Ausgabe 
28.3.1886 Drittes Blatt
 
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Mesit'"

Musik

Holzversteigerung

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werden:

Treis a/L, am 20. März 1886.

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zur gefälligen Abnahme bestens.

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Eichen-Stämme von verschie­dener Stärke.

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Buchen-Scheiter, Stammknüppel, Erdstöcke, Stammreis und

Airs hongrois genannt, so begreift sich, bag es auch diesmal wieder Fräulein Teresina Tua gelang, ihre zahlreiche Zuhörerschaft völlig, in den Zauberkreis ihrer seltenen Kunst zu bannen und zu den begeistertsten Beifallsbezeigungen hinzureißen.

Einsicht offen.

Gießen, den 26. März 1886.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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Bremen, 22. März. sPer transatlantischen Telegraph.] Ter Postdampfer Ems, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. März von Bremen und am 12. März von Southampton abgegangen war, ist am 20. März, 6 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.

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Marktstraße 4.

*** Gießen, 27. März.

Die Saison geht ihrem Ende entgegen und mit dem Schluß derselben ist auch die schlummerndeTonhallen-Frage" wieder erwacht und veranlaßt uns zu einigen Betrachtungen.

Eine Stadt wie Gießen, die schon so manche Größe auf künstlerischem Gebiet in ihren Manern ^begi üßt hat, müßte doch eigentlich auch ein passendes Lokal besitzen, um mit anderen Städten gleichen Ranges concurriren zu können.

Unser Publikum beklagt sich oft über die treueren Preise bei Concerten, berück­sichtigt aber niemals, daß die Billigkeit, welche in großen Städten so bedeutend ge: rühmt wird (oft übrigens mit Unrecht) Hand in Hand geht mit der Menge, die ein großer Concertsaal aufzunehmen im Stande ist. Nehmen wir unfern Gesellschafts­vereinssaal, der gewiß recht geschmackvoll dreinschaut und von einer herrlichen Akustik i|t, so daß wir denselben für Kammermusikabende re. gar nicht besser wünschen können, aber Kammermusik ist langweilig (!), die Versicherung haben wir wenigstens oft hören müssen und wir glauben vollkommen, daß der größte Theil des Publikums wenig Interesse für ein Schumann'sches Quartett oder für ein Trio von Beethoven oder gar für ein solches von Brahm's besitzt. Den besten Beweis liefern die (Soncerte des Eoncertvereins, daß eine Aufführung, welche so zu sagenAlles" in's Gefecht führt, wo Ehorgesang, Solo, Orchester u. f. w. mit einander wetteifern, die meiste Zugkraft ausübt. Aber nun denke man sich diese Masse von ausführenden Personen in den Elubsaal gesetzt, auf ein Podium, welches ungefähr die Hälfte des Saales einnimmt! Wo bleibt da Platz für das Publikum, das durch Erwerbung einer Abonnementskarte in erster Linie Anspruch auf Sitze hat? von den übrigen Besuchern gar nichr zu reden!

~ . Die Manfred-Aufführung, welche lediglich aus dem beschriebenen Grunde in ^Btein's Saal stattfand, brachte alle lokalen Mißstände an den Tag. Das Publikum wälzte sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Saal hinein, es entstand ein Drängen und Schieben und wenn man mit Mühe und Roth feinen Platz erreicht hatte, blieb inan von Stößen noch keineswegs verschont, bis endlich das Zeichen zum Beginn dem Strome ein Ende machte.

Der Saal in Stein's Garten ist im Stande, mehr Zuhörer arlszunehmen als der Club, aber es geht ihm dafür vieles andere ab, z. B. die schöne Gallerte, die bequemen Estraden und in erster Linie die herrliche Akustik. Es giebt aber keine andere Walst, als zwischen den beiden besprochenen Lokalen und aus dem Grunde beschäftigt die Sehnsucht nach einer Tonhalle plötzlich wieder alle (?) Gemüther.a

(Indem wir vorstehender Correspondenz Raum gewähren, hegen wir unsererseits Zweifel an dem Zustandekommen der nöthigen Fonds zur Erbauung einer Tonhalle und an der einigermaßen doch in Betracht zu ziehenden Rentabilität dieses Gebäudes. Der Saalbau in Darmstadt könnte als warnendes Beispiel gelten. Red.)

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Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten und von Großherzoglichem Kreisamte Gießen genehmigten Baufluchtlinie für den Asterweg liegt 14 Tage lang auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur

Bekanntmachung

Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten und von Grobherzoglichem Kreisamte Gießen genehmigten _ Baufluchtlinie für einzelne Theile der Marktstraße liegt 14 Tage lang auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen. 2221

Gießen, den 26. März 1886.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm.

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Vermischtes.

Heppenheim, 24. März. Unsere sonst so stille Stadt ist in Aufregung durch die Nachricht, welche sich soeben mit Blitzesschnelle verbreitet. Ein hiesiger Eigarren- fabrifnnt, einer der angesehensten hiesigen Familien entsprossen, hat zerrütteter Geschäfts­verhältnisse halber Hand an sein Leben gelegt.

Soeben verbreitet sich durch unter Städtchen die Nachricht, daß auch ein anderer ebenfalls noch junger Mann den Tod auf gleiche Weise gesucht und ge­sunden habe.

Frankfurt, 24. März. Gestern Abend langte mit der Main-Neckar-Bahn ein junges Paar an, deren Aeußeres auf Wohlstand hindeutete. Vorn Bahnhofe ver­lor der junge Mann, ohne es zu bemerken, eine lederne Tasche, die er an einem Riemen über der Schulter trug. Das Paar stieg in eine Droschke, nannte dem

Kutscher ein Hotel und rasch setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Kaum hatten die Fremden das Hotel erreicht, so ließ sich auch schon ein Mann in ärmlicher Kleidung, der die lederne Tasche gefunden hatte, melden. Das Hotel hatte der Finder durch einen Droschkenkutscher erfahren, der mit seinem Fahrzeug neben dem gehalten, welches die Fremden zur Fahrt nach dem Hotel benutzt hatten. Der Verlierer halte den Ver­lust noch nicht einmal bemerkt. Mit großem Erstaunen wurde der redliche Finder angehört und als er erzählte, wie er zu der Tasche gekommen, griff der Fremde in die Tasche und schenkte dem armen Mann fünf Zwanzigmarkscheine. Der Inhalt der Ledertasche bestand in nicht weniger als 69,850 x, dem ganzen Vermögen des Pärchens.

sMord und Selbstmord.] In Berlin hat am Diestag in der dritten Nachmittagsstunde in der Rosenthaler Vorstadt eine Mutter ihre leiblichen Kinder mittels eines Küchenmessers mit kaltem Blute hingemordet und sich sodann auf gleiche Weise der irdischen Gerechtigkeit entzogen. In dem Parterregeschoß des Seitenflügels, Veteranenstraße 3, bewohnte der Confectionsschneider Hermann Grieger mit feiner Frau nebst 5 Kindern eine aus 3 Piecen bestehende Wohnung, die Familie gilt als leidlich gut fituirt. In der Mittagsstunde, etwa gegen 12^2 Uhr, hörte die mit der G.'fche Familie auf selbigem Treppenflur wohnende Vicewirthin Frau Malchow weinerliches Geschrei und als sie die Wohnungsthür öffnete, trat ihr der 4jährige Gustav mit schreckensbleichem Gesicht und dem Ausruf entgegen:Tante, liebe Tante, meine Mutter Hal sich in den Hals gepiekt, die blutet so!" Als Frau Malchow sofort die G.'fche Wohnung betrat, bot sich ihr ein grausiger Anblick dar. In der Wohn­stube lag die Frau Grieger noch röchelnd und mit durchgefchnittenem Hälfe auf dem Fußboden; sie blutete stark und das Messer stak ihr noch in der Kehle. Auf dem Sopha lag mit gleichfalls durchgefchnittenem Hälfe der kleine Georg Grieger, während die 5 Monate alte kleine Lisbeth G. mit durchgefchnittenem Hülfe in der Wiege lag. Sofort benachrichtigte Frau Malchow die Criminalpolizei von der Blutthat. Der Arzt konnte nur den bereits eingetretenen Tod der Mörderin und ihrer Opfer con- ftatiren. Frau G. soll seit mehreren Tagen Spuren von Gemüthskrankheit ge­zeigt haben.

Breslau, 23. März. In Brieg erregt eine Diebstahls-Affaire großes Auf-, sehen. Beim Major Schmidt wird die Kasse des dortigen Füsilier - Bataillons des 4. niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 51, bestehend in Effekten und baarem Gelde, in einem großen eisernen Kasten aufbewahrt. Der Kasten ist stets am Fuß­boden angefchraubl und mit Schlössern versehen. Während der gestrigen militärischen Kaiserfeier in einem Vergnügungs - Etablissement, der auch der Herr Major Schmidt beiwohnte, wurde der Kasten vom Fußboden losgebrochen und mit feinem Inhalt ge­raubt. Einige Sparkaffenbüchcr ließen die Diebe zurück. Ter Kasten wurde in der Morgenstunde von Paffanten auf der Straße aufgefunden. Es fehlen 42,000 X an baarem Gelde, mehrere Sparkaffenbücher und Werthpapiere. Wie es heißt, fallen die Einbrecher eine Anzahl Geldbeutel mit dem Inhalt am Ort der That zurück- gelaffen haben.

Eingesandt.

Gießen, 27. März.

Der am 1. Februar v. I. gegründete Sanitätsverein, welcher gegen einen mäßigen Beitrag feinen Mitgliedern und deren Angehörigen einen guten ärztlichen Beistand leistet, hielt am 22. Februar imFrankfurter Hof" feine erste ordentliche Generalversammlung ab. Beim Geschäftsbericht konnte nachgewiesen werden, daß der Verein an Zahl der Mitglieder bedeutend zugenommen und trotz des geringen Bei­trags auch einen kleinen Fonds zu verzeichnen hat. Ferner wurde beschlossen, vom 1^ April an Herrn Dr. Haupt als zweiten Vereinsarzt anzunehmen und hofft man, daß durch diese neue Einrichtung der Verein einen großen Zuwachs erhält.

Den Arbeitern und kleinen Handwerkern kann dieser zweckmäßige Verein nicht genug empfohlen werben.

Näheres siehe auch im Jnseratentheil.

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Gießen, den 20. März 1886

2132 Großherzogliche Direktion-

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