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rnitgetheilt wird, ist der Gehirnschlag, welcher die Bedauernswerthe getroffen, veranlaßt worden durch eine Hemmung der Blutcirculation, die durch, zu starkes Schnüren des Eorsets herbeigeführl war. Die Schnürung war eine derartig starke, daß die Mutter nur mit Mühe der Ohnmächtigen das Mieder zu öffnen vermochte. Die Verstorbene darf im wahrsten Sinne des Wortes als ein Opfer der Unsitte des zu starken Schnürens bezeichnet werden. Möge doch die Mittheilung dieses erschütternden Falles allen Corsett- trägerinnen zu Herzen gehen.
— sHöhe der Gewitterwolken.) Oft hört man,von Touristen, welche rm Gebirge, speciell in den Alpen gewesen sind, erzählen, daß sie auf dem und dem Gipfel das erhebende Schauspiel genossen halten, ein Gewitter unter ihrem Standorte sich entladen zu sehen. In bem Julihefte der meteorologischen Zeitschrift bezweifelt Herr Professor Dr. Hann diese Thatsache entschieden. Für unmöglich hält er sie gerade nicht, glaubt aber, daß ein solcher Fall höchstens einmal bei einem ganz besonders hohen Berggipfel eintreten könne. Nach jahrelangen Erfahrungen, welche er in den Alpen und deren Nähe gemacht, befindet sich die unterste Schicht der eigentlichen Gewitterwolken stets in einer Höhe von mindestens 1400, oft aber mehr denn 2500 Mtr. Im Gebirge kann man dies sehr genau aus der Höhe der bedeckten und nicht bedeckten Berghohen constatiren. Zwei Ursachen sind es, welche Reisende leicht glauben machen, sie hätten auf einem Berge das Gewitter unter sich gehabt. Sieht man in einiger Entfernung von einem Berggipfel aus ein Gewitter vorüberziehen, so scheint es, als ob man auf die weißen, glänzenden Häupter der Haufen- und Schichtwolken, welche den Gewitterherd bilden, hinabsähe, und da unter denselben noch die Blitze hinabzucken, so sagt der Beobachter, er habe das Gewitter unter sich gehabt, eine Täuschung, die sehr nahe liegt. Im zweiten Falle, wo der Beschauer selbst sich in den Gewitterwolken befindet, verführt ihn wohl der Umstand, daß der Lichtschein der meisten Blitze von unten herauf zu fomnicn scheint, weil die Wolke, welche den Berggipfel einhüllt, meist nach oben viel mächtiger ist als nach unten, zu der Meinung, es hätte unter ihm geblitzt und er glaubt, das Gewitter hätte unter ihm stattgefunden.
— Der Brand der Brüsseler Universität scheint erst durch die schlechten Lösch- verhältnisse zur Katastrophe geworden zu sein. Es wird darüber Folgendes gemeldet: „Der Brand hat tiefe Bestürzung und nicht minder starke Entrüstung in ganz Brüssel hervorgerufen. Trotz des Brandes des Nationalpalastes sind die Löscheinrichtungen Brüssels in jämmerlichem Zustande geblieben. Trotz aller Schreierei und allen Groß- thuns ist bei jedem größeren Brande alles rettungslos verloren! Auf der Brandstelle Panik, Unentschlossenheit, keine einheitliche Leitung, das Material jämmerlich. Die Pferde fehlen, die Schläuche platzen, die Hähne passen nicht, der Druck reicht nicht, — kurz, Mangel an allen Enden. Und dabei ist „aus Ersparnißrücksichten", kein einziges staatliches oder städtisches Gebäude versichert, natürlich auch nicht die Universität. Das Fepcr hätte bewältigt werden können, wenn sich nicht überall die alte Lotter- wirthschast gezeigt hätte. In der Universität selbst versagten die Hähne, Schläuche, selbst der Feuermelder. Als die Feuerwehr erschien, wußte sie nicht, wie sie angreifen sollte. Als sie energisch eingriff, mar es zu spät. Das große Mittelgebäude mit dem Prächtigen Universitätssaal, das große Seitengebäude — alles Ruinen; nur der neue Flügelbau blieb erhalten. Der Verlust stellt sich auf 1,200,000 Fr. Die medicinischen Sammlungen wurden gerettet, aber sonst ging viel verloren. Die mineralogische Sammlung ist zerstört; von den 125,000 Bänden der Bibliothek sind 25,000 — aber in sehr fragwürdigem Zustande, sie wurden aus den Fenstern geworfen — gerettet. Die Bibliothek ist das Einzige, was versichert ist, mit 200,000 Fr. Fünf Personen sind verletzt worden. Wie das Feuer entstanden, ist nicht festgestellt. Die Universität selbst ist eine freie; sie wird hauptsächlich durch Stadlzuschüsse erhalten. Schon jetzt wollen die klerikalen Blätter nichts davon wissen, daß die Universität auf Aller Kosten wieder hcrgestellt wird; das sei die Pflicht der „Liberalen und Freimaurerlogen".
Heidelberg. Das Gesammtpersonal unseres Jubiläumsfestzuges wird 531 Herren, 130 Damen, 34 Pagen (größtentheils jüngere Gymnasiasten), 75 Kinder, 24 Musiker zu Pferde, 52 solcher zu Fuß, zusammen 846 betragen und mit den übrigen nachträglich hinzugekommenen, von den Corpsstudenten inscenirten Gruppen, sowie dem zahlreichen nothwendigen Ordnungs- und Aufsichtspersonale (Militär uno dergl. in Landsknecht-Costümen) zusammen die ansehnliche Zahl von über 2000 Köpfen erreichen. Dazu kommen 225 Pferde und 16 Wagen. Die hervorragenderen Figuren werden
Literarisches.
— ^Universum.) Die soeben erschienenen Hefte 19 und 20 der illustrirten Zeitschrift „Universum", redigirt von Jesko von Putlkamer, Verlag des Universum (E. Friese) in Dresden, bringen den Anfang einer Novelle von echt dramatisch bewegter Handlung „Zur Sonnenhöhe" von A. Müller von Brandenburg, mährend „Frau Eva" von Moritz von Reichenbach sehr befriedigend abschließt. Daneben laufen die beiden kleineren Erzählungen „Die böse Bärbel" von Anton Ohorn und „In der Mittagsgluth", eine Stranderzählung von Helene Pichler. Einen besonders anziehenden Schmuck bilden die Aufsätze: „Eine Fahrt auf der Giselabahn" von Heinrich No6, mit Original-Illustrationen nach G. Haid; „Eßlingen" von Th. Stromer, mit Illustrationen nach der Natur gezeichnet von E. Thiel, sowie die sehr zeitgemäße interessante Beschreibung des „Blumen-Corso im Wiener Prater" von A. G. v. Suttner, mit einer Originalzeichnung von W. Gause. Erwähnenswerth ist noch eine interessante Abhandlung von Carl Lüders „Klima und Gesundheitsverhältnisse Westafrikas", sowie ferner „Wurzelfüßchen", ein Märchen von G. von Beaulieu und eine sehr amüsante Humoreske „Großes Bioouac" von A. von Winterfeld. Sehr belehrend und beachtens- merth sind schließlich die beiden Aufsätze: „Cultur und Strafrecht" von Dr. Ludwig Fuld und „Torpedomesen und unterseeische Schifffahrt" von G. van Muyden. Außer den beiden Lichtdruckkunstbeilagen „Studienkopf" von Franz von Defregger und „Excusez“ von Hugo Kauffmann, bemerken wir noch die vier künstlerisch ausgeführten Holzschnitte nach den Originalgemälden „Fantasia" von I. Brandt", „Unterricht im Fischen" von Alf. Guillou, „Ein Besuch" von A. Treidler und „Kleine Poststation in Thüringen" von Paul Tübbecke.
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von auswärts, gebildet sein. Ihre Namen sollen in Bälde veröffentlicht, sowie über den Zug selbst ein kurzer- erläuternder Text herausgegeben werden.
Paris, 9. Juli. (Ein Löwenbändigers Die Menagerie des Threrbandrgers LZidel hat seit Kurzem, wie sie dies alljährlich zu thun pflegt, den großen Jahrmarkt von Neuilly bezogen und war gestern Abend gegen 10 Uhr "nt Schaulustigen an gefüllt, als der Engländer, welcher B-del sei, 10 Jahren Schritt aus Schritt folgte, um dabei zu sein, wenn er von einer seiner Bestien gefressen wird, rm Begriffe stand, seine Wette zu gewinnen. Bidel war mit seinem großen Exercitium, bei dem er vier Löwen und zwei Eisbären Stand hält, schon zu Ende und in dem Hauptzwinger allem mit dem Löwen Sultan, dem schönsten und wildesten, zurückgeblieben. Er befahl ihm, sich an dem Gitter aufzustellen und wie ein Wappenthier sich da mit emer erhobenen und einer niederhangenden Vordertatze zu präsentiren, als sein Fuß ausglitt, er zu Boden siel und der Löwe sich über ihn herwarf. Die ganze Versammlung bebte, den Al hem anhaltend, vor Entsetzen, ivie das Thier seine Zähne in die Schulter und den linken Arm seines Herrn einschlug. Man hielt ihn für verloren. Bibel bewahrte aber m diesem furchtbaren Augenblicke seine ganze Geistesgegenwart, er erhob sich langsam nut seiner ihn zeifleischenden Last und packte, als er wieder ausrechtstand, Mit semer Rechten die Gurgel Sultans mit solcher Gewalt, daß dieser feine Seute fahren ließ. Inzwischen , hatte ein Wärter eine Seitenthüre des Zwingers geöffnet, durch die der Löwe abzugehen pflegt, und sich nun in der Thal laut brüllend entfernte. Der Bändiger, der sich diesmal als solcher bewährt hatte, wollte trotz des Blutes, das aus seinen Wunden floß, Sultan zurückrufen und die unterbrochene Uebung von feuern beginnen; allein das Publikum rief: „Genug! Genug!" und klatschte seinem Schwiegervater zu, welcher in ihn drang, daß er ihm folgte. Dies geschah; Biedel ließ sich von drei Aerzten auskleiden und untersuchen und es ergab sich, daß er 17 größere und kleinere Wunden hatte, von denen übrigens keine gefährlich sein soll. Sie wurden verbunden und der Patient dann nach seinem Landhause in Asnieres gebracht, wo er zunächst der Ruhe pflegen soll. Er hatte bisher noch nie in seiner Villa, sondern immer in einem Wagen neben den Bestien geschlafen und sagte etwas melancholisch: „Jetzt werde ich mein Bett einweihen können." — Sultan ist seit 1872 im Besitze Bidel's, der ihn in Afrika für 15,000 JL gekauft hatte. Kaum war er in Lyon, wo die Menagerie sich damals aufhielt, angelangt, als ein Ochsentreiber seinen Arm durch die Eisenstäbe streckte. Das Thier griff danach, biß den Arm an der Schulter ab und zehn Minuten später war der Mann eine Leiche. Die erste Vorstellung, in der Sultan „arbeitete", wurde zu Gunsten der Wittwe des Getödteten gegeben.
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Die Lieferung vonLeizungsmaterial für das Provmzialarresthaus, bestehend in melirten Kohlen, Anthra- citkohlen und Tannenholz, soll im Submissionswege vergeben werden.
Offerten sind bis zum 1. August l I. verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen bei dem Unterzeichneten einzureichen. Die Lieferungsbedingungen können täglich während der Bureaustunden auf der Kanzlei der Staatsanwaltschaft (Justizgebäude Zimmer Nr. 44) ein gesehen werden.
Gießen, am 14. Juli 1886.
Der Großherzogl. Erste Staatsanwalt- Zimmermann. 5143
Betr.: Verpachtung der Güter der I. und II. evangel. Pfarrei Gießen.
Die am 5. und 6. l. Mts. staüge- habten Verpachtungen sind nicht genehmigt worden. — Es wird hiernach zur anderweiten Verpachtung der Grundstücke Termin auf
Montag den 19. I. Mts.
anberaumt, und zwar:
a. für die Grundstücke in der Gemarkung Gießen auf Mittag- 12V2 Uhr im Schützenhof dahier,
b. für die Grundstücke in der Gemarkung Wiefeck auf Nachmittags 7 Uhr in der Kaus'schen Wirth- schäft daselbst.
Gießen, am 13. Juli 1886.
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Mühle zu verpachten.
Die Reitzenmühle auf der Rabenau, bei Londorf, mit Wassergefäll von 4 Meter ist mit 4 Morgen zugehörigem Land, unter den auf der Rentei Rabenau einzuschenden Bedingungen aus 18 Jahre zu verpachten. Gebote sind verschlossen bis längstens 31. August d. I., Mittags 12 Uhr, bei der unterzeichneten Rentei einzureichen, zu welcher Zeit dieselben eröffnet werden sollen.
Rabenau, Post Londorf, den 9. Juli 1886. Die Rentei der Freiherrn von Nordeck zur Rabenau.
5073 Schmidt.
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Streichriemen siir Rasiermesser.
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