Große Preise.
ScharrspieLharrS.
rungen zu bewältigen, sein Anschlag bei aller Kraft weich und gesangsvoll, sem Spiel stets, auch wo die schwierigsten Passagen dazwischenrollen, so musikalisch und melodisch, daß es eine Freude ist, ihm zuzuhören. Reicher Beifall lohnte ihn.
Herr Oscar Zack hatte die zur Weberfeier bestimmte erste Abtherlung des Programms durch einen ebenso sinnigen wie gemüthvollen Prolog eingelettet, der den Genius des Jubllaren feierte und dabei in interessanter Weise auch auf das Textliche seiner Opern einging. Daß er ihn schön gesprochen, ist eigentlich bei ihm selbstverständlich. Sein weiches, sympathisches Organ befähigt ihn vor allem zum Deklamator. Unser Orchester, das diesmal ganz besondere technische Schwierigkeiten in Webers Ouvertüren zu überwinden hatte, spielte vorzüglich. Es war überhaupt ein erfreulicher Zug in dem Ganzen zu bemerken und, als noch zum Schluß die Jubelouverture mit der Nationalhymne durch den Saal brauste, war der reich gemessene Beifall gerecht und wohlverdient. Der verehrte Eoncertoorstand wie Dirigent verdient drum vollen Dank für die gestrige Aufführung. Sie war das schönste Weihnachtsgeschenk für dre musikalische Welt Gießen's.
Gieße«, 20. Deccmber. Die Rudergesellschaft hat nunmehr über die projectirten Winterfestlichkeiten definitiven Beschluß gefaßt und wird dieselbe am 1. Weihnachtsfeiertage einen Familten-Abend mit Christbescheerung bezw. Verloosung im Saale des Hötel Einhorn abhalten. Zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens find größere Festlichkeiten, bestehend aus Concert, lebenden Bildern, theatralischen Aufführungen, Ball rc. in Aussicht genommen und werden dieselben am 8. Januar in Stein's Saardau stattfinden.
Dienstag den 21. December geschlossen. ,
Mittwoch den 22. December: Das Recht der Frau. Unter vier Augen. Große Donnerstag den 23. December: Für den ausgefallenen Dienstag (den 21. d. M.) Maria Stuart. Große Preise.
Freitag den 24. December geschloßen. . . . - .
Samstag dm 25. December: Sromont junior. Riesler senior. Große Preise'Sonntag den^26. December: Der schwarze Schleier. Große Preise. ^^Montag den 27. December. Der Hüttenbesitzer. Große Preise. Anfang 7 Uhr. _
A nkunft in seiner Behausung seine und seiner Frau Kleider sowie sein Jagdgewehr, i B ei der eingeleiteten Untersuchung stellte sich nun heraus, daß das Feuer an 2 Stellen ausgebrochen und durch größere Mengen Flachs, welche an Orten nredergelegt waren, welche gewöhnlich nicht zum,Aufbewahren desselben benutzt werden, Nahrung erhalten ?
hatte °tm ßaufe der Untersuchung fand man, daß verschiedene Stellen de^ Hauses, Las G°bM und die Dachsparren^der Scheuer und der M-hlkast-n in der Müh e mit ; «räßeren Quantitäten Petroleum oder I°nstigem Oel getränkt waren; auch em Gebund Stroh unter der Treppe hingelegt war; offensichtlich um dem umstchgreifenden Feuer I neue Nahrung zu^geben.^^^ ^erschast und st-M di-Sache si> dar, als sei l während seiner Abwesenheit in die Mühle eingebrochen, dre Kleider und Flinte gestohlen 1 und das Haus in Brand gesteckt worden. Die abhanden gekommenen Gegenstände 1
wurden später zufällig durch einen Knaben m dem m der Nahe von ^eldkrucken i
Lelegenen Walddistricte Poppenstruth gefunden. Für die Auffassung des Angeklagten haben sich nicht die geringsten Beweise ergeben; es ist vielmehr eher anzunehmen, daß i er selbst die That verübt, insbesondere wenn man erwägt, m welcher gedruckten Lage sich Schreiner befand und wie er sich durch die ihm, durch das Abbrennen zu theil ;
werdende Entschädigung auf einige Zeit helfen konnte und weiter, daß er stetsZeinen ■;
Vorrath von Petroleum im Hause hatte, eine Täterschaft durch einen Dritten aus- ,
geschlossen erscheint, da beim Erscheinen der Löschmannschaften das Haus wohl ver- ]
schlossen gefunden ward, so wie es Schreiner beim Wegfahren verlaßen hatte •
Schreiner hat bereits vor drei Jahren wegen Brandstiftung in Untersuchung ■
gestanden, wurde jedoch wegen mangelnder Beweise außer Verfolgung gesetzt. Die ■ Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage und wurde Angeklagter in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurtheilt.
Gießen, 19. December. In den Räumen der höheren Mädchenschule sand heute die Christbescheerung des Herrn Curschmann statt.
Derselbe wiederholte in diesem Jahre sem edles Werk zum sieben und dreißigsten Male, und es konnten 176 Kinder, fast ausschließlich Mädchen, meist nut neuen I Kleidern bedacht werden. Wahrlich, es ist eine Riesenarbeit, welche Herr Curschmann mit seinen Schülerinnen in wenigen Wochen beendigte. Es gebührt demselben dafür der tiefgefühlteste Dank, welchen wir im Namen der Bescheerten hiermit offent- I lid) °"swrechm^chmE hat sich in ben Herzen der Bescheerten ein dauerndes Denkmal gesetzt. Möge es ihm vergönnt sein, das edle und humane Werk noch eme I Reihe von Jahren fortzusetzen! ,
— Gießen, 20. December- Die Weihnachtsferien der höheren Schulen beginnen I am Donnerstag den 23. d- M- und dauern bis zum Mittwoch den 5. Januar-
— Eine in vielen Kreisen der hiesigen Bevölkerung stets mit Freuden begrüßte I Feier hat gestern Abend eine große Menge von allerlei Volk, reich und arm, hoch und niedrig alt und vor allem — jung in der städtischen Turnhalle vereinigt. Wir meinen die Christbescheerung der Kleinkinderbewahranstalt. Es war eine herzerquickende Stunde, die man da verlebte. Für 225 Kinder war der Weihnachtstisch gedeckt- Wie fröhlich klangen ihre Lieder, wie frisch ihre Spruche, wie klar ihre Antworten; welch ein Sonnenschein lag auf den oielenhundert Klnderaugen, I dazu neben den schönen, die Heiterkeit erregenden Spielen das Wesentlichste nicht ver- I »essen, der weihevolle Hinweis auf den Heiland der Menschen, von dem alle Liebe kommt und dem die Lieder galten- Dabei die musterhafte Ordnung, kurz - eine Volks-Kinderbescheerung, ein Volks-Christfest, wie es kaum schöner sein kann. In der That, alle diefemgen Personen, Vereine, Anstalten und sonstige I Korporationen, die der Kleinkinderschule ihre Unterstützung gewahren, haben sich hier I überzeugen können, welch' ein Segen auf ihren Gaben ruht- Und wie viel Muhe, An- I strengung und Geduld, wie viel selbstoerleugnende Hingabe gehört dazu, um eme solche I Kinderschaar nicht nur an diesem Abend, sondern alle Tage leiten, pflegen und erziehen I ui können. Die Gewißheit hat wohl ein Jeder gehabt: die. Anstalt ist, zumal in I ihrer jetzigen Organisation, eine wahre Wohlthat für unsere ganze Gemeinde, und die Hunderten von Kindern sind bei unseren, mit un- I ermüdlichem Fleiße, Treue und Umsicht arbeitenden hochgeschätzten Nonnenweier Diakonissen in den allerbesten Händen. Mögen der Anstalt I nur immer die alten Freunde treu bleiben und mögen noch recht viele neue hin- I Lukommen, der Vergangenheit zum Danke, der Zukunft zum Segen.
Gießen, 20. December. [Concert] Die Aufführungen des hiesigen Concert- I Vereins sind recht eigentlich die Glanzpunkte im gesellschastlichen Leben unterer Stadt. Die hohen, künstlerischen Genüsse, die uns das scheidende Jahr ui Jo reicher, uner- I vmrteter Fülle hat zu Theil werden lassen, haben durch das gestrige Concert einen I Würdigen, weihevollen Abschluß gefunden. Die Weberfeier verlieh ihm noch einen besonders feierlichen Charakter, und war der erste Theil des Programms nur aus Werken des Jnbilaren zusammengesetzt. .
Fräulein Spies, die ein glücklicher Zufall uns seit langer Zeit wieder einmal rugeführt, hat in glänzender Weise ihren weitverbreiteten Ruf gerechtfertigt Ihre metallreiche, weiche und doch klangvolle, sympathische Stimme, ihre tadellose Aussprache, ihre ausgezeichnete technische Schulung bei tiefer Durchgeisttgung des Inhalts stellt sie | ebenbürtig an die Seite der Amalie Joachim. Vielleicht hat sie gerade von die er es gelernt, das Tonliche im Lied nicht in der meist Virtuosenhaft betriebenen Manier hervortreten zu lassen; ihr ganzes Bestreben war darauf gerichtet, alles Einzelne so zu mäßigen, daß es sich zu einem reinen, ungetrübt harmonischen Gesammtemdruck vereinigte. In keiner Weise ließ sie den Umfang oder die Kraft ihrer Stimme zum Schaden des Schönen hervortreten, und gerade dies Maßvolle mochte ich ihr besonders hochanschlagen und als einen wichtigen Schritt in ihrer Entwickelung bezeichnen. Wollte ich mich auf die Besprechung her einzelnen Gesangsnummern emlassen, ich könnte nur wiederholen, was schon Hanslick und hundert Andere gesagt haben, so verschieden ihr Charakter, so streng war er bei jedem einzelnen gewahrt. Der ^ubel der Zuhörer war darum ein wahlberechtigter und, als die Künstlerin, die schon Lieder wiederholt hatte, noch Beethoven's „Ich liebe Dich" am Schlüsse zugab^ erreichte der Enthusiasmus seine Maximalhöhe. — Herr Dr. Carl Walter hatte die Begleitung der Lieder übernommen. — -
Herr Laz. Uzielli hatte neben der gefeierten Sängerin einen schweren Stand; doch löste er sowohl in den Solostücken, wie in Weber's Concertstuck seine Aufgaben in glänzender Weise. Vielleicht erschien gerade bei letzterem Manchem sem Spiel zu bescheiden und einfach, doch möchte ich ihm eben diese Art des Vortrags hoch anrechnen. Die Mehrzahl der Klavierspieler treibt heutzutage nach dieser Seite hin einen derartigen Mißbrauch, daß ich mich immer wieder freue, diesen Solisten zu Horen. Seine Technik ist sauber bis in's Detail ausgefeilt und groß genug, um alle Ansorde-
und Berketzr.
Grünberg, 18. December. (Frachtpreise.) Weizen JL 16.90, Korn JL 13 30, Gerste 13.20, Hafer M 11.10, Erbsen 13.80, Linsen v4L 00.00, Lein JL 00.00, Samen 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00
Frankfurt, 18. December. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter JL 5.00-5.50, das Gescheid 8-10 H, Eier das Hundert JL ^40—9.50, das St. 6-10 H, Butter im Großen^ 90-00-92.00, im Detail das Pfund 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 16-20 H, Rothkraut per Stück 20—30 H, Kohlrabi per Stück 3-4 H, Ochsenfleisch per Vfund 45-70 H, Kuh-u. Rindfleisch 4o-60 Kalbfleisch 40-65 H, Schweinefleisch 65-75 H, Hammelfleisch 50-70 ^,1 Hahn 0.70—1.80, 1 Huhn JL 1.00—2.50, 1 Ente Jü 2.00-3.00, Gans Pfund 4a—6o
1 Taube 40-60 H, Welsche JL 5.00—12-00.
Repertoir der vereimgten Stadttheater zu Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 21. December: Abu Hassan. Preciosa. Mittelpreise.
Mittwoch den 22. December: Einmaliges Gastspiel des Herrn Emil Götze. Margarethe. (Faust: Herr Götze.) Außer Abonnement. Erhöhte Preise.
Donnerstag den 23. December: Mignon. Große Preise.
Freitag den 24. December, Nachmittags 3Vz Uhr: Zum ersten Male: Sneewittchen. Weihnachtsmärchen von Görner. Außer Abonnement. Ermäßigte Preise.
Samstag den 25. December, Nachmittags 3V2 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: Sneewittchen- Ermäßigte Preise. Abends7Uhr: Linda von Chamounix. Wiener Walzer. Große Preise.
Sonntag den 26. December, Nachmittags 3Vs Uhr: Sneewittchen. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Carmen. Große Preise.
Montag den 27. December, Nachmittags3V2Uhr: Sneewittchen. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Trompeter von Säkkingen. Außer Abonnement.
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