renttonirung der Herstellung von Nebenbahnen die Summe von 101000 JL erspart worden.
Von den in der Ftnanzperiode 1882/85 beschlossenen Staatsanlehen find Beträge von 188 800 JL (für den Mainzer Brückenbau), von 243 000 JL (für die neue Offenbacher Brücke) und von 2 313 300 (für Nebenbahnen) bis jetzt noch nicht ausgenommen worden, ebenso sind die sämmtllchen Anlehen, zu deren Aufnahme Sie in 5er laufenden Finanzperiode Ihre verfassungsmäßige Zustimmung ertheilt haben (für Herstellung weiterer Nebenbahnen, für den Bau und die Einrichtung von Untversttäts- klintken und für Erbauung einer Zellenstrafanstalt) bis jetzt noch nicht ausgegeben worden. _ .
Die gefammtc Staatsschuld beläuft sich hiernach hente auf 35 878 526 JC. 97 worunter 31 545 140 JL Oberhessische Eisenbahnschuld.
Als Zugang ist noch in Aussicht zu nehmen:
1) auf Grund von Bewilligungen aus der Finanzperiode 1882/85 ein Betrag von.......... 3 319 200 JL —
2) auf Grund von solchen «u8 der laufenden Periode
1885/88 ein Betrag von.......... 2 458000 JL —
und da Ihnen
3) in dem vorliegenden Hauptvoranschlage proponirt wird, zur Deckung von außerordentlichen Ausgaben einen Betrag von 3 000 000 JL im Wege der Anleihe zu beschaffen, so wird sich die Staatsschuld voraus
sichtlich demnächst weiter vermehren^um nominal etwa 2 857 000 JL — und hiernach die Gesammtsumme von..... 44 512 726 X 97
erreichen, welche sich aber schon im Laufe der nächsten Finanzperiode durch die im Staatsbudget vorgesehene
Tilgung wieder um............ 637 392 JL 75
vermindern wird.
Wenn dieser Tilgungsbetrag, zu welchem noch die auch in dieser Periode weiter- gehende Tilgung des Lapitalbetrags der Staatsrentenschuld mit 108000 JL htnzutrttt, scheinbar gering ist, so muß dagegen einerseits erwogen werden, daß bei dem hohen Kursstand unserer Staatspapiere Kündigungen zur Rückzahlung den Obligationsinhabern unerwünscht, weil schadenbringend sind, andererseits muß der Umstand in die Wagschale gelegt werden, daß Ihnen diesmal gleichzeitig vorgeschlagen wird, den Betrag von 2 000000 JL aus den Überschüssen der Hauptstaatskasse zur Deckung solcher außerordentlichen Ausgaben zu verwenden, für welche die Geldmittel im Wege der Anleihe aufzubringen bet einer weniger günstigen Lage der Staatssinanzen, als solche thatsächlich vorhanden ist, sonst durchaus gerechtfertigt und dem Herkommen entsprechend wäre. Eventuell, für den Fall des Eintreffens gewisser Bedingungen, ist die Der« Wendung dieser 2 000 000 JL aus den Ueberschüssen auch geradezu für den Zweck der Schuldentilgung in dem neuen Budget vorgesehen worden.
Jenen Passiven stehen übrigens zur Zeit an Aktiven der Hauptstaatskasse (Ein
nahme Kapitel 7) — 13 600000 Jü
und an solchen Der Staatsschulden - Verwaltung (Ausgabe Kapitel 9)
rund ............. 6 400 000 „
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gegenüber, während die Oberhessischen Bahnen, für welche die Eisenbahnschuld kontrahirt ist, im Durchschnitt der letzten Jahre einen Reinertrag ausbringen, welcher, zu 4 pCt. kapttalisirt, immerhin einen rentbaren Kapitalwerth von........ 4 000000 „
repräsentirt.
Der für Verzinsung der Staatsschuld im diesmaligen Budget eingestellte Mehrbedarf von rund 137,000 v* ist übrigens durch die vorhin erwähnte Mehreinnahme aus angelegten Aktiven der Hauptstaatskasse von 227,000 JL mehr wie ausgeglichen. Eine Verminderung der Einnahme an Tilgungsrenten wegen Ablösung fiskalischer und nichtfiskalischer Grundrenten um jährlich rund 250,000 JL fällt schwerer in's Gewicht. Jrn Ganzen schließt das Kapitel mit einem Mehrbedarf für Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld von rund 370,000 JL ab.
* In der Hauptabtheilung III, Pensionen, werden Sie ein neues Kapitel (12) angefügt finden, durch welches diejenigen Geldleistungen, welche dem Staat als Betriebsunternehmer in Folge der vier Reichs-Unfall- und Kranken-Versicherungsgesetze, sowie des hessischen Fürsorgegesetzes für Beamte bei Betriebsunfällen, zur Last fallen, in einem, vorerst allerdings nach nothgedrungen, ziemlich willkürlichen Posten von 23,000 marfirt sind.
Die Hauptabtheilungen Ia-> V. und VI. weisen nur bei der Oberrechnungskammer (Kap. 18) einen erheblicheren Mehrbedarf (7000 JC) aus, welcher wesentlich durch die in Folge gewachsener Arbeitsbelastung dieser Behörde nothwendig gewordene Vermehrung des Personals bedingt ist.
Im Ressort des Ministeriums deS Innern und der Justiz (Hauptabtheilung VII) und zwar zunächst bei dem Etat der
Sektion für innere Verwaltung ist bei dem Kapitel 29, Gensdarmerie, eine Mehrforderung von 2680 JL durch Erhöhung der Bekleidungszulagen und Gewährung von Hufbeschlagungskosten für die Gensdarmen entstanden.
Die Eriminal- und Polizeikassen der drei Provinzen (Kap. 30—32) erfordern, obwvhl ein erfreuliches Sinken der Verpflegungskosten für polizeilich Verbastete und Schüblinge hervortritt, doch einen Mehraufwand von im Ganzen etwa 8000 JL, weil dieselben mit dem Kostenantheil des Staates für Unterbringung jugendlicher liebel; thäter und verwahrloster Kinder auf Grund des Gesetzes vom 11. Juni ds. Js. neu belastet worden sind. Dagegen wird das Arbeitshaus in Dieburg (Kap. 33) in Folge der sich immer mehr bewährenden Kostbeschasfung in eigener Küche mit jährlich 9000 JL weniger ausreichen.
Für die Bedürfniffe der evangelischen Kirche ist in Kapitel 35 ein um 24 000 X erhöhter Jahresbeitrag eingestellt worden.
Mit dem allmaligen Verschwinden des seitherigen Mangels an Pfarramts- candidaten werden bald sämmtliche erledigte evangelische Pfarrstellen besetzt werden können; hiermit wirb aber zugleich der evangelische Eentralkirchenfonds durch Wegfall seiner Einnahmen aus den Bacanzerträgnissen eine erhebliche Einbuße erleiden, deren Ersatz ihm durch einen erhöhten Staatszuschuß erleichtert werden soll.
Die Mehranforderung für die Landeruniversität (Kap. 37) mit 25 000 ist, — trotz einer um 8000 JL gewachsenen Einnahme an Pflegegeldern in den akademischen Hospitälern — neben der Reduction des Zinsfußes von Stifkungskapitalien, theils in einer Erhöhung der persönlichen Ausgaben um 12 000 Jt, theils in dem gesteigerten Bedarf für die Kliniken und Institute (uu; rund 20 000 jl) begründet.
(Fortsetzung folgt.)
Berlin, 28. November. (Das Befinden des Kronprinzen.) Wir können heute mittheilen, daß die fernere Behanvlung des Kranprinzen nach ganz bestimmten Wonnen erfalgt, und zwar beschränkt sie sich im Wesentlichen auf das Bestreuen der kranken Stellen mit einem Pulaer, besten Wirkung eine außerordentliche sein fall. Vermittelst eines aus Gummi gefertigten, mit einer Röhre versehenen Balles, der das Pulver enthält, wird durch Drücken auf den Ball das Mebicament mit leichtar Mühe den asfi- cirten Theilen deS Halses zugeführt. Das Pulver hat eine theils ätzende, theils «uf- tracknenbe Kraft. Bis jetzt sind die Erfolge ganz vorzüglich gewesen, denn ber Patient fühlt sich erleichtert unb »erspürt so gut wie gar keine Beschwerden weder beim Esten noch beim Sprechen. Daß ihm beim Schlucken keinerlei Zumuthungen gemacht werden, indem für breiartige Speisen gesorgt wird, »ersteht sich van selbst. Lei dem definitiven Verzicht auf jedwede Operation wirb es für möglich gehalten, das dem Patienten »er; ordnete, aus Sabinablättern gewonnene Pulver werde die kranken Stellen ausheilen. (Diese Blätter sind ein altbekanntes Mittel gegen bösartige Geschwüre u. s. w. D. Red.) Es braucht kaum gesagt zu werden, daß das Heilverfahren ein langwieriges sein wird, was indeß nichts verschlägt. Gleichzeitig mit jeder Zuführung des Pulvers findet eine täglich sich wiederholende Besichtigung der kranke» Stelle statt, um sich zu vergewissern, ob eine Veränderung nicht stattgefunden hat. Weder die Puloeraufstreuung noch die Untersuchung ist für den Patienten schmerzhaft.
— General v. Winterfeld, der von der Kaiserin in Koblenz und dem Kaiser in Berlin empfangen wurde, war, wie verlautet, Ueberbringer von Schreiben des Kronprinzen an beide Majestäten. Wie verlautet, hat der Kronprinz auch an Professor Curtius einen Brief gerichtet, in welchem er sich in der gleichen zuversichtlichen Weise ausspricht wie in dem Telegramm an den Reichstag.
— Man schreibt der „Kreuz - Zeitung": Die innige unb weitgehende Teilnahme aller Schichten des Volkes an dem Leiden Sr. K. u. K. Hoheit des Kronprinzen gibt sich namentlich auch in dem Anbieten von Geheimmitteln kund und keiner dieser Offerten fehlt als begleitende Bemerkung der Ausdruck zuversichtlicher Ueberzeugung von dem „untrüglichen Erfolge" gerade dieser „Heilmethode". Natürlich fehlen auch die sogenannten „sympathischen" Mittel unter diesen Darbietungen nicht; ja, die Hof- marschallämier, sowie die dem kronprinzlichen Hause nahestehenden Persönlichkeiten werden mit Anerbieten derselben geradezu überschüttet. Leute aus den entferntesten Gegenden Deutschlands kommen nach Berlin und erklären sich bereit, auf eigene Kosten nach San Remo reifen zu wollen, falls man ihnen den Zutritt zu dem erlauchten Patienten verstatten werde. So kam neulich ein armer Bergmann aus Dortmund hier an, er war 4. Elaste gereift; während seiner Abwesenheit vom Heimathsorte verdiene er zwar nichts, aber das sei ihm Alles gleich. Seine Frau habe ihm keine Ruhe gelassen, weil er ein Mittel besitze, welches dem Kronprinzen helfen würde. Solche Züge rührender Anhänglichkeit könnten fast täglich berichtet werden.
Verfälschte schwarze Seide. £Kt;in Müsterchen des Stoffe?, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich brennen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-Döpüt von Ilenne- berg (ft. u. ft. Hoflief.) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus. 7872
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Die Bersteigerung findet bestimmt statt.
Gießen, den 29. November 1887.
Bühner,
8896______________ Gerichtsvollzieher.
Diiustaft d-n 6 D-zbr. 1887, I
Nachmittags 1 Uhr, soll das alte Pfarrhaus dahier, ganz : aus Eichenholz gebaut, an Ort und : Stelle meistbietend auf Abbruch verkauft werden. 8798
Oberweimar, den 25. Nov. 1887.
Das Presbyterium«
Allgemeiner Anzeiger.
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