Einzelbild herunterladen

hi;

Mittwoch den 24. März

«r. 70

L880

r.

vrer-telj-hrlich 2 Mark 29 Pf. mit tkmgrrkhrr, Lurch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 56 Pf.

Schvkstra-k 7.

Grscheint mit NsSt^mr W Ms«t«Ss.

UiÄW

der

DBl

ja machen,

Ä

XXXXX^

lieber die nächsten parlamentarischen Dispositionen des

188«'

Ansprüchen irch prompte Die auf ein

DeiN'Monopol'Entwurss und am Donnerstag diejenige der Socialisten-Vorlage in Angriff genommen werden soll. Wie es scheint, wird aber die weitere Plenar- berathung der Monopol-Vorlage verschiedene Ueberraschungen bringen; es heißt räinlich, die Regierung werde hierbei Mittheilungen über eine von ihr vorberei­tste Branntwein-Verzehrsteuer-Vorlage machen und würde dieselbe noch vor Ostern, wahrscheinlich in Verbindung mit einem Nothgesetz über die Spiritus- bctaerung, eingebracht werden. Sollte sich diese Angabe bestätigen, so würde sch der Schluß der Neichstagssesston wohl kaum bis Ostern ermöglichen lasten, ivch ob der Reichstag, welcher nun schon seit November fast ununterbrochen logt die einzige größere Pause bildeten die Weihnachtsferien mit einer Douer der Session noch über Ostern hinaus, also bis in den Mai hinein, ein- rrrstanden sein wird, erscheint fraglich.

Im preußischen Abgeordnetenhause ist am Donnerstag das tzivierige Werk der Specialberathung des Etats nach beinahe vierwöchentlicher I

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im II. Quartal 1886 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.

Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Die Expedition»

Reichstages verlautet, daß an diesem Dienstag die zweite Lesung des Brannt-

Politifche Ueberficht.

Gießen, 23. März.

Die Geburtstagsfeier unseres allverehrten Kaisers ist auch diesmal unter freudiger Antheilnahme der weitesten Bevölkerungskreise in allen Gauen des deutschen Reiches begangen worden und legen hiervon die in vielen Orten veranstalteten festlichen Kundgebungen, sowie die zahlreichen Be- zlückwünschungs-Telegramme, die dem Kaiser zu seinem Ehrentage zugegangen std, hinlltnglich Zeugniß ab. Was die überaus große Theilnchme der deut­schen Nation an dem Geburtsfeste ihres Kaisers in diesem Jahre noch inniger macht, ist der Umstand, daß es dem greifen Monarchen nach längerem Unwohlsein gestattet ist, iri gewohnter körperlicher Rüstigkeit und geistiger Spann­kraft in ein neues Lebensjahr einzutreten und so erhöhte denn die nun erfolgte vollständige Genesung des Kaisers nur die Festesfreude. Selbstverständlich ge­staltete sich die Feier des 89. Geburtstages Kaiser Wilhelms in Berlin, der kaiserlichen Restdenz, besonders glänzend und namentlich trug die außerordentlich große Zahl der anwesenden fürstlichen Gäste dazu bei, den Glanz des Festtages zu erhöhen. Die Gratulations-Cour beim Kaiser vollzog sich am Montag in der üblichen Weise, so daß um 11 Uhr zunächst die Mitglieder der königlichen Familie und die am Berliner Hofe eingetroffenen fremden Fürstlichkeiten gratu- lirlen, worauf um 11% Uhr der gesammte königliche Hof, um 12 Uhr die Generalität, alsdann die landsässigen Fürsten und um 1 Uhr die activen Mit­glieder des Staatsministeriums zur Beglückwünschung erschienen.

Die Zuckersteuer-Vorlage muß als gescheitert betrachtet werden, nachdem der Reichstag am Freitag nach zweitägiger Debatte in zweiter Lesung nicht nur die beiden ersten grundlegenden Paragraphen (Höhe der Rübenzucker- steuer und Höhe bet Steuervergütung) des Regierungs-Entwurfes selber, son­dern auch die hierzu vorliegenden Commissions-Vorschläge und Vermittelungs- Anträge aus dem Hause abgelehnt hat. Es ist dieses negative Resultat um so mehr zu bedauern, als die Nothwendigkeit einer Reform der Zuckersteuer im Reichstage allseitig betont worden ist, um der nothleidenden Zuckerindustrie aus­zuhelfen, aber über den geeignetsten Modus der Steuerreform gingen im Reichs­tage die Meinungen ebenso auseinander, wie dies in den Kreisen der Zucker- Aitereffenten und Zucker-Fabrikanten der Fall ist. Die Regierung besteht aus der Rohmaterial - Besteuerung aus finanziellen wie aus wirthschaftlichen Gründen und will entschieden nicht aus die von der Commission empfohlene Melasse-Befteuerung eingehen, während die Mehrheit des Reichstages unver­kennbar für Melasse-Besteuerung und gegen Die jetzige Besteuerung des Roh­materials ist; in klarer und anregender Weife wies in der Freitagssitzung namentlich Abg. Gehlert (Reichspartei) aus die Nachtheile des jetzigen Zucker­steuer-Systems hin und betonte hierbei, daß sich dieses System an der nationalen Arbeit schwerer versündigt habe, als dies je von Seiten des doctrinären Frei­handels geschehen sei.

i e<'*

<rrn

Ltiv)«

null-, infl ,n au tv isiloonS'- itfN*

DerGießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn, und Feiertagen, incl. BeilageGießener Familienblatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden.

Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in's Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark crcl. Postgebühr.

jungen.

inbi«' r-mn löntt

»en "'M

auf den

Gießener Anzeiger, Amts- unö Anzeigeblall für Öen -kreis fließen

' Anzeigen.

8«uft>«tfd)e bj rejn der ßfo. ß. 'Wiltttntwiti u. Franz, jy

Md. d. Bl.

Ö6OÖ6Ö ife 9.

n ö,( -

Dauer zum Abschluß gebracht worden. Die am Samstag begonnene dritte Lesung des Etats wird vorausstchtlich nur wenige Sitzungen beanspruchen, so daß sich das Haus alsbald mit größerer Muße der Erledigung der Übrigen feiner noch harrenden Aufgaben wird widmen können. Zu den vornehmsten derselben gehören die sog. Polen-Vorlagen, von denen die erste und hauptsäch­lichste, die Ansiedelungs-Vorlage, dem Hause aus der Commission in diesen Tagen wieder zugehen dürste. Dieselbe hat die Vorlage im Ganzen mit 13 Stimmen genehmigt, und zwar mit den von den drei Majoritäts-Parteien beantragten Abänderungen, unter denen die Bestimmungen über die Rentengüter die wichtigsten sind. Eigenthümlicher Weise scheint die Regierung der Institution der Rentengüter abgeneigt zu sein, über ihre Anschauungen in dieser Frage wirb man wohl in den Plenar-Verhandlungen hierüber Näheres hören.

Die zweite sächsische Kammer ertheilte in ihrer Freitagsfitzung der Regierung die bedingte Ermächtigung zum provisorischen Erlaß einer Ver­ordnung wegen Heranziehung der Militärpersonen zu den Gemeindeabgaben.

Der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe ist am Samstag in Berlin eingetrofftn und gedenkt er erst gegen Ende dieser Monats wieder nach Straßburg zurückzukehren.

Im österreichischen Abgeordnetenhause begann am Freitag die Budgetderathung und wird dieselbe das Parlament in den nächsten Wochen hauptsächlich in Anspruch nehmen.

Während der 18. März, der Jahrestag der Pariser Commune, in der französischen Arbeiterwelt im Allgemeinen ohne besondere Kundgebung verlausen ist, hat er in der belgischen Industriestadt Lüttich den äußeren Anlaß zu einem von socialistischer Seite angestifteten förmlichen Straßenaufruhr der Arbeiter gegeben. Beschäftigungslose Arbeiter verbündeten sich mit jenen dunkeln Elementen in den untersten Volksschichten, die allzeit bereit sind, Gesetz und Ordnung mit Füßen zu treten und durchzogen, von socialistischen Emissären aufgehetzt, die Straßen Lüttichs. Zahlreiche Fensterscheiben, besonders in dm Kaufläden, würben von der tobenden Rotte eingeschlagen und viele Schauläden hierbei geplündert und gänzlich zerstört, wie z. B. sämmtliche Kaufläden in der Leopoldstraße bemolirt wurden. Die Polizei im Verein mit Der Bürgerwehr und der Gensd'armerie, konnte des Aufruhrs erst gegen Mitternacht Herr wer­den, nachdem auf beiden Seiten zahlreiche Verwundungen vorgekommen waren und die Polizei über 100 der Tumultuanten verhaftet hatte. Die Lütticher Vorgänge erregen in Brüssel um so größere Sensation, als sie den Befürch­tungen wegen Der daselbst für den 13. Juni d. Js. geplanten Socialisten-Kund- gebung entsprechen. Jedenfalls beweisen sie, baß die Gährung in der englischen und sranzösischen Arbeiterwelt sich nun auch auf die arbeitenden Bevölkerungs­klassen anderer Industriestaaten verpflanzt hat und wollen wir nur hoffen, daß diese Arbeiterunruhen in Deutschland kein Echo finden mögen.

Aus Kairo wird gemeldet, daß sich Mukhtor Pascha und Sir Drum- mond Wolff wieder geeinigt haben und daß die für Suakim bestimmten egypti- schen Bataillone englische Osficiere erhalten werden.

][ Darmstadt, 22. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog wohnten heute Vornnttag 10 Uhr mit dem Erbgroßherzog und dem Prinzen Luvwig von Battenberg dem Militär-Gottesdienst und der Truppenparade bei, welche zur Feier des Geburtssestes Sr.. Majestät des Deutschen Kaiser­aus dem Infanterie - Exercierplatz stattfand. Den Parademarsch der Truppen, welchen sich auch die Prinzessinnen Victoria, Irene und Alix in einem offenen Wagen ansahen, nahm der Großherzog Höchstselbst zu Pferde ab. Da der Commandeur unserer Division, Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich, sich zur persönlichen Gratulation nach Berjin begeben hatte, so nahm der nächst­älteste General in der Division, Generalmajor und Commandeur der Großh. 25. Kavallerie-Brigade, Frhr. v. Locquenghien, die in zwei Treffen auf­gestellte Parade ab, welche unter dem Commando des Brigade-Commandeurr^, Generalmajor v. Wulsfen, stand. Eine Salutirbatterie löste, während die Truppen im Ganzen und abtheilungsweise präsentirten, die üblichen 101 Kano-»

da.

lhr:

t Programm-

»«reich, Serrcll. r 0IM Wandt fesßrte Ulmer NI ^itationen.

klung» kungel!

Fallend*^-

tilge

PriootMdt, betrieb, chcrheitsbrems.

furt

,:di Lat-sr-it^.

olüngoiK1,1