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2. Hürdenrennen für Knaben. 3. Großes Hindernißrennen. 4. Damenrennen !! 5. Großes Vereinsrennen. Die Prelfe bestehen in Geld- und Ehrenpreisen. Es werden also nicht nur Männlein, sondern auch Fräulein um die Wette laufen. Das Ergötzlichste aber ist, daß nicht ein speculativer Wirth, sondern ein „Gesangverein" Veranstalter des Rennens ist.
— Durch einen entsetzlichen Unglücksfall wurde die Sedanfeier in Balingen gestört. Burschen von 16—18 Jahren trieben sich unter der Menge umher, häufig Pistolenschüsse abgebend; einer derselben nun hatte vermuthlich aus Fahrlässigkeit scharf geladen und aus unmittelbarer Nähe auf ein blühendes Mädchen von 16 Jahren, die fleißige brave Tochter des Kesselmüllers Stotz, angelegt, so daß dasselbe, fast ohne einen Laut von sich zu geben, wenige Seeunden nach der unheilvollen That den Geist aufgab. Der muthmaßliche Thäter ist verhaftet.
— Wie dem „L. T." von Dresden auf privatem Wege mitgetheilt wird, hat sich ein dort zum Besuch aufhältlicher höherer preußischer Officier in dem Augenblicke, als ein aus dem Manöver zurückkehrendes sächsisches Regiment mit klingendem Spiele unter den Fenstern seiner Wohnung vorbeimarschirte, eine Kugel durch die Brust geschossen, so daß der Tod augenblicklich eintrat. Der Unglückliche, bisher Stabsofficicr in der nächsten Umgebung des deutschen Kronprinzen, litt, dem „L. T." zufolge, in letzter Zeit an einer Gemüthskrankheit. Sein Zustand nöthigte ihn, ärztliche Hilfe zu suchen und sich bis aus Weiteres vom activen Dienste zurückzuziehen, worüber er tief bekümmert war.
— Mit Beginn der längeren Abende tritt die Petroleumlampe, die in den meisten Haushaltungen während der Sommermonate außer Gebrauch gesetzt wird, wieder in Actioität. In Veranlassung dieses Umstandes nun, daß die meisten Petroleumexplosionen bei der Wiederbenutzung längerer Zeit außer Gebrauch gesetzter Lampen entstehen, ist an die Hausfrauen die Mahnung zu richten, vor der Wiederbenutzung der Lampen das in denselben befindliche alte Petroleum wegzugießen, auch den alten, inzwischen filzig und dadurch zum Brennen untauglich gewordenen Docht durch neuen zu ersetzen. Durch das monatelange Stehen erzeugt sich nämlich in dem Oelbassin Petroleumnaphtha, welches viel leichter entzündlich ist als Petroleum, denn während Petroleum bei etwa 52 Grad Hitze explodirt, explodirt das Naphtha schon bei kaum 30 Grad.
— Der Redacteur Röttger in Mainz geht feit Jahren von der Anschauung aus, daß die Ruhe in der Erde nur ein Ausnahmezustand, daß Bewegung in derselben die Regel ist. Um diese Bewegung nachzuweisen, hat er eine magnetische Zwillingsnadel conftruirt, bei der neben großer Leichtigkeit und Beweglichkeit die Verwerthung der Erdströme im Auge behalten wurde. So ist ein Instrument entstanden, welches dem Beschauer ein Bild von dem Leben in der todt geltenden Erde sofort vor Augen führt. Röttger hat seine Erfindting dem Patentamt und dem Contreadmiral in Wiesbaden eingereicht. Der Letztere hat eine Reihe von Beobachtungen angestellt, welche die Thatsache ergaben, daß die Zwillingsnadel sich zuweilen durch den ganzen Eompaß bewegt. Röttger glaubt nun, daß mit Hilfe feiner Zwillingsnadel ganz neue Aufschlüffe betreffs Gestalt und Bewegung der Erde erzielt werden. Es scheint ihm jetzt schon gewiß, daß vom Aequator unausgesetzt electrifche Ströme im Boden fort gegen die Pole gehen. Zum Schluß bemerkt er noch, daß trotz aller Entladung durch vulkanische Ereignisse sich noch ein solches Quantum Bewegung, Spannung und Unruhe in der Erde signalisirt, wie er es in dem bereits abgelaufenen Theile der merkwürdigen Krisenepoche, die wir feit 1878 durchleben, kaum fo stark wahrgenommen habe. Der indische Ocean, Centralamerika, sowie das westliche Mittelländische Meer mit dem Aetna- gebiet lassen besonders noch Weiteres erwarten.
— Ein schlechter Spaß — das war der, fo sich ein Gastwirth in Hannover gemacht hat. Er ging nämlich hin und rückte „zum Spaß", wie er meinte, eine Anzeige in das „Hannoversche Tageblatt", daß das Fräulein fo und fo und der Herr so und fo sich miteinander verlobt hätten. Die Sache nahm aber ein böses Ende, denn die auf diese Weise Verlobten nahmen die Sache krumm und zeigten den spaßhaften Gastwirth an, woraus ihm eine Gesängmßstrase von 4 Monaten zu Theil ward und das war ein schlechter Spaß.
— lieber einen Selbstmord durch Verhungern theilt die „D. Med. W." mit: Ein 64 Jahre alter Sackträger wurde für einen Trunkenbold erklärt, dem kein Wirth mehr Spirituosen geben dürfe. Das machte einen solchen Eindruck auf ihn, daß er beschloß, sich durch Hunger zu tobten. Am 15. December v. I. blieb er Morgens im Bett und verweigerte von da an jegliche Nahrungsausnahme. Nun trank er vom 15. bis 27. December täglich ein halbes Liter Wasser mit einem Zehntel Liter Branntwein vermischt; vom 27. December bis zu dem am 8. Januar Avends erfolgten Tode täglich außer kleinen Quantitäten Wassers, ein halbes Liter leichtes Bier. Die Ermahnung, von dem thörtchten Beginnen abzustehen, fand kein Gehör. Hunger und Durst waren in den ersten Tagen lebhaft, verloren sich aber bald; am 31. December war nicht mehr das geringste Bedürsniß vorhanden, etwas zu essen, nur das Bedürf- niß, von Zeit zu Zeit den Mund etwas anzufeuchten. Der Tod erfolgte am 8. Januar Abends ohne allen Kampf in tiefster Betäubung.
— sEine Mobilmachung an der fächsifch-böhmischen Grenze.] Unter Gensdar- meriebegleitung langte am letzten Dienstag eine von Annaberg in Sachsen eskortirte Zigeunertruppe in Weipert (Böhmen) an. Die Grenzwächter weigerten sich, die Legi- timationslofen in das Land zu nehmen. Um sich die Jnöasion vom Halse zu halten, ließ Weipert gegen 9 Uhr die Schützen ausmarschiren, während Bärenstein (der sächsische Grenzort) die Feuerwehr aUarmirte, und fo standen sich nun drei Heere feindlich gegenüber, als wäre für einen bevorstehenden Krieg zwischen Weipert und Bärenstein der Mobilisirungsbefehl ertheilt. Die Zigeuner haben keine Legitimationspapiere und obwohl sie beim Anblick des Doppeladlers in Entzücken gedeihen und Oesterreich als ihre Heimath bezeichneten, weigerte sich die Wciperter Behörde, die braune Gesellschaft aufzunehmen. Endlich lief der Bescheid bet der Weiperier Behörde ein, die Zigeuner nach Böhmen hineinzulassen. Am Mittwoch Mittag hielt die Zigeunertruppe ihren Einzug in Böhmen. In Weipert und Bärenstein wurde wieder abgerüstet.
— Die von den Pariser Blättern fo außerordentlich aufgebaufchie Verhaftung eines früheren deutschen Offiziers in Belfort wird jetzt von dem Betroffenen, dem Oberst a. D. Richard v. Meerheimb, in einem dem „Dresdener Anzeiger" zugesandten Bericht fachgemäß geschildert. Wie Herr v. Meerheuub, welcher bis zu feinem im Jahre 1872 erfolgten Eintritt in den Ruhestand das 4. fächsifche Infanterie-Regiment Nr. 103 in Bautzen befehligte, unterm 30. August -dem genannten Blatte aus Mühlhausen i. E. schreibt, hatte er in 6—7 Wochen sämmtliche nennenswerihen Hochpunkte der Vogesen, darunter auch den Großen Belchen bei Gebweiler, bestiegen und wollte feine Tour nunmehr mit Erklimmung der südlichsten Höhe des Elsässer Belchen, 15 Kilometer nördlich von Belfort, adschließen. Diese Absicht führte er auch am 29. August aus und erfreute sich von dem Scheitelpunkt des Berges, den ein boch-
ragent)e§ Marienbild frönt, einer herrlichen Aussicht, die nur im Südosten durch den machtlgen Ballon de Servance verschlossen ist, einen Berg, der mächtige, zur Befestigung Belforts gehörige Sperrforts trägt. Da Herr v. Meerheimb in seinem Vogesenfübrer oie Bemerkung fand: „Man kann in den Umgebungen frei umhergehen, die Aussicht ist wunderbar schön", so entschloß er sich kurz, auch diese nur 6 Kilometer entfernte Hohe zu ersteigen. In der Mittagsgluth stieg er auf einem steilen Pfade empor, dessen i !pUrJlC5 ober immer mehr verlor, so daß er ausjs Geraihewohl, nur dem Eompaß folgenb, durch das Gehölz vordrang, dis er endlich das Hochplateau gewonnen hatte und nun, wie er schreibt, weniger durch die seitwärts befindlichen Schanzwerke, als durch den herrlichen Blick in das französische Gelände des südwestlichen Abfalls der Vogesenkette gefesselt wurde. In dem Naturgenuß, sowie in den Auszeichnungen seiner Eindrücke dieses Genusses ward er plötzlich durch französische Soldaten gestört, die ihn „m der höflichsten Weise" aufforberten, ihnen zum Commandeur des Forts zu folgen uno zwar weil Herr v. Meerheimb in der Eile des Aufstiegs mehrmals kleine Säulen nut der Aufschrift „dtifense de passet sur le terrain militair“ (das Betreten des militärischen Zwecken dienenden Terrains ist verboten) übersehen und nicht beachtet hatte. Der Commandant, Herr R. Lorillard, Lieutenant vom 35. Infanterie-Regiment, sah sich in Folge der strengen Weisungen veranlaßt, Herrn v. Meerheimb seine Papiere abzufordern. Zufällig fand sich im Notizbuch zuletzt das Wort „Bombardement" eingetragen, das seinen Ursprung einem sehr harmlosen Stein-Bombardement seitens einer luftigen Gesellschaft nach Flaschen verdankte, dem Herr v. Meerheimb beigewvhnt hatte, aber in sranzösischen Augen sehr verdächtig erschien. Die Papiere wanderten nach Belfort, von wo wegen zufälliger Verlegung des Telegraphendrahtes erst am nächsten Mittag die Anweisung zu sofortiger Entlastung eintraf. „Dieses Telegramm war mit echtfranzösischer vollendeter Courtoisie abgesatzt, wie denn überhaupt die liebenswürdige Zuvorkommenheit Aller, mit denen Herr v. Meerheimb zu thun hatte, vollster Anerkennung werth ist". — Diese Schilderung ergiebt, daß die französischen Militärbehörden, weit entfernt, sich an jener Spionensresserei der Pariser Presse zu beteiligen, in der richtigen Form einfach ihre Pflicht und Schuldigkeit getan haben.
Handel «nd Verkehr.
Darmstadt. Unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Oberfinanzrat Schulz fand am 9. d. M. die elfte Sitzung des hessischen Eifenbahnrathes statt. Aus der Dis- cuffion über die Fahrpläne ist mitzutheilen, daß auf Antrag der Herren Handelsrichter Haurand-Frankfurt und Geheimrath Goldmann-Darmstadt beschlossen wurde, die beteiligten Verwaltungen aufzufordern, den seitherigen Schnellzug 7 Uhr frühe ab Frankfurt nach Baden und der Schweiz, sowie den Gegenzug Heidelberg-Frankfurt auch im Winterfahrplan beizubehalten. Herr Commerzienrath Michel-Mainz beantragte verbesserten Anschluß an den Nachtschnellzug Berlin-Nordhausen-Frankfurt, statt des jetzt 63t frühe von Frankfurt nach Mainz abgehenden Zuges. Herr Geh. Baurath Kramer, als Vertreter der Hess. Ludwigsbahn, sagte Prüfung der Angelegenheit zu. Mit Befriedigung wurde conftatirt, daß die Hess. Ludwigsbahn nunmehr Anschluß von dem mitteldeutschen Nachtschnellzug Berlin-Erfurt-Hanau-Frankfurt an den 7" frühe ab Frankfurt verkehrenden Courierzug Mannheim-Straßburg hergestellt habe. — Die Eingabe der Stadt Butzbach um Anhalten mehrerer Schnellzüge fand mit Beschränkung auf die 3. Classe führenden Schnellzüge 303 und 304, welche längeren Aufenthalt in Gießen haben, einstimmig Befürwortung. Zu der Position: Ermäßigung der Stückgutfracht sprachen die Herren Geh. Oberfinaiizrath Schulz, Eisenbahndirector Altvater und Handelsrichter Haurand für Tarifermäßigung bei Aufgabe von wenigstens 2000 Kgr. Die General-Conferenz der deutschen Eisenbahnen wird am 24. d. M. darüber Beschluß fassen. — Der letzte Punkt der Tagesordnung: Antrag der Zuckerfabrik in Friedberg um Frachtermäßigung auf Rübenabfälle wurde unterstütz! durch die Herren Goldmann-Darmstadt, Lucan-Hanau, Generalsecretär Müller-Wiesbaden u. A. Einstimm.g befürwortet wurde alsdann eine Ermäßigung auf Sätze von 1,8 Pfg. refp. 1,5 Pfg., wie solche bet der hessischen Ludwigsbahn, den Oberhessischen Bahnen, sowie der Großh. badischen Staatsbahn 'bereits eingeführt sind. (F. Z.)
Nervenkranken Frauen wird jetzt A. Widtfeldt's Aachener Magenbehagen, kalt genossen, ärztlich verordnet, weil er die Magenthätigkeit anregt, die Nerven belebt, die Stimmung ermuthigt. Niederlage bei Emil Fischbach. 6489
— Wie sehr unsere Industrie auf allen Gebieten das Ausland zu überflügeln sucht und wie glänzend das in vielen Fällen gelingt, beweist die 6fad)e Prämiirnng innerhalb Jahresfrist der Firma B. Meisiug in Düsseldorf, deren Deutsche Liquenre an vielen Orten Deutschlands in Eoncurrenz mit den feinsten und theuersten ausländischen Marken heute schon vorgezogen werden. Zudem sind die Preise wesentlich billiger, weil der hohe Eingangszoll nicht darauf lastet. Die Firma hat sich die Aufgabe gestellt, nur das Allerfeinste zu liefern und bittet nur ihre Fabrikate einer Prüfung zu unterziehen.
Niederlage' befindet sich bei Feed. Drebes, vorm. Gg. Will). Weidig in Gießen.
pr&kt u. Speeialarzt für Haut-, Fragen - u. Ge- schlecht*Krankheiten (Syphi 1 1bj eto. Frankfurt *. M. Z
" Stifte tr. 22, fr. Aeeiet. ProfT Ricort*«. Aeew. briefl.
Verfälschte schwarze Seide.
Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert) und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seiden - Fabrik - Döpöt von 6. Henneberg (K. u- K- Hoflief.) In Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus, ohne Zollberechnung. Ein Brief nach der Schweiz kostet 20 Pf. Porto- 2431
Temperatur der tzahn.
Am 15. September, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16°, Luft 17° R. im Schatten.
L. Ehr. R ö bsanikn.
Allgemeirrsr Anzeiger«
la. holl. VollbärLnfte u. Sardellen, neue Rollmöpse und Sardinen empfiehlt bei Bezug von Postfaß billigst 6480
Ä. Koeh Nackfolger,
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