Beilage zu Nr. 118 des „Gießener Anzeiger
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Von denselben haben:
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(Fortsetzung folgt.)
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(VSnä nunmehr 18 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen ««über» iroffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und
vuw iwutow, «völlig, T 7 7?/ troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und
von der Komorogruppe die 6 Quadratmellen große Insel Mayotte Vertrags- I begutachtet), welch, statt Oel od. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, Mäßig schon seit 1841 den Franzosen. 1 verkauft zu 40 H u. 1,10 A. H. Anhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 771
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Die „Agence Havas" dementirt halb und halb das viel verbreitete Gerücht, daß die französischen Prinzen aus Frankreich ausgewtesen werden sollen. Anlaß zu dieser officiöfen Aeußerung hat offenbar die in Deputirten- kretsen circulirende Anschauung gegeben, wonach die Radikalen anläßlich des jüngst bei dem Grafen von Paris stattgefundenen Empsanges orleanistischer Notabilitäten beabsichtigen, in der Kammer dieser Tage einen Antrag aus Ausweisung der Prinzen zu stellen.
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ts. lGrohherzogt rm C. Kravtzr.
30 Pf.
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Äen.ung sein.
Die Franzosen haben, da ihnen die Annexion der Neuen Hebriden mißglückt ist, hierfür an der Ostküste Afrikas Ersatz gesucht und gefunden. Eine „Reuter"-Depesche meldet aus Zanzibar, daß Frankreich sämmtliche Inseln der Komorogruppe in Besitz genommen habe und daß der betr. Vertrag bereits am 21. April in Johanna unterzeichnet worden sei. Der Gesammtumsang der im nördlichen Theile des Canals von Mozambique gelegenen Komoro-Jnseln beträgt 50 Quadratmeilen mit etwa 70,000 Einwohnern. Flora und Fauna dieser Inseln gleichen am meisten dem benachbarten Madagascar; Hauptpro- bucte sind Reis, Honig, Schiffbauholz und besonders Zucker. Uebrigens gehörte
ihoj in Mw m fahren frei Vorstands.
Jahresbericht
des Jabrik-Inspectors für das Großherzagthum Hessen für 1885.
(Fortsetzung.)
In den Mälzereien können, da das Verfahren in der Einleitung eines Vegetationsprozesses besteht, eine ganz regelmäßige Arbeitszeit und regelmäßige Pausen nicht eingehalten werden. Von den 4 Mälzereien, über welche Notizen vorliegen, beginnen 2 um 5 Uhr, 1 im Sommer um 5 Uhr, im Winter um 6 Uhr und eine das ganze Jahr hindurch um 7 Uhr die Arbeit. Das Ende der Arbeitszeit fällt auf 6, 7, 8 oder 9 Uhr, je nach Umständen. Die wirkliche Arbeitszeit nach Abzug der Pausen wird im Allgemeinen auf etwa 9 Stunden geschätzt. Nachts. muß das Malz auf der Tenne auch öfters gewendet werden, so daß dann auch einige Arbeiter einige Stunden Nachtarbeit haben.
lieber 12 Bierbrauereien liegen Notizen vor. In der Mälzerei, dem Sudhause und den Lagerkellern wird in 9 Brauereien täglich IIV2 Stunden, in 2 Brauereien täglich 12 Stunden und in einer im Winter IIV2 im Sommer 12 Stunden gearbeitet. Es ist jedoch hierbei zu bemerken, daß bei den betreffenden Arbeiten vielerlei Unterbrechungen und Abwechselungen stattsinden, so daß sich weder die factische Arbeitszeit noch die Pausen so genau bestimmen lassen wie bei den meisten anderen Fabrikationszweigen. In den Gährkellern beträgt die Arbeitszeit durchschnittlich nur 10 Stunden.
Die Arbeit beginnt bei 1 Brauerei um 8^/2 Uhr, bei 2 im Sommer um 4*/2, im Winter um 5 Ubr, bei 8 Brauereien stets um 5 Uhr Morgens und bei 1 im Sommer um 5, im Winter um Uhr. Die Arbeiten im Gährkeller dagegen werden erst um 6, 6V2 oder im Winter auch erst um 7 Uhr begonnen. Das Ende der Arbeitszeit fällt auf 6, 6V2, 7 oder 8 Uhr Abends. Die Pausen für die Arbeiter in der Mälzerei und dem Sudhause sind meist 1/,2—3/4 Stunden Vormittags, 1—l3/« Stunden Mittags und V2—% Stunden Nachmittags. Die eine Brauerei, welche die Arbeit um 3V2 Uhr beginnt, gewährt dagegen eine Vormittagspause von P/2 Stunden und eine andere Brauerei, welche im Sommer um 4i/2l im Winter um 5 Uhr beginnt, gewährt außer den genannten noch eine Pause zwischen öVa und 6 Uhr im Sommer und zwischen 6 und 6V2 Uhr im Winter. Eine Verkürzung der Arbeitszeit an Samstagen oder Montagen findet nicht statt. Ueberstunden sind in den Gährkellern und in der Mälzerei, in letzterer auch Nachtarbeit, durch die Natur der Sache und im Sudhause ost durch die Verhältnisse geboten. In großen Brauereien arbeiten die Biersieder oft Tag und Nacht, mit regelmäßigem Tourenwechsel. Pausen vor Beginn der Ueberstunden und der Nachtarbeit sind immer reichlich geboten. Die Mälzerei-Campagne dauert etwa von Mitte September bis Mitte April, während die Brauerei nur während einiger Wochen im Sommer unterbrochen wird.
In der Schaumweinfabrikation ist in der bedeutendsten Fabrik 10stündige Arbeitszeit und Samstags 1 Stunde früher Schluß. In einer anderen Schaumwetn- fabrik ist L^stündige Arbeitszeit. Ueberstunden sind in beiden selten.
Es wurden von 86 Cigarren- und Tabakfabriken Notizen über die Arbeitszeit
Vermischtes.
— Dem bei allen Deutschen, welche die Säule des Hercules besucht haben, in bestem Andenken stehenden Consul Horazio Schott in Gibraltar (von einer hochgeachteten Familie in Gießen abstammend) ist von Sr. Majestät dem König von Griechenland der Erlöserorden verliehen worden, weil er in gewohnter Opferwilligkeit und uneigennützigster Dienstbeflissenheit, auf welche in seinem Vaterlande seine Landsleute zu bauen jederzeit berechtigt waren, der griechischen Barke „Amaiha" Rettung brachte.
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Politische Ueberficht.
Gießen, 21. Mai.
Der Kaiser nahm amDienstaq Vormittag die Besichtigung der 3. Garde-Jnfanterie-Brigade auf dem Exercierplatze östlich von der Tempelhofer Chaussee vor. Nach Beendigung der Exercitien drückte der Kaiser dem Brigade- Commandeur, Generalmajor v. Wißmann, seine hohe Zufriedenheit mit den Leistungen der-Truppen aus. Mit der an diesem Freitag auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin stattgefundenen großen Parade des Garde-Corps haben die diesmaligen Frühjahrs-Besichtigungen der einzelnen Truppentheile deflelben ihr Ende erreicht, denen indessen der allerhöchste Kriegsherr wegen der vorwiegend ungünstigen Witterung nicht in demselben Maße wie früher beiwohnen konnte. Nunmehr darf man wohl auch bestimmteren Mittheilungen über die diesjährigen FrühjahrS-Reisedispositionen des Kaisers entgegensehen; bis jetzt wenigstens haben sich alle bezüglichen Nachrichten als unzutreffend erwiesen. — Am Dienstag ließ sich der Kaiser auch die drei Kamerun-Neger vorstellen, welche bei der deutschen Kriegsmarine als Matrosen eingetreten sind.
Der Reichstag scheint entschlossen zu sein, die seiner in der am Montag begonnenen Nachsession noch harrenden Arbeiten möglichst rasch abzuwickeln. Nachdem er an dem genannten Tage verschiedene Gegenstände untergeordneter Bedeutung erledigt, begann und beendigte er in der Dienstagssitzung die erste Lesung der neuen Zuckersteuer-Vorlage. Die Debatte nahm einen sehr glatten Verlauf; kurz gegen die Vorlage erklärten sich die Abgg. Haerle (Volkspartei) und Bock (Social.) , während von deutschsreisinniger Seite Abg. Witte anerkannte, daß der gegenwärtige Entwurf den Bonificationssatz für die Ausfuhr weitergehend stelle, als die frühere Vorlage; dagegen erklärte der genannte Abgeordnete, daß seine Partei bei der zweiten Lesung einen Antrag einbringen werde, welcher die Beibehaltung des bisherigen Rübensteuergesetzes bezwecke. Ein Antrag auf Commissions-Berathung wurde nicht gestellt. Debattelos nahm alsdann das Haus in erster und zweiter Lesung den Gesetzentwurf über die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten an und setzte endlich den Gesetzentwurf, betr. die Abänderung von § 22 des Preßgesetzes vom 7. Mai 1874, in Folge eines Antrages des Äbg. Meyer-Halle wieder von der Tagesordnung ab. Am Mittwoch fiel wegen des preußischen Bußtages die Sitzung aus und am Donnerstag trat der Reichstag in die zweite Lesung der Zuckersteuer-Vorlage ein. Falls die Special-Berathung dieses Gegenstandes noch am Freitag beendigt worden ist, dürste am folgenden Tage die Generaldebatte über die neue Branntweinsteuer begonnen haben, und zwar über den sog. Principal- Entwurf, welchem zufolge die Verbrauchssteuer von den Kleinhändlern, Wir- Lhen u. s. w. zu entrichten ist. Der Eventual-Entwurs dagegen ist wieder zurückgezogen worden und wird dieser sonderbare Vorgang dadurch erklärt, daß hier ein Versehen im Bureau des Bundesraths stattgefunden habe. Inzwischen sind auch die Motive zu dem neuen Branntweinsteuer-Entwurf eingegangen, in denen unter dem Eindrücke des Bedauerns über die Ablehnung des Monopols Seitens des Reichstages zunächst betont wird, daß alsdann die Einführung einer Verbrauchsabgabe neben der weiter bestehenden Maischraum- und Materialsteuer der geignetste Weg zu einer stärkeren Besteuerung des Branntweins sein würde. Es wird dann in den Motiven auf die beiden hierbei in Betracht kommenden Erhebungsarten der Verbrauchsabgabe hingewiesen, nämlich die Erhebung von den Brennereien u. s. w. und diejenige vom Kleinbetrieb, und weiter ausgeführt, daß der letzteren Erhebungsart trotz ihrer geringeren Sicherheit für ben Staat doch der Vorzug vor der ersteren zu geben sei. Der Rückgang des Branntwein-Consums in Folge der Steuer wird für das erste Jahr aus 10, für das zweite aus 20, für das dritte aus 30 pCt., der Bruttoertrag der Steuer im ersten Jahre aus 90, im zweiten aus 160 und im dritten auf 210 Mill. veranschlagt, die Netto - Mehreinnahme des Reiches aber auf durchschnittlich 190 Mill. «M. geschätzt.
Die Socialdemokraten haben im Reichstage eine Interpellation über den bekannten Erlaß des preußischen Ministers des Innern über das Versammlungsrecht eingereicht. Die Interpellation ist von den Mitgliedern der Volkspartei und einzelnen Freisinnigen unterstützt.
Erzbischof Dr. Dinder wird neueren Nachrichten zufolge am 8. ober 9. Juli seinen Einzug in Posen halten.
Die widersprechenden Meldungen über den Stand der öster- -reichisch-rumänischen Zollvertrags-Verhandlungen werden jetzt durch eine officiöse Mittheilung der „Polit. Corresp." richtiggestellt. Das Blatt dementirt hierin die Nachricht, daß das Wiener Cabinet die rumänische Regierung in einer Note eingeladen hätte, durch eine zeitweise Verlängerung des Vertrags-Verhältnisses eine Frist zur Wiederanknüpfimg neuer Verhandlungen zu gewinnen und bemerkt, daß eine derartige Anregung doch nur von Rumänien ausgehen könne. Diese Aeußerung läßt über den vollständigen Abbruch der Verhandlungen keinen Zweifel mehr und ein Zollkrieg zwischen Oesterreich-Ungarn und Rumänien wird die unvermeidliche Folge dieses letzteren Vorganges fein.
In Brüssel hat am Dienstag die Stichwahl zwischen dem Bür- germeister Bulß, dem Candidaten der Liberalen, und dem Candidaten der „unabhängigen Klerikalen", Jacmart, stattgefunden. Bei derselben wurde in Folge des Eintretens der Radikalen für die Liberalen deren Candidat gewählt, denn Herr Bulß erhielt fast 2000 Stimmen mehr, als jein Gegner. Der Ausgang der Brüsseler Stichwahl und die hierbei zu Tage getretene Unterstützung der Liberalen durch die radikale Partei dürste für die im Juli bevorstehende». 71 Erneuerungswahlen zur belgischen Deputirtenkammer von Vorbe-
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Ueberstunden kommen theils gar nicht, theils selten mit einem Theil der Arbeiter und nur in einem sehr kleinen Theile der Fabriken mit sämmtlichen Arbeitern vor. Die Ueberstunden bezwecken gewöhnlich nicht die Herbeiführung einer Mehrproduction, sondern mehr einen Ausgleich zwischen den Leistungen der verschiedenen Arbeiter- Kategorien: Roller, Wickelmacher, Sortirer, Ausripper. Bietet sich z. B. bei den Wickelmachern wegen Fehlens oder unregelmäßigem Arbeiten der Roller, wie dies namentlich im Sommer vorkommt, ein Ueberschuß an Wickeln, so verstehen sich die Roller wohl dazu, etwas längere Zeit zu arbeiten, um den Wickelmachern durch Freiwerden von Formen wieder Gelegenheit zur Arbeit zu geben. Umgekehrt setzen die Wickelmacher an Arbeitszeit zu, wenn sie für die gerade thätigen Roller nicht ausreichend Wickel innerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit Herstellen können.
In Cigarrenfabriken auf dem Lande und in Landstädten wird vielfach bezüglich der Arbeitszeit auf die Besorgung häuslicher oder Feldarbeit Rücksicht genommen und es kommen Frauen später ooer gehen Mittags und Abends früher aus der Fabrik oder es fehlen Arbeiterinnen ganze Tage.
Die Frühstücks- und Besperpausen dauern V<—V2 Stunde. In manchen Fabriken liegt die längere oder kürzere Dauer im Belieben der Arbeiter, da dieselben auf Stückarbeit beschäftigt sind: ja in einigen Fabriken sind diese Pausen nicht gemeinschaftlich für alle Arbeiter, sondern jeder Arbeiter oder jede Arbeiterin frühstücken oder vespern zu einer ihnen beliebten Zeit.
Nachtarbeit findet in einer Offenbacher Fabrik, jedoch sehr selten statt. Es nehmen auch Arbeiterinnen Theil. In derselben Fabrik ist Montags und Samstags im Winter eine Stunde früher Arbeitsschluß.
Von den 3 Hutfabriken im Großherzogthum arbeiten 2 täglich 11 Stunden und 1 int Sommer 111/3, im Winter IOV3 Stunden. Samstags ist eine Stunde früher Schluß. Ueberstunden in einzelnen Abteilungen der Fabrikation kommen vor.
Bei der Filz- und Ftlzwaarenfabrikation ist in zwei Fabriken je 10V3; und llstündtge Arbeitszeit. In letzterer ist Samstags 1 Stunde früher Schluß. Die Filzarbeiter werden daselbst auf Stück bezahlt, halten die Arbeitszeit nicht ganz regelmäßig ein und schließen häufig Montags 3 Stunden früher.
Von 10 Hasenhaarschneidereien haben 3 im Sommer lOstündige und 7 llstündige Arbeitszeit. Von letzteren arbeiten im Winter 5 Fabriken täglich 10 und 2 IOV2 Stunden. Die Vor- und Nachmitlagspausen dauern allgemein je V2, die Mittagspausen 1 Stunde. 7 Fabriken schließen Samstags 1 Stunde früher, 4 Fabriken beginnen die Arbeit Montags später. Ueberstunden kommen vor, sind aber nicht obligatorisch. Nachtarbeit
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