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zuvorderst constatirte, daß die zuerst verstorbene Frau schon längere Zeit krank und ihr | Tod wahrscheinlich aus Altersschwäche eingetreten; die zuletzt verstorbene Kranken­pflegerin, gleichfalls nicht von sehr gesunder Körperbeschaffenheit, hat ihren Tod höchst wahrscheinlich durch die Cholera gesunden. , t t .

Die große Frage, die sich erst durch die heute Abend stattfindende Oeffnung der Leiche der zuletzt verstorbenen Person lösen läßt, ist nun aber die, ob man es mit der asiatischen Cholera oder mit der bei uns häufig vorkommenden Cholera nv8trs8 zu thun hat. Wir werden unsere Leser ohne Verzug von dem Resultat der heute Abend statt­findenden ärztlichen Untersuchung in Kenntniß setzen, inzwischen sei aber constattrt, daß in ärztlichen Kreisen allgemein die Ansicht herrscht, daß man es mit der alljährlichen Krankheitserscheinung zu thun hat, die nur durch den heftigen Witterungswechsel zu Anfang von dem Monate stärker ausgetreten. , . r

Immerhin sind unsere Aerzte, denen besonders das Faktum, daß viele Er­wachsene von der Krankheit befallen, der drohenden Gefahr und ihrer Verantwortung im Falle des Ausbruchs der gefährlichen asiatischen Krankheit vollkommen bewußt, und haben in Gemeinschaft mit der Provinzialdirection bereits alle vorbereitenden Schrille zur Bekämpfnng gethan. Die Mittheilungen in der Presse über eme Er­scheinung haben bereits zahlreiche telegraphische Anfragen hierher veranlaßt und find im Laufe des heutigen Tages schon Aerzte von auswärts hierher geeilt.

Nachschrift. Die heute gegen Abend unter Beisein verschiedener Aerzte vom Kreisarzt Dr. Hellwig vorgenommene Obduktion der unter choleraarttgen Symptomen in Finthen verstorbenen Krankenwärterin hat ergeben, daß die Person an einem acuten Maaem und Darmkatarrh gestorben ist.

Univerfirars - Chronik.

Der Privatdocent der Psychiatrie an der Universität Bonn, Dr. med. F. Schuchardt, hat einen Ruf als Director der Jrrenheilanstalt in Sachsenberg bei Schwerin erhalten und wird diesem Ruf folgen.

In Göttingen werden in diesem Semester zwei Japaner, Miysakl und Higama, Vorlesungen über Rechtswissenschaft hören.

In Bonn hat sich Fürst Atsumaro Konoye aus Tokio in der juristischen Facultät einschreiben lassen. _

In Freiburg (Schweiz) wird eine freie katholische Universität nach Muster der in Löwen gegründet. Dieselbe wird vorläufig nur aus einer theologischen und juristischen Facultät bestehen.

B p f? a l e

* Gießen, 28. October. Wcbard Wagner-Verein.) Am Tage nach der letzten Aufführung des Parsifal wurde eine Versammlung von Kunstfreunden im Saale der Sonne zu Bayreuth abgehalten, in welcher 27 000 X pro Jahr gezeichnet wurden mit der Verpflichtung, fünf Jahre die gleiche Einzahlung zu leisten. Die Berliner Mit­glieder übernehmen die Garantie, daß die Summe auf 50 000 X von Berlin aus auf dem Wege freiwilliger Subscription gesteigert werde. Rechnet man die gleiche Summe von dem übrigen Deutschland hinzu, so werden vorderhand dem Fonds zur Erhaltung der Festspiele jährlich 100 000 X zufließen. Auch 2 Franzosen zeichneten je 1000 X jährlich für 5 Jahre. Die nächsten Festspiele finden in zwei Jahren statt, also tm Sommer 1888. Diese Entscheidung wurde getroffen, um allen mitwirkenden Künstlern, die Heuer ihre Ferien verloren, solche im nächsten Jahre zu gönnen.

Die Uebernahme des Protectorats der Bühnenfestspiele, das bis zu seinem Tode König Ludwig von Bayern inne hatte, ist dem Prinzen Wilhelm von Preußen

angetragen worden. Von ihm existirt der Ausspruch, den er hier wiederholt gethan: es wäre eine Schande für die deutsche Ration, wenn ein so großartiges Unternehmen, wie die Bayreuther Festspiele sich nicht erhalten sollte in all seinem Glanze. Die Kaiserin Augusta von Deutschland, sowie Prinz Wilhelm von Preußen traten dem Patronatsverein mit einem Beitrag von je 1000 X pro Jahr bei.

Gießen, 28. October. In den letzten Tagen wurde zum wiederholten Male Frauen aus sogen. Gretchentaschen deren Inhalt gestohlen; so z. B. auf dem gestrigen Jahrmarkt in zwei Fällen. Rach Angabe der einen Bestohlenen sollen es halbwüchsige Buben sein, welche sich in diesem Metier üben. Vorsicht beim Um hängen der Gretchen- taschen dürste geboten sein.

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.

43. Woche. Dom 17. October bis 23. October 1886.

Einwohnerzahl: 19 327. Sterblichkeitsziffer (auf das Jahr berechnet): 21,5%o.

Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene:

im

1. Lebensjahr:

vom

2.15. Jahr:

Lungenentzündung

1

1

Lungen-Rippenfellentzündung

1

1

Tuberkulose des Bauchselles

1

1

Akuter Miliar- u. Gehirntuberk.

1

1

Organischer Herzkrankheit

1

1

Gehirnentzündung

1

1

Altersschwäche

2

2

Brechdurchfall

1

1

Diphtherie

1

1

Summa:

10

8

1

1

GemöeL rrnd

sFünfmarkscheine.j Es tauchen nicht selten immer noch Exemplare der älteren Reichskassenscheine zu fünf Mark (blaues Wasferpapier mit den Figuren zweier Knaben, eine Guirlande haltend) im Verkehr auf. Diese scheine haben nicht mehr die Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel und besitzen keine Umlaufsfähigkeit, sondern werden nur noch bei der preußischen Controle der Staatspapiere in Berlin eingelöst. Die genaue Adresse dieser Behörde ist: Berlin 8. W., Oranien- straße Nr. 92.

Limburg, 27. October. Rother Weizen, X 14.25, weißer'Weizen X 14.00, Korn X 10 35, Gerste 8.60, Hafer X 5.75, Kartoffeln ä 100 Pfund X 0.00, Erbsen ä 100 Pfund X 00.00.

Frankfurt, 27. October. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter X 4.005.00, Eier das Hundert X 4 507.00, Butter per Pfund X 1.10 bis 1.20, Weißkraut per Stück 10-12 H, Nothkraut per Stück 2025 H, Kohlrabi per Stück 34 H, Ochsenfleisch per Pfund 4570 H, Kuh- u. Rindfleisch 4560 Kalbfleisch 4060 H, Schweinefleisch 6570 H, Hammelfleisch 5070 H, 1 Hahn X 0.701.80, 1 Huhn X 1.002.50, 1 Ente X 2.00-3.50, 1 Gans X 4-008.00 1 Taube 4070 H, Welsche X 5.0010 00.

Nach Tisch ein Gläschen Widtfeldt's Magenbehagen ist das angenehmste und sicherste Verdauungsmittel. Niederlage u- A- b. Emil Fischbach.7735

Allgemeiner Anzeiger.

Arbeitsdersteigerung.

Montag den 1. Noobr. d. A,

Mittags 2 lyr, soll das Verfüllen der durch das Auf­schließen von Quellen uri Schiffenberger Wald entstandenen Gräben, veran­schlagt zu 270,00 <A, an Ort und Stelle versteigert werden.

Die Zusammenkunft ist am Eck der 6. Schneiße und des alten Schiffen- bergerwegs in der Nähe des Brau­weihers.

Gießen, den 27. October 1886. Großh. Kreisbauamt. Gießen. __________Walter.7759

Vergebung von Erdnrbeiten»

Die Ausführung des ersten Looses der Erdarbeiten zum Neubau einer KreisstraHe von Beuern nach Allertshausen, veranschlagt zu 1969,30 Mark, soll auf dem Bureau des Unterzeichneten Samstag den 6. November,

Vormittags 10 Uhr, im Wege schriftlicher Submission ver­geben werden.

Voranschlag und Bedingungen, sowie Pläne und Erdberechnung sind auf dem Bureau einzusehen.

Gießen, am 27. October 1886.

Der Kreisingenieur: 7751 Gnauth.

Ieikgeöolenes.

Frinste Gothaer

Cervelatwurst wieder eingetroffen bei 7740 _____Ferd. Drebes,

SLechte Frankfurter Würstel, vorzüglichste Qualität, neue Hellerlinsen, neues Sauer- kraut empfiehlt

7756. <* * HleinAenn.

Bekanntmachung.

Vom 1. November ab werden die Landposten zwischen Gießen und Großen-Linden und zwischen Gießen und Heuchelheim aufgehoben, dagegen eine Landpostverbindung zwischen Gießen und Lützellinden über Allendorf a. d. Lahn und Klein-Linden, sowie eine zweite Fahrt von Gießen nach Alten-Buseck über Wieseck (Hessen) eingerichtet.

Die Landpost zwischen Gießen und Lützellinden, welche zugleich zur Per­sonenbeförderung für Rechnung und Gefahr des Landbriefträgers Löffler benutzt wird, erhält folgenden Gang:

I.

II.

I.

II.

5."

2.45

ti Lützellinden .

9,30

6.45

6.15

3.15

M Allendorf a. d. Lahn &

9*i°

6.30

6.40

3.40

Kleinlmden A

7.55

5.55

7?

4.°

Gießen

7 30

5.30

Die Fahrten nach Alten-Buseck, welche auch fernerhin zur Personenbeför­derung für Rechnung und Gefahr des Landbriefträgers Staubach dienen, werden mit folgenden Kurszeiten verkehren:

I.

II

I.

II.

5.50

2.50

U Alten-Buseck

a 8."

7.o

6.25

3.25

X Wieseck (Hessen) i

9 8.i"

6?5

7.0

4.0

" Gießen t

n 7.'-

5.3°

Bei den Landposten nach Lützellinden wie nach Alten-Buseck fallen an Sonntagen die zweiten Fahrten aus.

Vom gleichen Zeitpunkt ab tritt in dem Orte Lützellinden eine Posthülf- stelle in Wirksamkeit, deren Verwaltung dem Landbriefträger Löffler über­tragen worden ist.

Darmstadt, 20. Oktober 1886.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector:

Hagemann.

Cokes.

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Der Transport an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Centnern und werden für denselben 25 Pfg. berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch kleinere Quan­titäten zugeschickt. 7761

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