1886»
Freitag deu 24. December
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Erscheint täglich mit Ansnechme deS MontagS.
Beremtt Schulstraße 7.
Verwischte-.
Durchschnitt
In
n
n
der Gestorbenen betrug
1,40
1,30
1,20
1,28
1,36
1,36
1,26
1,24
1,20
1,28
1,25
1,25
1,36
1,25
1,30
1,32
1,30
1885 war
Kalbfleisch 1,20 1,10 1,20 1,12 1,00 1,16 0,96 0,98 0,99 ' 1,00 1,00 0,95 1,25 1,15 1,20 1,20
Butter 1,95 1,80 1,90 1,95 1,90 2,16 1,70 1,67 1,80 1,97 1,70 1,40 1,96 2,07 1,98 1,97 1,87 der Geburten
Schweinefleisch
1,20
1,20
1,12
1,20
1,20
1,40
1,18
1,01
1,12
1,00
0,96
1,05
1,40
1,14
1,30
1,20
1,17
Drei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brteyri**«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? M) Pf.
Brod 0,23 0,20 0,21 0,24 0,19 0,26 0,23 0,21 0,21 0,21 . 0,24 0,23 0,26 0,23 0,23 0,23 0,23 die Zahl
Darmstadt Babenhausen Bensheim Bessungen Erbach Offenbach Gießen Alsfeld Büdingen Butzbach Friedberg Schotten Mainz Alzey Bingen Worms Mittelpreis
300 Grsteö Blatt
Deutschland.^
Dariustadt, 20. December. Se. Küniql. Hoheit der Großherzoz haben Allerqnädigst geruht: unterm 20. December 1886 den Marktflecken Pfungstadt zur Stabten ^eben Erbgroßherzog leisteten gestern Vormittag um
10 Uhr im Neuen Palair den oorgeschriebenen Fahneneid in Gegenwart Seiner direkten Vorgeietzten und Seiner militärischen Begleiter».
Darmstadt. 22. December. Auf Grund Allerhöchster Entschließung Er. Königl. Hoheit der Großherzogr vom 18. December l. I». ist dem Herrn Stadtrath Albert Metzler zu Frankfurt a. M. dar Exequatur als Königlich Bayerischer Generalkonsul für dar Großherzogthum Hessen ertheflt worden.
Gestcrreich.
Praa, 22. Decbr. Landtag. In seiner Begründung, über den Antrag Plener zur Tagerordnung überzugehen, wier Fürst Schwarzenberg auf dre nahezu vollkommene Uebereinstimmung des Antrages mit dem früher bereits abgelehnten Anträge Plener's, sowie daraus hin, daß der vorliegende Antrag die Aushebung der Justizministerial-Verordnung ansirebe. durch welche dre Regierung dem ^and- lagsbeschlusse vom 18. Januar theilweise entsprochen habe. Durch die beabsichtigte territoriale Landestheilung werde außerdem der versaffungsgemäß bestehende Rechtszustand bedroht und eine zunehmende Entfremdung beider Natronalttäten berbetgesührt. Nachdem Plener in seiner Entgegnung die VersasiungSwldrlgkeü der Abgrenzung der politischen Bezirke bestritten, wurde der Antrag Schwarzenberg, wie bereits gemeldet, mit allen gegen die Stimmen der Deutschen unb Liberalen angenommen. Schmeykal erklärt, sür die Vertreter der völkerung sei kein Platz in diesem Landtage, so lange ihnen nicht für eine sachliche Behandlung von Beschwerden Bürgschaften geboten würden. Derselbe verläßt hieraus mit seinen Parteigenoffen den Saal. Nach Erledigung der Tages- vrdnung wird der Landtag bis zum 4. Januar vertagt. Der Vorsitzende sprach den Wunsch aus, die Gemüther möchten sich bis dahin beruhigen.
L o f ß l e
Gießen, 22. December. Das heftige Schneewetter der letzten Tage verbunden -mit einem icbarfcn Nordostwind hatte, wie auf vielen Bahnen, auch auf der Lime Gieüen—Fulda Verkehrstockungen zur Folge. Während es auf der Lime Gießen
4 Sdperrt ist. Es wird gehofft, di- Sperrung bis moroeu Bonn ag zu b-s-tigen, fo daß dann, vorausgesetzt daß das noch immer an- Nck- Schneet?eibm aufhört, die Züge wieder regelmaß.g verkehren konnten, wenn auch mit Verspätungen. „ .
23 December. Die berühmten 10 Wiener Sängerinnen, welche währenk üncr drÄähr g n Eoncerttournäe in allen großen Städten des. In-yud Aus- tandes'mit außerordentlichem Erfolg- concertirten. werden anf der Durchreise nächsten Dienstag und Mittwoch hier im Casä Leib zwei ihrer volksthümlichen Coneerte obhalten.
— Im Jahre
31,220 (darunter 369 Zwillinge
1,09 im Großherzogthum Hessen OJL™ .uu.uiHw — --------- und 4 Drillinge), die Zahl
22,898, Eheschließungen kamen 6960 und Ehescheidungen 75 Dor.
A Mainz, 22. December. Die seit heute Mittag allmalig, wenn auch noch mit bedeutenden Verspätungen wieder hier einlaufenden Postrmchrichten bringen tru pte Kunde von den Verkehrsstörungen, welche der Schneefall auch tn ber Provinz Rhern- hessen und der ganzen Rheinpfalz heroorgerufen hat. Nicht nur daß der Bahnverkehr fast ganz eingestellt, sondern in einzelnen Thellen der Provinz war überhaupt leglicher Verkehr unmöglich. In den Ortschaften langst der Bahnstrecke Mainz-Alzey und an den Höhenzügen nach dem Donncrsberg war der Schnee so hoch angeweht, daß die Bewohner nur mit äußerster Mühe aus ihren Wohnungen konnten, um sich, dre noth- wendigsten Lebensmittel zu beschaffen. Die Ludwigsbahn ist auf allen ihren diesseitigen Strecken seit heute Morgen wieder schneefrei, doch treffen dre Zuge, besonders die Anschlußzüge noch mit bedeutenden Verspätungen ein. An dre hiesige Garnison sind von vielen Seiten Gesuche um Überlassung von Mannschaften zur Wegraumung der Schneemassen gekommen, von welchem indeß nur em kleiner Theil befriedigt
! Jts** 21
werden^konnte^. Gasdeputation hat beschlossen, vom nächsten Jahr den Gas-
vreis von 22 Pfg. auf 20 Pfg. herabzusetzen. ,
Kastel, 21. December. Am Frankfurter Thor fand gestern Abend eme furchtbare Schlägerei statt, ein Schornsteinfeger aus Hochheim, welcher dm Stteit veranlaßt hatte, wurde derart geschlagen, daß er heute Morgen schwer verletzt m das Hospital nach Mainz gebracht werden mußte. Der Skandal war so arg. daß die Wache die Verhaftung vornehmen mußte. Der Schornsteinfeger als eigentlicher Urheber, ist erst gestern aus dem Gefängniß, in welchem er wegen Körperverletzung 3 Monat zugebracht hat, bu^Ebn^worden.^^^ ^ecein6er< Ue&er Verhaftung eines französischen Offiziers geteilter bemerkt die Karlsruher „Landeszeitung" folgendes: Daß dreser Herr im Auftrag des französischen Kriegsministers reist, geht sowohl aus Jetnem Urlaubspaß, als aus den bei ihm vorgefundenen Papieren hervor. Aus den letzteren (Terrainskizzen, Aufsätzen 2c.) soll zu entnehmen sein, daß der Karlsruher Aufenthatt des Herrn Letellter dem Rheinübergang bei Maxau und einem etwaigen Kamps um Karlsruhe gelmdmet war Jberr Letellier konnte nur bei der ganz unglaublichen Sorglosigkeit seiner Karlsruher Hausgenossen sich sechs Wochen im „Dörfle" aufhalten, „um deutsch iu Jemen , und zwar vermittelst täglicher Ausflüge und angestrengten Zeichnens. Er wäre auch unbehelligt von hier weiter gereist, wenn nicht em merkwürdiger Zufall zur Entdeckung geführt hätte; ein Büchsenmacher des Karlsruher Dragoner-Regiments suchte für einen demnächst dahin ziehenden Eollegen aus Mannheim eine Wohnung. In dem betr. Hrnlse war der obere Stock ausgeschrieben, die Vermletherin zeigte^dem Büchsenmacher das untere Stockwerk, da das obere noch bewohnt und genau gleich sei; daber öffnete sie das Zimmer eines Franzosen, der dort wohne, „um deutsch zu lernen . Bet dem plötzlichen Eintritt fuhr der junge Herr auf, rollte sofort eine Anzahl Papiere ^Winm und gerieth in sichtliche Verlegenheit. Dem Büchsenmacher fiel dies auf, er brachte dre Person des Franzosen in Zusammenhang mit einer jungst abhanden gekommenen wichtigen militärischen Urkunde und machte Anzeige. , .
i ^Mannheim, 20. December. Eine hiesige Firma stellte emen Commis em, 1 unterließ es aber, denselben zur Ortskrankenkasse anzumelden. Nach einiger Zeit erkrankte der Commis und mußte dann die Firma nicht nur sammtltcheSet sondern auch den vollen Gehalt für sechs Wochen zahlen. Aus Verdruß hierüber kündigte die Firma dem Commis die Stelle. Es dürfte dieser ^all sowohl den Herren Prinzipalen als auch dem Dienstpersonal zur Warnung dienen, da, wie wir sthen, durch Unterlassung der Anmeldungen für beide eheste Unannehmlichkeiten entstehen können. Hätte die Firma den Commis angemeldet, so waren ihr die größeren Kosten erspart geblieben und hatte sich der Commis um die Krankenkaste gekümmert, so hätte er jedenfalls noch seine Stelle. ~
— Eine liebende Gattin neuesten Genres ist die sechsjährige Cacilia Palmer in London. Die Dame verliebte sich im letzten Sommer in den 22jährigen Studenten der Medicin Horace Seymur. Der junge Mann empfing die Huldigungen der Dame mit größtem Spott, bis endlich die Wittwe ihm einen directen Heirathsantrag stellte. Der junge Mann, dem das Studiren sehr lästtg war^ forberte: T^rS. aut wre Bedingungen zu stellen und nachdem sich die Wittwe bereit erklärte, ihm ^--000 Pfund Sterling zu verschreiben, ließ er sich mit ihr trauen Das neuvermahlte Paar^m ethete ein im Garten stehendes Häuschen in Putney, allem seit dem 12. September, an welchem Tage die Trauung stattgefundm, bekam Niemand den neuen Ehemanm zu sehen. Seymur halte seinem Vater, der in die Herrath nicht willigen wollte ver- i sprochen, für seine unvermählte Schwester Peggie ein Heirath-gut von 1000 Psd. ^t. i herzugeben, und als fast drei Monate vergingen, ohne daß eme Nachricht von Ho.ace 5 eintraf, fuhr der alte Herr selbst nach London. Noch am Tage seiner Ankunft begab $ er sich nach Putney; die Schwiegertochter, die ihm das Thor öffnete, sagte, ihr Mann
Telegraphische Depeschen.
Wolff's tclcgr. Corrcspondenz > SBureatt.
92 December. Se. Majestät der Kaiser nahm heute Vormittag die Vortrage Perponchcr's und Wilmowskt's entgegen und empfing Nachmittags den Prinzen Heinri^ December. Don gut unterrichteter Seite werden die Gerüchte,
wonach die Verhandlungen mit dem Vatikan irgend welchen Schwierigke.ten begegnen, als durchaus unbegründet ^»-'chn-t. B i der Anwesenheit des deutschen
nnr ©anfibar nicht darum, den Sultan Sald Bargasch durch Drohungen nT baS Geschwader hat vielmehr di- Ausgabe, di- Besetzung dw^Wttuküsk welche bk Leute des Sultans gemäß Abkommen der internationalen ßnmmiifion räumen müssen, deutscherseits durchzufuhren. Ferner soll das Geschwader die Angelegenheit in Kismaju ordnen. Said Bargasch soll ficg überdies bereit erklärt 6aben’ 2°’£®fcembtr.fn 5m nördlichen und östlichen Frankreich herrschen @4nec= stockt in den Departements Vogesen, M-urlh-, Nonne. Mehrere BahnM^ sind ' m Schnee stecken geblieben. An mehreren Stellen der Bel,orter Route liegt der ^n^Deccmbe" ^Die Prinzen Alexander von Hessen und Alexander „nn Nk^nb«a'°erU-ßen Wind °r und traten bi- Rückreise nach Deutschland an. °°n December. Das „Journal de St. P-t-rsbourg" bemeßt
rtStrmen Artikels in der „Morningpost", man habe, um die Kriegs- drobun?en^miszusprech-n, gerade einen Augenblick gewählt, in welchem die Cabinete tmiSafl bSt seien, di- aus-inand-rg-hend-n Interessen in Einklang zu bringen, 0 hi.' bulaari cke Krise berührt würden, und die Pforte und Rußland zu
°?cl$e ^n?prner)men ^über eine Lösung gelangt seien, welche beide zufriedenstellen und *Sta Ä würden. Das Journal behält sich sein Urtheil über den Berliner Berirag n P n, Ersöhnung gerichtete Tendenz gewisse Berechnungen dee Frage vor ob di--.Ilg-m-m am -erfolge, meint indessen, di-
Mg»t^w-l-be^diese Polit k W Schürens mißbilligten, und den Entschluß, den Frieden « alkn Eunb«wb n, oSÄen diesen Versuch einer Einschüchterung der Pforte Journal hofft, die Mächte würden nicht ermangeln, dies zu thun. D?r Sulta?werd7inne weiden, daß, so lange er Versöhnung und Frieden suche, er die Sympathien der Mächte und ihre energische Unterstützung finden werde.
Darmstadt. Bestem Vernehmen nach soll, falls der Reichstag die Militär^ Vorlage annimmt, bei Errichtung der neuen Regimenter das Griesheimer Barackenlager (Artillerieschießplatz) eine ständige Infanterie-Garnison erhatten, wahrend d e Artillerie-Regimenter des 11. und 13. Armeecorps einstweilen ihre Schießübungen aus dem bayerischen Lechfelde abbalten sollen. . m i
Darmstadt, 21. December. fFleisch-, Roggenbrod- und Butterpreife.j Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle fürLandesstatrst k betrugen die Preise nachstehender Verbrauchs-Gegenstände im Monat October 1886 im Durchschnitt per Kilo Mark:
Ochsenfleisch
icot Slt.sJ 1 von MkA
88«
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Satten, Sofa, m den billigen
L^famcn/ Mnkleiöky tten ' UnterflllKen, itertjokn dill'llst 7491
Haubach.
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en: P.rh.Fl. p.ßtr. »sbttger JL 0,60 jl u,8 r „ 0,70 „ 0,9: £ n 0,90 . 1,11
Merger „ 1,00 „
eimer n „ 1.00 „ 1,21 eimer I „ 1,10 „ l,il i 5% Rabatt, bei 40 Vtr
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Linsen


