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r dem Genuß fetter Speisen ist nichts zuträglicher als ein Gläschen Aachener Magenbehagen, der verdauend wirkt. Niederlage bei Emil Fischbach. 6051

Temperatur der Lahn.

Am 25. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Luft 22 R. im Schatten.

L. Ebr. Rüblamen.

Eingreifen der Feuerwehr von Feldkrücken, unterstützt durch die zur Hilfe herbeigeeilte Kölzenhainer Feuerwehr, ist es zu danken, daß die mit Stroh gedeckte Scheuer voll­ständig vom Brand verschont geblieben ist. Die Bewohner der Hofraithe waren, als der Brand entdeckt wurde, sämmtlich über Land abwesend und haben erst bei ihrer Rückkehr von dem Unglück Kenntniß erhalten.

Wetzlar, 23. August. Ein recht bedauerlicher Unglücksfall hat sich gestern Abend am Eisenmarkt ereignet. Mehrere Jungen Schulknaben und Lehrlinge belustigten sich damit, Feuerwerkskörper, Frösche u. dergl. m. zu entzünden. Einer der Knaben sah einen solchenFrosch" an der Erde liegen und hob denselben auf, in der Meinung, daß das Ding entladen sei. Während er denselben noch in der Hand hielt und betrachtete, entlud sich derFrosch" und fuhr dem armen Burschen gerade in's rechte Auge. Das Letztere soll nach dem Ausspruch des Arztes als verloren an­zusehen sein.

Biedenkopf, 23. August. Das am 19., 20. und 21. August Hierselbst ab­gehalteneGrenzgangfest" muß von Anfang bis zu Ende als ein hochgelungenes anerkannt werden. Einen ausgezeichneten Eindruck machte hauptsächlich auf jeden fremden Besucher der Schmuck der Stadt und die bis in's Kleinste ausgeführte ruhige und sichere Einhaltung des Programms. Da war nichts zu bemerken von irgend einer politischen, socialen oder Vereinsstellung der Festtheilnehmer. Der Zug, welcher sich Morgens um 6V2 Uhr auf dem Marktplatz aufstellte, war aus 3 Haupttheilen zu­sammengesetzt, die Schuljugend, die Burschenschaft und die Bürgerschaft, den beiden letzten voran die freiwillig gewählten Führer, bestehend aus dem Herrn Oberst, dem Adjutanten hoch zu Roß, in altdeutschen Costümen, und den Führern an der Spitze der einzelnen nach den Straßen der Stadt und dem Loos geordneten Züge. Um 7 Uhr jeden Morgens bewegte sich der Zug nach den verschiedenen Grenzen zu. Am ersten Morgen hielt Herr Bürgermeister Unverzagt eine wohlgelungene Ansprache, in welcher er die historische Bedeutung des Festes beleuchtete und mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser schloß. Bei dem eigentlichen Umzug um die Grenze, der durch die beiden Wettläufer und den Mohr auf alle mögliche Weise erheitert wurde, war jedesmal ein prachtvoller Platz bestimmt worden, wo das Frühstück und die nöthige Feuchtigkeit eingenommen wurde. Die Ankunft des Zuges und das Bild, welches sich hier entrollte, wäre werth, durch illustrirte Zeitschriften verbreitet zu werden. Nachmittags auf dem Festplatz entwickelte sich ein nicht minder interessantes Treiben, sicher aber hätte man als Fremder nicht vermuthet, daß fast alle auf dem Platz am Morgen schon eine Tour über Berg und Thal von 45 Stunden gemacht hatten. Eine etwas patriarchalische, aber nichtsdestoweniger ausgezeichnete Bestimmung war es, daß Abends um 10 Uhr das Fest seinen Abschluß nicht nur auf dem Fetzplatz, sondern auch in der Stadt fand, nur dadurch werden die in später Stunde überall vorkommenden Unzuträglichkeiten vermieden und die Möglichkeit geschaffen, Morgens pünktlich wieder am Platze zu sein. Auf fröhliches Wiedersehen in 7 Jahren.

Aus der Pfalz, 22. August. Der 32 Jahre alte Hausirer Spengler aus Schwanheim bei Annweiler ist heute Nachmittag gegen 4 Uhr von der vorderen Kuppel des Kaiserdomes in Speyer herabgcsprungen, nachdem er vor dem Sprung noch drei Revolverschüsse abgegeben hatte. Der Tod war natürlich sofort eingetreten. Wie ver­lautet, soll der Selbstmörder zwei Briefe an Herrn Bischof Dr. v. Ehrler in Speyer und mehrere Schriften religiösen Inhalts bei sich getragen haben, so daß die Ver- muthung nahe liegt, der Unglückliche habe sich in einem Anfall von religiösem Wahn­sinn vom Dom herabgestürzt.

Halle a.' d. S., 24. August. Zwischen Grübers und Schkeuditz ist heute Nachmittag 5 Uhr ein Wolkenbruch niedergegangen, der Alles in einen großen See verwandelte. Die Ernte ist vernichtet. In Elsteraue hat der Blitz mehrere große Brände verursacht. Döbeln in Sachsen ist ebenfalls von einem Wolkenbruch betroffen worden, der schreckliche Verwüstungen anrichtete. Der Bahnverkehr ist unter­brochen. (Fr. Ztg.)

sNeue Correspondenzfedern.j Schon seit langer Zeit ist man in der Feder­sabrikation bemüht, Federn so zu construiren, daß sie möglich lange die Tinte halten. Man suchte dieses durch sogen. Ueberfedern oder durch Anbringung von Verzierungen auf den Federn zu erreichen. Herr Lehrer I. G ö ttm an n in Darmstadt hat nun eine neue Feder construirt und in den Handel gebracht, welche einem lange gefühlten Be- dürsniß abhelfen will. Die Construction der neuen Feder erreicht das gesteckte Ziel vollständig, indem man mit derselben mit einer einzigen Tauchung über 1000 Buchstaben schreiben kann. (Es sind dies 2 Briefseiten in 4°.) Auch für Rundschrift ist eine Feder construirt und ist diese bereits im Handel, welche je nach der Spitzenbreite 40500 Buchstaben liefert. Die Federn sind in England registrirt und in Deutschland zur Patentirung angemeldet.

In Gegenwart der Professoren Dr. Virchow aus Berlin und Professor Klopfleisch aus Jena und des Anthropologischen Vereins zu Berlin wird im Sep­tember d. I. durch Commissionsrath Kälber ein in der Nähe der Domäne Grimsch- leben bei Bernburg belegenes großes Hünengrab geöffnet werden. Da man, und wohl

Zum 2. September!

Wie in den vorderen Jahren, kommen wir auch in diesem Jahre zum bevorstehenden Nationalfest vom 2. September mit der Bitte um Gaoen für die Invaliden und die Hinterbliebenen gefallener Soldaten der Krieges 1870/71. Ueberall, wo man an jenem Tag, in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor sechszehn Jahren geschah, möge man auch jener Opfer des Krieges dankend gedenken und durch Gaben je nach Vermögen dazu beitragen, daß ihr Loos auch weiterhin verbessert werde.

Wir bitten insbesondere, wie früher, die evangelischen Pfarr­ämter und Kirchenvorstände, gemäß der ihnen von Großherzoglichem Ober-Consistorium ertheilten Erlaubniß, bei den betr. Festgottesdiensten Collecten für jenen Zweck zu erheben.

Unsere Aweigvereine ersuchen wir, wie seither möglichst für Ver­breitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken, insbe­sondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen.

Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir, dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, HerrnBrandversicherungs-Secretär Hechler dahier, einzusenden.

Darmstadt, am 11. August 1886.

Der Vorstand

des Hilssvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde, als Landesverein der Kaiser-Wilhelms-Stiftung sür deutsche Invaliden.

A. Weber, Ministerialpräsident,

Vorsitzender.

mit Recht, vermuthet, daß dieses Hünengrab (wie ein bei Balberae geöffnetes) ein flemajteS Grab" i|t, so soll durch einen Stollen in dasselbe gedrungen werden damit ^n Licht (durch welches die Farben des Grabes sofort verblassen) in dasselbe einfällt Das mächtige Hünengrab trägt den NamenHeringsberg" (Jringsberg^). '

Wien, 22 August. Gestern um 5 Uhr Morgens ist die schwarz-gelbe Fahne welche der Thurmbe,teiger Joseph Pircher auf der Spitze des Stephansthurnies an uze über dem Adler aufgehisst hatte, wieder abgenommen worden, fyvei VUtzableiter-Monteure und zwei Poliere vom Dombaumeisteramt bestiegen den Thurm auf dem gewöhnlichen Wege bis zur zweiten Gallerte, von wo sie mit Hilfe der an der Außenseite ber Thurmpyramide angebrachten Steigeisen auf die Kreuzblume ge­langten. Die Ersteigung des Kreuzes unternahm nur einer der beiden Monteure in- dem er an der Stange des Blitzableiters bis zur Kugel hinanstieg und sich, wie es Pircher gethan hatte, an einem an dem Adler befestigten Seile emporschwang. Die anderen drei Herren blieben auf der Rosette, um etwaige Schutzmaßregeln zu treffen. Nachdem einer der Monteure die Fahne, welche schon ziemlich locker war, abgenommen, schwang er die Fahne unter Bravo-Rufen der auf dem Platze angesammelten Menge hoch m den Lüften und trat dann den Abstieg auf dieselbe Weise an. Um 6 Uhr war die Expedition beendet. Die beiden Monteure und auch die Baupoliere erklären, daß die Besteigung des Thurmes bis zur Spitze für einen geübten und schwindelfreien ©teiger nicht so gefährlich und schwierig sei, wie man gewöhnlich annehme. Die Fahne Pacher s wurde in das Kirchenmeisteramt gebracht, wo sie zur Besichtigung auf­gestellt ist.

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