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— Wie sehr unsere Industrie auf allen Gebieten das Ausland zu überflügeln sucht und wie glänzend das in vielen Fällen gelingt, beweist die 6fache Präiniirung innerhalb Jahresfrist der Firma B. Meising in Düsseldorf, deren Deutsche Liqueure an vielen Orten Deutschlands in Concurrenz mit den feinsten und theuersten ausländischen Marken heute schon vorgezogen werden. Zudem sind die Preise wesentlich billiger, weil der hohe Eingangszoll nicht darauf lastet. Die Firma hat sich die Ausgabe gestellt, nur das Allerfeinste zu liefern und bittet nur ihre Fabrikate einer Prüfung zu unterziehen.
Niederlage befindet sich bei Ferd. Drebes, vorm. Gg. Wilh. Weidig in Gietzen.
von, den meisten Kunstverständigen unserer Stadt bis jetzt noch verborgen gebliebenen Schätzen möchte man ausrufen: „Olympia in Gießen!" Oeffnet euch, ihr Schränke und Mappen, ihr der Kunst geweihten Räume des alten Schlosses, laßt den Anblick und das Studium eurer Schätze fördernd wirken auf Kunst, Kunstverständniß und Industrie!
Doch mit dem Hervorholen der Kunstwerke und der mühsamen Veranstaltung solcher instructiv geordneten Ausstellungen allein ist nichts bezweckt----wenn
dieselben nicht auch entsprechend besucht werden! Seit 1. September d. I. eröffnet, hatte sich obige so sehenswerthe Ausstellung trotz mehrfacher Ankündigungen des Besuches von nur — 23 Personen, darunter einiger Fremden, zu erfreuen! Aufmunternd zu weiteren Ausstellungen ist diese Thatsache gerade nicht. Da obige Ausstellung in Kürze geschlossen werden wird, so kam Verfasser dieses gerne, wenn auch im Drange seiner Berufsgeschäste etwas verspätet, der Aufforderung von maßgebender Seite nach, in einem Artikel zum Besuche der Ausstellung aufzumuntern. — Es sollte denselben freuen, wenn diese Zeilen in dieser Hinsicht von einigem Erfolg sein werden. O. B.
Theil des Bilderschmucks zu dem bekannten Prachtwerk von Gg. Ebers „Egypten" Lergestellt.
Die vollendete graphisch-technische Ausführung aller dieser Blätter bietet für Zeichner und Künstler das höchste Interesse; nicht minder die flüchtig aus gewandter Künstlerhand hingeworfenen Skizzen, ihre sichere Linienführung, ihr Farbenzauber, wenn auch nur mit einzelnen Pinselstrichen ausgefuhrt, die Wahl der so wirkungs- nnd stimmungsvollen Töne — es sei hier z. B. nur an die Aufnahme des Campo eanto in Genua erinnert, welche nur in Neutraltinte- und Siennaton ausgeführt, doch so stimmungsvoll zum Beschauer spricht — als auch die größeren Architecturstücke und kunstgewerblichen Eompositionen, welche hier in Erfindung, Form und Farbe mit jedem Blatt immer mehr und mehr das Wort illustriren : „Es wächst der Mensch mit seinen größeren Zwecken!" In dem alsbald sich geltend machenden Gedanken, daß ein Besuch nicht ausreiche, um diese Summe künstlerischen Schaffens eines Mannes kennen zu lernen, beschleicht stille Wehmuth den sinnigen Betrachter, daß einem so gottbegnadeten Künstler wie es der verewigte G. A. Gnauth war, so frühe schon ein Ziel gesetzt. (Eine biographische Skizze brachte der Anzeiger Nr. 206 vom 5. September.) Seine zahlreichen Schüler, die noch zahlreicheren Freunde und Leser seiner kunst- industriellen, reich illustrirten Beiträge unserer Kunst-Zeitschriften, die Heranwachsenden jüngeren Kunsthandwerker, welche in allen Gewerbe- und Zeichenschulen unseres deutschen Vaterlandes und weit darüber hinaus an des Verewigten erdachten Eompositionen die besten Vorbilder künstlerischen Schaffens finden, sie alle werden dem großen Meister ein dankbares Andenken bewahren!
Wenn die meisten der obigen Werke eines vielgereisten Meisters mit fernem Land und Volk bekannt machen, so finden wir außer denselben in dem akademischen Kunstinstitut doch auch zahlreiche, nicht minder anmuthende Architecturstücke und Kunstblätter aus der Nähe, ja aus unserer nächsten Nähe! Es sind meistens Darstellungen aus der kunstgeübten Hand unseres Wartburgbaumeisters, Herrn Geh. Bauraths Professor v. Nitgen. Stattliche Aquarelle von den Wartburgbauten und ihrer inneren Einrichtung, der Burg Eltz im Moselthal, des Heidelberger Schlosses, und — „Willst Du immer weiter schweifen? sieh' das Gute liegt so nah!" — anmuthige Architecturstücke vom Gleiberg, dem Hofe unseres Heidenthurms, idyllische Studien von der Heuchelheimer Mühle, dem Forstgarten und — welcher Spaziergänger erkennt das Bildchen wohl gleich? — von unserm sogen. Lohmühlsbach! An Motiven fehlt es selten an einem Orte, und den Augen Uebung in der Entdeckung solcher Idyllen und Stillleben wie überhaupt Verständniß der Regeln der darstellenden Kunst zu geben, sind die Besuche solcher Sammlungen wie die besprochene sehr geeignet.
Wie bereits oben erwähnt, soll die gegenwärtig arrangirte Ausstellung — bei gutem Erfolg — ein erster Versuch einer Reihe in den gleichen Räumlichkeiten geplanter ähnlicher Ausstellungen bilden. Material dazu ist hier reichlich vorhanden, an Skulpturen, Erzeugnissen der Kunstgewerbe, an zahlreichen Studien, Aquarellen und Oelgemälden, großentheils aus der Hand des Directors dieses Instituts selbst, an Kupferstichen, ächten „Trautscholds" und vermeintlichen „Dürers" und anderen Meistern fehlt es diesem Kunstinstttute nicht und im Hinblick auf die so reichhaltige Sammlung
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