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Lucius, baß die Kommission in erster Reihe polnische Güter erworben habe und deutsche Güter, nur soweit solche zu Colonisationszwecken geeignet, namentlich auf dem Subhastationswege erstehen solle.

Das Abgeordnetenhaus erledigte heute das Ordinarium des Justizetats unverändert. Eine längere Diskussion führte Enneccerus herbei, welcher die Aendcrung der juristischen Prüfungsordnung anregle. Regierungscommissar Stolz?! sprach sich gegen die Einführung eines Zwischenexamens aus.

Beim heutigen Empfange der Präsidenten des Abgeordnetenhauses, v. Köller, v. Heeremann und v. Benda, zur Abstattung der Glückwünsche des Abgeordnetenhauses anläßlich der Geburt des jüngsten Prinzen geruhte Seine Majestät der Kaiser, die Glückwünsche mit herzlichem Danke anzunehmen. Er sagte, er wisse, daß und wie man überall Thetl nehme. Seine Majestät erkundigte sich sodann nach dem Stande der Arbeiten des Abgeordnetenhauses und sprach die Hoffnung aus, mit dem Abge- geordnetenhause in Frieden auseinander zu kommen. Im Uebrigen unterhielt sich der Monarch mit jedem Einzelnen in leutseligster Weise über seinen Sommeraufenthalt, sein Befinden rc. Sein Aussehen war frisch, sein Wesen heiter und aufgeräumt. Sodann wurde das Präsidium auch von Ihrer Majestät der Kaiserin empfangen. Hier bildeten Krankenhäuser, Wohlthätigkeitsanstalten, Kunst und Wissenschaft den Gegenstand der Unterhaltung.

Belgrad, 1. Februar. Der griechische Geschäftsträger Nazos überreichte dem Könige heute Dankschreiben des Königs von Griechenland und des griechischen Kron­prinzen für die Glückwünsche und die Verleihung des Großkreuzes des Weißen Adler­ordens an den Kronprinzen anläßlich dessen Großjährigkettsfestes.

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(Sichen, 2. Februar. Unser Landsmann Herr Buff, Sohn des Reichsgerichts- -raths Buff in Leipzig, welcher seit einem Jahre am Dresdener Hofthcater mit vor­züglicher Stimme wirkte, hat, wie man uns aus Weimar meldet, unter demKünfter- namen Gießen am dortigen Hoftheater ein Engagement auf 3 Jahre abgeschlossen. Am Sonntag den 23. Januar trat er in der OperLucia von Lammermoor" alsEdgard" auf und ernteten seine Leistungen großartigen Beifall. Von Jena waren bic dortselbst ftubirenben Hessen nach Weimar geeilt und überreichten ihrem früheren Eorpsbruder am Schlüsse der Oper einen riesigen Lorbeerkranz mit prachtvoll roth-weißer Schleife. Am Samstag vorher sang Herr Buff denFaust", während er in der Dienstags-Vorstellung alsArnold" in der OperTell" debutirte. Die in Weimar erscheinenden Zeitungen heben anerkennend die gediegenen Leistungen unseres Landsmannes hervor und prognosticiren demselben weitere große Erfolge. Möge er rüstig weiterschreiten auf dem ihm liebgewordenen Gebiete!

Gietzen, 2. Februar. Die D e e r m a n n' scke Reptilien-Ausstellung auf Oswald's Garten, ein Unternehmen der großen Hagenbeck'schen Thierhandlung, bietet des Interessanten für den Naturfreund wie auch für den gelehrten Forscher recht viel. Aus eigener Wahrnehmung können wir den Besuch dieser Ausstellung nur empfehlen. Sie beherbergt eine Anzahl Schlangen in hier noch nie gesehener Größe, Riesenschlangen im wahrsten Sinne des Wortes. Es werden z. B. zwei Exemplare Boa constrictor vorgezeigt, an welchen je einer fünf Mann zu heben und zu halten haben. Desgleichen ist die Sammlung der Krokodile und Alligatoren eine recht reichhaltige. Die Herren Lehrer seien auf diese Special-Ausftellunq ganz besonders aufmerksam gemacht. Es dürfte sich sobald nicht wieder hier die Gelegenheit bieten, Reptilien in solcher Mannig­faltigkeit und Größe zu sehen.

vermischtes.

Don der Nidda. Einen für Altertumsforscher höchst interessanten Fund hat in diesen Tagen ein Ortseinwohner von Heddernheim gemacht. Derselbe hat auf dem sog.Heidenfeld" unfern des dasigen Friedhofs, auf einem Grundstück einen circa 2 Nieter langen und l1/» Meter hohen Steinaltar wie der Augenschein lehrt au3 der Römerzeit herrübrend, ausgegraben. Auf beiden Seiten des Altars, welcher einen Stier versinnbildlicht, sind zwei männliche Figuren und in der Mitte desselben ein Blumentopf, mit einer Schlange umwunden, ersichtlich. Als Beschützer der er­wähnten Figuren bemerkt man bei der einen einen Löwen und bei der anderen einen Hund, welche beide in den Stein eingehauen sind.

Neu-Ulrichstein, 1. Februar. sMonats - Bericht der Arbeiter-Colonie pro Januar 1887.] Ultimo Januar waren in der Colonie arbeits-, resp. stellenlos insgesammt 100.

Hiervon waren Landwirthschaftliche Arbeiter re. 32, Bäcker 2, Bergleute 1, Brauer 1 , Buchbinder 2, Cigarrenmacher 4, Eisendreher 1 , Fleischer 2, Gärtner 2, Handschuhmacher 1, Kaufleute 3, Kellner 2, Lithograph 1, Schirmmacher 1, Portefeuille- orbeiter 1, Buchdrucker 1, Klempner 2, Maler (Weißbinder) 6, Maurer 2, Schlosser 5, Schneider 6, Schuhmacher 5, Steinmetz 1, Tischler 2, Weber 3, Zimmerleute 4, Destillateure 2, Gürtler 1, Schornsteinfeger 1, Steindrucker 1, Metalldrucker 1.

Den Staaten nach kommen auf: Großherzogthum Hessen 30, Nassau 16, Thüringen 1, Baden 2, Bayern 4, Württemberg 2, Sachsen 2. Von Preußen die Provinzen: Brandenburg 5 (incl. 2 Berliner), Hannover 2, Hessen (Cassel) 16, Losen 2, Schlesien 4, Sachsen 1, Rheinland 4, Westfalen 1, Lauenburg 1, Elsaß 1 Lippe Detmold 1, Hamburg 1, Schweiz 1, Oesterreich 1, Amerika 1.

Abgegangen sind im Laufe des Monats Januar 40.

Davon gingen auf eigenen Wunsch 30, durch die Colonie in Stellung 6, durch eigenes Bemühen re. 1, in ihre Familien 2. Gestorben 1.

Im Ganzen wurden seit Eröffnung der Anstalt aufgenommen 526 Colonisten Verpflegungstage 3321.

Am 21. Januar starb ein 58 Jahre alter Colonist nach 8tagigem Kranksein. Unter Theilnahme der Beamten und sämmtlicher Colonisten wurde derselbe feierlich in Dannenrod beerdigt.

Das günstige Winterwetter förderte die Drainagearbeiten sehr. Das Dreschen wurde beendet.

Der Gesundheitszustand normal.

Darmstadt, 30. Januar. Bei der Ausstellung, welche der Landesgewerbe­verein im Sommer dieses Jahres in Darmstadt veranstaltet, sollten auch die Metzger- meister in den größeren Städten Lehrlingsarbeiten zur Ausstellung bringen. Da nun aber Fleisch- und Wurstmaaren leicht dem Verderben ausgesetzt sind, so hat sich die Eentralstelle des Landesgewerbeoereins an die Vorsteher der Metzgergewerbe mit dem Vorschlag gewendet, die Prüfungen der Lebrlingsarbklten des Metzgergewerbes in den Städten selbst vorzunehmen und die Gutachten darüber der Ausstellungs- bezw Prämiirungscommisfion in Darmstadt zu überweisen, worauf es der letzteren Vor­behalten bliebe, die Lehrlingsarbeiten zu prämiiren. Die Vorstände der verschiedenen Metzger-Innungen werden in einer demnächst zu berufenden Versammlung sich über diesen Vorschlag der Centralstelle schlüssig zu machen haben.

p,,rrr A Mainz, 1. Februar. Mit dem morgigen Tag eröffnen die Mainzer Schlepp­schifffahrtgesellschaft und die Köln-Düsseldorfer Gesellschaft wieder auf ihrer ganl-n Route den vollen Betrieb.

Seitens unserer städtischen Verwaltung werden eben alle Anstrengungen gemacht um mit Beginn der guten Jahreszeit den neuen Hasen eröffnen zu können und hofft man, da die Fertigstellung der maschinellen Einrichtungen nunmehr fein Hinderniß wehr erleidet, Ende März, spätestens Anfangs April, die Arbeiten wenigstens so weit fertiggestellt zu haben, daß eine partielle Betriebnahme bis dorthin möglich. Von der Bürgermeisterei wird eben in Gemeinschaft mit Vertretern der Handelskammer ein Programm zu der Eröffnungsfeier auSgearbeitet.

Zu den binnen Kurzem hier eintreffenden 4000 Mann Reservisten fehlen für 1200 die Casernements und hat die Militärbehörde darum die Bürgermeisterei zur Beschaffung von Quartieren für 1200 angegangen, ansonsten die Mannschaften bei der Bürgerschaft elnquartirt werden müßten. Die Bürgermeisterei ist diesem Ansinnen entgegengetreten, hat sich indeß aber bereit erklärt, der Militärbehörde in jeder Weise bei der Unterbringung der Mannschaften behilflich zu sein.

Die Mainzer Sanitätsbehörde läßt sehr streng überwachen, daß kein unreifes Oost auf den hiesigen Markt gebracht wird. Von der Ansicht ausgehend, daß unreifes Obst gekocht sich immerhin verwerthen lasse, hat der landwirthschaftliche Bezirksoerein Mainz bei dem KreisgesundheitSamt die Frage angeregt, ob es nicht zweckdienlich sei, auf dem hiesigen Markt eine fennbare Abtheilung für unreife? Obst einzuführen.

Berlin, 31. Januar. Das Interesse, welches weitere landwirtbschastliche Kreise und die Behörden der deutschen Mittelstaaten an der im Juni d. I. stattfindenden nationalen landwirthschaftlichen Ausstellung zu Franffurt a. M. nehmen, zeigt sich in der Stiftung von Preisen, welche der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft zur Ver- gestellt sind. So bewilligten der Franffurter landwirthschaftliche Verein 5000 die landwirthschaftliche Centralstelle von Württemberg 2000 JL, das Groß- berzoglich Badische Ministerium des Innern ebenfalls 2000 JL, das Kreis-Comitä für den landwirthschaftlichen Verein von Mittelfranken 2000»*, der Verein der nassauischen Land- und Forstwirthe 1200 JL, der VersicherungsverbandMittelrhein" der Magde­burger Feueroersicherungsgesellschaft 1000 JC, der Rheinpreußische landwirthschaitliche Centraloerein 600 der Mittelrheinische Pferdezuchtverein 500 at, der Club der Landwirthe in Frankfurt eine Ehrengabe im Werthe von 300 »*, der Teltower Verein in Berlin desgleichen im Werthe von 200 JL, der Club der Landwirthe in Berlin beSgleicben im Werthe von 150 JL Zu diesen fest bewilligten Preisen im Werthe von 14 950 Jt sind von anderen Körperschaften noch in Aussicht gestellt 15 300 JL, sodatz bie Summe der Prämien, welche in Frankfurt außer den silbernen Denkmünzen zur Verthellung kommen, im Ganzen 55 000 übersteigen werden. Die Vertheilung der zur Verfügung.gestellten Summen zu Preisen geschieht theilwetse stiftungsgemäß |ür !! - ^'cn Programms, tbeilweise ist sie der Deutschen Landwirthschafts-

Gesellichast überlassen. Dieselbe hat soeben die erste Nachtragsliste zu den bisher aus- gesetzten Preisen veröffentlicht. In derselben werden der Abtheilung Schafe 1000 JL an Preisen mehr zugetheilt als bisher beabsichtigt war, namentlich sind dabei die süd­deutschen Staffen und Schläge bedacht worden.

Eine Sveeialaufgabe der Maschinenabtheilung der Frankfurter Schau wird die Prüfung der Obst-Dörr-Apparate fein. Die Lösung der Frage, ob wir im Stande find die Amerikaner auf dem Gebiete des Dörrobstes wirkungsvoll zu bekämpfen unb ju schlagen, ist geradezu ein volkswirthschaftliches Problem. Der Befürchtung, daß wir aus dem Grunde schon nicht im Stande seien, mit den Amerikanern zu concurrtren, weil wir das geeignete Rohmaterial nicht hätten, steht die Behauptung gegenüber, daß einzelne Obst- namentlich Aepfelsorten haben, welchen die Amerikaner nichts an bie Seite zu stellen haben. Ehe wir an bieten Kampf gehen, müssen wir aber vor allem gute Waffen haben, d. h. gute Dörr-Apparate. Die Preußische Regierung hat fick; ber Einführung ber Dörr-Apparate auf? Wärmste angenommen, auch bat in Sitzen ini Herbst 1886 eine Concurrenz solcher Apparate staltgefunden, inbeffen ist bte Frage nach den besten Apparaten durchaus noch nicht gelöst. Aus der im Vor­sommer in Frankfurt stattfindenden Ausstellung selbst wirb aUerbing? nicht viel mehr als eine Besichtigung ber Apparate ftattfinben, bie Prüfung selbst wüb nur in bet Ze«, wo bas Obst reif geworben, vorgenommen werden können. Die Prüfung der Apparate mit Trocknen von Kirschen wird bald nach ber Frankfurter Schau, die mit Trocknen von Acpfeln im September ftattfinben. An die letztere wird sich eine Prüfung- von Obstschalmaschink'n anschließen.________

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