Ausgabe 
1.12.1887 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

1887

Donnerstag den I. December

Erstes Blatt.

Air. 28«

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Vureaur Schulstraße 7.

1)

2)

IM,

A

3)

4)

5)

etz.

141**

1

ubert?

uimann.

i Beet- hovep. ens.

m

rmine durch i Ver- g des rectors

. Gluck. V. 1787.

2)

3)

mit.

neuen

n heute en im (Tun 8881 eb,

>ewe.

Mozart. '

Wach.

.Mozart

iat Herr st über-

erhöht.

1)

ein.

rt

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post belogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst

$jtto 8°'o

9420

5.70 66.50 92.80 9490' 13650

,rik von n Piano- ih. 8832 litglieder sind in rn Ernst ben.

te

bigk8 im

ein- »ng, sonst wird

rt,

Darmstadt, 29. November. sAus dem Staatsbudgets Von den neuen An­forderungen für die beiden Hochschulen des Landes sind abgesehen von den bereits mitgetheilten Anforderungen für eine psychiatrische Klinik in Gießen, folgende her-

'oft, 6<rne, r@e= wirb, nben

1,16.14

9^20.84

U20.

b. Für die technische Hochschule.

Die W der am physikalischen Praktikum theilnehmenden Studirenden hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, so daß diese Uebungen in drei, bezw. vier getrennten Lokalen stattfinden. Es wird daher bte Ensagirung eines Assistenten erforderlich, da die betreftenden Arbeiten vorn Mechaniker

mW 'm Maschinenzeichnen und Maschinenconstruiren, erfordern eine Hilfskraft zur ausreichenden Ertheilung des Unterrichts. Diese außerdem nothwcndig rur Unterstützung bei den Experimenten im mechanisch-technologischen ßabo- ratorium, sowie zur Anfertigung von Zeichnungen iur dre Maschinenbauschule. Auch werden nicht allein die Unterrichtsinteressen dieser Tochabtheilung, son­dern auch diejenigen der elektrotechnischen und der Ingenieurschule burch bie beantragte Assistenz eine Förderung erfahren. Der hierfür angesetzte Betrag ist in Anbetracht der in Aussicht genommenen oedeutenden Beanspruchung des Assistenten noch nicht ausreichend, sondern muß aus dem Lehrmittelfond der Maschtnenbauschule ergänzt werden.

In früheren Jahren kam es vor, daß aus dem Dispositionsfonds Zulagen bewilligt wurden, ohne daß eine förmliche Berufung vorlag. 3» letzter Zett ist dies nicht mehr geschehen und haben die Stände bei der Besch^ßtassung über das Staatsbudget 1885-88 der Bewilligung ausdrücklich die Beschränk­ung beigesügt, daß aus dem Dispositionsfonds nur Mittel zur Gewinnung oder Erhaltung tüchtiger Kräfte verwendet werden dürfen. Es muß indessen als ein dringendes Bedürfniß bezeichnet werden, daß die Regierung in.der Lage ist, verdiente Docenten, die eine Reihe von Jahren an der Univcrsttät segensreich wirken und deren Gehaltsbezuge noch mäßige sind, in höhere Ge- baite, jedoch keinesfalls über 6000 Jt hinaus, aufrucken zu laßen. Es er­scheint dies besonders um deswillen als Bedürfniß, weil bei Professoren nicht wie bei anderen Beamten Gehaltsklassen existtren oder, wie dies bei anderen Universitäten der Fall ist, ein Aufsteigen nach> Dknstiahren statt^ findet. Die Regierung hat dabei insbesondere den Fall im Auge, daß altere sehr verdiente Docenten wegen vorgerückten Alters eine Berufung nicht mehr zu erwarten haben, und daß es ferner im Interesse Landesuntversitat unter Umständen sehr angezetgt erscheint, eine besonders tüchtige Kraft durch Gewährung einer Zulage, auch ohne daß eine förmliche Berufung vorliegt, an die Landesuniversität zu fesseln, bezw. zu veranlassen, auf eine Berufung an eine auswärtige Universität nicht zu reflektiren und etwaige Anfragen in dieser Hinsicht ablehnend zu beantworten. Es hat sich im Laufe der Zeit als Bedürfniß ergeben, daß, zur Ergänzung der Vortrage der ordentlichen Pro­fessoren, von außerordentlichen Professoren oder Privatdocenten Vortrage über einzelne Disciplinen, bezw. Specialfächer gehalten werden Bei anderen Universitäten stehen zur Honorirung der betreffenden Docentenl Mittel zur Disposition. An der Landesuniversitat ist dies zur Zeit nicht der Fall. Es erscheint aber die Vorsehung von Mitteln zu dem bemerkten Zweck um so mehr angezeigt, als andernfalls weit eher die Nothwendigkeit eintreten kann, einen neuen Lehrstuhl zu errichten. innnn M

Der seitherige Dispositionsfonds erscheint daher von 6000 JL auf 10,000

et 1* 189.00

90V* 80.00 92-50

itrrfN8

Aba v Bennigsen (nat.-lib.) erklärt auf eine Aeutzerung oes «og.

daß er persönlich ein Gegner dieser Kornzollvorlage sei. Aus der Rede Rickert s gehe hervor, welches reiche Agitationsmaterial gegen die Regierung dem Herrni undfemm freunden damit in die Hände gegeben worden sei. Die bestehende Verquickung der Finanzen sei eine Folge des bundesstaatlichen Verhältnisies- aber fk ^llte nicht noch vermehr? werden wie dies zum ersten Male durch die Franckenftem'sche Klausel geschah, und wie dies auch in diesem Etat der Fall ist. Derselbe se inconsequent und unklar.

wefiungm^echnm^ d^Reichs zur?ltns° und^Jnvattden-

Bedürfnisst Ä Reichessich^getten^ machen^ Daß der Pe'sim^mus'"in Deutschland (Äo* auch dn f J arcfeM VON Li-b- unB Treu- unb Zu°-rstch. trf0tbe§ie^f,'XT-XÄbun8f «uf morsen mrtagt. Außerdem stehen Rechnungssachen auf der Tagesordnung. _

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzkigcblatt für den Kreis Gicht«.

Telegraphische Depeschen.

Wolst'S telegr. Eorieespo«- ^-Bureau.

Berlin, 29. November. Der Kaiser nahm Mittags militärische Mel- düngen entgegen und machte um 2/4 Uhr eine erfa r.

z K- SÄttSÄ »w Prinzeu^Rmß. heute Abend hier eingetroffen.

Deutscher Reichstag.

3. Sitzung vom 29. November 1887.

Di- Abaa Saro und v. Heydebrand fragen schriftlich an, ob durch ihre

Die Avgg. Dber-Justtzrath bezw. Geh. Ober-Regicrungs-Rath ihr Mandat als^eUoschen^ zu ^betrachten sei. Die Frage wird der Geschäftsordnungscommission überwiesen. Pedell theilt mit, daß das Präsidium Sr. Majestät dem Kaiser die Tbeilnabme des Hauses an dem Leiden des Kronprinzen ausgesprochen habe und gffität diese Mittheilung mit huldvollem Danke entgegengenommen habe.

M ® M ?Taa I Crbnuna: Erste Beratbung des Reichshaushalts

SMatssecretär vr J»cobi gibt eine eingehende Darstellung der Finanzlage. <-.6 hStffr!!hni6 be8 letztverflossenen Etatsjahres ein ungünstiges sein würde^ war gww

Ausfall bet der Zuckersteuer steht das Erträgniß der neuen Steuern und höheren Ein­nahmen aus Zöllen und Verbrauchssteuern gegenüber. Was die Veränderungen anlangt, die der neue Etattzentwurf gegen den Voranschlag für das laufende Jahr enthält, so erklären sich die niedrigeren Ansätze des Milltäretats dadurch, daß nicht so erhebliche Summen wie für 1887/88 für Ausrüstung und militärische Eisenbahnen einzuflellen waren. (Die einzelnen Ziffern sind bereits mitgetheilt) Wird die Erhöhung der Matricularbeiträge der Mehrüberweisung an die Bundesstaaten gegenübergestellt, so ergibt sich gegen das Vorjahr eine Besserung der Finanzlage um 91 Millionen. Die günstigere Gestaltung der Finanzen habe die verbündeten Regierungen nicht verfuhrt, minder sparsam zu fein, wie dies der vorliegende Etat beweise. Es bestehe die Hoffnung, daß wir mit diesem Jahre die Periode der Fehlbeträge überwunden haben. Wenn der auf Wunsch des Reichstags vorzulegende Gesetzentwurf über den Weg all der Wittwen- und Walsengeldbetträge angenommen sein wird, so werden sich die Matricularbeiträge um 4,3 Millionen erhöhen. (Beifall.) .. .

Aba. Rickert (freit): Dieselben Reden über die günstige Gestaltung der Finanzlage seien nach Einführung der neuen Zölle gehalten worden, aber die Freude habe nicht lange gebauert. Der ©tat fei unklar auch der Etaalsleerelar habe kein klares Bild der Finanzlage entwerfen können, trotz der größten Mühe. Es liege da« an dem System. Ueberfchüsse würden an die Einzelstaaten überwiesen, ohne daß man eine Garantie für die Verwendung habe. Das sei unrationell Der neue Etat ei nicht sparsam auf gestellt, wenigstens nicht nach den alten Grundsätzen der Sparsamkeit. Nicht nothwendig sei die vorgeschlagene Vermehrung der Kadetten, gegen die er sich auch aus anderen Giünden erkläre. Die abgeschlossine Erziehung entwickele einen gewissen Kastengeist. Die Kosten für die strategischen Bahnen hatten die Einzelstaaten ?u tragen. Es sei ein bedenklicher Schritt gewesen, von diesem Principe abzuweichen. Die Forderungen des Marineetats für Ersatz- und Neubauten leien ernstlich zu prüfen. Der Reichstag habe mit der vorjährigen Denkschrift doch nicht die Verpflichtung über: nommen, eine Reihe von Jahren hindurch viele Millionen da ur zu bewilligen Aucb die Einnahmen bieten kein besonders günstiges Bild. Das Steigen der Salzsteuer und anderer Steuern sei etwas Selbstverständliches. Wechselstempelsteuer und namentlich Börsensteuer, daS Schmerzenskind der Eonservativen, feien zuruckgegangen. Die Branntweinsteuer anlangend, so stehe man noch vor einem unbekannten Etwas - er könne nur wünschen, daß alle Leute in Bezug auf dos Trinken sehr sittlich wurdem Unerhört sei, daß der preußische landwirthschaftliche Minister im Anfang dieses Jahres eine Getreidezollerhöhung ankündigte, wodurch die Speculation entfesselt wurde und daß di-i- Erhöh,mg jetzt plötzlich In io rigorofer Weil-in «rasl a-I-tzl werde. Durch die Erhöhung der Kornzölle werde der Militäretat allem um 5 /, Millionen erhöht. Jetzt sagten die Agrarier, im Gegensatz zu früher, schon offen, daß sie eine V-rhohung de Getreidepreise verlangten. Früher gaben sie das nicht zu, ^"her hieß es, das Ausland trage ja den Zoll. Die Vorlage sei äußerst mangelhaft motivlU, diese Be- arünbuna Impontre gar nicht. Er könne den Beweis liefern, daß etn tüchtiger Land- wirth auch heute nicht bankerott zu werden brauche; in Westpreußen gebe es Guter, aus denen nach Abzug aller Kosten noch 5pCt. Reingewinn gezogen wurden. Indem Augenblick, wo man eine Altersversicherung für alle Arbeiter schaffen wolle, komme man mit der Forderung, daß den Arbeitern das Brod vertheuert werde. Durch die Kollerhöhung werde die deutsche Industrie concurrenzunsahig gemacht und der Zollkrieg

nnl derselben refultiren. Die Worte der Thronrede, in welchen das Frtedens- bedürsniß Deutschlands bocumenttrt werde, habe in allen Kreisen der Bevölkerung Widerhall gefunden. Seine Freunde erblickten darin eine 'Friedensgarantie. Der ÄsimiSmns fresie leider immer tiefer in die Bevölkerung ein; diesen Pessimismus zu bekämpfen, müsse unsere Aufgabe, die des ganzen deutschen Volkes sein. (Beifall Imks.)

Abg. v. Maltzahn-Gültz (fonf.): Die Getreidezollfrage werde eine besondere und eingehende Behandlung erfordern. Wenn der Vorredner gesagt Habe, daß die Arbeiter auf dem Lande von der Zollerhöhung nichts wissen wollten, so rathe er ihm an, sich einmal in jetziger Zeit auf dem Lande umzusehen und die Drescher »u bt- frrfrtpn (Sin Gut könne ganz gut 50/0 Nettogewinn abwerfen, wenn es in der Sub- hastatl'on billig erstanden fei. Redner rechtfertigt, daß das Reich strategische Bahnen bezahle oder dazu beitrage. Die Etats des Reiches unb ^)er (jinjelftaaten liefen tneinanber, bas habe sich s. Z. nicht anbers machen laßen. Wenn aber ber fßorrebner sage daß sich kein Parlament so etwas bieten laße, fo möge er doch sagen, welches Parlament er uns als Muster hinstellen wolle? Etwa das französische? Erhebliche Ersparnisse könnten nur auf Kosten unserer Wehrkraft gemacht werden. Wir waren fin Frühiahr dieses Jahres dem Kriege wahrscheinlich naher als der Vorredner meine. Das Volk habe entschieden, daß geschehe, was geschehen müsse zum Schutze seiner Ehre und der Grenzen unseres Vaterlandes. (Beifall rechts.) .

igfen (nat.4ib?) erklärt auf eine Aeußerung des Abg. Rickert, Gegner dieser Kornzollvorlage sei. Aus der Rede Rickert s gehe

i '* a. Für die Landesuniversität Gießen.

Die Anforderung für ein Germanisch-romanisches Seminar. Dieselbe beruht auf desfallsigem einstimmigen Anträge des akademischen Senats, wonach 1) das bestehende (provisorische) deutsche Seminar zu einer definitiven Ein­richtung erhoben, 2) ein Romanisch-englisches Seminar errichtet, 3) ledes blefer beiden Seminare mit jährlich 300 JL botirt werben soll, 4) aber bei zweckmäßiger Vereinigung ber deiben Seminare zu einem einheitlichenGer- manisch romanlschen Seminar" eine gemeinsame Dstlrung von 500 JL l«hr- Die Änstäung^eim/Ä poliklinischen Assistenten mit Rücksicht auf bk Arbeitslast, zu beren Bewältigung bereits seither zwei Assistenten erforberlich waren. - Seither erhielt ber eine Assistent feine Vergütung.

Die befinitlve Anstellung bes feitberigen 6ufto8 mit eines Besolbung von 2000 JL, sowie die Bewilligung eines Zuschusses von lährlich 1W0 Mr Hilfsarbeiter, ba bas vibliothekpersonal ben von Jahr zu Jahr sich steigernben Anforberungen nicht mehr gewachsen Ifl.___

Die Bewilligung eines weiteren mit 1000 remunerirten .Unterrichts- aifiiknlon mit Rücksicht auf di- hohe Prakttk°nt-n,ahl im 4tmJ4<n 2abo= ratorium, wobei immerhin noch ber Fall eintreten kann, baß weitere Hilfe