Einzelbild herunterladen

UZT

Ä'-n».

Ä"'-

Ec, 'üppeu

StuM ladt 23.

oitje f Wann in-S

Wöll, r- ?{ssir Sr b-ä? s G-Engelhardi,^ fe

und, 1 bn Btzng ton 6480 '»folger, Mitaeffenjanbl

ungen.

iu ötnnitthttu 'dorferstraße 17. iHniethew chühenstraße 4. rtks Zimmer iir fr 33, II. Stock. :ß. drei Zimmer mit Zubehör, jii Bismarckstraße.

St. 5 Zimmer, llllicbkeiten (wegen lermfet^en.

. Sübanlagt 1,, ßoninafium. nmer mit Zuber i vemiethm.

tzauvatz I.

Herrn vr. Fuhr I meines Hauses üethen und vom-

m.

Südanlage 15. milienlogis, eins lerhause zu Derr ehbar.

bnbofstroße 32. _ Mmmgen, sowie iethen und gleich-

n^Marktplah-^ riratze U int rreeto« JäW»

i, neu hergttch

iffenberg«61'

n r Wohnung zu berftELL- giS mit Ladm vermietben- urted*JL 7u HÄethen» ßbtijfrafcJL HernMeu. mensttaße^

nzeißen-

o

i» d°E8

Mfmann sucrn

Nr. 215 Donnerstag den 16. September 1886,

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

A

ML

Bureau r Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

DU

Betreffend: Die Wahl des Kreistages des Kreises Gießen durch die 50 Höchstbesteuerten.

Gießen, am 14. September 1886.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtm

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 5

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grobherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen, welche mit Erledigung unseres Ausschreibens vom 21. August Anzeiger Nr. 195 noch im Rückstände sind, werden an baldige Vorlage erinnert.

vr. Boekmann.

Politische Aederfkcht.

Gießen, 15. September.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der 18. October ist bekannt­lich der Jahrestag der Völkerschlacht bet Leipzig und zugleich der Krönungstog des Königs Wilhelm zu Königsberg, an welchem der Monarch im Jahre 1861 sich und seiner Gemahlin die Krone aus das Haupt setzte. Es werden also am 18. October d. Js. gerade 25 Jahre verflossen sein, seitdem dies ebenso feierliche wie bedeutsame Eceigniß sich vollzog, zu dessen festlichem Begehen auf königlichen Befehl die Repräsentanten der preußischen Armee in ihren Führern und Heereszeichen nach Königsberg berufen worden waren. König Wilhelm hat damals m dankbarer Anerkennung der Verdienste der Armee um das Vaterland zahlreiche Gnaden-Auszeichnungen dem Heere verliehen. Unter denselben befinden sich auch verschiedene Ernennungen hoher Persönlichkeiten zu Regiments-Chefs, so daß am 18. October dieses Jahres mehrere Truppen- theile in der glücklichen Lage find, den 25. Jahrestag der Ernennung ihres Chefs zu feiern, womit auch in einzelnen Fällen die Umänderung ihres Namens verbunden war. Es sind folgerE: 1) das 4. Garde - Grenadier - Regiment Königin Augusta zu Koblenz (früher 4. Garde-Grenadier-Regiment); 2) das Z. Garde - Grenadier - Regiment Königin Elisabeth zu Spandau (früher 3. Garde- Grenadier-Regiment); 3) das 2. Leib - Husaren - Regiment Nr. 2 zu Posen ur^ Lissa; 4) das westfälische Infanterie - Regiment Nr. 16 zu Köln; 5) das 1. pommer'sche Ulanen-Regiment Nr. 4 zu Thorn. Es verlautet bereits, daß die unter 1, 3, 4 und 5 genannten Regimenter ihren Ehrentag am 18. October d. Js. sehr feierlich begehen werden, und daß an demselben Kaiser Wilhelm persönlich in Koblenz erscheinen wird, um seiner Gemahlin, als dem 25jährigen Ches ihres Garde-Grenadier-Regiments, die Glückwünsche darzubringen.

DieNational-Zeitung" läßt sich aus Pesth Folgendes schreiben: Ein so unverläßliches Volk und eine so wankelmüthige Armee wie in Bulgarien, tziebt es wohl nirgends in der Welt.Noch sausten meine Ohren" sagte mir der Wortführer der ungarischen Abordnung, Graf Gabriel Pejacsevics von den begeisterten Rusen der Bevölkerung für ihren Alexander, von den Verwünschungen gegen den Czaren und schon den andern Tag sah ich dieselben Schreier sich beim russischen Consulate herumstoßen, um die Petition an den Czaren zu unterzeichnen, in welcher die Bulgaren um die Ernennung des Prinzen von Oldenburg einkommen. Am Tage des Einzuges wollte die Bevölkerung die Abdankung des Fürsten Alexander mit Gewalt verhindern und die Pferde vom Wagen ausspannen, falls der Fürst Sofia verlassen möchte. Tags darauf konnte ich in ganz Sofia kaum eine warm klingende Aeußerung zu Gunsten des Fürsten hören. Fürst Alexander erkannte richtig die Sofiaer Bevölkerung und traute der Begeisterung derselben nicht. Aber auch zum Ojficier-Corps konnte Fürst Alexander kein Vertrauen haben. Während des Einzuges, beim großen Empfange, sah der Fürst im Palaste acht Officiere, welcheHurrah" schrieen, obwohl dieselben acht Osficiere erst kürzlich zugegen waren und mit eigenen Augen mit angesehen haben, wie man den angeblich geliebten Fürsten aus dem Palaste brachte, und dazu lächelten, ohne auch nur den Finger zu seiner Be­freiung zu rühren."Die Ungarn" sagt weiter Gras Pejacsevicshabm bei ihrem Eintreffen keinen besonders günstigen Eindruck auf die Bulgaren ge­macht ; später, nachdem der Fürst uns zu wiederholten Malen empfangen hatte, wurden wir al» letzte Hoffnung der Bulgaren von allen Seiten gefeiert. Ich besuchte auch Karawelow. der mir detheuerte, daß er dem Fürsten stets treu ge­blieben, .und den Minister-Präsidenten Radoslawow, der sich folgendermaßen üußerte:Der Fürst mußte addavken, weil Rußland und Deutschland ihn fallen gelassen haben. Oesterreich-Ungarn und England nützen uns wenig mit ihren Sympathien; Frankreich ist isolrrt. Es bleibt uns daher nichts Anderes bbrig, als daß wir uns den Wünschen Rußlands fügen." So lautet der Be­richt des Grafen Pejacsevics, der aber verschweigt, was derPesther Lloyd" ganz offen andeutet, nämlich daß der Fürst Alexander auch schon deshalb weichen mußte, weil er keinen Augenblick vor gedungenen Meuchelmördern sicher gewesen. 3n diesem Belang" schreibt derPesther Lloyd"wird die Geschichte über die letzten 8 Tage, die der Fürst aus bulgarischem Boden verbrachte, einst noch erstaunlichere Dinge berichten, als die bereits aller Welt bekannt gewor­den find."

Die französischen Blätter bringen folgende Note:Wir haben gemel­det, daß ein Ordonnanz-Officier des Kriegsministers nach Belfort, dem Festungswerke von Servances und nach Besanyon bezüglich des verhafteten und hieraus wieder sreigelaffenen sächsischen Obersten geschickt worden

ist. Aus den gesammelten neuen Erkundigungen ergiebt sich, daß die gegen den Fremden erhobenen Thatsachen dem Militär-Gouverneur von Belfort nicht die von dem Gesetze vorbergesehenen Eigenschaften des Verbrechens der Spionage vereinigt zu haben schienen. Der Kriegsminister erachtete aber, daß es nicht der Militärbehörve zusteht, in solchen Dingen Beschlüsse zu fassen. Sie hätte sich darauf beschränken sollen, den Staatsanwalt mit der Sache zu befassen und das Individuum der Gensd'armerie zu übergeben, um so mehr, als dieses sich die Uebertretung zu Schulden hatte kommen lassen, trotz des ausdrücklichen Ver­bots, militärische« Terrain betreten zu haben. Eine Strasmaßregel ist gegen den Gouverneur von Belfort ergriffen worden und die strengsten Befehle sind erlassen, damit ein solcher Vorgang sich nicht mehr ereigne. Das ist die von dem Kriezsminister gleich nach feiner Rückkchr nach Paris getroffene Entfchei- fcheidung. General Sainte-Beuve ist Militär-Gouverneur von Belfort und nicht, wie gesagt wurde, General Keiser, der nur die daselbst garnisonirende J.ranterie* Brigade commandirt."

Aus St. Petersburg läßt sich dieSchlesische Zeitung" Folgende» schreiben: Jedesmal, wenn fremdländische Officiere zu den Herbstübungen hier gewesen sind, sprechen sie sich in hohem Maße anerkennend über die Aufnahme aus, die sie gefunden. Man kann auch behaupten, daß kaum in einem anderen Lande so viel für die Behaglichkeit der fremden kriegerischen Gäste geschieht als hier, was ja wohl auch dadurch bedingt wird, daß in dem sich jährlich wieder­holenden Lager von Kraffnoje Selo ständige Vorbereitungen für den Aufenthalt der fremden Officiere getroffen werden können. In dem gleichnamigen Dorfe, dem Sitz des Hoflagers während der Schlußübungen des Lagers, sind besondere Sommerwohnungen für die Osficiere, und zwar je nach deren Rang, eingerichtet. Außer den von ihnen mitgebrachten Dienern stehen auch kaiserliche Diener, soweit als angängig der Sprache der Betreffenden oder wenigstens des Deutschen und des Französischen mächtig, zu ihrer Verfügung. Jeden Morgen finden die Herren deutsche oder französische Zeitungen auf ihrem Frühstückstisch; ebenso gehen ihnen auch die Pläne für das Uebungsgebiet und die Verfügungen der auf beiden Seiten befehligenden Führer zu. Die Mahlzeiten werden, falls die Osficiere nicht zum Kaiser selbst geladen find, an der Marschallstafel einge­nommen. Für den Abend stehen Plätze im kaiserlichen Lagertheater zur Ver­fügung der Officiere; schließlich erhalten sie Alle, was ja immerhin eine ganz angenehme Erinnerung ist, für ihren Rang hohe russische Orden. Beginnend vom Kaiser und namentlich der Kaiserin, kommen Alle, zunächst die russischen Osficiere, den ausländischen Kameraden mit ausgesuchter Höflichkeit entgegen; man ist geradezu bemüht, ihnen Alles zu zeigen, damit nicht der Verdacht in ihnen aufsteigen könne, man wolle ihnen dieses oder jenes verbergen.

Darmstadt, 12. September Se. König!. Hoheit der Grobherzog haben dem Hauptmann Freiherrn Röder v. Diersburg das Ritterkreuz 1. Klaffe Philipps des Großmüthigen Allergnädigst zu verleihen geruht.

Darmstadt, 13 September. Als authentisch können dieNeuen Hess. Volksbl." Folgendes mittheilen: Fürst Alexander schwebte in der verhängniß- vollen Nacht seiner Gesangennahme in großer Lebensgefahr, indem mehrere Schüsse in sein Zimmer abgefeuert und mehrere Spiegel durch die Kugeln zer­trümmert wurden. Auch war der Fürst nach eigener Aussage von Officieren, welche sich an der Verschwörung betheiligt hatten, aus dem Wege von Reni wiederholt in Gefahr, von den Meuterern getödtet zu werden. Die Meldung russischer Blätter, daß ein Theil der Geheim-Correspondenz des Fürsten in die Hände der Meuterer gefallen fei, beruht auf einer russischen Lüge.

Straßburg i. E, 13. September. Der Kaiser fuhr Vormittags bis zum festlich geschmückten StephanSseld per Bahn, woselbst Se. Majestät von einer nach Tausenden zählenden Volksmenge jubelnd begrüßt wurde. Dort be­stieg her Kaiser den Wagen und fuhr durch das von der Gemeinde reich deco- rirte Dorf Brumath nach Weitbruch, woselbst der Bürgermeister und die Bei- geordneten des Dorfes, sowie die Geistlichkeit und die Lehrer des Landkreises Straßburg versammelt waren, deren Begrüßung Se. Majestät sichtlich erfreut entgegennahm. Der Kaiser beobachtete aus der Straße nach Weitbruch, im Wagen stehend, längere Zeit die Vorbereitung des Angriffs des 15. Armee-Corps auf die Stellung der Nordarmee bei Kriegsheim und Weitbruch. Sodann fuhr Se. Majestät zu der vor Weitbruch errichteten Ehrenpforte, woselbst der Bür­germeister des Ortes, sowie die Geistlichkeit und die Lehrer des Kreises Hagenau versammelt waren. Eine Schaar weißgekleideter Mädchen aus den angesehensten Familien des Kreises überreichte Blumensträuße. Der Kaiser fuhr durch ven festlich geschmückten Ort bis zur Kirche und von da auf eine Höhe westlich voa