Gießen, den 4. November 1887.
Dr. H. v. Ritgen.
Den 30. October.
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Anker-Cichorien ist mild bitter Anker-Cichorien ist trocken
den 12. Mat. Denselben, den 7. September. Denselben.
Beerdigte.
Den 30. October. Auguste Bersch, geb. Münch, Ehefrau des Rentners Louis Bersch, alt 56 Jahre, gestorben den 28. October.
Den 3. November. Anna Balßer, geb. Weis, Ehefrau des Taglöhners Johannes Balßer, alt 39 Jahre, gestorben den 1. November.
Denselben. Friedrich Jörg, Taglöhner in Gießen, lediger Sohn des verstorbenen Ackermanns Heinrich Jörg in Saasen, alt 35 Jahre, gestorben den 1. November.
Getaufte.
Dem Fuhrmann Caspar Schott ein Sohn, Heinrich, geboren
Schlosser Karl Klotz eine Tochter, Katharine Luise, geboren
Geschäftsbetrieb:
An- und Verkauf von Effecten, Sorten und Wechseln.
Beleihung aller Cours habenden Effecten unter coulanten
Evangelische Gemeinde.
Kinderkirche, nicht um 11 Vi, sondern rrrn 2 Uhr.
Bad Salzschlirf (Oberheffeu).
Vor Kurzem wurde mit der Ausführung zweier für hiesigen Kurort sehr wichtigen Prozecte begonnen, nämlich mit der Correction der Flüßchen Lauterbach und Altefeld und dem Bau einer neuen steinernen Brücke. Wesentlich gefördert wurden diese schon lange Jahre bestehenden Projecte durch die im letzten Frühjahr durch den Herrn Ober- prasidcnten der Provinz Hessen-Nassau, Exc. Grafen Eulenburg, erfolgte Besichtigung des Bades und die Anerkennung seiner hervorragenden Heilmittel Seitens der obersten Behörden, infolge dessen zu den Kosten jener beiden Projecte bedeutende Summen aus communal-standrschen und Staats-Fonds bewilligt wurden.
Die Frequenz des Bades Salzschlirf ist in Den letzten zwei Jahren außerordentlich gestiegen; trotzdem m solchen die Zahl der Fremdenlogis erheblich vermehrt worden rechten dieselben doch nicht für die alle hier Heilung Suchenden aus und ist aus diesem Grunde der Bau einer größeren Anzahl Wohnungen Seilens der Badeverwaltung und Privaten geplant und theilweise schon in Ausführung begriffen.
In balneologischer Beziehung steht übrigens Salzschlirf auch als Unicum da, indem kein anderer Badeort eine so große Anzahl der verschiedenartigsten Heil- mittel ersten Ranges (Lithion-, Eisen-, Schwefel- und Bitterwasser quelle, Sool- und ^rbaver) aufzuweisen hat als lenes Seinen Hauptruf verdankt Salzschlirf seinem Bon aciusbrunnen als Trinkquelle, welcher alle bekannten Lithionquellen an Lithium- gehalt bedeutend uber-ristt und der in Folge dessen und auch wegen seiner sonstigen
Gingesandt.
Mit Vergnügen erlaube ich mir, unsere hiesigen Kunstfreunde auf die von Herrn F. Küpper aus Düsseldorf im Keller'schen Laden, Seltersweg 71, zum Verkauf ausgestellten Gemälde aufmerksam zu machen. Es befinden sich darunter viele ausgezeichnete Kunstwerke anerkannter Künstler, unter welchen ich einige besonders heroorheben möchte:
Nr. 1 Hardanger Fjord und Nr. 2 Norwegischer Fjord von A. Rasmussen; geboren zu Bergen in Norwegen, ward derselbe Schüler der Düsseldorfer Akademie unter Gäbe, dem er mit Glück nachstrebte und Meister in Auffassung und in Wiedergabe der eigentümlichen Reize der Norwegischen Landschaiten und Seen geworden ist. Schon 1870 machten feine Bilder auf der Ausstellung in Berlin Aufsehen und fanden großen Beifall.
Nr. 4, 5 und 6 sind ansprechende Gemälde des Genremalers Fritz Beinke, geboren 1842 in Düsseldorf; dort war er Schüler von Müller, Sohr und von Bende- mann, machte dann viele Studienreisen in Deutschland und in Oberitalien; besonders beliebt wurden feine Bilder aus dem Schwarzwald.
Nr. 9, Christian Sell, Schlachtenmaler (geboren 1831 in Altona), Schüler von Th. Hildebrand und von Schadow, ist durch viele große Gemälde bekannt, welche er nach seiner Theilnahme an den Kriegen von 1864, 1866 und 1870 geschaffen hat, namentlich die Erstürmung der Düppeler Schanzen, die Schlacht bei Königsgrätz (Aquarell), das Gefecht bei Liebenau 1866, jetzt in der Nationalgallerie. Hier gibt er nun mit vollendeter Ausführung eine Scene aus dem letzten Kriege: „Bewachung französ. Gefangenen."
In Nr. 12, 13 und 14 zeigt uns Emil Volkers (geb. 1831 zu Birkenfeld), Pferde- und Genremaler, «einige vortreffliche Arbeiten von seiner Hand in vollendeter Ausführung.
Von Guido Hampe, Sohn des 1848 verstorbenen Carl Friedrich Hampe, Jn- fpector und Professor an der Berliner Akademie, sehen wir eine ganze Reihe von Landschaften Nr. 16 bis Nr. 26; unter diesen möchten wir Nr. 16, Winter im Harz, und Nr. 23, Wasserfall in Tyrol, besonders hervorheben.
Nr. 27, C. v. Wille, Junger Jagdhund, ist wohl von der Hand eines Sohnes des leider so früh verstorbenen ausgezeichneten Landschaftsmalers August v. Wille.
Unter der reichen Auswahl von Landschaften des Künstlers Arnold Forstmann, Nr. 38 bis 48, hat mich Nr. 39, Mondscheinlandfchaft in der Schweiz, besonders angesprochen.
Nr. 73 ist ein sehr schönes kleines Bildchen von Ludwig Boltz, dem trefflichen Thiermaler, eine Rückkehr von der Alm.
Die beiden Gemälde Nr. 30 und 31 von Otto Kirberg (geb. 1850 in Elberfeld), welcher den Krieg in Frankreich 1870—71 mttgemacht hat und verwundet zurückgekehrt ist, werden ihm wohl Freunde erwerben.
Möchte dieses auch der Fall sein mit den übrigen Bildern dieser gegenwärtigen kleinen Ausstellung in Gießen, möchten sie nicht nur Bewunderer und Freunde, sondern auch und hauptsächlich Käufer finden, wodurch den Malern am meisten genutzt wird.
Auszug aus dm Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
«etraute.
Den 30. October. Caspar Schott, Fuhrmann in Gießen, und Anna Mario Thomas, ledige Tochter des verstorbenen Schuhmachers Johannes Thomas in Ober- Seibertenrod.
Denselben. Philipp Nau, Bürgermeisterei-Bureaugehilfe in Gießen, unt Katharine Hohmeier, ledige Tochter des Kutschers Heinrich Hohmeier in Gießen.
Den 2. November. Johannes Hertzinger, Fuhrmann in Gießen, und Marte Karoline Stoffel aus Stammheim.
dingungen.
Einlösung sämmtlicher Coupons und verlooster Effecten.
Controlle über Kündigungen, Verloosungen (kostenfrei).
Besorgung neuer Couponsbogen und sonstiger mit Veranlagung von Capitalien verknüpften Manipulationen.
Schuhmacher Karl Steuerwald ein Sohn, Georg Christian Karl, geboren den 17. August.
Den 3. November. Dem Metzger Karl Burkhardt ein Sohn, Fritz Wilhelm, geboren den 12. Juli.
Die Eröffnung unserer
Wechselstube, Marktstrasse 4
beehren sich hierdurch anzuzeigen. [8090
SCHULHOF 4" Co.
glücklichen chemischen Zusammensetzung als das wirksamste Mittel aearn und Steinbildung, Nieren- und Blasenleiden, Gicht, Rheu^at^E chronische Magen- und Darmcatarrhe, Leberkrankheiten rc. 'c äntliAu s zwar von den größten medicinischen Autoritäten des In- und Auslandes in x medicinischen Lehrbüchern und in der Praxis empfohlen wird. "
Die theoretische Qualität des Bonifaciusbrunnens gegen die Bildung Salze (Gries und L-tetn in Nieren und Blase, Gicht, Rheumatismus x 'c s auch in der Praxis mehr als voll bestätigt, und durch den Gebrauch desselben Wirkn«»' erzielt, wie sie durch kein anderes Heilmittel nur annähernd oder überhaupt aar nh? erreicht werden. Ein fernerer Vorzug des Bonifaciusbrunnens ist die durch fri« Kohlensäurereichthum und Chlornatriumgehalt bedingte Leichtverdaulichkeir und den Appetit und den Stoffwechsel lebhaft anregende Wirkung, was bic Benutzuna H selben zu Trinkkuren auch zur wenig Bewegung im Freien gestattenden oder bei sitzender Lebensweise gestattet. "y 'U5Tnicr#lcti
Der Versandt des Bonifaciusbrunnens findet bereits in die entfernest-» an theile und zu jeder Jahreszeit statt. 'Hen Et-
Hommerich <t Co. Io Buckau - Magdeburg
Anker-Cichonen ist rein — — - -
Rheinhessens bringt einen längeren Aufsatz, worin die Frage eingehend erörtert wird und in welchem die Grundsätze für die projectirten Vereine folgendermaßen gedacht sind: 1) Winzervereine sind Produktiogenossenschaften auf Grundlage von Trauben- ubernahme, gemeinschaftlicher Kelterung und gemeinschaftlicher Entwickelung und eben solcher Verkauf. 2) Die Vereinsmitglieder haben für sich keinerlei Einfluß mehr auf Behandlung und Verwerthung ihrer Kreszenz, worüber zu bestimmen lediglich Vereinssache ist. 3) Die Preise für abgelieferte Trauben werden von dem Verein festgesetzt. — Die Ausführung der Idee der Gründung der Winzervereine ist früher meistens daran gescheitert, daß nur wenige der kleinen Winzer sich zur unumschränkten Anerkennung vorbezeichneter Grundsätze bequemen wollten und jedes nur die Vortheile einer Vereinigung erwünschte, ohne sich jedoch dazu zu verstehen auch gewisse Beschränkungen bei der Behandlung und dem Verkauf zu ertragen.
△ Vom Rhein, 4. November. Die schon seit verflossenen Sonntag bestehende Sperrung des Schiffsverkehrs durch ein an dem Binger Loch aufgefahrenes Schiff gibt den Flößern und Schiffern Anlaß zu lebhaften Klagen. In diesen Kreisen verlangt man energisch, daß staatlicher Seits Vorkehrungen getroffen werden, durch welche im Allgemeinen eine schnellere Freimachung des Fahrwassers eingeführt wird. Man befürwortet, daß die betreffenden Arbeiten unter Umständen von dem Staat auf Kosten des Schiffseigenthümers so oft ausgeführt werden, damit es nicht dem Ermessen eines jeden Einzelnen überlassen bleibe, in beliebiger Zeit die Räumung zu bethätigen.
△ Aus Hessen, 4. November. Der Direktor der Irrenanstalt in Heppenheim hat jüngst ein Schristchen veröffentlicht, worin dargethan wird, daß die Ueberfüllung der beiden Irrenanstalten in Hessen „von höchst nachtheiligen" Folgen für die Kranken sei und es darin dringend geboten erscheine, eine dritte Anstalt zu errichten. Mit Rücksicht auf diese Mahnung sollen, wie das „M. I." meldet, schon in das nächste Staatsbudget die Mittel zur Errichtung einer Jrrenklinik in Gießen eingestellt werden.
! Anker-Cichorien ist bekömmlich
i Anker-Cichorien ist ergiebig
i Anker-Cichorien ist würzig
Znker- Cichorien
ist überhaupt der beste Kaffee-Zusatz und wesentlich vorzuziehen den vielen Eeren, unter der nicht berechtigten Bezeichnung „Kaffe/ im Verkehr befind- lichen Cichonen-Sorten. Anker-Cichorien ist in den meisten Waarenhandlungen M kaufen, das 125 g Packet zu 10 y 6816
Anker - Cichorien
von
Handel und Verkehr.
Gießen, 5. November- Auf dem heutigen Markt kostete: Butter mr,. k 0.95—1.00, Hühnereier pr. St. 7—0 H, Enteneier St. 0—0 Käse or Kl i « Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Ltter 16 H, Linsen 30 H, Tauben per Baar in m* 50 Hühner per Stück JC 0.85—1.00, Hahnen pr. Stück 0.50-5.80 per etürf 1.40—1.80, Gänse per Pfund 40—50 H, Ochsenfleisch per $funk 60 -H, Kuh- und Rindfleisch 45-50 Schweinefleisch 54-§0 H, HammMeüch/n k- 60 H, Kalbfleisch 40-46 Kartoffeln per 100 Kilo JL 3 50-4.50, Milck ' 12—18 ^. Weißkraut Stück 4-9 Zwiebeln per Centner JL 6.90—.7QQ. P t
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Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Eießev-
(Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.)
Arrfgebote.
October: 31. Johann Georg Schneider, Bäcker zu Wißmar, mit Christine Kä^ zu Allendorf a. d. Lumda. 31. Gustav Müller, gebürtig von Nidda, Kaufmann dahier mit Margarethe Charlotte Schmidt Hierselbst. Mooember: 4. Louis Vielmctter, Tag-'' löhner zu Kaulstoß, mit Emma (genannt Maria) Größer zu Großen-Linden.
Gheschlietznngen.
November: 2. Johannes Hertzinger von Stammheim, Fuhrmann dahier, mit Marie Karoline Stoffel von da, wohnhaft dahier.
Geborene.
October: 25. Dem Zimmermann Johannes Kuba eine Tochter, Elisabeths 26. Dem Mechaniker Karl Hatz eine Tochter, Elisabethe. 28. Dem Schneidermeister Wilhelm Behrens eine Tochter, Emma Karoline Helene Marie. 29. Dem Sergeanten David Hensler ein Sohn, Heinrich Wilhelm Konrad Volprecht. 30. Dem Tapezier Georg Vogel eine Tochter. 31. Dem Schneider Jan Alberts Rosenboom ein Sohn, Friedrich Wilhelm. November: 1. Dem Taglöhner Karl Balser ein Sohn, Karl.
Gellorbens.
October: 30. Elsa Henriette Hermine Schreiner, 1 Jahr alt, Tochter von Bäckermeister Fritz Schreiner dahier. 31. Friedrich Jörg, 34 Jahre alt, Taglöhner von Saasen. November: 1. Henriette Rittershausen, geb. Reichard, 62 Jahre alt, Wittwe von Apotheker Dr. Friedrich Rittershausen zu Herborn. 1. Anna Balßer, geb. Weis, 39 Jahre alt, Ehefrau von Taglöhner Johannes Balßer dahier. 2. Karl Flett, 11 Jahre alt, Sohn von Locomotioführer Moritz Flett dahier. 3. Adolf Wilhelm Höfeld, 27 Jabre alt, Seconde-Lieutenant dahier.


