Ausgabe 
3.7.1887 Erstes Blatt
 
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UuiverfitLLs - GhronLk.

Marburg, 30. Juni. Dem Vernehmen nach hat Herr Prof. Dr. ©affet: in Sent einen Ruf an die hiesige Universität zur Wiederbesetzung der durch den Tod des Geheimeraibs Lieberkuhn erledigten Professur für Anatomie erhalten und angenommen. Herr Pros. Gasser gehörte bekanntlich früher schon als außerordentlicher Professor unserer Universität an.

. Der bisherige Prioatdocent Dr. Ernst Landsberg in Bonn ist zum außerordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Universität Bonn ernannt worden.

Die Leipziger Juristenfakultät beging am Montag einen feierlichen Akt zu Ebren des verstorbenen Mitgliedes der Fakultät, Professors Dr. Otto Stobbe. Die Gedächtnißrede hielt Professor Friedberg. Zu der ernsten Feier waren Reichs- gerichtsprandent Simeon, Oberreichsanwalt Tessendorf, Oberbürgermeister Georgi, Generallieutenant o. Tschirschky, zahlreiche akademische Würdenträger und Vertreter ftudentr,cher Vereine erschienen.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Christia^"Fxfb^^"^b^^w^Fuhrw^ks?esitzer' Karl Huhn ein Saha, H-ns M Karaltn^gebvrm b®n'26®«ff 6etmannS'-uenhainein-Tochter,Emilie W» geboren^en^lL 5u^em 6anbeI§mann Johann Hanke! ein Sohn, Adolf WM' M-rg°N° geborenÄ Ä* ®cor0 Wf ehlt ^ter-

dnc Achter. Minna

den lS^June'"' $Cm ®aftn,irlb Emil Schmall eine Tochter, Auguste Anna, geborm

Den 24. Juni. Katharine Bichfnann**'geb. Sanameistcr SBUtme deser= bmB22m3unT8C * d,en !|ßfarw8 Äarl Btchmann ®n Wahlen, alt 49 Jahr-, »s-rdm fflnrrÄ Jeannette Borrch geb. Scheid, Ehefrau des Bergmanns P-i-r

Borrs, alt 44 Jahre, gestorben den 24. Juni. ,

Öelnrid, Heh, Schmied, lediger Sohn des Schmi-dweisters J°h°""-s

He«' 0" 18 Jahre, gestorben den 24. Juni.

smnn,r®nrnf m <?UtnL Christiane Möller, geb. Ferber, Ehefrau des Optikers L»ms Moller alt 60 Jahre, gestorben den 25. Juni.

inhann^a^a3Uuaric Sophie Haas, geb. Schnabel, Ehefrau des G-°m-t-rs Johannes Haas, alt 56 Jahre, gestorben den 26. Juni. , . «rult

. ann$h* 1Q6bdft°v6 Krug, Schmied, lediger Sohn des Müllers Jakob Mg in Wollrode al, 19 3abre, gestorben den 26. Juni. , . MUto

.... Katharine Leib, ledige Tochter des verstorbenen Restaurateurs Phmpp

Leib, alt 51 Jahre, gestorben den 27. ^ni ___

Verwischte-.

r, ~e? Wies eck, 2. Juli. sTurnerisches.^ Die Vorbereitungen für das morgen ftattfinpenbe erste Turnfest des Lahn-Wetter-Gaues sind nun beendet und fehlen nur noch die Turner und die Gäste. Daß beide auf einen in jeder Hinsicht guten Empfang rechnen dürfen, daß der Turnverein Wieseck, die Einwohner und die Festwirthe alles Mögliche gethan, um die Stunden allen das Turnfest Besuchenden zu recht angenehmen zu machen, daß hoffentlich auch ein unserem Feste günstiges Wetter bleiben wird steht wohl außer allem Zweifel. Der Festort prangt in Flaggen-, Guirlanden- und Baum- schmuck die Festhalle präsentirt sich des Festes würdig, so daß schon aus diesem Grunde ein Besuch unseres Festortes sich empfehlen dürfte.

Darmstadt, 1. Juli. sEnde der Schonzeit.) Mit dem gestrigen Tage ging ganzen Großherzogthum Hessen die Hegezeit für Trappen, alle Schnepfenarten, Brachvogel und Kiebitze zu Ende und dürfen diese Vögel von nun an wieder bis zum 1. Mar nächsten Jahres geschossen werden. »

Mainz, 1. Juli. Der ultramontane Landtagsabgeordnete Wasserburg hielt gestern Abend im katholischen Wahloerein einen Vortrag über die neuen hessischen Kirchengesetze. Das punctum saliens der Ausführung ging dahin, daß entsprechend der Verwahrung der Eenlrumsabgeordneten in der Kammer die Katholiken mit dem Ge­botenen nicht zufrieden sein könnten und der Kampf deßhalb hauptsächlich von den Laren so lange unermüdet fortgesetzt werden müsse, bis alles erreicht sei, was die Katho- ltken zu fordern berechtigt und der alte Zustand wieder hergestellt wäre. Natürlicher Wer e spendete die Versammlung, die mit einem Hoch auf den Führer der hessischen Centrumspartei, Oberlandesgerichtsrath Frank, endete, dem Redner für seine Aus­führungen reichen Beifall.

.Mainz, 1. Juli. Am kommenden 14. August sind es 50 Jahre, daß hier anläßlich der Enthüllung des Monuments des Erfinders der Buchdruckerkunst die benf-- rourbi0e Gu tenbergsfeier ftattfanb. Mit Rücksicht hierauf wird für hier eben eine , Jubiläumsfeier vorbereitet. '

. Rh-in Hessen 1. Juli. Der Güt-rcxpedient der Station Alzey ist, wie dasM. T. meldet, feit gestern spurlos verschwunden. Derselbe ging am Morgen vom Hause weg und wandte seine Schritte nach Arnsheim, wo er mehrere Briefe an Bekannte schrieb denen er Lebewohl sagte. Weiter ist noch ermittelt, daß der Ver-

"LK Angen begab und von hier mit dem Trajectboot nach Rüdesheim fuhr.

sollen mißliche Vermögensverhältnisse den Vermißten zu Kassen- unregelmaßigketten veranlaßt haben und wird hierin der Grund des Entfernens zu fuchen fein. 0 I

si7^Eeßen 2. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per fcfc

-0.85, Hühnereier pr. St. 5-6^, Enteneier St. 6-7H, Käse or. St 4-8? Käsematte 30 Erbsen pr. Liter 17 Linsen 30 Tauben per Paar 65 Ht ^0 Per ®tücf v4L 1.201.70, Hahnen pr. Stück 0.60120 bnta

fiF ?tÜß 1k°^1;8n,xS5^c pceJ ^nb 00-00 Ochsenfleisch per Pfund ft 62 5' Schweinefleisch 5460 Hammelfleisch 50 Äis

19 4050^, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5 807.00, Milch per Sita

12-18 Zwiebeln per Centner JL 12.00-15.00, Kirschen per Pfund 20-25 V

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.

(Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestctttet)

a . n, . r Aufgebote.

, . . yunt: Johann Christian Martin Heimann Walther, ein Wiitw-r Steuer-

»5 °WilbAm'K»?,tt Elisabeth Brömer, ledig, von Bellnhausen, wohchch»Mr.

U ' ®aJtl?er »» Frankfurt a. M., mit Katharina Heck d°M.

Sufä f mnSaf!rhUM S?,e|'rbet.en' ®4netber dahier, mit Marie Nicolai °oi>Er°hir- bnbter' Ä Ä, 30l 5cinr**£,00ä BOn Hemmen, Kreis Lauterbach, Schmd-r ^Uinn^nniro aaiH tPeIo:D02I »Wait dahier. 30. Konrad Ball °°II bi,rLthft6 so Fuhrmann dahier, mit Anna Marie Schnestmiill-r, lebig,

Lull- Loos notier *£rOn £obebl6 tn Böhmen, Kaufmann dahier, mit Wlh-lmi-e

a _ .. Geboren«.

95 ®CnlnXa6lo^cr H-^rich Hartmann eine Tochter, Ann- Mstb-ih-.

95 5 £-orn,. eln kodtg-boreues Kinb weiblichen G-ichl-chis.

*)eVl Bautechniker Louis Seuling eine Tochter. 25. Dem Schlosser ührlsliair Marx eine Tochter, Marie. 28. Dem Bremser Johannes Weber eine Tochter.

Gefiorverre.

meister^'«-Schmied, 18 Jahre alt, Sohn b°n Schmild- nn ®^ar &£6 Mter. 25. Christiane Möller, geb. Ferber, 60 Mre aa'ctS?6 ra» Cptifer Ludwig Möller dahier. 25. Henriette Torr, geb. Horn, 25 mari/®'n^ r£U Heinrich Dörr von Burgsolms, Kreis Wetzl«.

SaaOabk? 26 alt- Eh-ftau von GeometerZ-h-mei

MeNnnoen 97^8^ 19 Jahre Schmied Ö011 W°llr°-k,

56 Äe Leib 47 Jahre alt, ledig dahier. 27. Heinrich MA

3^abrP nHU'(^afl J??n Eaudernbach, Amt Weilburg. 30. Wilhelm W-Hle ®*äta 6 'gS.Dr" Pf«!» Wahl zu Wieseck. 30. Louile Ottilie M

1 grmmf. rn'n, /' Zo,?tc.ron Maschinenarbeiter Ludwig Schäser Mr. ?o 2BtI&elnnne Antonie Knorr, geb. Prinz 52 Jalne alt tibefrau H Moßh. Landgerichts-Präsidcnt-n Ludwig Knorr dahier

Q.r, 7" [®ran.b-] Ue.bcr einen großen Brand, der in der Nacht von Samstag in Zurich ausbrach, ber.chtet dieN. Z. Ztg." Folgendest Gegen 10 Uhr Abends wurden die Bewohner Zurichs durch die Feuersignale aufgcschreckt. Im Zähringer-

Cl.n.e 0ro.®£ ^athe zum Himmel und Feuerwehr und Publikum, die beide rn großer Anzahl unb rasch zur Stelle waren, sahen, baß bas sogen,alte Spital", ^b^gang bes alten Prebigerklofters umgebende große Häuservtereck, d ? an ble Predigerkirche anlehnt, auf drei Seilen (Nord, West rtPhrnApn brannte Das Feuer war an der nordöstlichen Ecke aus-

^/ochen über bte Ursachen bestehen bis jetzt blos Vermuthungen - - und hatte sich berden Seiten verbreitet. Im nörblichen und östlichen fyhrn- pinCqnn?tC ^^°bner der oberen Stockwerke mit Noth fast nur das nackte nnnpfiPihPt F an5 an bcr Dachtraufe hinunterklettern, andere sprangen halb arL3??- ^en^tcr rum Glück ohne ernstere Verletzungen davonzutragen. E mge allere Personen und kleine Kinder wurden von den Ersten, Besten, die auf den ^tzkamen' jeruntergetrapen, unb es soll sich bei diesem Rettungswerke namentlich ^^blrender ausgezeichnet haben. Als die Feuerwehr auf den Platz kam Dornh^iiP^^t?01?. CLan3en ^irftIän9c ausgedehnt und es mußte daher von nnmenflirf! hif hS? Hauptaufgabe angesehen werden, die anstoßende Predigerkirche unb rtfrnn« b Mtnter (im Chor) untergebrachte Kantonsbibliothek zu erhalten. Das di! ouch unter den größten Anstrengungen. Bis zum Hellen Morgen schlug zum Himmel auf; alles Spritzen und Zusammenreißen bezweckte blos die bn unstoßenden Quartiere; wäre Wind gewesen, so hätte das Feuer einen ungeheuren Umfang bekommen müssen. Noch über den ganzen Sonntag hatte die &ine5wnftarbea>? Ta6 (h finil in Folge des Brandes obdachlos geworden Em Verlust an Menschenleben ist glücklicherweise nicht zu beklagen.

r entsetzlicher Unglücksfall ereignet- sich am 27. Juni, Vormittags auf o r Bahnhof Der Zugführer Lemmer von Kassel stürzte, wie die Hessische 5?rah hi? si?ÄhlbC"t.DOn(U1Cr Ai DDUer Fahrt befindlichen Maschine so unglücklich vom^^Rnmpfe^gepennt wmd "^" "" hinweggingen und der Kops im Augenblicke j

in. Fimmel gefc^Ioffene Ehe.j Eine Trauung oberhalb der Wolken

miMpfnpr «r^r°6 roclc^ Kalifornien Aufsehen erregt. Professor Kay stieg

je n/4 draut und einem Fnedensrichter in einem Ballon in die flöhe unh lieb U L wieder b-L^'""f b"6 ^ep°ar nicht aus allen Wchken Senhals öSWssaBs

We"" Blasen platzen, kann sich der arme Mann nur freuen.

KriegSverstcherung. Die Lebensversicherungs-Gesellschafts^^?^ ^/.".^grundet 1830 (alte Leipziger), welche im vergangenen uU|

an echtbarkeit ihrer sunfiahrrgen Policen cingelührt hat, ist jetzt auch mit einem Ul,: Kriegsoerstcherungsr-gulatio an di- Oesfentlichkeit getreten, welches sich besonders humane Bestimmungen auszeichnet. Die Krieg-iprSmie betete wehrleute, dem Landsturm Angehörige und für Nichtcombattanten, forocitfc Zahlung einer Kriegspramie nach den Allgemeinen Vcrsicherungsbedinw>,>». Gesellschaft nicht gänzlich befreit sind, 3°/o, für Offiziere der Landwehr und A?" schallen des stehenden Heeres, soweit die letzteren von Zahlung einer nicht ebenfalls befreit sind, 5°/«. für Berufs- und Reserveoffiziere 8«/ mirh Lh ?,?it mehr von der Versicherungssumme, sondern von dieser adzüglich der i PrSmienreserv« berechnet, wonach z. B. bei einem Landwehroffiuell be, der abgekürzt auf 20 Jahre versichert ist und im elften Verficherungsjabr Kriegsprämie für 10 000 JL Vor sicher tmgsfumme sich nur noch auf 298 u s b t nur auf 72 JL stellt. Die Kriegsprämie verfällt der Gesellschaft erst wenn s 5?at Merte persönlich in Kriegsgefahr kommt, sodaß also z. B. EtappenossL s'e den Kriegsschauplatz nicht betreten haben, von Kriegsprämien befreit <J?e @efcn(d)aftniiU auä der Kriegsoersicherung keinerlei Vor thell ziehen; sie daher, nach Ablauf des Krieges einen etwaigen Ucberschuß aus den an ÄSr?$ Srtfg§pramten zuruckzuerstatten, während sie im gegeillheiligen Falle NachfchNL'! emfordert. Außerdem gewahrt sie, um ihren Versicherten die Sorge, wie die promte aufgebracht werden soll, nach Möglichkeit abzunehmen, auf ihre Deckung der Kriegsprämie Vorschüsse bis zur vollen Höhe der Prämientesme L letztere ist aber der Regel nach schon nach 3 ober 4jghrigein Bestehen der LersiLtuiM (in emzelnen Fallen spater, tn anderen früher), größer als die KriegsprM A Maxtmum der Krtegsverstcherungsmmme ist auf 40 000 JL erhöht worden sS Thatigkeit als Johanniter, freiwilliger Krankenpfleger und bergt, tvährend eineUta ift ohne lebe erschwerende Bedingung, mithin insbesondere ohne Kttegepräm eafi5 D!- oorftehenb tun angegebenen Bestirntnungen werden nicht ermangeln d,rL Leipziger Gesellfchaft mele neue Freunbe zuzuführen. fliren

LandwirthschaftlicheS.

m.r .T, sllngeziefer im Boden.) Für Gärtner und Landwirthe ist es oft nn» Wichtigkeit, zu wissen, ob dieser ober lener Theil ihres Grundstücks viel lnn,? -8r°6(* Das Nachgraben liefert fern sicheres Resultat. Dagegen bewährt ficL fnrn?9ÄetCr Man zerreibe ober ftampfe grüne Kastanien undUß" be^eV^e ° n^L

Sodann hebe man ans bcm zu unterfuchenden Boden ein Stück 2-3 -$reL unb thue es in einen Kübel. Wirb nun diese angenommene (Jrhp nii4 ßu^ ber Kasiauiett gut durchnäßt, so kommt alles, was an lebtnocnt Ungeziefer ftedft, an die Oberfläche unb man kann leicht festsn-Uen 6t?," bcr gejicfer durchsetzt ist oder nicht. üct "t01e6r von Ull;:

® i n 8 < f a n b f.

lassen sich "die^^D?esd°en^ l - g - rling und scine^Leisiungen

folgendermaßen aus:Es kattu^mst Rech?°bebmsmet"^ naf!6cn Aufführung wesenden Publikum ein Xeuermorf behauptet werden, daß dem zahlreich an­alle bisher hier gesehenen PyrotechnffchenbDarhi?tnnb^ ^"Schönheit und Farbenpracht der Ferne auf beiden Elbuftrn ©onbeSpi?^bCrrtr°i^Cnr c 2ticnn die in Hunderten zählende Menge dieses Ä oer Vogelw ese lagernde, nach vielen Ruf- laut werben, wie "wann gehlls denn J?.a*c unb manches Mal

daß sich das Seuermert me6r intor quat""r S ? toS - f J"mmt das daher, inn-babend-n Zuschauer vollans bestätigen dürsten Als um' ° raunbillet- buction einer wahrhaft glänzenden Fülle von Rak-t-n Tu?billon?^"°^ gacker Pro- Bombenröhren und Luftbomben te. eine zehn Minuten lanae ginnt. ^°!lnc1n' Sternen, allgemein auf das Schlußtableauder Untergang der Wllt" gllvännt " ' roka,ran

fl ng nicht unter ein gelindes Gruseln tarn aber <Bk e an als 20611

ebensoviel- Leuchtkugeln und eine Girandole oon 100 Raketen' auf

ftteflen und diele in ein Feuermeer oerwandelten. Hoffentlich läßt Ä .bic ?,uft Sta bitfe '-'"N-N pyrotechnffchen