortgang innerhalb der vorerst gesteckten Grenzen bis zu dem heutigen Stande gebracht worden. Es war mir der Auftrag geworden, zunächst nur die für den Zolloerkehr dringend nothlgen Anlagen zu beschaffen. Nachdem es mir vergönnt gewesen ist, mit Hülfe vieler wackerer Männer, welchen ich hiermit öffentlich meinen Dank ausspreche, mich dieses Auftrags zu entledigen und alle genehmigten Bauten glücklich zu Ende zu führen, übergebe ich hiermit die gesammte Anlage dem Vertreter der Stadt Mainz, Herrn Bürgermeister Dr. Oechsner mit der Bitte, in dem Geschaffenen unseren guten Willen zu erkennen, dem Wohle der Stadt nach Kräften zu dienen. An der Stelle, auf welcher wir stehen, trieben noch vor vier Jahren die Wogen des Rheins, dort wo sich heute das Lagerhaus erhebt, trug der Strom im Jahre 1870 die Krtegsbrücke, auf welcher Schaaren des deutschen Heeres herüberzogen zu den ruhmreichen Schlachten von Spichern, Metz und Sedan, wo sie die Einheit und Größe des deutschen Vaterlandes erringen halfen! Mögen die Werke des Friedens, welche heute den Platz jenes geschichtlich denk­würdigen Kriegsbauwerks einnehmen, auf unabsehbare Zeiten der Stadt Mainz zum Segen und damit auch dem theueren Vaterland zum Stutzen gereichen.

Auf diese mit warmer Empfindung gesprochenen Worte übernahm Bürgermeister vr. Oechsner aus den Händen des genialen Erbauers das Werk, wobei er etwa Folgendes sprach:

Hochgeehrte Festversammlung! Was Alle voller Sehnsucht längst gehofft, was Viele noch vor wenigen Jahrzehnten als frommen Wunsch bezeichnet haben, das liegt nun groß und vollendet vor uns da: der neue Zoll- und Binnenhafen der Stadt Mainz. Er ist an derselben Stelle errichtet, welche schon vor 2000 Jahren der kundige Blick der Romer als den geeignetsten Knotenpunkt für Militärzwecke, sowie für Handel und Verkehr erkannt hatten. Viele Jahrhunderte hindurch bot unser Hafen nur einen primitiven Aus- und Einladeplatz für Güter und einen kaum genügenden Zufluchtsort für Schiffe gegen Wintersgefahren. Erst unserer Zeit, der Zeit der Anwendung des Dampfes und der praktischen Erfindungen, war es vorbehalten, einen Hafen in um­fassendster Weise herzustellen, versehen mit allem dem Handel, dem Verkehr und der Schifffahrt dienenden technischen und baulichen Einrichtungen der Neuzeit. Von jeher bildeten die Flüsse die natürlichen Verkehrsstraßen und der Rhein war stets in erster Linie der große Träger des Verkehrs und der Cultur, dazu bestimmt, die Völker durch die Werke des Friedens miteinander zu verbinden, niemals aber sie voneinander zu trennen; der Rhein war stets Deutschlands Strom, wie Deutschlands Grenze! Der nationale Gedanke der Zusammengehörigkeit, welcher unsere Geschichtsperiode charakteri- urt und dem wir die Neugestaltung unseres großen deutschen Vaterlandes verdanken, derselbe Einhettsgedanke übertrug sich auch auf das Gemetndewesen, und unterstützt durch trechnnige Verwaltungsgesetze neue Blüthen zu treiben und neue Früchte zu zeitigen. Und jo ift es gekommen, daß auch die Bürger von Mainz, eingedenk des Namens aurea moguntia, allen Muth und alle Kraft zusammennahmen zu einer großen

Q^tythilse. Unterstützt durch das bekannte Wohlwollen Seiner Königlichen Hoheit des Grotzherzogs, der durch sein heutiges Erscheinen auf's Neue die Theilnahme bekundet, dre er dem Handel und Verkehr im Allgemeinen und der Entwickelung unserer Vaterstadt msbesondere zuwendet, - unterstützt durch die Verwaltung der Ludwtgs- oahngesellschasl, deren_ Auteressen mit denen der Stadt Mainz ja so vielfach Hand in Hand gehen, unterstützt endlich durch die hohen Militärbehörden, welche möglichst die Interessen der Stadt mit denen der Festung in Einklang zu bringen suchten, durch Ö nrr ^cJcr gelungen, die zahlreichen Hindernisse

^ ^bsettrgen, welche der Ausführung der Stadterweilerung und namentlich diesem Werke selbst entgegengestanden haben.

Einigkeit macht stark, nicht nur die Nationen, sondern auch die Gemeinde- verbande! Aber es handelt sich hier nicht nur um ein Werk des Lokalpatriotismus es handelt sich vielmehr auch um ein internationales Werk, das mit ein Glied der großen Kette bildet, welches den Norden mit dem Süden, den Osten mit dem Westen die Meere mit den Binnenländern verbindet. Daß diese Ansicht die richtige ist beweist das zahlreiche Erscheinen unserer geehrten Gäste vom Rheine, vom Main der Donau und der benachbarten Staaten, das beweist das zahlreiche Erscheinen der Vertreter so vieler Handelskammern und des Handelsstandes, der Dampfschifffahrtsgesellschaften und des Rhedereibesitzes, sowie endlich der Presse, deren Beruf es ja ist, für alles Schöne und

Große den empfänglichen Samen auszustreuen. Dank allen diesen geehrten Herren, daß ste unser Fest mit ihrer Gegenwart beehrten. Schließlich habe ich noch die an' genehme Pflicht zu erfüllen, dem Herrn Stadtbaumeister Kreysig und allen jenen Herren, die ihm bei der Ausführung seiner genialen Pläne hilfreich zur Seite gestanden haben, den Dank der Stadt Mainz entgegenzubringen. Die Form steht nun vollendet

Handelsstande aber liegt nun die ernste Pflicht ob, diese Form mit dem Odhon ...AV kill j. nur im Fortschritt ist

Leben, -Arbeit -Fleiß urfo Mäßigkeit, sowie religiöse und sittliche Bildung sind die Tugenden des Burgerchums, die mit eingreifen müssen! Friedliche Entwickelung bringen ** n°^l0e Sonnenstrahl, um die bürgerlichen Tugenden zur Blüthe zu

Und hiermit erkläre ich Namens der Stadt Mainz den Hafen für eröffnet, ich übergebe ihn zunächst dem hiesigen Handelsstande. Möge dem neuen Unternehmen des- Himmels Segen zu Theil werden! Möge es blühen und gedeihen!"

l Nach dieser Ansprache übergab vr. Oechsner sichtlich ergriffen das Werk dem Handelsstande, in dessen Namen Commercienrath St. C. Michel, Präsident der Handelskammer, mit nachstehenden Worten dankte:

Hochgeehrte Versammlung: Im Namen des Handelsstandes von Mainz ver­treten durch die Handelskammer, an deren Spitze zu stehen ich die Ehre habe 'danke ich zunächst dem Herrn Bürgermeister, den Herren Stadtverordneten und der gesummten Bürgerschaft für das Werk, welches sie tm Interesse des Handels und Verkehrs ge­schaffen haben und das heute fernem Zwecke überwiesen werden soll. Ohne Vorbild in der Geschichte der Städteentwickelung dürfte es sein, daß ein Gemeinwesen von dem immerhin bescheidenen Umfange der Stadt Mainz so Großes und Bedeutsames eimia und allein aus eigenen Mitteln geschaffen hat, getragen von der Ueberzeugung daß der friedliche Wettkampf mit den Schwesterstädten am Rhein und Main nur bann mit Erfolg ausgenommen werben könne, wenn bcm Handel und der Industrie die Mittel zur raschen und billigen Bewältigung des Verkehrs geboten würden. Das Unternehmen der Herstellung eines Binnenhafens mit Lagerhäusern, ausgestattet mit bewegender Kraft der neuesten technischen Erfahrungen, welches einschließlich der damit verbundenen Ufererweiterung einen Kostenaufwand von mehr als 6 Millionen erheischte, ist schon allein für sich von so großer Bedeutung, daß es die volle Anerkennung der interessirten Kreise verdient. Aber in noch höherem Maße muß der städtischen Verwaltung der Dank des Handelsstandes gezollt werden, wenn man erwägt, daß die Stadt zur Heil­der Inangriffnahme dieses Werkes bereits andere noch größere Arbeiten begonnen hatte und gleichzeitig gehalten war, den stets erwachsenden Ansprüchen der regelmäßigen Entivickelung in den übrigen Zweigen des Gemeinwesens Genüge zu leisten. Ver­gegenwärtigen wir uns den äußerlichen Zustand unserer Vaterstadt vor ungefähr lo Jahren und vergleichen wir damit das Bild, welches sie heute darbietet, so werden wir zugestehen müssen, daß so selten so große Verbesserungen in einer so kurzen Spanne Zeit geschaffen wurden. In der That hat die Stadt Mainz in dieser Periode beträcht­liche Summen für Schöpfungen der verschiedensten Art aufgewendet, von welchen ich nur die bedeutendsten hier nennen will. Redner zählt hier ziffermäßig Sie großen Unternehmungen auf und berechnet, daß sich seit dem Jahre 1874 der außer­gewöhnliche Kapitalumsatz inclusive Privatbauten auf rund 61 Millionen Mark be- läuft. Muß demnach, so fährt der Redner fort, der Handelsstand die Opferwillig­keit der Stadt Mainz mit größter Dankbarkeit anerkennen, so mutz und wird es auch sein eifrigstes Bestreben fein, die ausgestreute Saat zum Keimen zu bringen. Schon allein das Bewußtsein der von der Stadt zu erwartenden Unterstützung wirkte belebend und anregend auf den Unternehmungsgeist, wie dies die statistischen Uebersichten er­kennen lassen. Der Redner gibt sodann ein Bild von der neuerdings eingetretenen: fortschreitenden Entwickelung des hiesigen Handels und schließt sodann mit den Worten: Hoffen wir, daß diese Bewegung fortschreite und der hiesige Handelsstand der goldenen Worte emgedenk bleibe, welche die Glocke des neuen Lagerhauses trägt:

Nur wer in fleißiger Arbeit ringt, Dem der Erfolg der Stunde winkt." Doch alles Ringen und Streben wird erfolglos sein, wenn uns nicht die Segnungen des Friedens erhalten bleiben. Möge es der Weisheit der verbündeten deutscheiL Fürsten gelingen, drohende Stürme zu beschwören, gestützt auf die unwandelbare Treue ihrer Völker und deren heiße Liebe zu dem theuren Vaterlande.

Das walte Gott.

^ui diese Worte überreichte Dr. Oechsner Sr. K. H. dem Großherzog einen. prächtigen vergoldeten Schlüssel, womit der Landesfürst das Hauptthor des neuen Lagerhauses erschloß. Kaum hatte sich das riesige Thor in feinen Angeln bewegt, so ertönten die Klänge eines Weihechorals, die aber bald von mächtigen Böllerschüssen, übertönt wurden, die von den Dampfern zum lauten Zeichen, daß der Weiheakt ge­schehen, erschallten.

Entblößten Hauptes und mit hoffnungsfreudigem Blicke begleiteten die Festgäste dle letzte Scene des würdigen Weiheaktes.

Unter Führung des Bürgermeisters und der städtischen LagerhausverwaUunz erfolgte hierauf noch eine flüchtige Besichtigung der Einrichtungen des neuen Hafens und begann alsdann die Rhemfahrt, über welche wir noch berichten werden.

Univerfltäts-Chronik.

Bonn wird in diesem Semester von 1323, Erlangen von 863, Marburg, von mehr als 1000 Studirenden besucht.

, Die Union Society der Universität Cambridge faßte mit 71 gegen 65 Stimmen einen Entschluß zu Gunsten der Ertheilung von akademischen Graden an weibliche Studenten.

Lokales.

Gießen, 7. Juni. Eine gründliche Holzerei inscenirten gestern Abend auf der Licher Straße eine Anzahl Fabrikarbeiter und Fuhrleute. Mit Sielscheiten rc. tüchtig verarbeitet, mußten erstere das Feld räumen. Anzeige folgt als hinkender Bote nach.

Auf dem Neuenweg wurde gestern Abend von einem Studirenden Glaser-- arbeit besorgt.

-- In der Sandgasse randalirte eine bekannte Persönlichkeit, jedenfalls in einem Delirtumsanfalle, derart, daß die Polizei verschiedenemale interveniren mußte.

Vermischte-.

Klein-Linden. Der hiesige Kriegerverein beabsichtigt gegen Ende dieses Monats eine in der Fabrik von Schulze in Gießen angefertigte stattliche Fahne einer geeigneten Weihe zu unterziehen, zu welcher ungefähr an 40 Vereine schon Einladungen ergangen sind. Die Festmusik wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch eine tüchtige. Musikkapelle vertreten werden. Wird uns der Himmel vor feinen Schleußen schützen, so dürste das beabsichtigte Fest ein vielversprechendes werden, zumal der in Aussicht genommene Festplatz allen Anforderungen zu entsprechen geeignet ist und zweifellos unsere städtischen Nachbarn das Fest mit ihrer Gegenwart beehren werden.

Butzbach, 4. Juni. Die Vorbereitungen zu dem am 18. und 19. Juni hier stattfindenden Hessischen Feuerwehrfeste sind in vollem Gange. Anfangs voriger Woche wurden die Einladungen an die Feuerwehren versandt und schon treffen von- allen Seiten die Anmeldungen ein, nach denen zu schließen, daß das Fest von einer großen Anzahl Wehren mit vielen Mannschaften besucht wird. Die hiesige Feuerwehr bietet alles auf, um den fremden Kameraden die Tage des 18. und 19. Juni zu recht an­genehmen zu machen. Nach der Uebersicht der festlichen Veranstaltungen wird Samstag, Nachmittag um 4 Uhr im Gartensaale desHessischen Hofes" der 13. Hessische Feuerwehrtag abgehalten, bei welchem 110 Feuerwehren durch Abgeordnete ver­treten sind. Des Abends ist Concert in der festlich beleuchteten, ca. 800 Quadratmeter großen, hübsch beforirten Festhalle. Der Sonntag ist für ben eigentlichen Festtag bestimmt. Um 8 Uhr wirb bie hiesige Freiwillige Feuerwehr zu einer Uebung allarmirt und soll solche an unserem Stadtkirchthurme stattfinden. Dieses interessante Manöver wird jedenfalls allgemeines Interesse erregen und die vielen Zuschauer befriedigen. Die weiteren Stunden des Vormittags sind dem Empfange der einrückenden Wehren, bestimmt, auf dem Festplatze spielt inzwischen die Capelle der Gießener Regiments-- musik. In Aussicht ist ferner genommen, den fremden Kameraden auch die land­schaftlichen Schönheiten unserer Gegend zu zeigen und ist daher ein Spaziergang nach .